TUJA reagiert
Das Zeitarbeitsunternehmen TUJA hat auf Veröffentlichtungen der Nordthüringer Online-Zeitungen hinsichtlich der Vorwürfe durch die IG Metall reagiert und Sanktionen gegen Mitarbeiter der Nordhäuser Niederlassung angekündigt...
Die Geschäftsführung der TUJA Zeitarbeit GmbH ist tief erschüttert über die Vorwürfe, welche die IG Metall Erfurt/Nordhausen am Freitagvormittag gegen das Unternehmen erhoben hat. Eine sofortige interne Untersuchung hat ergeben, dass der Niederlassungsleiter vor Ort tatsächlich vor wenigen Tagen ohne weitere Abstimmung ein Schreiben an alle bei unserem Kundenunternehmen WAGO Kontakttechnik in Sondershausen eingesetzten Mitarbeiter versandt hat. In diesem Schreiben werden allgemeine Hygieneregeln aufgezählt, aber auch verschärfte Beobachtung von häufig erkrankten Mitarbeitern angekündigt.
Der Empfänger dieses Schreibens kann leider tatsächlich den Eindruck erlangen, dass der Fortgang des Einsatzes bei unserem Kunden direkt von seinem zukünftigen Krankenstand abhängig ist. Dies bedauern wir in höchstem Maße, ein solcher Zusammenhang existiert nicht.
Der Brief wurde ohne die zwingend erforderliche Abstimmung mit den zuständigen Vorgesetzten und unter völliger Missachtung der hausinternen Regelungen erstellt und verbreitet. Die gegenüber den Mitarbeitern gewählten Worte spiegeln in keinster Weise unsere Firmenphilosophie wider und untergraben unsere langjährigen Bemühungen um faire und verantwortungsvolle Zeitarbeit.
Die TUJA Zeitarbeit GmbH genießt nicht umsonst seit über 20 Jahren höchstes Vertrauen bei Mitarbeitern, Kunden und der Öffentlichkeit.
Das Unternehmen hat umgehend Konsequenzen gezogen und den verantwortlichen Niederlassungsleiter arbeitsrechtlich sanktioniert. Mit diesem eindeutigen Zeichen dokumentieren wir, dass die durch diesen Vorfall offenbar gewordene Einstellung in unserem Unternehmen nicht geduldet wird und derart unethisches Gebaren nicht gutgeheißen wird.
Das Schreiben enthält jedoch keinesfalls die Androhung einer Kündigung und erfüllt gewiss nicht den juristischen Tatbestand der Nötigung. Ebenso wenig dokumentiert es die Verletzung von Arbeitnehmerrechten. Gleiches gilt für den Vorwurf, das Wohl der Mitarbeiter missachtet zu haben.
Arbeitsschutz genießt bei uns allerhöchste Priorität, der Verweis der Gewerkschaft auf fehlende Gefährdungsbeurteilung ist schlichtweg falsch. Erkrankte Mitarbeiter werden selbstverständlich bestmöglich betreut, was unsere Fürsorge hinsichtlich eventueller betrieblicher Quellen für die Erkrankung einschließt. Niemand wird zur Arbeit trotz Erkrankung gezwungen oder gedrängt, das Wohl des Mitarbeiters hat höchste Priorität. Die Einhaltung sämtlicher Rechtsvorschriften ist uns eine Selbstverständlichkeit.
Mit diesen effektheischenden Unterstellung sollte der – bedauerliche – Vorfall ganz offensichtlich dramatisiert werden, um die TUJA Zeitarbeit GmbH und mit ihr die gesamte Branche in ein schlechtes Licht zu rücken. Insofern widersprechen wir der Darstellung der IG Metall in diesen Punkten nachdrücklich.
Autor: red
Kommentare
Alex Gösel
22.02.2013, 16:35 Uhr
Ein Schelm...
ist, wer Böses bei denkt. Und wenn nichts mehr hilft, hilft halt alles und jeden verklagen!
In diesem Sinne einen schönen Tag noch!
geloescht.20220913
22.02.2013, 18:27 Uhr
Bauernopfer
Jaja, der böse Niederlassungsleiter. Der ist an allem schuld! Dabei setzt der doch eigentlich nur die Vorgaben seiner Konzernzentrale um. Die Gesetze des Marktes werden ganz gewiss NICHT in den Niederlassungen gemacht.
Bei soviel Verlogenheit kann einem schlecht werden.
nnz-leser
22.02.2013, 19:49 Uhr
Herzlichen Glückwunsch an die Firma Tuja,
Sie haben soviel Größe und reagieren. In einem andern Zeitarbeitsunternehmen, welches sich gern als größtes Zeitarbeitsunternehmen Thüringens bezeichnet gab es vor Jahren auch Vorfälle im Zusammenhang mit Wago. Hier wurden wir als Leiharbeiter durch Herrn M. genötigt Versicherungen abzuschließen bzw. die Krankenkasse zu wechseln. All das sollte sich positiv auf unsere Beschäftigung bei Wago auswirken. Immer wenn ein befristeter Vertrag zu Ende ging bekam man Besuch mit entsprechenden Angeboten. Wir hatten sogar einen Brief über die Vorkommnisse an die Geschäftsführung nach Erfurt geschrieben, aber keinerlei Reaktion. Herr M arbeitet noch heute bei dieser Leihfirma und ist Regionalserviceleiter in Sondershausen. Schade soviel Größe wurde in dieser Firma nicht bewiesen
Glaskugel
22.02.2013, 21:57 Uhr
Ja, das stimmt
"Jaja, der böse Niederlassungsleiter..." da hast du sicher recht.
Aber dazu gehören immer mindestens zwei Menschen. Einer der es anordnet, und einer der es mitmacht. Und der Niederlassungsleiter hat hier mitgemacht!
Genau das gleiche Argument bringen alle die, die zu SED Zeiten Leute schikaniert haben. Die waren auch alle nicht schuld, obwohl sie dabei alle mitgemacht haben. Ein Großteil davon hat heute noch eine große, dicke Lippe.
Scheint menschlich zu sein und wächst sich wahrscheinlich nur mit der biologischen Zeit raus.
Lisa
pumpnC
23.02.2013, 01:30 Uhr
Ähm
..die haben es immer noch nicht verstanden. die TUJA genießt in der Öffentlichkeit kein positives ansehen. Im Gegenteil: Sie gehört zu den größten ausbeutern von Arbeitnehmern. Davon gibt es in Nordhausen noch einige Kandidaten. ZAG, GeAT u.s.w. Unternehmen die ihre Mitarbeiten ausbeuten und mit Hungerlöhnen bei teilweise Schwerstarbeit nach Hause schicken. Das perversere daran ist aber eigentlich, dass sie glauben ihren Angestellten damit etwas gutes zu tun und darauf auch noch stolz sind. Meiner Meinung nach sollte Zeitarbeit unter staatliche Aufsicht gestellt werden. Schwarze Schafe - und davon gibt es genug - mit drastischen Strafen belegt werden. Diese Ausbeutungsindustrie muss ausgemerzt werden.
sh030382
23.02.2013, 09:25 Uhr
Niederlassungsleiter
Habe selbst einmal bei der TUJA gearbeitet, und denke wenn der Niederlassungsleiter der selbe ist wie damals dann wird er das wohl fabriziert haben. War damals das erste mal kranke und kam zum beispiel ein anruf warum ich schon wieder und so lang krank bin und ich würde doch nur simulieren(40 fieber und grippe). Als ich dann zum 2. mal krank war erfolgte die kündigung, soviel zum thema tuja.
Dora75
23.02.2013, 09:41 Uhr
Nun wars der Niederlassungsleiter
Ja Ja und nun wars der Niederlassungsleiter.Bla Bla Bla
Lilly90
23.02.2013, 10:25 Uhr
zeitarbeit.
ganz einfach alle Zeitarbeitsfirmen abschaffen und die Betriebe sollen sich die Leute selbst ranholen und ordentlich bezahlen. Zeitarbeit treibt uns noch alle in den Wahnsinn.
Nichts kann man planen , weil man nie weiß wie lange gehts noch weiter und was ist in 10 Jahren. wie soll man denn da jemals die volle rente erreichen. Dieses System ist zum scheitern verurteilt.
Wir fordern ordentliche löhne von den man
auch leben kann und nicht gerade so überleben.
Alex Gösel
23.02.2013, 14:00 Uhr
Nicht nur Zeit- und Leiharbeit abschaffen...
sondern auch 1-Euro-Jobs und sonstige "Sklaven"- und "Ausbeuter"-Jobs /-Arbeitsverhältnisse beenden! (BFD, "Ehrenamt", ABM,...)
Wäre es nicht für alle am besten, den normalen, kleinen, "dummen" Arbeiter eine vernünftige, sozialversicherungspflichtige Entlohnung zu gewähren? Oder bleibt dies ein Wunschprivileg, eine Utopie?
Weiterhin interssiert mich, was unsere "Volksvertreter" denn dazu zu sagen haben? Wo sind denn die ach so sozialen Linken? Und wo ist denn die Arbeiterpartei SPD? Wo sind denn die Christen der CDU/CSU? Wo ist denn die Partei, die geschirieen hat: "Wirtschaftlich ist Sozial", die FDP? Wo sind denn die Grünen wenn man Sie benötigt, verstecken Sie sich etwa hinter Bäumen? Wo sind die transparenten Piraten oder sind sie schon so Transparent, dass man sie schon nicht mehr sieht?
Toleranz
23.02.2013, 15:22 Uhr
was soll das Jammern?
Ich kann nicht verstehen, das hier gejammert wird. Wenn gegen diese Zustände etwas unternommen werden soll, lässt sich keiner sehen. Wir haben doch jetzt das, was wir alle 1989 wollten. Oder?
Schuld sind wir aus dem Osten Deutschlands
doch selber, keiner wehrt sich dagegen.
bei den Wahlen sind alle zufrieden mit der Politik unserer Regierung. Alle Nichtwähler
brauchen sich nicht zu wundern, wenn es immer so weiter geht.!
Alex Gösel
23.02.2013, 16:09 Uhr
Vorherrsehbar?
Waren solche wirtschaftlichen Missstände wirklich vorherrsehbar? War der "dumme Ossi" wirklich so naiv? Diese Frage lasse ich dann doch die "Altvorderen" beantworten!
Aber wenn ich Sie, liebe BrockenHexe, fragen darf: Wo soll man denn noch sein Kreuzchen machen? Die Linken und die SPD sind doch mittlerweile nur noch Abnicker und Duckmäuser, die CDU und FDP sind nicht für den "kleinen Mann" zuständig. Die Grünen fühlen sich nur für Bäume und Tiere verantwortlich. Der "Hype" der Piraten ist doch nun auch vorrüber. Repräsentative Umfrageergebnisse können wir alle ja bei Wahlumfrage.de einsehen!
Ich werde bei der nächsten Wahl ein großes Kreuz durch den Wahlzettel machen.
In diesem Sinne: einen schönen Tag noch!
andreas66
24.02.2013, 11:19 Uhr
Wir ...
in diesem Teil Deutschlands müssen nun langsam wissen, was uns der Staatsbürgerkundelehrer über den Sozialismus erzählt hat, war gelogen. Aber das er über den Kapitalismus die reine Wahrheit gesagt hat, wollte keiner wissen.
Suse
24.02.2013, 13:28 Uhr
Den Nagel auf den Kopf getroffen@andreas66
Genau so ist das, Ausbeutung des Menschen durch den Menschen,die Ware Arbeitskraft !!!
Wann wachen wir auf und befreien uns von den Fesseln? Marx,Engels und Lenin hatten doch nicht so Unrecht. Ihre Werke sind aktueller denn je.
AndreasG
24.02.2013, 18:04 Uhr
TUJA REAGIERT
als ehemaliger tuja-mitarbeiter kann ich mir gut vorstellen, das mitarbeiter seitens der geschäftsführung der örtlichen niederlassung genötigt werden, lieber nicht krank zu werden da sonst kündigung droht. aber sowas wird dann eher inoffiziell gemacht, ohne rundschreiben. soll ja niemand mitbekommen. aus meiner erfahrung kann ich nur sagen, das der geschäftsführer sowie mindestens eine disponentin sprichwörtlich haare auf den zähnen hat. ich bin jedenfalls froh dort weg zu sein.
-----7
24.02.2013, 22:32 Uhr
Über Leiharbeit
Das Prinzip Leiharbeit oder Zeitarbeit ist im Grunde gar nicht so schlecht. Ich war selbst 4 Jahre als Leiharbeiter beschäftigt. Allerdings hatte ich als gelernter Industriemechaniker vielleicht bessere Konditionen, als ein ungelernter Helfer. So habe ich z.B. ein Jahr bei einem Automobilhersteller gearbeitet. Dieser Hersteller gab der Zeitarbeitsfirma die Auflage, seinen Mitarbeitern mindestens den Lohn zu zahlen, den ein neuer Mitarbeiter in dem Konzern verdient. Und das war dann auch so. Zusätzlich hatte mein Arbeitgeber noch mein Hotelzimmer und Auslöse bezahlt. Ich hatte im Monat ca. 5500 DM netto. Allerdings gab es damals das Gesetz, dass ein Leiharbeiter nicht länger als 1 Jahr im gleichen Leihbetrieb sein darf. Danach wechselte ich die Zeitarbeitsfirma und kam in eine Gießerei. Dort hatte ich dann vom Stundenlohn sogar noch etwas mehr. Weil ich dann aber meinen Wohnsitz verlegte, bekam ich keine Auslöse mehr und hatte dann monatlich "nur" noch 1800 EUR netto. Und das als Zeit/Leiharbeiter!
Vielleicht hatte ich aber auch nur Glück bei der Auswahl der Zeitarbeitsfirmen?
Der Grundgedanke ist jedenfalls nicht schlecht und es werden arbeitslose Menschen wieder auf den Arbeitsmarkt gebracht.
Die Lügner sind in meiner Sicht die Ausleih- Betriebe, Firmen oder Konzerne, die den Leiharbeitern das Blaue vom Himmel versprechen. Mir wurde vom Ausleihbetrieb (Autohersteller und Gießerei) jeweils gesagt, dass ich nach 3 Monaten eine Festanstellung bekomme. Pustekuchen. Beim der Gießerei hatte man mir einmal einen befristeten Arbeitsvertrag angeboten, aber dann hätte ich nach 6 Monaten gehen müssen. Ich habe abgelehnt, denn als Zeitarbeiter war ich dann noch min. 24 Monate in diesem Betrieb, weil das Gesetz gelockert wurde.
Jetzt habe ich laut amtsärztlichen Gutachten keine Möglichkeit mehr, in meinem erlernten Beruf zu arbeiten. Zeitarbeit wurde mir auch untersagt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, doch noch wieder Arbeit zu bekommen. Vielleicht braucht ja die WAGO jemanden, um die Behinderten-Quote aufrecht zu halten?
Retupmoc
25.02.2013, 08:50 Uhr
Ansichten
Begehen Sie den Fehler nicht, Herr Körner - Zeitarbeit kann immer nur Sklavenarbeit sein, weil ja immer ein Zwischenverdiener ist, der auch was vom goldenen Kalb abhaben will.
Herr Brothuhn stellt die richtigen Fragen. Aber Herr Brothuhn - kennen wir die Antworten nicht? Rot/Grün hat mit den Hartz - Gesetzen ( den Gesetzen eines verurteilten Verbrechers ) die Grundlage gelegt und die Merkel/Rösler-Regierung hat das Ganze noch verschärft. Diese Ausbeutung ist von diesem Ausbeuterstaat gewünscht. Immer drauf auf den Bürger und schön ausquetschen. Es gibt aber eine Partei, die dagegen ist, Herr Brothuhn. Vielleicht machen Sie dort einmal das Kreuzchen. Was vor 25 Jahren war, hat mit dem Heute kaum noch etwas zu tun. Und wenn - dann sind die " rötesten" Genossen u.a. bei der CDU untergekommen.
andreas66
25.02.2013, 12:09 Uhr
Herr Körner,
diese von Ihnen genannten Löhne sind bestimmt in den alten Bundesländern verdient worden. Davon träumt ein Arbeitnehmer im Osten, geschweige denn ein Mitarbeiter von einer Verleihfirma. Denn hier herrscht ein anderes Lohngefüge. Wir leben nun mal im Osten, im Billiglohn-Land Thüringen. Nach 23 Jahren Einheit wird immer noch Ost und West unterschieden. Wenn ich mal wieder, gesundheitsmäßig, arbeitsfähig sein sollte, dann her mit 1800€ netto.
Thomas Fichtner
25.02.2013, 14:29 Uhr
Auf Montage arbeiten...
und Auslöse bekommen ist von der heutigen Leiharbeit meilenweit entfernt - was die Angabe der Löhne in DM schon bewies.
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