Mo, 06:30 Uhr
26.08.2013
Atemberaubender Premiere
Katja Konschak und Georg Potrebitsch heißen die Sieger der ersten Austragung des ICAN Nordhausen Germany. Unter phrenetischem Beifall von etwa tausend Zuschauern erreichten sie als Erste das Nordhäuser Theater. Ein zusammenfassender Bericht von Johann Reinhardt...
Während Potrebitsch schon nach Schwimmen und Radfahren in Front lag, konnte Konschak sich erst auf den letzten Kilometern an der Zweiten Mareen Hufe vorbeischieben.
Bereits um 8:00 Uhr ging es für 150 Athleten aus weiten Teilen Europas und sieben Staffeln am Sonntag im Sundhäuser See los. Zu Beginn galt es 1,9 Kilometer zu Schwimmen, wobei Little Georg Potrebitsch bereits die Zeichen auf Angriff setzte. Er blieb dem gebürtigen Nordhäuser Spitzenschwimmer Robert Nüßle, der für die am Ende siegreiche Staffel vom Eldorado-Team startete, dicht auf den Fersen und riss so schon eine Lücke zum Leipziger Per Bittner.
Auf den 90 Radkilometern, bei denen die Athleten bereits einmal in Nordhausen am Theater vorbeifuhren und nach einer größeren 55 Kilometer Runde noch eine kleinere durch die Vorharzlandschaft fuhren, baute der gebürtige Russe sein Polster auf drei Minten aus. Das Rennen war aber noch keineswegs entschieden, denn Bittner zählt zu den stärksten Läufern im Triathlonzirkus. Dies bewies er auch in Nordhausen und verlangte Potrebitsch, der sich gemeinsam mit seinem Team um Timo Bracht in dessen Heimat auf das Rennen vorbereitete, am Ende alles ab.
Eine Minute an Vorsprung rettete Potrebitsch mit ins Ziel. Per kam Sekunde um Sekunde näher, schon nach der ersten der vier selektiven Laufrunden durch die Stadt waren meine Beine tot. Die Laufstrecke war unglaublich schwer es war brutal, so Potrebitsch, der sich nach dem Sieg in der Rolandstadt für die kommenden Aufgaben gewappnet sieht. Ebenfalls zufrieden zeigte sich Bittner im Ziel. Er befindet sich momentan in der Vorbereitung auf den Ironman Hawaii im Oktober - und kann in Anbetracht der gezeigten Leistung ebenfalls optimistisch auf das folgende Saisonhighlight schauen.
Auf dem Rad habe ich heute nicht soviel Druck auf die Pedale bekommen, dies konnte ich im Laufen leider nicht mehr komplett aufholen, erzählt Bittner. Einig sind sich beide aber in einem: Der ICAN Nordhausen Germany ist ein Rennen mit guter Perspektive in den kommenden Jahren. Die Landschaft hat mich an Mallorca im Frühling erinnert, auch die Zuschauer vor der Sparkasse und am Theater waren Spitze, so Little Georg weiter. Das Podest vervollständigte der Dresdner Rajko Sickert gefolgt von Martin Knape (EldoRADo Nordhausen), der somit auch bester Nordhäuser wurde. Neuer Thüringer Meister über die Mitteldistanz ist der Gesamt-Fünfte Stefan Buerge vom LTV Erfurt.
Noch spannender als bei den Herren ging es bei den Damen zu. Hier ging Lokalmatadorin Katja Konschak als Favoritin an den Start, musste sich aber vor Ironman Regensburg Siegerin Heidi Sessner und Hawaii-Starterin Mareen Hufe in Acht nehmen. Dabei kam die Schwimmspezialistin wie erwartet als Erste aus dem Wasser, hatte auf dem Rad aber zu kämpfen: Mental ging es mir zwischendurch schlecht, auch technische Probleme kamen noch dazu.
Als Dritte hinter Sessner und Hufe, die ihren Ruf als starke Radfahrerin wieder einmal gerecht wurde, ging es für Konschak dann auf die viermal zu laufende 5,5 Kilometer Strecke. Früh lief sie dann auf Platz zwei nach vorne, an den Sieg glaubte aufgrund der acht Minuten Rückstand auf Hufe beim zweiten Wechsel aber lange keiner. Doch Konschak, die auch schon beim Ironman 70.3 Berlin ein starkes Finish hinlegte und erst auf den letzten Metern Zweite wurde, stellte erneut ihre gute Form unter Beweis:
Angefeuert durch eine fantastische Kulisse auf der Laufstrecke insbesondere Rund um dem Theaterplatz lief die gebürtige Hallenserin auf den letzten Kilometern des Halbmarathons, für den sie nur 1:21 Stunden benötigte, noch an Hufe vorbei und gewann ihren Heimwettkampf, die Premiere des ICAN-Rennens in Nordhausen. Gleichzeitig wurde Konschak auch Thüringer Meisterin über die Halbdistanz.
Ein positives Fazit zog ebenfalls Organisator Ulrich Konschak: Das Rennen glich einer geschriebenen Dramaturgie. Die Stimmung war unglaublich wir von der Organisation sind rundum zufrieden. Dem schloss sich auch ICAN-Geschäftsführer Sunil Bhardwaj aus Spanien an. Er gab schon die hundertprozentige Zusage das Event auch in der Zukunft in Nordhausen auszurichten. Die Atmosphäre war unglaublich. Der Wettkampf wird in den nächsten Jahren noch weiter wachsen, so Bhardwaj, der bestrebt ist seine Serie auch in anderen Ländern weiter auszuweiten.
Georg Potrebitsch: Meine Taktik ist voll aufgegangen indem ich Per schon beim Schwimmen und Radfahren unter Druck setze. Trotzdem ist er nicht in Panik verfallen und hat sein Ding durchgezogen, davor habe ich Respekt.
Die Strecke war wirklich abartig so etwas habe ich noch nicht gesehen. Die erste Runde Laufen war wirklich ein Schock, meine Beine waren tot. Jede Runde kam Per näher und es wurden mir meine Verluste durchgegeben, am Ende hat es aber zum Glück knapp gereicht.
Mit meiner Leistung bin ich absolut glücklich und schaue nun gespannt auf die Challenge Almere in drei Wochen. Das Trainingslager zuvor mit dem Power Horse Triathlon Team um Timo Bracht, Jan Raphael und Horst Reichelt hat mir noch den letzten Reiz gegeben. Es hat mich noch mal nach vorne gebracht.
Per Bittner: Mein Fazit fällt auf jeden Fall positiv aus, da ich auch schon in der Hawaii-Vorbereitung bin. Ich bin zufrieden und weiß natürlich auch dass Georg Potrebitsch ein sehr starker Athlet ist. Beim Radfahren habe ich nicht ganz soviel Druck auf die Pedale draufbekommen, deshalb ist mir Georg etwas weiter als geplant weggefahren. Beim Laufen konnte ich zwar aufholen, ihm aber leider nicht mehr wirklich gefährlich werden.
Es ist super das ICAN nun in Deutschland und Nordhausen vertreten ist, das wertet das Rennen noch einmal auf. Stimmung im Zielbereich sowie die Organisation waren wirklich gut. Natürlich würde ich auch im nächsten Jahr gerne wiederkommen. Ich wollte gewinnen und da dies nun nicht geklappt hat werde ich es dann im nächsten Jahr nachholen.
Katja Konschak: Es war definitiv ein hartes Rennen. Dabei hatte ich auf der Radstrecke ein paar Probleme mit dem Fahrrad, das Hinterrad hat geschliffen hier lief es nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Dies hat mich auch moralisch vor eine Probe gestellt.
Die acht Minuten Rückstand nach dem Radfahren waren eigentlich aussichtslos, ich hätte nicht damit gerechnet dass noch aufzulaufen. Mitte der zweiten Runde war ich dann nur noch 3:30 Minuten hinter Mareen Hufe und habe mir erste Hoffnungen gemacht sie noch zu bekommen. Auf dem ersten Kilometer der letzten Runde hat es dann geklappt.
Die Stimmung im Ziel war super, auch auf der Radstrecke in Buchholz und einzelnen Ortschaften standen Zuschauer. Ich hätte mit das Rennen nicht besser vorstellen können.
Johann Reinhardt
Autor: redWährend Potrebitsch schon nach Schwimmen und Radfahren in Front lag, konnte Konschak sich erst auf den letzten Kilometern an der Zweiten Mareen Hufe vorbeischieben.
Bereits um 8:00 Uhr ging es für 150 Athleten aus weiten Teilen Europas und sieben Staffeln am Sonntag im Sundhäuser See los. Zu Beginn galt es 1,9 Kilometer zu Schwimmen, wobei Little Georg Potrebitsch bereits die Zeichen auf Angriff setzte. Er blieb dem gebürtigen Nordhäuser Spitzenschwimmer Robert Nüßle, der für die am Ende siegreiche Staffel vom Eldorado-Team startete, dicht auf den Fersen und riss so schon eine Lücke zum Leipziger Per Bittner.
Auf den 90 Radkilometern, bei denen die Athleten bereits einmal in Nordhausen am Theater vorbeifuhren und nach einer größeren 55 Kilometer Runde noch eine kleinere durch die Vorharzlandschaft fuhren, baute der gebürtige Russe sein Polster auf drei Minten aus. Das Rennen war aber noch keineswegs entschieden, denn Bittner zählt zu den stärksten Läufern im Triathlonzirkus. Dies bewies er auch in Nordhausen und verlangte Potrebitsch, der sich gemeinsam mit seinem Team um Timo Bracht in dessen Heimat auf das Rennen vorbereitete, am Ende alles ab.
Eine Minute an Vorsprung rettete Potrebitsch mit ins Ziel. Per kam Sekunde um Sekunde näher, schon nach der ersten der vier selektiven Laufrunden durch die Stadt waren meine Beine tot. Die Laufstrecke war unglaublich schwer es war brutal, so Potrebitsch, der sich nach dem Sieg in der Rolandstadt für die kommenden Aufgaben gewappnet sieht. Ebenfalls zufrieden zeigte sich Bittner im Ziel. Er befindet sich momentan in der Vorbereitung auf den Ironman Hawaii im Oktober - und kann in Anbetracht der gezeigten Leistung ebenfalls optimistisch auf das folgende Saisonhighlight schauen.
Auf dem Rad habe ich heute nicht soviel Druck auf die Pedale bekommen, dies konnte ich im Laufen leider nicht mehr komplett aufholen, erzählt Bittner. Einig sind sich beide aber in einem: Der ICAN Nordhausen Germany ist ein Rennen mit guter Perspektive in den kommenden Jahren. Die Landschaft hat mich an Mallorca im Frühling erinnert, auch die Zuschauer vor der Sparkasse und am Theater waren Spitze, so Little Georg weiter. Das Podest vervollständigte der Dresdner Rajko Sickert gefolgt von Martin Knape (EldoRADo Nordhausen), der somit auch bester Nordhäuser wurde. Neuer Thüringer Meister über die Mitteldistanz ist der Gesamt-Fünfte Stefan Buerge vom LTV Erfurt.
Noch spannender als bei den Herren ging es bei den Damen zu. Hier ging Lokalmatadorin Katja Konschak als Favoritin an den Start, musste sich aber vor Ironman Regensburg Siegerin Heidi Sessner und Hawaii-Starterin Mareen Hufe in Acht nehmen. Dabei kam die Schwimmspezialistin wie erwartet als Erste aus dem Wasser, hatte auf dem Rad aber zu kämpfen: Mental ging es mir zwischendurch schlecht, auch technische Probleme kamen noch dazu.
Als Dritte hinter Sessner und Hufe, die ihren Ruf als starke Radfahrerin wieder einmal gerecht wurde, ging es für Konschak dann auf die viermal zu laufende 5,5 Kilometer Strecke. Früh lief sie dann auf Platz zwei nach vorne, an den Sieg glaubte aufgrund der acht Minuten Rückstand auf Hufe beim zweiten Wechsel aber lange keiner. Doch Konschak, die auch schon beim Ironman 70.3 Berlin ein starkes Finish hinlegte und erst auf den letzten Metern Zweite wurde, stellte erneut ihre gute Form unter Beweis:
Angefeuert durch eine fantastische Kulisse auf der Laufstrecke insbesondere Rund um dem Theaterplatz lief die gebürtige Hallenserin auf den letzten Kilometern des Halbmarathons, für den sie nur 1:21 Stunden benötigte, noch an Hufe vorbei und gewann ihren Heimwettkampf, die Premiere des ICAN-Rennens in Nordhausen. Gleichzeitig wurde Konschak auch Thüringer Meisterin über die Halbdistanz.
Ein positives Fazit zog ebenfalls Organisator Ulrich Konschak: Das Rennen glich einer geschriebenen Dramaturgie. Die Stimmung war unglaublich wir von der Organisation sind rundum zufrieden. Dem schloss sich auch ICAN-Geschäftsführer Sunil Bhardwaj aus Spanien an. Er gab schon die hundertprozentige Zusage das Event auch in der Zukunft in Nordhausen auszurichten. Die Atmosphäre war unglaublich. Der Wettkampf wird in den nächsten Jahren noch weiter wachsen, so Bhardwaj, der bestrebt ist seine Serie auch in anderen Ländern weiter auszuweiten.
Georg Potrebitsch: Meine Taktik ist voll aufgegangen indem ich Per schon beim Schwimmen und Radfahren unter Druck setze. Trotzdem ist er nicht in Panik verfallen und hat sein Ding durchgezogen, davor habe ich Respekt.
Die Strecke war wirklich abartig so etwas habe ich noch nicht gesehen. Die erste Runde Laufen war wirklich ein Schock, meine Beine waren tot. Jede Runde kam Per näher und es wurden mir meine Verluste durchgegeben, am Ende hat es aber zum Glück knapp gereicht.
Mit meiner Leistung bin ich absolut glücklich und schaue nun gespannt auf die Challenge Almere in drei Wochen. Das Trainingslager zuvor mit dem Power Horse Triathlon Team um Timo Bracht, Jan Raphael und Horst Reichelt hat mir noch den letzten Reiz gegeben. Es hat mich noch mal nach vorne gebracht.
Per Bittner: Mein Fazit fällt auf jeden Fall positiv aus, da ich auch schon in der Hawaii-Vorbereitung bin. Ich bin zufrieden und weiß natürlich auch dass Georg Potrebitsch ein sehr starker Athlet ist. Beim Radfahren habe ich nicht ganz soviel Druck auf die Pedale draufbekommen, deshalb ist mir Georg etwas weiter als geplant weggefahren. Beim Laufen konnte ich zwar aufholen, ihm aber leider nicht mehr wirklich gefährlich werden.
Es ist super das ICAN nun in Deutschland und Nordhausen vertreten ist, das wertet das Rennen noch einmal auf. Stimmung im Zielbereich sowie die Organisation waren wirklich gut. Natürlich würde ich auch im nächsten Jahr gerne wiederkommen. Ich wollte gewinnen und da dies nun nicht geklappt hat werde ich es dann im nächsten Jahr nachholen.
Katja Konschak: Es war definitiv ein hartes Rennen. Dabei hatte ich auf der Radstrecke ein paar Probleme mit dem Fahrrad, das Hinterrad hat geschliffen hier lief es nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Dies hat mich auch moralisch vor eine Probe gestellt.
Die acht Minuten Rückstand nach dem Radfahren waren eigentlich aussichtslos, ich hätte nicht damit gerechnet dass noch aufzulaufen. Mitte der zweiten Runde war ich dann nur noch 3:30 Minuten hinter Mareen Hufe und habe mir erste Hoffnungen gemacht sie noch zu bekommen. Auf dem ersten Kilometer der letzten Runde hat es dann geklappt.
Die Stimmung im Ziel war super, auch auf der Radstrecke in Buchholz und einzelnen Ortschaften standen Zuschauer. Ich hätte mit das Rennen nicht besser vorstellen können.
Johann Reinhardt



