nnz-exklusiv: Wie weiter mit der KUBIBO?
Die neue Kulturbibliothek soll ja bekannterweise der Mittelpunkt jeglichen bibliophilen und kulturellen Lebens dieser Kreisstadt namen Nordhausen werden. Für einige sogar soll sie ein Forum werden, ähnlich dem in Rom. Doch nun ist eine Facette des Mittelkreises verloren gegangen...
Wo ist die Himmelgarten-Bibliothek? (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen)
Die Himmelgarten-Bibliothek - sie ist, sieht man sich die im öffentlichen Web-Bereich der Stadtverwaltung dargestellten Grafiken an, überhaupt nicht enthalten. Das ist auch nicht verwunderlich, denn die Architekten sollen dem Rathaus jetzt bestätigt haben, dass sie von einer solch historischen Facette des Neubaus nichts gewusst haben.
Wo ist die Himmelgarten-Bibliothek? (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen)
Entweder, die Fachleute waren nicht interessiert, schauen nicht in diverse Veröffentlichungen oder es wurde ihnen verschwiegen. Also wird nun im Rathaus fieberhaft nach einer Lösung gesucht. Und: es wird geredet. Zum Beispiel mit dem neuen Förderverein, der einen "typisch-nordhäuserischen Namen trägt, nämlich: Nicolai in foro.
In der Vorwoche hatten Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh und Sozial- und Kulturdezernentin Hannelore Haase Hildegard Seidel und Heidelore Kneffel vom Förderverein Nicolai in foro zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen. Thema war unter anderem die Zukunft der Himmelgartenbibliothek. Die Vertreter der Stadt informierten über den aktuellen Stand. Festlegungen wurden nicht getroffen. Konsens war: Es soll nach Möglichkeiten gesucht werden, die Himmelgartenbibliothek in Nordhausen angemessen zu präsentieren. Dazu soll es weitere Gespräche geben zwischen der Stadtverwaltung und dem Förderverein. Darüber hinaus wollen sich Frau Seidel, Diplombibliothekarin, und Stadtarchivar Dr. Wolfram Theilemann zu einem Fachgespräch treffen.
Soweit die offizielle Mitteilung aus dem Rathaus auf eine Nachfrage der nnz. Und die sollte man sich genau durchlesen.
Es soll nach Möglichkeiten gesucht werden, die Himmelgartenbibliothek in Nordhausen angemessen zu präsentieren. Das lässt alles offen, sowohl den Ort der Präsentation als auch den Umfang. Und lässt den Schluss zu, dass der gesamte Bestand der Bibliothek auf keinen Fall in der Kulturbibliothek untergebracht werden kann.
Das ist auch nicht schlimm, bleibt also mehr Platz für die kulturellen Angebote, wie zum Beispiel die Sitzungen des Stadtrates im dann neuen pompös ausgestatteten Ratssaal, der als neuer Bürgersaal sich vom jetzigen Bürgersaal im Rathaus vermutlich nur dadurch unterscheidet, dass es keine rechten Winkel und keine störenden Säulen geben wird.
Übrigens: Gespräche habe es mittlerweile auch mit dem Gemeindekirchenrat St. Blasii-Altendorf gegeben, bestätigte jetzt das Rathaus. Hier sei man übereingekommen, über Details des einstigen Verwahrvertrages neu zu verhandeln.
Peter-Stefan Greiner
Anmerkung: KUBIBO ist die nnz-interne Bezeichnung des Baus, der noch in diesem Jahr eingeweiht werden soll.
Autor: red
Kommentare
Tim Taler
30.04.2013, 18:56 Uhr
War ja klar
Da wird ne neue Bibliothek gebaut und es passen keine alten Historischen Bücher rein. Ach wie sehr ich die Intelligenz der Stadträte und Planer liebe :D
Da gibt man 14 Millionen für diesen Mist aus und an anderen Stellen wird dringend Geld benötigt und es ist nichts dafür da, unfassbar.
pumpnC
01.05.2013, 00:28 Uhr
Ähm
machts jut Steuergelder auf nimmer wiedersehen!
Janko
01.05.2013, 01:03 Uhr
kulturbibliothek
zitat der nnz-meldung: "Entweder, die Fachleute waren nicht interessiert, schauen nicht in diverse Veröffentlichungen oder es wurde ihnen verschwiegen. Also wird nun im Rathaus fieberhaft nach einer Lösung gesucht."
ich möchte wirklich wissen, wer dafür geradezustehen hat. das rechtsempfinden des "kleinen bürgers" wird hier empfindlich auf eine zerreissprobe gespannt: wenn man bloß seine steuererklärung etwas zu spät abgibt, hat man schon mit bösen geldstrafen zu rechnen - aber wer und wie trägt in diesem millionenfall die verantwortung, finanziell und rechtlich? wer?
niemand, weil es ein öffentlicher bau ist? keiner, also wir alle?
hallo, liebe stadtverwaltung, lieber stadtrat, lieber stadtsprecher: ich weiß, dass ihr alle mitlest auf der nnz. also: wer steht für den immer größer und größer werdenden millionenbetrag gerade, angesichts der scheinbar (?) eklatanten planungsmängel? ich sag nur "die kosten für die inneneinrichtung wurden angeblich vergessen". ich meine: bitte?
welches architekturbüro entwirft denn eine bibliothek, und auf einmal fällt den planern der bleistift aus der hand "ups? bibliothek? heißt das, wir hätten regale mit einplanen sollen?"
und nun die himmelgarten-bibliothek. ich denke, die war von beginn an (siehe die damaligen nnz-artikel) als integraler bestandteil der nordhäuser kulturbibliothek geplant? und jetzt doch nicht? vergessen? autsch!
ich war und bin ein befürworter der kulturbibliothek, das möchte ich an dieser stelle betonen, auch wenn ich so einige probleme mit der albert-speer-architektur habe. aber ich habe mich auf den bau der kulturbibliothek gefreut und mich auch darauf gefreut, in angenehmer athmosphäre und nicht so bedrückt wie in der derzeitigen hagelstange-bibliothek durch die bücherregale zu streifen. ich habe mich wirklich auf die moderne heimstatt für das heutzutage unterschätzte kulturgut "buch" gefreut.
aber nach dem, was in letzter zeit an finanziellen fehlplanungen und (vorsätzlichen?) unterlassungen ans licht kommt, vergeht selbst mir die vorfreude.
wie kann dieses disaster um die himmelgarten-bibliothek entstehen? wie? und wer kommt für die mehrkosten auf?
ich begreife es nicht - und, liebe stadträte: wenn schon befürworter der kulturbibliothek (von denen es offenbar ohnehin schon nur eine minderzahl in NDH gibt) in zweifel kommen: wie wollt ihr diese ganze aktion noch gegenüber ALLEN nordhäusern rechtfertigen? wie?
was bleibt ist die frage: wer steht dafür gerade? wo liegen die fehler, was wurde von wem falsch gemacht, wer wird zur rechenschaft gezogen?
niemand?
totschweigen?
abwarten?
die öffentliche meinung sich beruhigen lassen?
also es auf sich beruhen lassen und weitermachen wie bisher - denn was sollte man mit einem baustopp schon erreichen: eine modernen ruine mitten in nordhausen, direkt hinter dem rathaus?
ach, ach, ach, ich ahne schon die antworten. nämlich: keine antworten.
keine konsequenzen. keine schuld. vor allem: keine stellungnahme aus dem rathaus.
wir werden alle dumm sterben.
und ich, als einer der wenigen, die auf der nnz lauthals verkündeten, dass sie sich entgegen den strom der allgemeinen meinung auf die kulturbibliothek freuen - ich werde diesen ort niemals ohne einem schalen geschmack im mund betreten können.
von den nordhäusern, die sich geschworen haben, sowieso (aus welchem grund auch immer...) niemals dorthin zu gehen, mal ganz abgesehen.
liebe stadt nordhausen: das ist kein glanzstück von dir, wahrlich nicht. ich kann mir jetzt schon 75% aller witze der roland-gruppe des nächsten rolandsfestes ausmalen.
und das ist wirklich kein orden.
Janko
01.05.2013, 02:19 Uhr
als name für die kulturbibliothek...
...schlage ich übrigens inzwischen "nicolai al forno" vor.
Jürgen Wiethoff
01.05.2013, 08:09 Uhr
KuBibO......
....muss offenbar so geschrieben werden und steht dann für "Kuriose Bautätigkeit in besch....... Organisation".
Nörgler
01.05.2013, 12:39 Uhr
Warum?
Warum treffen sich die Stadtoberen mit dem Verein Nikolai in foro? Warum soll die Himmelgartenbibliothek denn unbedingt nach Nordhausen? Ist sie nicht da, wo sie ist, gut untergebracht? Wurde die Kultur-Bibliothek nur gebaut, um die Himmelgartenbibliothek dort unterzubringen? Fragen über Fragen.
I.H.
01.05.2013, 13:01 Uhr
Mal den Schalter umlegen.
Vielleicht sollten sich die Stadtoffiziellen mal mit richtigen Baufachleuten treffen und unterhalten (!?) anstelle mit "Nicolai in foro" Vertretern!
Was solln das hier überhaupt werden? Eine neue Kirchenprovinzhauptstadt für Mitteldeutschland??
Gehts noch?
yven
01.05.2013, 13:07 Uhr
Namensgebung...
da werden doch von K.Rinke Mails verschickt in denen man aufgefordert wird für einen bestimmten Namensvorschlag zu stimmen...;-)
H.Buntfuß
01.05.2013, 16:08 Uhr
Staat und Kirche
Wenn sie das Geschehen in Deutschland genau verfolgen, können sie sehen, dass sich die Kirche immer weiter in die staatlichen Angeleigenheiten drängt, so mein Empfinden.
Immer mehr Schulen gehen in die Hand der Kirchen über. Es fehlt nur noch, dass die Eltern der Kinder die so eine Schule besuchen müssen, weil es weit und breit die einzige ist, der Kirche beitreten müssen?
Vielleicht gibt es dann auch wieder das gemeinsame Gebet und das ÜBEN in Demut, da es ja Gottes Wille ist. Wie hieß es da immer übe dich in Geduld, im Himmel wird es dir besser ergehen. Ich habe das Gefühl, dass man sich das Volk über diesen Weg wieder gefügig machen will, oder?
Die Politik hat auf ganzer Linie versagt und jetzt holt man sich die Kirche mit ins Boot.
Schnell
01.05.2013, 16:22 Uhr
Fragen die sich doch sicher schnell klären lassen
Zur Zeit quält sich die neue "Stadtregierung" mit dem Erbe der alten und bezieht Prügel. Wieso tut sie das? Ihre Pflicht wäre vielmehr schnell zu klären,
Wer war der / die Verantwortliche für das Projekt "Kulturbibliothek"?
Was steht genau im Vertrag mit der Kirche? Konkrete Vorgaben zur Unterbringung oder eher Allgemeines? Kannten die Architekten diesen Vertrag? Seit wann? All dies dürfte doch schnell zu klären sein anhand der Unterlagen.
Wo liegt das Problem? Zumal es doch hoffentlich Versicherungen für alle Beteiligten geben dürfte die bei Versäumnissen greift.
Ich verstehe die unendliche Eierei nicht. Es geht um viel, sehr viel Geld. Wieviel Jugendeinrichtungen etc könnte man damit finanzieren?
othello
01.05.2013, 17:08 Uhr
Lug und Trug
Die DDR lässt grüßen ! Die sozialistischen Ideologen ließen einen Palast in Berlin fürs Volk bauen, obwohl sie es sich nicht leisten konnten, und unter anderen ideologischen Grundlagen geschieht es wieder in kleinem Maßstab in der jetzt Bundesrepublikanischen Kleinstadt Nordhausen.
Da wird eine sogenannte KUBIBO errichtet und wie überraschend gehen die Kosten ins Unermessliche für diese Stadt. Bürger schaut auf diese Stadt kann man da nur ausrufen.
Mögliche Fragen des U – Ausschusses könnten sein :
Kann es sein, dass die Initiatoren dieses überdimensionierten Baus, vor allem aus christlichen Gemeinden rekrutiert sind und diese ihren Einfluss unter Führung einer ausgewiesener Maßen bekannten Vertreterin der Evangelischen Kirche, Frau B.Rinke, in der Stadt zur Geltung brachten ?
Kann es sein, dass diese einflussreiche Gruppe im Stadtparlament und durch christlichen Lobbyismus es erreicht hat, diesen Plan in die Tat umzusetzen ?
Wie sieht der Vertrag mit der St'Blasii Gemeinde aus? Wer profitiert davon ?
Kann es sein, dass diese Gruppe so viel Einfluss auf die Stadtverwaltung hatte, dass über die tatsächlichen Kosten Verschwiegenheit herrschte, Probleme vertuscht wurden oder kleingeredet sind.
Wie nun bekannt ist , war die Einlagerung der Himmelgartenbibliothek in der Stadtratsvorlage überhaupt nicht vorgesehen und geplant.Also muss die Oberbürgermeisterin dieses verantwortet und initiiert haben, also den Vertrag mit der ev. St.Blasii Gemeinde ausgehandelt haben.Zu wessen Vorteil? Ist sie selbst vielleicht Mitglied in dieser religiösen Gemeinde ? Ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt ! Es überrascht auch nicht,dass eine Organisation der ev. Diakonie ohne Ausschreibung die Bewirtschaftung des Cafes erhalten sollte.
Untermauert wird mein Verdacht auch durch die personelle Zusammensetzung des Fördervereins Nikolaiforum und deren Einflussnahme auf die ideologisch christliche Namensgebung. Statt Karl Marx nun St'Nikolai.
Über St'Nikolai ist wenig historisch belegbares bekannt. Seine überlieferten Taten sind nur unglaubliche Legenden ( christliche Märchen), also Lug und Trug. Unter diesem Gesichtspunkt
ergibt diese Namensgebung wieder einen Sinn.
Max Freiheit
01.05.2013, 21:11 Uhr
Bei dieser Steuerverschwendung...
wie man sie regelmäßig in Nordhausen und auch anderswo, genannt seien hier nur Elbphilharmonie, S21, BER usw., erlebt muss man echt zweifeln!
Wenn dann Grüne unter Beifall anderer Parteien mit Steuererhöhungsplänen in den Wahlkampf starten, OBWOHL das Steueraufkommen so hoch ist wie nie zuvor und der Bürger unter den Belastungen ächzt, muss man sich echt fragen was hier schief läuft!
Und auch ob Steuerhinterziehung nicht schon ein echter Akt des WIDERSTANDES gegen den anhaltenden Blödsinn der Regierung ist!
(Wobei ja etliche, incl. Bundesgaukler, dies als schlimmer ansehen, als im Rudel Leute (Jonny K in Berlin z.B.) totzutreten und dazu für Steuervergehen auch noch deutlich härtere Strafen, als für solch kaltblütigen Mord fordern)
Thomas Fichtner
01.05.2013, 21:21 Uhr
Ich will das nur verstehen!
Also sind da jetzt mehrfach vom Stadtrat hohe Zusatzbeträge für etwas bewilligt worden, dass gar nicht eingeplant war?
Woher kamen den bitte dann die Kostensteigerungen?
Und wo ist das Geld hin?
-----7
02.05.2013, 00:43 Uhr
Ironische Utopie - oder utopische Ironie?
Ich stelle mir gerade folgenden Sachverhalt vor:
An irgendeiner Stelle in der nnz stand doch, dass über den Bau eines Spielplatzes in Ost debattiert wurde.
Nun passiert folgendes:
Der Planer des Spielplatzes lässt etliche Quadratmeter Rasen ausbuddeln. Er lässt weiterhin neue Rasenbordsteine setzen und eine Menge Sand von LKWs anliefern, die den Platz schön Plan machen.
Dann ist die Eröffnung des Spielplatzes. Der OB weiht ihn ein. Plötzlich kommt ein kleines Kind und fragt: "Onkel, wo sind denn die Spielgeräte? Wo ist die Schaukel, wo das Klettergerüst und wo ist die Wippe? Ich sehe nur Strand ohne Meer."
Der OB: "Hmm - das war aber so nicht geplant - von Spielgeräten, Schaukeln, Klettergerüsten und Wippen war nie die Rede. Aber es ist doch ein SpielPLATZ! Also ein Platz zum Spielen."
Irgendwie erinnert mich das an das Märchen "Des Kaisers neue Kleider"
Ironie und Utopie ... off...
PS: Vielleicht auch ein Schmunzler fürs Rathaus?
Friderike
02.05.2013, 08:06 Uhr
Pressesprecher der Stadt?
Na, jetzt könnte sich ja der Pressesprecher der Stadt mal fix zu Wort melden und uns neugierigen Bürgern eine Antwort auf all die vielen Fragen geben...warten wir es ab!
Retupmoc
02.05.2013, 08:25 Uhr
Rücktritt
Sämtliche Stadträte, die dafür gestimmt haben, sollten Charakter zeigen und von ihrem Posten zurücktreten. OK - vorher sollte man vielleicht googlen, was Charakter eigentlich ist.
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