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Di, 18:14 Uhr
05.03.2013

Linke Vorstellungen

Zu einer Diskussionsrunde um die künftige Kreisaufteilung dieses Freistaates hatte die LINKE am späten Nachmittag in den Nordhäuser Tabakspeicher eingeladen. In vielen Positionen deckten sich die Positionen mit denen einer externen Expertenkommission...

Linke Gebiete (Foto: nnz) Linke Gebiete (Foto: nnz)

Und deren Vorsprecherin Heidrun Sedlacik meinte, dass die LINKE in punkto Gebietsreform schon immer der Vorreiter gewesen wäre. Nur habe man die LINKE Stimme nicht beachtet, weil eben Opposition. Also auch deshalb das kommunalpolitische Forum ihrer Partei, das heute im Thüringer Norden Station machte.

Kuschel (Foto: nnz) Kuschel (Foto: nnz)

Und natürlich wird die Diskussion in Thüringens Linker Partei ohne Denkverbote durchgehen, nicht so, wie in den anderen Parteien, sagt Kommunalexperte Frank Kuschel. Die so genannte Expertenkommission habe sich ausschließlich mit der demografischen Entwicklung beschäftigt, habe aber nicht die Aufgabenstruktur und die Geburtsfehler der jetzigen Landkreise in Betracht gezogen, referierte Kuschel und zeigte weitere Fehler des Gutachtens aus Sicht der Fraktion im Landtag auf.

Mindestens 5.000 Einwohner sollten die künftigen Gemeinden haben, statt der im Gutachten geforderten 12.000 Frauen und Männer. Den LINKEN geht es bei einer Kreisgebietsreform nicht um Einsparungen, sondern um die Stärkung der Leistungsfähigkeit der Kommunen. Momentan hängen die Städte und Kommunen zu 60 Prozent ihrer Einnahmen an der Nabelschnur des Landes über die Zuweisungen.

Auditorium (Foto: nnz) Auditorium (Foto: nnz)

Ja, und dann betrachten die Thüringer Sozialisten nicht einzelne zentrale Orte, sondern schauen auf Räume, in denen eine möglichst starke kommunale Selbstbestimmung möglich sein soll. Die Linken wollen keine anderen Landkreise, sondern wollen Regionalkreise, die ausschließlich Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Die Regionalkreise sind reine Verwalter, alles, was den Bürger betrifft, wird in der Kommune vor Ort erledigt. Außer die Probleme mit der Kfz-Anmeldung. Man müsse sich das so vorstellen, als ob jeder Bürger in einer großen kreisfreien Stadt wohne und nie mehr zu einem Landratsamt fahren müsse, dafür gebe es Bürgerbüros. Die Mär von Monsterkreisen habe sich damit erledigt, so Kuschel.

Wie weiter nun mit den Zahlen und Papieren? Die Landesregierung würde eher auf Zeit setzen, die Linke hingegen setzt auf ein Vorschaltgesetz, in dem die wesentlichsten Ziele abgesteckt sind. In der Fraktion der LINKE sei man dafür bereit, nur: deren Meinung als Opposition ist nur sekundär. Ob sich daran bis zum nächsten Jahr etwas ändert, das kann angesichts der derzeitigen Nominierungsquerelen bezweifelt werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Thomas Fichtner
05.03.2013, 18:55 Uhr
Mich würden ja...
in erster Linie die Vorstellungen der Bürger zu dem Thema interessieren...

Aber als progressive Linke hätte ich ja inzwischen auch bei der 20 EUR Semesterticket vs. deutlich höheren Kosten für Schüler mal klar Stellung bezogen, während sich die Genossen dazu leider ausschweigen.
I.H.
05.03.2013, 21:13 Uhr
Lebt eigentlich Gerhard Müller noch?
Wer soll Chef des neuen Bezirkes werden, liebe Linke? Ich hoffe doch ein bewährter Fachmann. Keine Experimente mehr!
Retupmoc
06.03.2013, 09:06 Uhr
Neiddebatte
Und da ist Sie wieder die Neiddebatte wegen den 20 Eurofahrkarten. Herr Fichtner tritt Sie vom Zaun, um ein schlechtes Licht auf eine Partei zu werfen. Aber ich wußte natürlich auch bisher nicht, das die Linke dafür verantwortlich ist, das man den Studenten ein Semesterticket ermöglicht.

Purer Neid. Dabei mag ich die Positionen der Linken auch nicht immer - zum Beispiel bin ich strikt gegen eine Gebietsreform. Und was den Beitrag von Herrn Waldorf betrifft ... Warum nicht? Wir haben ja auch eine Ex - FDJ-Sekretärin als Kanzlerin.
Harzer_Wolf
06.03.2013, 12:23 Uhr
Liebe Linkspartei
als Befürworter der Gebietreform, bitte ich um Beantwortung folgender Fragen:

1. Gibt es eine Kalkulation der Kosten ? Wenn ja, wieviel Einsparung( beziffert in Euro ) ergibt ein Zusammenschluß z.B. mit dem Eichsfeldkreis jährlich?

2. Ist Ihnen klar, das der ehem. LK Nordhausen dann nur noch aus 3 Gemeinden besteht? Auch die Entfernungen für den Bürger zum Gemeindeamt sind Ihnen klar? Auch die Tarife für Bus, Bahn bzw. die Benzinpreise?

3. Glauben Sie wirklich, das mit der Reform ein Abbau von Stellen der oberen Gehaltsklassen verbunden ist? Und wer muß diesen dann tragen? ( Kosten für Abfindungen, Arbeitslose usw. )?

4. Allein das Wort Reform löst bei mir Assoziationen aus ( Bodenreform, Arbeitsmarktreform usw. ). Reformen waren bisher einfach und falsch gestrickt. Sollte es diesmal anders sein? Warum?
Thomas Fichtner
07.03.2013, 00:26 Uhr
Hmm? Und zum ÖPNV
Lieber Retupmoc, ich kann Ihnen leider nicht folgen - welche Neiddebatte trete ich denn vom Zaun?

Aber das liegt vielleicht auch daran das ich einer der 2700 Studenten bin, die nun so ein Ticket haben...(nicht das ich es wirklich unbedingt wollte oder irgendwie brauche, aber das ist eine andere Geschichte)

Und dann wäre da noch die Sache mit dem "schlechtes Licht auf eine Partei zu werfen".

Hmm, hier geht es konkret um meine Partei - ich bin da, auch wenn ich in letzten Monaten viel zu wenig Zeit dafür hatte, dort im Kreisvorstand. (aka "Kreisparteileitung")
Und ich bin dabei insgesamt für deutlich mehr Transparenz sowie offenes Visier und kommuniziere auch mal die Themen, die die Leute mit denen man im Laufe,z.B. einer Woche Kontakte hatte, wirklich bewegen.

Nun kann man das nun immer noch als innerparteiliche Kritik sehen - muss man aber nicht. Auch wenn diese sein soll und sein muss und heutzutage eben nicht nur hinter verschlossenen Türen ablaufen darf! Man kann nicht immer 100% einer Meinung sein, dafür ist diese Partei auch viel zu pluralistisch aufgestellt.

So, nachdem das geklärt ist, komme ich zum Thema.

1. Der Sinn dieser Gebiets-Reformen und die oft genannten Vorteile erschliessen sich vielen, u.a. auch mir nicht.
Ich denke nicht das die versprochenen Verbesserungen und Ersparnisse eintreten - nein ich glaube sogar das viele der Befürchtungen vor allem der älteren Bürger nur zu wahr sind.
Und auch wenn nicht, darf man über deren Sorgen und Befürchtungen nicht einfach hinwegrollen und darf sie nicht "zwangsbeglücken".

2. Thema ÖPNV
Das ist ein sehr wichtiges Thema und auf Landesebene, z.B. auch in Erfurt und anderen Städten Thüringens mit Straßenbahnen, eines der großen Themen. Nicht ein Thema der Politiker, sondern eines der Bürger!

Hier muß endlich mal ein schlüssiges und fortschrittliches Konzept her - diese ganzen halbseidenen Aktionen mit Hüh und Hot bringen gar nichts!
Unsere Stadt braucht endlich mal richtige Impulse, damit sie nicht zukünftig noch mehr ausblutet.
Wäre ein, zumindest für Studenten und Schüler, besser aber noch alle Einwohner freier ÖPNV ein solcher? JA!
Und ich würde übrigens den Individualverkehr - sprich PKW - deswegen NICHT weiter einschränken, oder mit noch mehr Zeitparkplätzen und Automaten die Bürger gängeln, sondern Gemeinschaftskonzepte für eine Koexistenz beider Formen schaffen.
Warum? Individualverkehr ist eine große Freiheit, besonders auch für die immer mehr älteren Menschen und eine Notwenigkeit für die heute Berufstätigen.
Man sollte ihn reduzieren so gut es geht, aber eben nicht mit Verboten, sondern Anreizen, sprich besseren Alternativen dabei arbeiten.

3. Warum jetzt?
Nun, wenn es offensichtlich relativ einfach geht das für 2700 Studenten zu ermöglichen, ist das eine sehr starkes Signal und man sollte vielleicht mal sehen, ob es nicht auch allerhand Einsparungen und Betriebskostenoptimierungen geben könnte, wenn das vorhandene Angebot insgesamt besser genutzt, oder auch noch etwas ausgebaut werden würde.
Und die bisherigen Kosten, die z.B. mit den Antragsprüfungen und Widersprüchen bei Schülern wegen Weglänge verbunden sind, oder durch Betrieb Parkautomaten, Ticketautomaten, Kontrollen usw. anfallen, einspart bzw. die dort verbrannten Mittel in den ÖPNV umleitet.

Das hätte sicherlich auch positive Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft und den Tourismus!

Aber es bedürfte auch mal sinnvoller Planung - das z.B. innerstädtisch die Versorgung von Supermärkten die an den Linien liegen mit der Bahn und nicht nur per LKW erfolgen könnten - aber da spielt ja auch noch das DB-Problem generell mit rein und eine absolut verkorkste Verkehrsleitplanung in der Stadt.

4. Warum?
Nun, in Anbetracht der gesellschaftlichen Entwicklung, u.a. der Altersstruktur, allgemeiner Bedeutungsverlust der Großindustrie etc., muss man sich endlich mal die Frage Stellen wie man in der Zukunft eigentlich leben möchte und wie man diese möglichst gut gestalten kann.
Dazu muss man übrigens keinen erbitterten Klassenkampf gegeneinander führen - nicht daß es diese Klassen nicht mehr gäbe - sondern kann auch kooperativ tätig werden.

Und ja, man muß auch mal fragen ob und wie man das finanzieren kann und dabei mit offenen Karten spielen.
Aber jeder Euro den man hier in Bildung und (sinnvolle) Infrastruktur steckt ist 100x mehr wert als am Bosporus Soldaten mit Raketen zu stationieren oder in Afghanistan einen "Nicht-Krieg" zu führen.
Und mit sinnvolle Infrastruktur meine ich nicht Milliardengräber wie S21, die vor allem denen dienen, die oben drüber mit Immobilien riesigen Schnitt machen wollen, sondern z.B. für nur wenige Millionen mehrere hundert kleine Bahnhöfe zu retten, die derzeit so am Verfall sind, das man sich oft fragen muss ob das ein Zug nach Nirgendwo ist und die Gebiete bald komplett abgehängt werden.
Wir können und wollen letztlich nicht alle in Ballungszentren leben, wollen aber auch nicht total von der Zivilisation abgeschnitten werden.


Das soll es "kurz" dazu gewesen sein. Abschliessend möchte ich mich aber noch kurz bei Arndt Schelenhaus bedanken, mit dem ich gestern zum Thema einen interessanten Gedankenaustausch führte.
Retupmoc
07.03.2013, 08:44 Uhr
Links schlägt das Herz
Herr Fichtner, ich muß mich entschuldigen - aber wenn Sie Ihr Post nochmals lesen ( mit dem Begriff Genossen usw. ) mußte man annehmen, das dies ein Schuß gegen die Linkspartei sein sollte. Also sorry ! Was Sie dann zu den Themen wie Gebietsreform, ÖNV, Stuttgart21 oder die Kriege schreiben, ist eine Meinung, die ich voll und ganz teile. Lassen Sie sich demnächst als Bürgermeisterkandadat aufstellen. Meine Stimme bekommen Sie.
W.Roßmell
07.03.2013, 10:24 Uhr
Vorsicht mit den Stimmen!
Ich habe bisher immer einer Partei meine Stimme gegeben, aber künftig wird sich das mehr als ändern, denn ich wähle nur noch Personen, die sich auch für die Bürger einsetzen, sich um Ihre Probleme, Fragen und Sorgen kümmern und sich nicht nur unterordnen und verstecken und letztendlich nur noch den Arm heben!
Fragen wurden hier viele gestellt und mal sehen, ob die LINKE darauf hier noch antworten wird und vor allem, wer sich öffentlich traut mit Namen zu antworten..., die auch noch als Stadtrat "Politik machen"...

Herrn Fichtner würde ich sicher auch meine Stimme geben, denn offener kann man eigentlich seine Meinung nicht vetreten wie er (Stadtratssitzung, Energieforum, Biogasanlage, etc), nur leider scheint er von seiner Partei nicht die notwendige Unterstützung zu bekommen! Ich denke da nur an einige, die sich leider sehr schnell "gewandelt" haben und nun sogar "gemeinsame Politik" mit der CDU in der Stadt machen, was scheinbar nicht die Lösungen bringt, die Nordhausen dringend benötigt!
Harzer_Wolf
07.03.2013, 10:37 Uhr
Selten
habe ich einen so fundierten und klugen Kommentar gelesen, wie den Ihren sehr geehrter Herr Fichtner. Lassen Sie sich Ihre Ansichten nicht parteipolitisch nehmen! Zu den beiden vorstehenden Stimmen für Sie, kommt in diesem Moment eine Dritte dazu.
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