Reagiert: Freuen, nicht polarisieren
Wacker-Präsident Nico Kleofas fordert von der Nordhäuser Stadtverwaltung ein stärkeres Engagement für den Verein, insbesondere für den Albert-Kuntz-Sportpark. Jetzt reagiert der Oberbürgermeister...
Man sollte sich über den Wacker-Aufstieg freuen. Und jetzt nicht bitteren Wermut einschenken. Das sind wir alle insbesondere den Fans schuldig und all jenen fleißigen Helfern im Hintergrund, die dafür fleißig und hart gearbeitet haben. Das sagte jetzt Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh mit Blick auf die Vorwürfe von Wacker-Präsident Nico Kleofas, die Stadt wolle sich nach dem Aufstieg finanziell aus der Verantwortung stehlen.
Sehr enttäuscht bin ich von der Schärfe der Äußerungen, und vom Zeitpunkt, zu dem sie getan werden. Herr Kleofas hat - längst vor dem Aufstieg - für das Ende dieser Woche einen Termin mit uns vereinbart, in dem die Details der nötigen Maßnahmen mit uns besprochen werden. Das habe ich für sehr vernünftig gehalten. Nun bin ich allerdings erstaunt, dass das wichtige gemeinsame Gespräch offensichtlich vorzeitig über die Presse geführt werden soll. Dies war und ist nicht mein Stil.
Keine Frage: Wir stehen als Eigentümer zu unserer Pflicht für den Kuntz-Sportpark. Und stellen dafür auch nicht unerhebliche Summen zur Verfügung. Als öffentliche Hand, die mit Steuermitteln agiert, sind allerdings Entscheidungen und Zusagen auf Zuruf nicht möglich, denn wir müssen uns an demokratische Gepflogenheiten halten. Ich hoffe trotzdem für das Gespräch auf eine konstruktive Atmosphäre, so der Oberbürgermeister weiter.
Eine kleine Ergänzung sei an dieser Stelle erlaubt: Ich verwehre mich gegen die Behauptung, ich hätte am Sonntag gesagt, die Fans müssten den Verein finanzieren. Ein solcher Satz wäre reichlich naiv und eine unfaire Verkürzung meines Glückwunschs. An der Aussage, dass der Zuspruch der Fans die wichtigste Stütze des Vereins ist, halte ich fest. Weil ich davon überzeugt bin. Und die Fans und der Vorstand sicher auch.
Autor: red
Kommentare
emmerssen
03.06.2013, 16:32 Uhr
Glückwunsch am Sonntag?
Sehr geehrter Herr Dr. Zeh, von Ihrem Statement am Sonntag nach dem Spiel ist nicht nur der Wacker Präsident enttäuscht.Eine derart schwammige Auskunft zur Unterstützung des Vereins zu geben und dann das Argument zu bringen Wacker braucht die Unterstützung der Fans hätten Sie sparen können. Eine einfache Erklärung, die Stadt wird Wacker im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen, was ja wohl auch passiert,hätte allen gereicht! Aber genau dieses schwammige Herumgedruckse ist es, warum man von der Politik so richtig die Nase voll hat.Keine klare Aussage, nur nicht beim Wort genommen werden später.Tut mir leid, aber da wird mir einfach nur schlecht.
Note 6.Ziel klar verpasst!
NDHler
03.06.2013, 16:51 Uhr
Verehrter Herr Dr. Zeh,
warum haben Sie denn das mit dem feststehenden Termin nicht einfach gesagt als Sie in dem Gespräch darauf angesprochen wurden?! Diese Diskussion hier hätte es dann in dieser Schärfe gar nicht gegeben! Und was Ihre Antwort auf die betr. Frage angeht, ich habe das genau so verstanden wie Herr Kleofas und viele andere auch (Videobeweis?) Aber nun warten wir alle mal das Ergebnis des Termins ab und fahren unsere Emotionen wieder etwas herunter! So wie es aussieht wird die Stadt nicht untätig bleiben!
W.Roßmell
03.06.2013, 19:44 Uhr
@NDHler
Warum wohl werden bei den Stadtratssitzungen keine Vidoeaufnahmen zugelassen? Genau, damit dieser Videobeweis nicht dazu führt, Politiker zu überführen, die vorher eine ganz andere Redeart hatten, als dann, wenn es zur Abstimmung geht...! Es ist echt traurig, wie die Politiker mit solch schwammigen Reden immer wieder für den Unmut der Leute sorgen, aber neu ist das nicht... Ich habe in letzter Zeit bei Stadtratssitzungen viele solcher "Reden" miterleben dürfen und da ging es nicht mehr um uns Bürger, sondern in erster Linie um das festhalten an "ihren Stühlen" und gegen die Bürger und deren Willen!
Aber vielleicht sollten Sie bei dem Gespräch mit dem OB und der Klubführung das Video einfach mal kurz vorspielen, Sie sind doch bei diesem Gespräch als... dabei oder?
Roland82
03.06.2013, 21:42 Uhr
armselig!!
Wie armselig seid Ihr denn, Ihr Kommentatoren: wiros 59, NDHler und emmerssen?? Ihr beleidigt DR. Zeh und die Stadträte und habt keine Ahnung (oder wollt es nicht!!!) was wirklich läuft!! Fragt mal Euren Präsidenten, wie er in der Vergangenheit mit Verwaltung und Stadträten umgegangen ist!! Er hat sie ignoriert und kommt jetzt mit Forderungen!! Dr. Zeh ist ein verlässlicher Mann! Und wer jetzt Geld für Wacker fordert, sollte auch sagen, wem dieses Geld weggenommen werden soll!! Schulen, Kindergärten, Theater oder der HSB??? Wacht endlich auf!! Es ist kein Geld da. Wacker wird Unterstützung bekommen aber hört endlich mit Eurer Arroganz auf!!!!
Arndt Schelenhaus
04.06.2013, 01:34 Uhr
Fankultur darf nicht für Politik vereinnahmt werden
Auch ich freue mich riesig über den Aufstieg unserer Wackeren. Einige Heimspiele habe ich besucht, manchmal auch erst zur 2. Halbzeit. Wobei mir - auch auf mein Drängen -, dass der Verein das Geld braucht, keiner mehr das Eintrittsgeld abnehmen wollte.
Der Erfolg hat sicherlich auch einen Namen: neben einer tollen Mannschaftsleistung und einem guten Trainer hat Nico Kleofas den Erfolg maßgeblich organisiert. Hierbei ist er sicherlich auch manches persönliches und finanzielles Risiko eingegangen, wofür ihm sehr zu danken ist.
Dennoch irritiert mich die aktuelle Diskussion um die Haltung des OB, Dr. Klaus Zeh. Neben gesetzlichen Verpflichtungen im Schul-, Straßenbau-, Sicherheits (Feuerwehr usw.)- und Daseinsfürsorgebereichen verbleibt einer kreisangehörigen Stadt wenig Spielraum für die so genannten "freiwilligen Ausgaben". Denn Jugend- und Sportförderung ist maßgeblich Aufgabe der Landkreise. Natürlich ist die Stadt als Eigentümerin des AKS im Boot, dennoch muss die Stadt auch die Mehrheit der Sportler, ihrer Vereine und ihrer Vereinsgelände im Blick behalten, die nicht Fußball bei Wacker spielen oder gucken wollen.
Daher kann nicht und darf nicht, ein Oberbürgermeister, auch nicht in der Euphorie des Aufstiegs, voreilig Investitionen dieser Größenordnung versprechen. Als stellvertretender SPD-Vorsitzender der Stadt Nordhausen verwehre ich mich dagegen, den tollen Erfolg von Wacker parteipolitisch zu instrumentalisieren. Herr Zeh ist mit seiner Zurückhaltung seiner Verantwortung allen Sportlern der Stadt gegenüber gerecht geworden.
Vielmehr sollten wir alle gemeinsam zusehen, dass nun zeitnah alle möglichen Fördertöpfe von Land, Bund und EU für das AKS angezapft werden. Die geplanten Investitionen in das Erfurter Stadion werden auch nicht allein von der Stadt Erfurt bezahlt. Von den geplanten Baumaßnahmen im Jenaer Stadion, mit denen Wacker nun in einer Liga kickt, ganz zu schweigen. Warum geht unser Blick nicht daher in diese Richtung?
Weil Nordthüringen keine Hoffnung mehr hat, von der Landesregierung beachtet zu werden? Falsch! Weil unser Norden nämlich nie mit einer Stimme gesprochen hat.
Deshalb sollten Verein, Stadt, Landkreis, alle Parteien und besonders ihre Landtagsabgeordneten nun das Thema "Wacker" nutzen, um in Erfurt auf den Putz zu hauen. Wacker muss proportional den gleichen Förderanteil für Sportstättenförderungen wie Jena oder Erfurt erhalten. Zur Not müssen wir halt das gallische Dorf spielen. Nur eine solche Einigkeit schafft Aufmerksamkeit und überzeugt nebenbei sogar noch den einen oder andern potenziellen Sponsor. Denn kein Sponsor will nur einen SPD-Verein, einen CDU-Verein oder einen Kleofas-Verein (nichts für Ungut Nico) sponsern. Sympathische, einige und regionale Identität erzeugt hingegen werbewirksame Aufmerksamkeit.
Daher: Schluss mit dem "aufeinander rumhacken" und gemeinsam durchstarten!
Arndt Schelenhaus
Stellv. Vors. der SPD der Stadt und des Landkreises Nordhausen
NDHler
04.06.2013, 07:23 Uhr
wiros59
Mit Videobeweis meine ich eigentlich das Video auf nnz-TV vom Interview. Dort ist aber nicht alles zu hören. Ich bin hier übrigens nirgends wo dabei. Oder ist der Termin öffentlich zugänglich. Ich glaube auch nicht, dass man das Gespräch aufzeichnen muss, wenn sich die beiden Herren unter vier Augen unterhalten, gehe ich davon aus, dass das gesprochene Wort gilt und man sich an die Absprachen hält. Soviel Vertrauen in die Herren Kleofas und Dr. Zeh habe ich schon noch! Warten wir also den Termin inkl. der Ergebnisse ab! Übrigens in Jena und Grimma stehen die Stadien komplett unter Wasser und Schlamm, solche Probleme haben wir zum Glück nicht!
alpi
04.06.2013, 08:34 Uhr
Reagiert
Als Aussenstehender und "alter" Wackerfan irritiert mich diese Diskussion! Es steht doch wohl ausser Frage,dass sich im AKS unter Regionalliga bedingungen etwas ändern muss,z.B.Toiletten,Sicherheitszäune..Alle Verantwortlichen(Verein,Stadt,Landkreis) sollten sich treffen und gemeinsam !!!das Nötige beschliessen.
W.Roßmell
04.06.2013, 09:02 Uhr
Getroffene Hunde bellen @ Roland82
Kennen wir uns oder sprechen Sie alle in der "DU/IHR"-Form an? Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass Sie sich sehr gut bei der Stadt und auch von dem "unwürdigen Umgang" des Herrn Präsidenten Kleofas mit den Stadträten auskennen, was ich hingegen nicht so einschätzen kann!
Ich kann mir aber sehr gut vorstellen und habe das sehr lange in letzter Zeit miterleben müssen, wie genau diese Stadträte und auch der OB dem Bürger direkt etwas anderes gesagt hatten, als es bereits anders feststand. Ich möchte aber auf dieses Thema nicht weiter eingehen!
Nun zeigt sich wieder einmal an diesem Beispiel, wie sich die Politiker mit den Erfolgen der Sportler "sonnen" und in den Mittelpunkt begeben und für diese Leistung allerdings absolut keinen Einfluss hatten. Es war und ist allein der Erfolg der Mannschaft und des Vereins und ich denke, dass der Herr Kleofas daran einen richtig großen Anteil als Präsident hat! Es ist legitim dann auch an den Eigentümer des Stadions Forderungen zu stellen, die der Verband voraussetzt, um in dieser Regionallige spielen zu können.
Wacker will keine Geld, Wacker benötigt ein Stadion, was dieser Spielklasse Tauglich ist!
Und auch dem Herrn Schelenhaus seine Ausführungen kann und will ich nicht nachvollziehen...! Richtig ist, dass die Politik und der Sport zwei Paar Schuhe sind! Aber wenn man weiß, dass gearade Nordthüringen in Erfurt seitens der sportlichen Förderungen immer wieder nicht berücksichtigt wird, dann gibt es doch Sie als Politiker, in Erfurt darauf aufmerksam zu machen. Ja und da geben Sie der "schlechten Politik" hier in Nordhausen die Schuld, weil man nicht mit einer Stimme spricht und deshalb nicht bei der Landesregierung erhört wurde! Sie geben also zu nicht mit einer Stimme zu sprechen, weil in Nordhausen ganz besondere "Politik" betrieben wird.
Die CDU mit den Linken, die Linken mit der CDU, dazwischen wird alles um die SPD abgelehnt und die Grünen und die FDP sind aufgrund ihrer paar Stimmen sowie nur "Garnitur"! Ja Herr Schelenhaus, Sie haben es richtig angesprochen und sollten nun mit den verantwortlichen Politikern handeln, damit Wacker erhört wird! Man konnte aber schon lange Zeit vorher damit rechnen, dass Wacker aufsteigen kann, nur ja, es fehlte die "eine Stimme" und nun kommt aus Erfurt: Es ist kein Geld mehr da...! Na denn hauen Sie, hauen Sie als die verantwortlichen Politiker dieser Stadt in Erfurt ordentlich auf den Putz und starten Sie mit Wacker gemeinsam durch! Ach halt: Politik und fast Profi-Sport geht nicht, Schulen, Kindergärten, HSB, Theater, Straßenbahn, Badehaus, Biogasanlage, Kulturbibliothek sind eben doch wichtiger... Und so bleibt es eben wie es ist, schade!
Und NDHler, Sie wissen schon wie ich es gemeint habe, es war auch nur ein Vorschlag, den Sie selbst gemacht hatten! Also dann kann man diesem Gespräch mit dem OB und der Wackerführung nur viel Erfolg wünschen und hoffen wir, dass ALLE davon etwas haben werden...
Bachmann
04.06.2013, 11:01 Uhr
Einfach nur mit der Mannschaft freuen!
Wacker ist in die Regionalliga aufgestiegen. Darüber können wir uns freuen. Liest man heute einige Zeilen, dann geht es schon wieder über das was ein Oberbürgermeister der Stadt nach Ende des letzten Heimspiels im untergehenden Jubel gesagt haben soll, hätte sagen sollen oder was er in keinem Fall gemeint hat.
So viel kann ich als Stadtrat und Kreistagsmitglied sagen, dass die Stadt als Eigentümer des Albert- Kuntz-Sportparks in der Vergangenheit ihrer Verpflichtung zum Erhalt der Sportanlage nachgekommen ist. Ich denke, dass sie dieser Aufgabe auch zukünftig unter den größeren Anforderungen gemeinsam mit allen Entscheidungsträgern -auch bei engen finanziellen Spielräumen- gerecht wird.
Viele Heimspiele habe ich mir mit meinem Enkel angeschaut, der als sogenanntes Einlaufkind stolz bei der Sache war und mich nach dem Spiel am Sonntag nervte, denn er hätte gern ein Trikot eines Spielers gehabt. Aber leider kam er zu spät.
Ich bin mir sicher, mal abgesehen vom letzten Heimspiel, Wacker wird sich auch in der Regionalliga achtbar schlagen. Das ist zumindest mein Wunsch.
Rainer Bachmann
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