Mo, 11:53 Uhr
24.06.2013
Begutachten
In Neustadt, dem beschaulichen Luftkurort unterhalb der Burg Hohnstein, herrscht heute emsiges Treiben. Der Ort scheint noch schmucker als sonst. Kein Wunder, denn heute schreitet eine Jury durch das Südharzdorf...
Die Juroren wollen sich einen Überblick verschaffen, schließlich hat sich Neustadt als Thüringer Sieger innerhalb des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" für den Bundeswettbewerb qualifiziert.
Es ist kurz vor 11 Uhr, an einem Mast muss der Gemeindearbeiter noch schnell ein aufgemaltes Hakenkreuz abwischen, mit dem Unverbesserliche die Gäste begrüßen wollten. Dann rollt der Reisebus auf den Parkplatz. Begrüßung, Händeschütteln, auch Landrätin und Stellvertreterin sind pünktlich angekommen.
Nun geht es zur ersten Station, zur Gaststätte Herrenwiese, wo noch einmal begrüßt wird. Passend vor Ort ist auch eine Kindergartengruppe in Kostümen. Auch die Feuerwehrautos wurden extra aus dem Depot geschoben.
Neustadt ist der erste Ort aus dem Landkreis Nordhausen, der es bis in das Finale von Unser Dorf hat Zukunft auf Bundesebene geschafft hat. Drei Stunden lang wird die Jury Neustadt erkunden. Und da haben wir einiges vorzuzeigen. So haben wir beispielsweise vor zwei Jahren unser Waldbad mit viel ehrenamtlichem Engagement saniert und jetzt ist das Kinderplanschbecken dran, das zu einem Wasserspielplatz umgebaut wird. Auch dabei unterstützen uns wieder Vereine, finanziell und mit ihrer Mannkraft, sagt Dirk Erfurt, der Bürgermeister.
Außerdem wollen wir einen Familienverein gründen und den Bolzplatz zu einer Sport- und Freizeitanlage ausbauen, die wir im Sommer und im Winter nutzen können. All dies passt zu den Zielen des Dorfwettbewerbs. Denn hier geht es darum, wie sehr die Einwohner in das dörfliche Leben, die Gemeinschaft und auch die Weiterentwicklung des Ortes eingebunden sind, wie es also um das bürgerschaftliche Engagement bestellt ist, wie die Pläne für die Zukunft aussehen, ob dabei alle Generationen berücksichtigt und Innovationspotentiale ausgeschöpft werden. Schon aus finanzieller Perspektive kann die Gemeindeverwaltung nicht alles allein stemmen. Wir haben es geschafft, unsere Einwohner zu motivieren, freut sich Dirk Erfurt.
16 Vereine mit insgesamt 650 Mitgliedern sind in der Gemeinde mit gut 1.100 Einwohnern aktiv - darunter zum Beispiel der Förderverein des Waldbads, die DLRG, der Kur- und Fremdenverkehrsverein, der Harzklub, die Jugend- und Freiwillige Feuerwehr. Die Bibliothek, den Jugendclub, Seniorengruppen oder die Internetseite des Ortes betreuen einige Neustädter ehrenamtlich. Und es gibt noch viele weitere Beispiele: Die Interessengemeinschaft der Traktorfreunde in unserem Ortsteil Osterode organisiert jedes Jahr Schrottsammlungen. Vom Erlös aus dem Verkauf besorgen die Mitglieder beispielsweise einen Eimer Farbe und weitere Materialien und machen den Spielplatz in Osterode im Frühjahr wieder fit, erzählt Dirk Erfurt. Überhaupt: Beim großen Frühjahrsputz, den es schon seit über zehn Jahren gibt, packen viele Neustädter mit an, schauen in alle Ecken und Winkel, auf Plätze und Straßen und hübschen ihren Heimatort nach dem Winter wieder auf. Eine weitere Interessengemeinschaft pflegt Feld- und Flurwege und schneidet Feldränder frei, der Harzklub kümmert sich um die Wanderwege im Wald – beide besorgen sozusagen den Frühjahrsputz in der Natur.
Eine wichtige Rolle im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft hat auch die lange touristische Tradition von Neustadt gespielt. Auf fast 30.000 Übernachtungen hat es der Ort im Herzen des Naturparks Südharz im vergangenen Jahr gebracht. Seit 1890 ist Neustadt anerkannter Luftkurort. Vor etwa 120 Jahren kam Herr Kronberg, ein Berliner, nach Neustadt, er hat den Ort quasi entdeckt. Im Vergleich zur Berliner Großstadt, die sehr industriell geprägt und wenig ökologisch war, sah es hier damals sicher ein wenig anders aus, schmunzelt Dirk Erfurt.
Kronberg hat sich hier niedergelassen, ein Hotel eröffnet und das Kur- und Bäderwesen in Neustadt auf die Beine gestellt. Frische Luft und gute Ernährung waren ihm wichtig. Gemeinsam mit seiner Frau hat er ein Kochbuch geschrieben, überwiegend mit vegetarischen Rezepten. In diesem Jahr feiern wir seinen 165. Geburtstag und es gibt die Idee, Gastronomen aus dem Ort dafür zu gewinnen, Gerichte aus diesem Kochbuch heute wieder anzubieten.
Autor: redDie Juroren wollen sich einen Überblick verschaffen, schließlich hat sich Neustadt als Thüringer Sieger innerhalb des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" für den Bundeswettbewerb qualifiziert.
Es ist kurz vor 11 Uhr, an einem Mast muss der Gemeindearbeiter noch schnell ein aufgemaltes Hakenkreuz abwischen, mit dem Unverbesserliche die Gäste begrüßen wollten. Dann rollt der Reisebus auf den Parkplatz. Begrüßung, Händeschütteln, auch Landrätin und Stellvertreterin sind pünktlich angekommen.
Nun geht es zur ersten Station, zur Gaststätte Herrenwiese, wo noch einmal begrüßt wird. Passend vor Ort ist auch eine Kindergartengruppe in Kostümen. Auch die Feuerwehrautos wurden extra aus dem Depot geschoben.
Neustadt ist der erste Ort aus dem Landkreis Nordhausen, der es bis in das Finale von Unser Dorf hat Zukunft auf Bundesebene geschafft hat. Drei Stunden lang wird die Jury Neustadt erkunden. Und da haben wir einiges vorzuzeigen. So haben wir beispielsweise vor zwei Jahren unser Waldbad mit viel ehrenamtlichem Engagement saniert und jetzt ist das Kinderplanschbecken dran, das zu einem Wasserspielplatz umgebaut wird. Auch dabei unterstützen uns wieder Vereine, finanziell und mit ihrer Mannkraft, sagt Dirk Erfurt, der Bürgermeister.
Außerdem wollen wir einen Familienverein gründen und den Bolzplatz zu einer Sport- und Freizeitanlage ausbauen, die wir im Sommer und im Winter nutzen können. All dies passt zu den Zielen des Dorfwettbewerbs. Denn hier geht es darum, wie sehr die Einwohner in das dörfliche Leben, die Gemeinschaft und auch die Weiterentwicklung des Ortes eingebunden sind, wie es also um das bürgerschaftliche Engagement bestellt ist, wie die Pläne für die Zukunft aussehen, ob dabei alle Generationen berücksichtigt und Innovationspotentiale ausgeschöpft werden. Schon aus finanzieller Perspektive kann die Gemeindeverwaltung nicht alles allein stemmen. Wir haben es geschafft, unsere Einwohner zu motivieren, freut sich Dirk Erfurt.
16 Vereine mit insgesamt 650 Mitgliedern sind in der Gemeinde mit gut 1.100 Einwohnern aktiv - darunter zum Beispiel der Förderverein des Waldbads, die DLRG, der Kur- und Fremdenverkehrsverein, der Harzklub, die Jugend- und Freiwillige Feuerwehr. Die Bibliothek, den Jugendclub, Seniorengruppen oder die Internetseite des Ortes betreuen einige Neustädter ehrenamtlich. Und es gibt noch viele weitere Beispiele: Die Interessengemeinschaft der Traktorfreunde in unserem Ortsteil Osterode organisiert jedes Jahr Schrottsammlungen. Vom Erlös aus dem Verkauf besorgen die Mitglieder beispielsweise einen Eimer Farbe und weitere Materialien und machen den Spielplatz in Osterode im Frühjahr wieder fit, erzählt Dirk Erfurt. Überhaupt: Beim großen Frühjahrsputz, den es schon seit über zehn Jahren gibt, packen viele Neustädter mit an, schauen in alle Ecken und Winkel, auf Plätze und Straßen und hübschen ihren Heimatort nach dem Winter wieder auf. Eine weitere Interessengemeinschaft pflegt Feld- und Flurwege und schneidet Feldränder frei, der Harzklub kümmert sich um die Wanderwege im Wald – beide besorgen sozusagen den Frühjahrsputz in der Natur.
Eine wichtige Rolle im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft hat auch die lange touristische Tradition von Neustadt gespielt. Auf fast 30.000 Übernachtungen hat es der Ort im Herzen des Naturparks Südharz im vergangenen Jahr gebracht. Seit 1890 ist Neustadt anerkannter Luftkurort. Vor etwa 120 Jahren kam Herr Kronberg, ein Berliner, nach Neustadt, er hat den Ort quasi entdeckt. Im Vergleich zur Berliner Großstadt, die sehr industriell geprägt und wenig ökologisch war, sah es hier damals sicher ein wenig anders aus, schmunzelt Dirk Erfurt.
Kronberg hat sich hier niedergelassen, ein Hotel eröffnet und das Kur- und Bäderwesen in Neustadt auf die Beine gestellt. Frische Luft und gute Ernährung waren ihm wichtig. Gemeinsam mit seiner Frau hat er ein Kochbuch geschrieben, überwiegend mit vegetarischen Rezepten. In diesem Jahr feiern wir seinen 165. Geburtstag und es gibt die Idee, Gastronomen aus dem Ort dafür zu gewinnen, Gerichte aus diesem Kochbuch heute wieder anzubieten.















