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Mo, 10:27 Uhr
03.06.2013

Verwilderte Katzen in der Stadt

Etwa 80 verwilderte Katzen streunen derzeit durch das Stadtgebiet von Nordhausen, sagt Katja Kolbe, die Vorsitzende vom Tierschutzverein mit Sitz am August-Bebel-Platz. Die Tiere leben zumeist still und heimlich irgendwo im Verborgenen: Gebüschen, Gartenanlagen, Siedlungen. Kurt Frank recherchierte für die nnz...

Tierschutz in Nordhausen (Foto: K. Frank) Tierschutz in Nordhausen (Foto: K. Frank)
Yvonne Weißleder und Tierschutzleiterin Katja Kolbe mit Kater Olli auf dem Arm. Das Tier konnte jetzt an eine Nordhäuser Familie vermittelt werden. Informationen über die Arbeit des Tierschutzes über www.tierschutz-nordhausen.net.

Dank der unermüdlichen Arbeit der Katzenfreunde und Tierschützer konnte die Zahl der Streuner in der Rolandstadt in den letzten Jahren erheblich verringert werden. Etwa 200 waren es noch vor fünf Jahren, sagt Kolbe. 70 Tiere, 50 Katzen und 20 Kater, fing man allein im Vorjahr ein, um sie sterilisieren bzw. kastrieren zu lassen. Das kostete Geld, viel Geld. 75 Euro waren für eine Kastration, 100 für eine Sterilisation zu berappen. Summen, die aufzubringen Arbeit und Mühe kosteten.

35 Katzen befinden sich zurzeit im Domizil am Bebelplatz. Alle sind kastriert oder sterilisiert. Kürzlich gab es wieder einen Neuzugang, sagt Mitarbeiterin Yvonne Weißleder. Am Briefkasten hing ein Zettel mit dem Vermerk: „Katze im Karton um die Ecke“. Dann ist da Olli, der Kater. Der saß unter einem Balkon in der Hohensteiner Straße. Ausgesetzt. Katze Peggy war in einen Luftschacht gefallen, aus dem sie die Feuerwehr rettete. Alle fanden liebevolle Aufnahme.

Täglich gebe es Anrufe und Anfragen. Doch die Einrichtung platzt aus allen Nähten. Die Kapazitätsgrenze ist erreicht. Das Haus lebt von Vermittlungsgebühren, Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Geldern einiger Sponsoren.

Verwilderte Katzen sind eine von Menschen verursachte Erscheinung, betonen Katja Kolbe und Yvonne Weißleder. Ein Tier bedeute immer Verantwortung für die Kreatur. Da werden Mittel für eine Sterilisation gescheut. Oder man will dem lieben Tier eine Operation ersparen. Wohin dann mit dem Nachwuchs? Freunde und Bekannte haben selbst Katzen oder wollen keine haben.

Töten? Ach nein, sind doch die Kleinen so süß. Man setzt sie, in Kartons verfrachtet, vor Tierschutzeinrichtungen ab und hofft, dass man sie findet. Gewissenlose Menschen machen sich erst gar nicht diese Mühe. Die Kätzchen landen in der Mülltonne, im Gebüsch, im Straßengraben. Einige verhungern, andere fängt der Fuchs oder Habicht. Manche kommen durch und vermehren sich. Ein neuer Kreislauf beginnt.

"Leider fehlen uns die Mittel, um der unkontrollierten Vermehrung der Katzen noch wirkungsvoller Einhalt zu gebieten", sagt Katja Kolbe. Das Schicksal der vielen im Mai geborenen Katzenkinder ist ungewiss. Futterstellen? Die Nordhäuser Stadtordnung, sagt Ordnungsamtsleiter Christian Kowal, sehe zwar ein Fütterungsverbot für Katzen vor, Ausnahmen und ausgewiesene Futterstellen seien dennoch möglich. Auf eigene Kosten der Katzenfreunde.

Eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht bei Privatkatzen mit Freigang, wie sie viele Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in ihren Stadt- und Kommunalverordnungen verankert hätten, ist für Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die Möglichkeit, dem Anstieg der Katzenpopulation Einhalt zu gebieten.

Um zu leben, müssen die Streuner jagen. Vögel gehören zur Beute. Auch frei laufende Hauskatzen jagen. Es sind Raubtiere. Das verkennen Menschen, die sie aus ihrem Garten vertreiben, ihnen nachstellen, Giftköder auslegen oder sogar mit Luftgewehren auf sie schießen, was besonders verwerflich ist.
Kurt Frank
Autor: red

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