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Mo, 00:02 Uhr
02.09.2013

Erika kommt

Nach zahlreichen Leseranfragen zur Erika-Anzeigenkampagne der vergangenen Woche in der nnz sprach Peter Stefan Greiner mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Nordhausen, Wolfgang Asche...


nnz: In der vergangenen Woche erreichten uns zahlreiche Anfragen unserer Leser, wer oder was Erika ist? Nachdem bereits gemutmaßt wurde, dass die Sparkasse Auftraggeber dieser Anzeigenreihe ist, hat die nnz im Auftrag Ihrer Leser dringenden Klärungsbedarf.

Wolfgang Asche: Mit Erika ist Erika Mustermann gemeint. Ihren Namen hat sicher jeder schon einmal gelesen, aber zu Gesicht bekam sie bisher niemand. Erika Mustermann ist durch den fiktiven Personalausweis und Reisepass zu bundesweiter Bekanntheit gelangt, mit denen die Deutsche Bundesregierung 1982 der Öffentlichkeit das Aussehen der damals neuen maschinenlesbaren Personalausweise vorführte.

Als typische Angaben der Erika Mustermann werden als Geburtsdatum der 12. September 1945, als Geburtsort Berlin und als Geburtsname Erika Gabler verwendet. Frau Mustermann ist 1,60 m groß und hat grüne Augen. Die unbekannte Dame aus dem Personalausweis hat aber nun endlich ein Gesicht bekommen und ist jetzt mit ihren 67 Jahren als Muster-Bürgerin aus dem Personalausweis auf Tour.

nnz: Und was verbindet die Kreissparkasse Nordhausen mit Erika Mustermann?

Wolfgang Asche: Erika ist im Rahmen einer Aufklärungskampagne der Sparkassen unterwegs. Erika Mustermann, die bekannteste Oma Deutschlands, hat nämlich nie an ihre Altersvorsorge gedacht und erhält jetzt nur die Standard-Rente von 750 Euro pro Monat. Die Kreissparkasse Nordhausen hat von Erika gehört und hat sie daraufhin in den Landkreis Nordhausen eingeladen. Betroffen von ihrem Schicksal hat der Vorstand die Bitte an Sie geäußert, den Menschen im Landkreis Nordhausen ihre Situation zu erklären und auf die Wichtigkeit der rechtzeitigen Vorsorge hinzuweisen. Daraus entstand die Aktion: »Mach's besser als Erika«.

nnz: Dann ist ja die Frage eigentlich, wofür steht „Erika Mustermann“?

Wolfgang Asche: Mit „Erika Mustermann“ greifen wir die Thematik private Altersvorsorge auf, denn eins ist sicher: die Rente allein reicht bei den meisten nicht aus! Leider sind die monatlichen Ausgaben der privaten Haushalte für die Altersvorsorge auf ein Rekordtief gerutscht; für Viele ist das Thema zu langweilig, kompliziert oder lästig, denn bis zum Rentenalter ist es noch lange hin, mag manch einer denken. Außerdem bedeutet es, die finanzielle Absicherung jetzt schon für morgen zu regeln. Dabei ist es so einfach, sich rechtzeitig abzusichern und das bereits mit kleinen Beträgen.

nnz: Also kommt Erika quasi als Botschafterin in unseren Landkreis. Aber warum ein persönlicher Besuch? Im Zeitalter der neuen Medien hat doch die Verwendung von Bild- und Textwerbung eine optimale Reichweite.

Wolfgang Asche: Nun, für uns als Sparkasse ist der persönliche Kontakt wichtig. Wir bringen unsere Einwohner und Erika zusammen. Als regionales Unternehmen unterstützen wir den Landkreis Nordhausen. Durch einen persönlichen Besuch kann sich Frau Mustermann auch gleich ein Bild von der Schönheit unserer Region machen. Zur Unterstützung bekommt sie zwei Mitarbeiter der Sparkasse an die Seite; zum einen als menschliche Stütze – aufgrund ihres Alters – als auch als Ausflugsführer, die sie zu den regionalen Highlights führen.

Aber gut, dass Sie die neuen Medien ansprechen. Denn diese werden wir in Form eines Gewinnspiels natürlich mit einbeziehen. Unter dem Motto „Erika finden & gewinnen“ fordern wir die Menschen in der Region auf, uns über verschiedene Kommunikationswege mitzuteilen, wo und wann sie Erika in der Region getroffen haben.

Dafür hat sich Frau Mustermann sogar selbst mit den neuen Medien beschäftigt und berichtet täglich von ihren Erlebnissen in einem eigenen Blog – natürlich gibt sie dabei kleine Tipps zu den nächsten Ausflugszielen. Auch Facebook wird in Form eines zusätzlichen Foto-Wettbewerbs im September für die Sparkasse ein Thema sein. Aber ich möchte nicht zuviel verraten. Die genauen Details erfahren Sie bereits ab morgen auf unserer Internetseite www.kskndh.de oder auf unserer neuen Facebook-Unternehmensseite www.facebook.de/Sparkasse.Nordhausen.

nnz: Vielen Dank für das Gespräch.
Autor: red

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Kommentare
arixtra
02.09.2013, 08:50 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
Marie 2010
02.09.2013, 18:08 Uhr
OMG
Und für dieses Plakate zwischen dem anderen Wahlplakate-Wald! Etwas sehr überzogen und für mich Kaspertheater! Wen soll das ansprechen und erreichen, den es auch so nicht erreicht, etwas für die Altersvorsorge zu tun? Meine Mutter desselben Jahrgangs? Glaube kaum. Mein Jahrgang? Hab schon was gemacht. Die Jugend? Jaaaaa, bei denen klickerts dann, weil Erika kommt!
yven
02.09.2013, 19:05 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrags
DoctorS
02.09.2013, 21:28 Uhr
Geschmacklos!
Ich finde es nicht gerade angebracht, eine Frau in diesem Alter, für eine derartige Werbekampagne "auszunutzen"... auch wenn sie Erika Mustermann heißt.

Natürlich ist ihre finanzielle Lage bedauerlich, sofern es denn der Tatsache entspricht. Aber dennoch bleibt es ein fast schon schamloser Versuch, Geschäfte zu machen.

Ich denke jeder kennt in seinem Umfeld jemanden, der mit seiner Rente nicht zufrieden ist. Genau wie jeder jemanden kennen dürfte, der mit seinem Einkommen nicht zufrieden ist. Bin ich mit meinem Einkommen nicht zufrieden, werde ich es wohl kaum noch weiter reduzieren, indem ich es in irgendeinen Altervorsorge-Fond stecke, von dem ich dann in 10 Jahren lesen darf, dass es wohl doch keine so tolle Idee war.

Und Erika? Was ist mit ihr? Das Geld für die Plakate, hätte man auch Erika geben können, damit wäre ihr sicherlich mehr geholfen gewesen.

By the Way? Nächste Station Dschungel-Camp?
lumpi22
03.09.2013, 11:17 Uhr
Verschwendung von Kundengeldern!
Für mich ist das Verschwendung von Kundengeldern und Verdummung der Bürger! Ich hatte zunächst gedacht, dass es sich wohl um einen "Decknahmen" für die Fetischklinik handeln könnte, aber auf das Thema Altersvorsorge wäre ich auch niemals gekommen. Diese Werbung ist für mich geschmacklos und ein plumber Versuch, die Toyota-Werbung mit den Affen zu überholen.

Diese Werbung hatte echt Sinn und war spaßig, aber Erika dafür zu verunglimpfen, das ist typisch Sparkasse, die die Kunden wohl mehr abzocken, als wirklich beraten will... Wenn man die öffentlichen Berichte der Verbraucherschützer verfolgt hat, dann rät man vor solchen Abschlüssen ab, da die Versicherungen die Zinsversprechungen gar nicht mehr einhalten können! Und man kann sich sicher sein, die Sparkasse hat auch keine besseren Tarife, als andere Versicherungen! Für mich gilt hier: Finger weg für diese charakterlose Werbung!
Retupmoc
03.09.2013, 11:44 Uhr
Abgehoben
Frau Mustermann ist ja mit 750 Euro reich, Ich kenne da einige Rentnerinnen, die nicht soviel Rente beziehen. Und ansonsten ist die Werbekampagne für den LK Nordhausen ziemlich abgehoben. Mich würde interessieren, wie die Sparkasse zum Beispiel einer Friseuse mit 4,50 Euro Stundenlohn erklärt, wie diese noch privat vorsorgen soll.

Und noch eine nette Rechnung. Bei einem Monatsbrutto von 1200 Euro und 45 Beitragsjahren kommt man auf unter 600 Euro Rente. Ein typischer Ost-Lohn hier im Landkreis. Wie soll man da privat vorsorgen? Arme Erika.

FAZIT: Wozu eine Vorsorge? Wenn man denn 67 wird reicht die Kohle eh grad bis zur Bemessungsgrenze. Da kann der Staat ruhig aufstocken. Das ist doch gewollt, das der Normalbürger arm bleibt. Passt schon.
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