eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mi, 13:46 Uhr
31.03.2004

nnz-Forum: Sicherheit, keine Abzocke

Nordhausen (nnz). Im nnz-Forum hatte Andreas Wieninger den Aufbau von „Blitzern“ auf der B 4 kritisiert. Dazu erhielt die nnz-Redaktion jetzt eine Zuschrift aus Sondershausen.


Ohne jemandem nahe treten zu wollen: Herr Wieninger (nnz-Forum vom 26. März 2004) weiß nicht, worüber er spricht. Er ist der Meinung, dass die baulichen Verhältnisse einer Straße Schuld sind an zahlreichen schweren Verkehrsunfällen. So lange sich diese Meinung in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat, kann der Staat machen, was er will, er wird die Zahl der schweren Verkehrsunfälle nicht dauerhaft zurückdrängen können.

Das Risiko im Straßenverkehr ist nicht der Ausbau einer Straße, nicht deren Pflaster oder Bitumen, auch nicht der Baum am Straßenrand. Hauptrisiko ist der Mensch am Steuer eines Fahrzeuges. Jeder Zeitgenosse, der meint, Gefahr- und Vorschriftzeichen werden nur so zum Spaß aufgestellt und eine rechtwinklige Kurve könne man mit 100 km/h befahren, wird früher oder später davon überzeugt sein, dass man die Gesetze der Physik auch auf der Straße nicht überlisten kann.
Hauptsache, es ist dann nicht zu spät, oder Unbeteiligte sind nicht zu Schaden gekommen.

Deshalb muss sich auch Herr Wieninger damit abfinden, dass in der Bundesrepublik auf Bundesstraßen außerhalb von Ortschaften (sofern nicht stellenweise anders geregelt) die 100 auf dem Tacho die Höchstmarke ist und an gefährlichen Stellen das Überholen verboten wird. Da dies so ist, und außerdem noch einige Orte (max. 50 km/h) zu durchqueren sind, kann ich von Nordhausen aus die Landeshauptstadt nicht in einer halben Stunde erreichen. Daran wird sich auch mit einer grundhaft ausgebauten B 4 nicht viel ändern.

Aber nun zu den Blitzgeräten auf der B 4:

Bereits im März 2003 hatte die Polizeidirektion Nordhausen über dieses Projekt informiert. Nordthüringen erhält voraussichtlich 22 festen Blitzanlagen. Die werden aber nicht von der Polizei aufgestellt. Sie gehören vielmehr zu einem Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Straßenwesen, das wissenschaftlich von der Technischen Universität Dresden begleitet wird. Das Projekt läuft in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr bereits seit 1996. Außer Thüringen sind auch die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Sachsen und Brandenburg beteiligt.

Das Programm soll Daten zum Fahrverhalten auf besonders unfallträchtigen Straßen außerhalb von Ortschaften liefern. Ebenso soll die Wirkung verkehrstechnischer und verkehrsregelnder Maßnahmen (dazu gehören auch der Straßenausbau, die Straßenrandgestaltung, die Beschilderung und die Fahrbahnmarkierungen) auf die Verkehrssicherheit beurteilt werden.

Die in Nordthüringen durch Voruntersuchungen ausgewählten Versuchsstrecken sind seit Jahren Unfallschwerpunkte, an denen sich überwiegend Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten ereignet haben, die auf das Fahrverhalten der Unfallbeteiligten zurück zu führen sind. Dazu gehören die B 4 von Greußen bis zum Grass bei Sondershausen, die B 247 von Gotha bis Bad Langensalza und die B 249 zwischen Mühlhausen und der hessischen Landesgrenze. Für diese Strecken ist in den kommenden Jahren kein grundhafter Ausbau vorgesehen. Deshalb müssen hier andere Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit angewandt werden. Bei der Auswahl der geeigneten Maßnahmen sollen auch die Ergebnisse des Forschungsprojektes helfen.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Untersuchungen sollen Grundlage für bundesweite Empfehlungen und Richtlinien zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf stark unfallbelasteten Strecken sein. Es geht also nicht um das Drangsalieren oder Abzocken der Autofahrer, sondern vielmehr um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.
Thomas Soszynski, Sondershausen

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)