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So, 09:33 Uhr
21.07.2013

Noch ein Brief an Lieberknecht

Die Diskussion um den Standort der Biomethan-Anlage in Bielen geht weiter. Jetzt hat ein weiterer betroffener Bürger einen offenen Brief an Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht geschrieben...



Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht,

mit diesem Offenen Brief an Sie möchte ich Ihre Aufmerksamkeit lenken auf ein Problem Biomethangasanlagen (BMA) betreffend.

In Nordhausen OT Bielen, Alte Leipziger Straße, ist eine solche Anlage geplant, zu deren Errichtung mit Stadtratsbeschluss vom 27.03.2013 die EVN-Biogas GmbH Nordhausen gegründet wurde.

Gegen diese BMA in der Nähe von Wohnbebauungen hat sich Mitte 2012 eine Bürgerinitiative gegründet, die von Anfang an ihre Bedenken gegen solche Standorte vorgetragen hat. Ihre Forderung der rechtzeitigen Einbindung in die Standortfindung wurde stets durch die Stadtverwaltung, dem OB Herrn Dr. Zeh, mit der fadenscheinigen Begründung „Betriebsinterna“ abgelehnt.

Weder die Erfahrungen des „Runden Tisches“ noch von „Stuttgart 21“ wurden genutzt und damit Konfliktpotenzial immer weiter aufgebaut anstatt abgebaut. Auch die von der BI der Stadtverwaltung übergebenen über 3000 Unterschriften von Bürgern gegen die Errichtung einer BMA in der Nähe von Wohnbebauungen im Stadtgebiet Nordhausen wurden ignoriert.

Zur Situation:
Die betreffenden Wohnbebauungen liegen in folgender Entfernung vom geplanten Standort der BMA,
  • Wohn- und Geschäftshaus „Bowling-Center“ mit Biergarten, Alte Leipziger Str. 59,
  • ca. 70 m
  • Wohn- und Geschäftshaus „Reifen-Rüdiger“, Alte Leipziger Str. 49, ca. 200 m
  • Wohnhaus Fam. Gerlach, Alte Leipziger Str. 83, ca. 120 m
  • Wohnhaus Fam. Manfred Hildebrandt, Alte Leipziger Str. 87, ca. 150 m
  • Wohnhaus und Pension (37 Betten in 3 Häusern mit Grillplatz), Fam. Hagen Hildebrandt, Nordhäuser Str. 37, ca. 200-250 m
  • Wohnhaus Fam. Franetzki, Nordhäuser Str. 35, ca. 250 m
  • Wohnhaus Fam. Hoffmann, Nordhäuser Str. 31, ca. 250 m
Welches Gefahrenpotenzial von dieser BMA für die Anwohner, Touristen und die Umwelt ausgeht belegt beiliegende Aufstellung (6 Seiten) über 85 Störfälle in Biogasanlagen ab 2010 in Deutschland, davon 46 Brände und Explosionen.

Diese Störfälle stellen ein hohes nicht zu verantwortendes Risiko dar für unsere Familien und die vielen Benutzer des parallel zur Anlage in geringem Abstand (ca. 30 m) führenden viel genutzten Rad- und Wanderweges Alte Leipziger Straße.

Unfälle in Biomethangasanlagen sind also keine Seltenheit!

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BimSchG) werden wir als betroffene Bürger unsere Einwände, u.a. auch gegen diesen Standort, geltend machen. Zweck dieses Gesetzes ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen des Bodens, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen.

Meines Wissens gibt es in diesem BimSchG keine eindeutige verbindliche Festlegung des Abstandes solcher BMA zur Wohnbebauung.

Am 13.07.2013 stand in einer Zeitung unter Abstandsgebot für Windräder ist zu lesen, Zitat: „Sven Morlok, Sachsens Wirtschaftsminister, hat einen Erlass unterzeichnet, demzufolge neue Windkrafträder künftig nur in einem Abstand von mindestens 1000 m zu Wohngebäuden errichtet werden dürfen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gilt der Erlass ab sofort. Die Planungsverbände seien bereits informiert worden.“

Was in Bezug auf das Abstandgebot für ungefährliche Windräder in Sachsen möglich ist, sollte doch auch für die viel gefährlicheren BMA in Thüringen möglich sein und ist dringend erforderlich.

Werte Frau Ministerpräsidentin, ich bitte Sie, aus den genannten Gründen für Thüringen durch einen Erlass ab sofort den Abstand von BMA zur Wohnbebauung von mindestens 800 m festzulegen und die Planungsverbände entsprechend zu informieren.

Im Übrigen: Alternative Standorte, die das Abstandsgebot einhalten, sind für die Errichtung der BMA durch die EVN-Biogas GmbH Nordhausen vorhanden, z. B. das z.Z. in der Erschließung befindliche Industriegebiet „Goldene Aue“.

Für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Sache bedanke ich mich und hoffe auf Ihre Unterstützung im Kampf gegen diesen Wahnsinn der Errichtung von Biomethangasanlagen in der Nähe von Wohnbebauungen.

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hildebrandt
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Stadtbürger
21.07.2013, 10:18 Uhr
das pamphlet strotz vor halbwahrheiten
meinungsfreiheit ist eines der höchsten güter unserer gesellschaftsordnung. es ist wichtig, dass jeder bürger die möglichkeit hat sich zu äußern. wenn ich jedoch dieses pamphlet hier lese, kocht mir die galle hoch.

hier wird die wahrheit so lange verbogen, bis sie gar nicht mehr erkennbar ist. unser oberbürgermeister ist niemals einer diskussion "mit fadenscheinigen begründungen" aus dem weg gegangen. ich habe herrn dr. zeh als einen menschen kennen gelernt, der immer ein offenes ohr hat und gern ein thema ausgiebig diskutiert.

das problem dieser BI ist ganz einfach, dass sie wie kleine trotzige kinder reagieren, wenn sie nicht umgehend das bekommen was sie wollen. man ist nicht bereit gesetzmäßigkeiten zu akzeptieren (z. b. die thüringer kommunalordnung) oder lügt die menschen eiskalt an - jetzt sogar die MPin.

die oft genannte unterschriftssammlung strotz vor doppelungen und touristen. die sammlung wurde so veranstaltet, dass man im stile einer sekte oder als anwerber für gewisse ehemalige sicherheitsorgane der ddr agierte - habe ich selber so erlebt!

und nochmal zum mitmeißeln: im industriegebiet kann die anlage nicht gebaut werden, da die erforderliche mitteldruckleitung fehlt! ich weiß nicht wie oft dass in diesem medium schon geschrieben wurde. entweder man interessiert sich nur für sich selbst seitens der BI und liest nicht die argumente der anderen seite, oder man belügt die öffentlichkeit absichtlich. man hat bei der BI manchmal den eindruck, dass hier ein sekretär für agit/prop tätig ist bzw. über entsprechende erfahrung verfügt.

lasst uns einfach die bürger unserer stadt über den bau und standort dieser anlage abstimmen - so wie bei stuttgart21. hat die BI hier ja auch schon mal gefordert. allerdings müssen natürlich ALLE einwohner abstimmen, da es sich ja auf das gesamte stadtvolk auswirkt, wenn die anlage scheinbar wirklich so gefährlich ist wie ein AKW.

aber letztendlich wird sich frau lieberknecht hier definitiv nicht einmischen und das ding wird gebaut. in zwei jahren interessiert sich keine sau mehr für das thema. das ist halt so in unserer heutigen zeit der schnellen medien. ich selber kann das thema echt nicht mehr hören. und mir geht es nicht allein so. viele menschen dieser stadt denken so.

und an alle kommentatoren, die mich jetzt belehren, beleidigen und in der luft zerreißen wollen: bitte bedenkt, es gibt das recht auf meinungsäußerung - aber nicht die pflicht dazu.
BGE- Pirat
21.07.2013, 13:32 Uhr
warum lassen wir es nicht sein
Ich kann es nicht verstehen, Die BMA ist so knapp berechnet , das sie vieleicht
keinen Gewinn abwirft .
Es ist umstritten wo und wie der viele Mais dafür angebaut werden soll.
Viele neue Arbeitsplätze bringt die Anlage auch nicht.
Und wenn die Bürger abstimmen dürften !!!!!
würde die Mehrheit NEIN dazu sagen.

Warum lassen wir es nicht einfach sein ???
mfg Heiko
Boris Weißtal
21.07.2013, 14:57 Uhr
@Stadtbürger
Respekt!
Besser kann man es kaum ausdrücken. Auch mit den Vermutungen zur Berufserfahrung mancher BI-ler liegen Sie evtl. gar nicht so weit neben der Realität.

Indes können Sie ein Umdenken von gewissen Leuten partout nicht erwarten. Eher friert die Hölle zu, als dass die zur Vernunft kommen.
RWE
21.07.2013, 20:00 Uhr
Ja, warum lassen "wir" es nicht sein?
Aber-"DIE" fragen UNS Bürger nicht. Warum nicht einen Volksentscheid? Müßte natürlich an die Bundestagswahl gekoppelt sein. Allein der Umfrage wegen kämen keine 30 Wahlbeteiligung zusammen.
Sicher hat man Angst vor einer möglichen
Schlappe.
Retupmoc
22.07.2013, 09:20 Uhr
Unsinn
Sorry Herr Hildebrandt - dieser Brief ist Unsinn. Nicht weil Weißtal und Stadtbürger als Herrscher der Stadt dagegen sind, sondern weil Frau Lieberkencht dem Duo Zeh/Junker NIEMALS in den Rücken fällt. Die christlichen Politiker lassen halt lieber Kinder verhungern, in dem man mögliches Essen verbrennt. Und über Meterzahlen zu Grundstücken diskutieren die auch nicht, oder glauben Sie das die Lieberknecht ihr Haus in der Nähe einer solchen Anlage baut?
Pe_rle
22.07.2013, 12:39 Uhr
Zeh/Lieberknecht
keiner hier glaubt das die sich gegenseitig weh tun.
Aber ich würde mal darüber nachdenken ,ob solch eine Anlage gebaut würde ,wenn die "Verursacher " danach für den entstandenen Schaden und die Veruntreuung von Steuergeldern, haftbar aus Ihrem Privatvermögen zahlen müßten.
Das Gesetz dafür müßte sofort beschlossen werden und in Kraft treten.
Thomas Fichtner
22.07.2013, 17:42 Uhr
Na, da reagiert jemand panisch!
Das der Stadtbürger da so tief in die Kiste greift und aus der vermeintlichen Anonymität heraus versucht, Leute mit allerlei Dreck zu bewerfen und hanebüchene Unterstellungen abläßt um das Engagement der BI auch nur irgendwie zu diskreditieren...

Übrigens, selbst wenn was Sie da behaupten auch nur minimal wahr wäre: In Zeiten wo Deutschland Leute ins Ausland fliegt und dort auf mehr oder weniger geheimen Militärbasen foltern läßt, wo seine Soldaten hunderte Zivilisten mit Bombenabwürfen umbringen, sich an mehr als nur einer handvoll militärischer Konflikte intensiv beteiligt und als Gehilfe oder Partner der NSA locker mal 1 Millionen (!) mal mehr Daten im Jahr sammelt als die Stasi in 40 Jahren insgesamt - kann man mit solchen Vorwürfen nicht mal mehr einen Blumentopf gewinnen!

Aber naja, Verzweiflungstaten halt - klammert man sich bekanntlich an jeden Strohhalm...
98maschr
22.07.2013, 18:12 Uhr
@Fichtner
Schönes Eigentor, auch wenn Sie das niemals realisieren werden :)
Ansonsten kann ich mich Stadtbürger nur anschließen - *daumenhoch*
Thomas Fichtner
23.07.2013, 02:41 Uhr
Noch so eine Sockenpuppe
die sich nur anonym raustraut...

Übrigens, auch wenn ich nicht jeden, der sich in der BI oder unabhängig davon gegen dieses (oder andere) Sinnlos-Projekt engagiert, persönlich kenne, bin ich absolut glücklich darüber, dass diese Bürger ihre Bürgerrechte nutzen und für ihre Überzeugungen und Interessen eintreten.

SIE sind nämlich der Souverän - dessen sind sich die Leute leider nur viel zu selten bewusst!

Das ist nämlich wirklich gelebte Freiheit und Demokratie!

Nicht so etwas wie die Nordhäuser Lokalpolitik, mit all ihren Absprachen, Personenrecycling und Postengeschachere, wo u.a. einige ehemalige 110%ige, z.B. aus den Blockparteien, auf FDGO machen und offenbar vergessen haben, neben wem sie damals auf der Parteischule saßen, oder das andere die in ehemals "strategisch wichtigen" Betrieben so "wichtige" Posten hatten, dass sie wegen der ständigen Gefahr des unerwarteten Auftauchen des Klassenfeindes 'ne Makarov in der Schublade ihres Schreibtisches liegen haben durften - und auch hatten...

Glaube Sie mal nicht das in der Stadt hier alle die Hose mit der Kneifzange zu machen, alle an Amnesie leiden und es niemandem aufstößt was hier regelmäßig so läuft, siehe erst neulich Aktion Nüßle...

Es ist nämlich einiges faul in diesem Staate Dänemark! Und DAS wird sich der Bürger nicht mehr lange gefallen lassen!
NDHler
23.07.2013, 08:42 Uhr
Na da teilt aber einer kräftig aus!
Herr Fichtner, warum fangen sie nicht einfach mal in ihrer eignen Partei an? Die Linke steckt doch mitten drin im Nordhäuser Klüngel!
m.f.G.
Ihre anonyme Sockenpuppe NDHler
-----7
23.07.2013, 12:26 Uhr
Anonymität ...
... sollte man bei diesem Thema meiner Meinung nach unterbinden. Hier hätte eigentlich der obligatorische Satz "Antworten nur mit Klarnamen" stehen sollen. Auch wurde hier schon erwähnt, dass man Nicknamen mit Verwechslungsgefahr unterlassen sollte. Nennt sich ein Kommentator "Stadtbürger" liegt so eine Verwechslung vor, denn auch ich bin ein Stadtbürger in Nordhausen, aber ich teile die Meinung dieses "Stadtbürgers" keinesfalls. Da aus diesem Nicknamen weder Singular, noch Plural erkennbar ist, könnte dieser stellvertretend für ALLE Statdbürger (denn Plural = die Stadtbürger) stehen, was aber nicht der Fall ist.

Ein Zitat von dem Kommentator "Stadtbürger": Z.A."hier wird die wahrheit so lange verbogen, bis sie gar nicht mehr erkennbar ist."Z.E. - Meinen Sie, einige Politiker machen das nicht auch so? Sie verdrehen ihre Lügen, bis sie wahr klingen und dann glauben sie sogar selber daran. Nun zitiere ich mal den indischen Dramatiker, Schriftsteller und Nobelpreisträger Georg Bernard Shaw: " Für einen Politiker ist es gefährlich, die Wahrheit zu sagen. Die Leute könnten sich daran gewöhnen, die Wahrheit hören zu wollen." - da steckt auch viel Sinn drin. Und dass Politik auch einige Bürger zu Lügnern gemacht hat, sehen wir ja bei der Einkommenssteuer.

Noch ein Zitat von Ihnen Herr "Stadtbürger" - Z.A." man hat bei der BI manchmal den eindruck, dass hier ein sekretär für agit/prop tätig ist bzw. über entsprechende erfahrung verfügt." Z.E. - Diesen Eindruck habe ich allerdings bei manchen Kommentatoren hier auch. Hinter manchen Nicknamen könnten doch auch Angestellte des Rathauses sitzen? Die Betonung liegt auf "könnte". Wer seine Meinung kund tun möchte, sollte das auch in seinem Namen tun, wenn er möchte, dass diese Meinung auch akzeptiert wird.

Dass die BI im Stil einer Sekte durchgeführt worden sein soll, kann ich nicht behaupten. Ich wäre ein Lügner, wenn ich sagen würde, ich hätte nicht aus Eigennutz unterschrieben, denn als Himmelgarten noch als Standort im Gespräch war, war das mein erster Beweggrund, zu unterschreiben. Allerdings kamen dann immer mehr Argumente, die ich auch größtenteils hier bekam,hinzu, gegen die Anlage zu sein.
Franz Tabak
23.07.2013, 15:07 Uhr
Biogas
Zuerst einmal möchte ich sagen, dass Herr Fichtner grundsätzlich recht hat.

Im gleichem Atemzug muss ich Herrn Fichtner dennoch etwas fragen: Sie als LINKER, der von sog. "Roten Socken" redet, sollte doch lieber einmal in der eigenen Partei aufräumen, oder?

Zudem möchte ich noch, sagen das ein "Stadtbürger" auch nicht unbedingt meine Meinung vertritt!
Thomas Fichtner
23.07.2013, 17:11 Uhr
Da widerspreche ich nicht.
Die Verstrickung ALLER hier etablierten Parteien ist mehr als nur unanständig!
Aber leider kann man sich da auf den Kopf stellen, alleine ändert man da nichts und reformieren ist meiner Meinung nach dabei zwecklos - es hilft nur ein Neuanfang und absolutes offenlegen aller Vorstandsposten und verklüngelter Interessenlagen.

Wohl auch einer der Gründe weswegen ich mich aus der Arbeit massiv zurückgezogen habe. Ursächlich ist dafür vor allem das bekannte Stadtratssitzungsmanöver mit absolut unakzeptablem Verhalten gegenüber den Interessen der anwesenden Bürger durch 2 "GenossInnen", dass für mich das Maß vollmachte und vielen Leuten, teils Stammwählern, so massiv vor den Kopf stieß, das sie dies vielleicht nie mehr sein werden.
Alex Gösel
23.07.2013, 18:29 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrags
ElKommentatore
23.07.2013, 20:52 Uhr
Demokratie und Freiheit
Dem Grundtenor von Stadtbürger kann ich nur zustimmen. Es ist wirklich erschreckend zu sehen, welch Demokratieverständnis verschiedene Leute hier haben.

Da ist man der Meinung, mit Gründung einer Bürgerinitiative und der Sammlung einer größeren Anzahl an Unterschriften sowie etwas medialer Aufmerksamkeit hätte man plötzlich eine demokratisch legitime Mehrheit hinter sich. Das sowas durchaus an der Realität vorbei gehen kann, hat man doch in Stuttgart gesehen.

Wie man sich dann zu solchen Aussagen wie "Und wenn die Bürger abstimmen dürften !!!!!würde die Mehrheit NEIN dazu sagen." oder "Aber-"DIE" fragen UNS Bürger nicht.[...]Sicher hat man Angst vor einer möglichen Schlappe." hinreißen lassen kann, ist mir echt ein Rätsel. Solche Leute würden sich sicher auch mit 3% Stimmen zur absoluten Mehrheit erklären lassen. Und soetwas dann noch als "ehrenwerte Wahrnehmung der Bürgerrechte" zu deklarien ... nunja, hat schon ein Geschmäckle.

Genauso bedenklich finde ich, durchaus konkrete Aussagen pauschal als "Dreck aus der Anonymität heraus" zu bezeichnen und für den Fall der Richtigkeit dieser Aussagen dann gleich noch die große "Weltpolitikskeule" zu schwingen, die nun absolut gar nichts mit dem Thema zu tun hat, um damit den Aussagen eine Art Bedeutungslosigkeit zukommen zu lassen. "In Zeiten wo Deutschland Leute ins Ausland fliegt und dort auf mehr oder weniger geheimen Militärbasen foltern läßt, ..." kann uns eine Biogasanlage doch eigentlich auch sch...egal sein.

Noch ein Wort an die Verfechter von Klarnamen: Ich vermute Sie haben das Internet sowie dessen Erfolg nicht verstanden und werden es wohl auch trotz aktuell medial ausgiebig aufbereiteter Affären nicht verstehen. Die Erfahrungen aus einem System, welches hier auch häufig für Vergleiche herangezogen wurde, tragen dazu wohl ebenso nicht bei. Aber wenn man zu bestimmten Aussagen sachlich nicht argumentieren kann, dann greift man halt den Verfasser an. Nur zu ...
Retupmoc
24.07.2013, 09:57 Uhr
Na dann, liebe Diener des Herren,
vornehmlich Stadtbürger und Weisstal... dann strengen Sie doch mal bei Ihrem geliebten Stadtrat und dem OB mal eine Abstimmung zur Biogasanlage an. Jeder Nordhäuser über 16 Jahren hat eine Stimme. Einfache Mehrheit zählt. Und dann schauen wir einmal, wer dann die Mehrheit hat. Und die Entscheidung der Mehrheit gilt.

Mist nur, das es in Deutschland keine Volksabstimmungen gibt. Hier regiert das Kapital, die Banken und das Unternehmertum. Und das nennt man dann Demokratie. Eine Ausbeutungsgesellschaft ist das. Aber auch wenn Briefe an die Grande Dame der CDU Thüringens nichts bewirken - die BI wird nicht aufgeben. Und wissen Sie, was ich Ihnen Weisstal und Stadtbürger und Co. wünache? Das das Teil gebaut wird und dann bald in die Luft fliegt. Mal sehen, ob Sie dann hier noch ihre Sprüche von den tollen Essenverbrennungsanlagen loswerden.
RWE
24.07.2013, 10:26 Uhr
@ElKommentatore
"Solche Leute würden sich sicher auch mit 3% Stimmen zur absoluten Mehrheit erklären lassen." Wie kommen Sie darauf? Das ist eine Unterstellung. Und der Vergleich zu S21 hinkt. Das war politisches Kälkül damit die Grünen einen MP stellen. Da waren auch Berufsdemonstranten vor Ort. Ich einen Punkt haben Sie recht. Wir leben in der Provinz in einen unbedeutenden Bundesland. Da können wir die große Weltpolitik herauslassen.

Ich habe keine Ahnung wie eine Abstimmung ausgehen würde. Gegen die Anlage sind neben den Bewohnern in Ost und Bielen und ein paar Weltverbesseren nicht mehr viele.(Ich solidarisiere mich mit den Anwohnern)
Ausdrücklich dafür sind aber auch nur die Stadt und ein paar naive Lokalpatrioten, die meinen wir müßten alles bauen nur weil es möglich ist. So ist jedenfalls meine Wahrnehmung und ich glaube die Moblisierungsqoute bei den Gegner wäre ungleich höher als bei den Befürwortern.
ElKommentatore
24.07.2013, 15:20 Uhr
@RWE
Richtig, meine Aussage war eine Unterstellung. Genau wie es die Art und Weise der hitzigen Kommentatoren hier ist, mit ihrer Unterstellung, dass die Mehrheit gegen diese Anlage ist.

Ob man in Stuttgart jetzt mehr oder weniger politisches Kalkül vermuten muss ist sicher auch strittig. Ich denke an allen Fronten wird mit den selben Mitteln gekämpft. Auch die "Berufsdemonstranten" wird es wohl bei jeder Fraktion und bei jedem Thema geben.

Wichtig ist jedoch, dass die Argumente beider Seiten sachlich vorgetragen werden und gewissen Ansprüchen genügen um damit den nicht-vollzeit-interessierten Bürgen eine gute Meinungsbildung zu ermöglichen. Polemisches Gezerre sowie emotionale Ausbrüche in die eine wie die andere Richtung sind da wohl eher kontraproduktiv und nicht beteiligungsfördernd.

Dass die unmittelbaren Anwohner Bedenken haben, kann ich durchaus nachvollziehen. Die bisherigen Ansätze jedoch, alles erstmal komplett abzulehnen bzw. einfach auf andere Standorte zu verweisen halte ich da auch nicht gerade für konstruktiv. Schaut man sich die bisherigen Störfälle an, so ist wohl bisher nirgends eine unmittelbare Gefahr für Anwohner entstanden. Die Störfälle waren hauptsächlich Unfälle/Verpuffungen/Brände in den Anlagen sowie ausgetretene Substrate mit entsprechenden Umweltschäden. Erstere ereigneten sich unabhängig vom Standort, letztere würden wohl auch bei den hier diskutierten Standortalternativen gleiche Schäden verursachen. Eine erhöhte Gefährdung abhängig vom Standort kann ich aus der puren Anzahl der Störfälle also nicht ableiten. Fragen sie alternativ mal bei diversen Betrieben wie bspw. EATON nach der Häufigkeit von Störfällen (bspw. Feueralarme) und dann schauen sie sich deren Lage mitten in der Stadt an ...

Ich denke es gäbe durchaus konstruktivere Ansatzpunkte für die Gegner bzw. Bedenkenträger. Bspw. könnte man sich eher über sinnvolle Verkehrskonzepte zwecks Rohstoffanlieferung oder aber zusätzliche Sicherheitssysteme in der Anlage selbst mal Gedanken machen, anstelle ganze Projekte per se abzulehnen.

Dass in Nordhausen viel gebaut wird ist richtig. Aber schaut man sich mal an, was gebaut wird, so sind das in der Vergangenheit eher öffentlich finanzierte Denkmäler gewesen. Eine sinnvolle und nachhaltige Ansiedlung von Wirtschaft/Industrie hat man in den vergangenen Jahrzehnten jedoch ziemlich verpennt. Aus diesem Grund halte ich selbst Investitionen in scheinbar wirtschaftlich fragwürdige Projekte noch sinnvoller als Investitionen in Denkmäler ohne jeden wirtschaftlichen Bezug.
RWE
25.07.2013, 00:55 Uhr
Zu später Stunde möchte ich Ihnen antworten
ELKommentatore.
Sie wundern sich über hitzige Kommentare?
Da helfen Reden wie die von Herrn Junker wenig um für Entspannung zu sorgen.
S21: Ich sage es mal so: Überall wo "revoluzzert" wird sind die Grünen nicht weit. Und vergleichbares gibt es in NDH nicht. Am ehsten die KuBio.

Aber es stimmt schon-auch hier werden Säue durchs Dorf getrieben. Die einen haben Angst vor Monokulturen und wollen eigentlich ihr Wonumfeld schützen. Die anderen sagen Klimaschutz und Energiewende und wollen abkasssieren. Die Frage ist, ob man kleinen Leuten oder von UNSEREN Steuergeldern bezahlten Volksvertretern solche Unaufrichtgkeiten eher verzeihen kann.

Mag sein daß es bei Eaton oft brennt. Ich mag auch nicht beurteilen, ob es gefährlicher ist neben einen Autozulieferer oder einen Kraftwerk zu leben. Beide beinträchtigen aber die Lebensqualität. Und daß allein ist Grund genug solche Gewerke nicht in die Nähe von Wohnraum zu bauen. Die Bewohnen in der Bleicheröder Straße waren schon immer umzingelt von der IFA, Bahndamm, Apperatebau und Eaton. Die kennen es nicht anders bzw. haben gewußt worauf sie sich einlassen. Anders die Eigenheimbesitzer in Himmelgarten, Neu-Ost oder Bielen. Hier bekommt man ein so ein Schmuckstück vor die Tür gesetzt. Und Geruchs-und Lärmbelästigungen werden auch die Mieter in Ost zu spüren bekommen.Und wenn wirklich doch einmal Gülle verwendet werden sollte...

Wenn DIE von der Stadt oder der EVN etwas wollen, sollen sie auch zahlen.
-man kann die notwendige Leitung in die Goldene Aue oder an die Darre legen und dort bauen
-man den unmittelbar Betroffenen großzügig abfinden und allen Bewohnern in einen gewissen Umkreis (vielleicht 1 Km?) bei den Energiepreisen entgegenkommen (mit Speck fängt man Mäuse und man hält Kunden)
und wenn DIE nicht diesen Anstand aufbringen kann man das ganze auch sein lassen.
Nicht vergessen: Die EVN mutet vielen Bürgern etwas zu und nicht umgekehrt.
Und bis dahin können DIE von der Stadt und der EVN mir den Buckel runterrutschen. Sorry.
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