Mi, 06:23 Uhr
29.05.2013
nnz-Forum: Ein Schritt zurück
Immer wieder wird über die Bedeutung vom gesunden Essen, insbesondere für Kinder, berichtet. In Nordhausen scheint das beim Jugendsozialwerk als Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen noch nicht angekommen zu sein. Dieser Auffassung ist ein Leser der nnz...
Sehr geehrte nnz-Redaktion,
mein Name ist Andreas Hagen. Ich bin Vater von Elsa (7 Monate) und Edgar (3 Jahre). Bei der Überlegung zu Kindertagesstätten für unseren Sohn entschieden wir uns bewusst für die Häuser Zwergenschlösschen (Krippe) und Domschlösschen (Kindergarten), da u. a. beide Einrichtungen über eine eigene Küche verfügen. Unser Sohn ist ein sehr guter Esser. So kann ich aus Erfahrung sagen, dass ihm das Essen in beiden Einrichtungen immer schmeckt beziehungsweise geschmeckt hat. Da er jedoch nicht direkt von der Krippe in den Kindergarten Domschlösschen wechselte, sondern kurzzeitig in der Kinderwelt am Frauenberg untergebracht war, kann ich ebenfalls aus Erfahrung sagen, dass ihm das dortige Essen keineswegs zusagte und er dort als sehr schlechter Esser galt.
Umso glücklicher sind wir jetzt, dass Edgar wieder in einer Einrichtung mit eigener Küche ist. Hier wird täglich frisch gekocht und das Essen liegt nicht schon seit Stunden in Warmhalteboxen, Essenswünsche können berücksichtigt werden und es wird auf frisches Obst und Gemüse großen Wert gelegt. In meinen Augen ist das Essen, welches aus der Großküche kommt und allen Altergruppen schmecken muss, nichts für Kinder in den ersten Lebens- und Entwicklungsjahren. Es stellt einfach einen enormen Unterschied dar, ob für Kleinkinder oder für Senioren gekocht wird.
Vergangene Woche mussten ich und meine Frau Sandra mit Erschrecken eine im Kindergarten ausliegende Unterschriftensammlung lesen. Es besteht die Absicht des Trägers Jugendsozialwerk die Küche, vermutlich aus Kostengründen - dies ist insoweit jedoch nicht bekannt, zu schließen. Hiergegen sollen Unterschriften gesammelt werden. Weiter erfuhr ich, dass bei einer Essengeld-Zahlung von 5,75 € pro Tag die Küche weiterhin betrieben werden könnte. Wie sich diese Summe zusammensetzt ist nicht bekannt.
Auch ist uns bisher nicht bekannt geworden, dass das zum jetzigen Zeitpunkt schon höhere Essengeld, im Bezug zu den Tagesstätten des Jugendsozialwerkes ohne Küche, nicht kostendeckend wäre. Letztendlich müsste weiterhin Küchenpersonal beschäftigt werden, welches alle Arbeiten der Küche, ausgenommen dem Kochen, übernimmt. Die Einsparmöglichkeiten halte ich somit eher für gering.
Da im Oktober dieses Jahres unsere Tochter in die Krippe kommt, stellte sich gleichzeitig die Frage, ob auch im Zwergenschlösschen die Küche durch das Jugendsozialwerk abgeschafft werden soll. Diese Befürchtungen bestätigten sich leider. Doch hier wiegt dieses Vorhaben viel schwerer. Der Muttermilch und frisch gekochtem Essen folgen Geschmacksverstärker, zu viele Gewürze und Konservierungsstoffe.
Gerade in der heutigen Zeit, in der frisch gekochtes Essen, vor allem kleinkindgerecht, mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und Eltern zunehmend ihr Wissen darüber erweitern, geht das Jugendsozialwerk einen großen Schritt rückwärts. Schaut man sich die Entwicklung in den alten Bundesländern an, so geht der Trend weg von Großküche und Tiefkühlkost hin zu eigenen Küchen in den Kindertagesstätten.
Als Leser der nnz fielen mir in diesem Zusammenhang gleich die Artikel "Permanente Kühlung" vom 15. Mai 2013 und "Küchen-Geschichten" vom 02. Mai 2013 ein. Ich ärgere mich sehr, dass es auf der einen Seite einen Kindergarten gibt, in dem riesige Kühlräume für gerade einmal 12 Gläser Apfelmus betrieben werden, während in den oben genannten Einrichtungen so etwas sinnvolles wie eine eigene Küche abgeschafft werden soll.
Andreas Hagen, Nordhausen
Autor: redSehr geehrte nnz-Redaktion,
mein Name ist Andreas Hagen. Ich bin Vater von Elsa (7 Monate) und Edgar (3 Jahre). Bei der Überlegung zu Kindertagesstätten für unseren Sohn entschieden wir uns bewusst für die Häuser Zwergenschlösschen (Krippe) und Domschlösschen (Kindergarten), da u. a. beide Einrichtungen über eine eigene Küche verfügen. Unser Sohn ist ein sehr guter Esser. So kann ich aus Erfahrung sagen, dass ihm das Essen in beiden Einrichtungen immer schmeckt beziehungsweise geschmeckt hat. Da er jedoch nicht direkt von der Krippe in den Kindergarten Domschlösschen wechselte, sondern kurzzeitig in der Kinderwelt am Frauenberg untergebracht war, kann ich ebenfalls aus Erfahrung sagen, dass ihm das dortige Essen keineswegs zusagte und er dort als sehr schlechter Esser galt.
Umso glücklicher sind wir jetzt, dass Edgar wieder in einer Einrichtung mit eigener Küche ist. Hier wird täglich frisch gekocht und das Essen liegt nicht schon seit Stunden in Warmhalteboxen, Essenswünsche können berücksichtigt werden und es wird auf frisches Obst und Gemüse großen Wert gelegt. In meinen Augen ist das Essen, welches aus der Großküche kommt und allen Altergruppen schmecken muss, nichts für Kinder in den ersten Lebens- und Entwicklungsjahren. Es stellt einfach einen enormen Unterschied dar, ob für Kleinkinder oder für Senioren gekocht wird.
Vergangene Woche mussten ich und meine Frau Sandra mit Erschrecken eine im Kindergarten ausliegende Unterschriftensammlung lesen. Es besteht die Absicht des Trägers Jugendsozialwerk die Küche, vermutlich aus Kostengründen - dies ist insoweit jedoch nicht bekannt, zu schließen. Hiergegen sollen Unterschriften gesammelt werden. Weiter erfuhr ich, dass bei einer Essengeld-Zahlung von 5,75 € pro Tag die Küche weiterhin betrieben werden könnte. Wie sich diese Summe zusammensetzt ist nicht bekannt.
Auch ist uns bisher nicht bekannt geworden, dass das zum jetzigen Zeitpunkt schon höhere Essengeld, im Bezug zu den Tagesstätten des Jugendsozialwerkes ohne Küche, nicht kostendeckend wäre. Letztendlich müsste weiterhin Küchenpersonal beschäftigt werden, welches alle Arbeiten der Küche, ausgenommen dem Kochen, übernimmt. Die Einsparmöglichkeiten halte ich somit eher für gering.
Da im Oktober dieses Jahres unsere Tochter in die Krippe kommt, stellte sich gleichzeitig die Frage, ob auch im Zwergenschlösschen die Küche durch das Jugendsozialwerk abgeschafft werden soll. Diese Befürchtungen bestätigten sich leider. Doch hier wiegt dieses Vorhaben viel schwerer. Der Muttermilch und frisch gekochtem Essen folgen Geschmacksverstärker, zu viele Gewürze und Konservierungsstoffe.
Gerade in der heutigen Zeit, in der frisch gekochtes Essen, vor allem kleinkindgerecht, mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und Eltern zunehmend ihr Wissen darüber erweitern, geht das Jugendsozialwerk einen großen Schritt rückwärts. Schaut man sich die Entwicklung in den alten Bundesländern an, so geht der Trend weg von Großküche und Tiefkühlkost hin zu eigenen Küchen in den Kindertagesstätten.
Als Leser der nnz fielen mir in diesem Zusammenhang gleich die Artikel "Permanente Kühlung" vom 15. Mai 2013 und "Küchen-Geschichten" vom 02. Mai 2013 ein. Ich ärgere mich sehr, dass es auf der einen Seite einen Kindergarten gibt, in dem riesige Kühlräume für gerade einmal 12 Gläser Apfelmus betrieben werden, während in den oben genannten Einrichtungen so etwas sinnvolles wie eine eigene Küche abgeschafft werden soll.
Andreas Hagen, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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