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Sa, 09:14 Uhr
29.06.2013

Keine Behandlung?

Etwa ein Fünftel der getesteten Fachärzte lehnt akut Kranke ab. Doch die meisten Praxen helfen egal ob Privat- und Kassenpatienten anfragen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test, für die sie Testanrufe bei 60 Facharztpraxen durchgeführt hat...


Geschulte Tester riefen bei 30 Orthopäden und 30 Gynäkologen in zehn bundesweit gestreuten Städten an, darunter Augsburg und Düsseldorf, Jena und Leipzig. Jede Praxis wurde zweimal kontaktiert. Dabei sollten sich die Testpersonen aber nur auf Nachfrage einmal als Privat- und einmal als Kassenpatient ausgeben. Bei Anrufen schilderten sie Symptome für verschiedene akute Beschwerden. Dabei ging es etwa um einen möglichen Bandscheibenvorfall mit Zeichen einer Beinlähmung oder eine Blasenentzündung. Bei allen Fällen bestand ein dringender Behandlungsbedarf.

Das sah ein Großteil der Arztpraxen auch ein und vergab einen schnellen Termin, meist noch am selben Tag. Einige Praxen, die keinen Termin vergaben, verwiesen zumindest auf einen Kollegen, an den sich der Patient wenden konnte. Doch etwa ein Fünftel der Arztpraxen lehnte die Patienten aufgrund von Überfüllung ab oder vergab viel zu späte Termine und nannte keine Alternative. Ärzte dürfen Patienten zwar wegen Überlastung abweisen, wenn sie jedoch einen Notfall nicht versorgen, machen sie sich strafbar. Ob ein solcher vorliegt, lässt sich nun einmal am besten durch eine persönliche Untersuchung abklären.

Egal ob die Praxen Patienten abwiesen oder schnelle Termine vergaben sie fragten so gut wie nie nach dem Versichertenstatus. In akuten Fällen scheinen Fachärzte also keinen Unterschied zwischen Privat- und Kassenpatienten zu machen. Dagegen werden Kassenpatienten bei längerfristigen Terminen früheren Untersuchungen zufolge durchaus benachteiligt.

Der ausführliche Test Fachärzte erscheint in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 28.06.2013 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/thema/aerzte abrufbar.
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