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Fr, 10:55 Uhr
22.02.2013

Bei Krankmeldung Entlassung?

Der Personaldienstleister TUJA hat nach Angaben der IG Metall seinen Beschäftigten im Wago-Werk Sondershausen in einem Brief offen mit Entlassung gedroht, für den Fall, dass sie sich krankmelden sollten. Doch die Repressalien würde lat Gewerkschaft noch weitergehen...


Darüber hinaus empfehle der Arbeitgeber den Beschäftigten als vorbeugende Maßnahmen, sich regelmäßig die Hände zu waschen und darauf zu verzichten, sich gegenseitig anzuhusten.

„Das Vorgehen des Verleihers verstößt nicht nur gegen die guten Sitten, es ist schlichtweg ein Skandal. Es ist schon mehr als nur zynisch und ein hartes Indiz für mangelnde Wertschätzung gegenüber den betroffenen Menschen, ihnen zu unterstellen, dass sie mit simpelsten Hygieneregeln nicht vertraut seien,“ verurteilt Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen, das Vorgehen des Verleihers, der auch in Nordhausen eine Niederlassung betreibt.

Aus Sicht der IG Metall würden mit dem Schreiben des Arbeitgebers gleich mehrere Gesetze zum Schutz von Arbeitnehmern gebrochen. So obliege beispielsweise dem Arbeitgeber eine Führsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten. Diese schreibe vor, Schaden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abzuwenden und sogar präventiv tätig zu werden, wenn von einer Gefährdung auszugehen sei.

„Prävention scheint bei TUJA jedoch mit Sanktion gleich gesetzt zu werden. Auch der Hinweis auf regelmäßiges Händewaschen ist keine Vorsorge im Sinne des Gesetzes. Bei ansteigenden Krankheitsfällen im Produktionsprozess müssen die Ursachen analysiert, aber nicht die Beschäftigten drangsaliert werden. Dies hat im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze zu erfolgen. Der Arbeitgeber lässt in seinem Schreiben auch erkennen, dass er das Instrument der Mitarbeitergespräche nicht zu Ursachenanalyse nutzen wird, sondern macht deutlich, dass diese als Disziplinierungsmaßnahme herangezogen werden sollen,“ so Spitzbarth.

„Darüber hinaus“, so Spitzbarth weiter, „sehen wir den Tatbestand der Nötigung erfüllt. Wer Beschäftigte mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bedroht und sie somit zwingt, trotz Arbeitsunfähigkeit ihrer Beschäftigung nachzugehen, macht sich strafbar. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Drohung mit dem Argument der Kosten für die Krankheitsausfälle völlig unzulässig untersetzt wird.“

Nach Angaben der IG Metall werde nunmehr das Thüringer Sozialministerium als oberste Landesbehörde für Arbeitsschutz, das Thüringer Arbeitsministerium als ebenfalls zuständige oberste Landesbehörde sowie die Bundesagentur für Arbeit als aufsichtführende Behörde für die Personalverleiher eingeschaltet und dort das Vorgehen zur Anzeige gebracht.

„Wir wissen, dass die aktuell zutage getretenen Verwerfungen beim Versandhändler amazon kein Einzelfall sind. Dass jedoch bei einem flächentarifgebundenen Unternehmen die Eskalationsskala im Missbrauch der Leiharbeit derart ausgeweitet wird, zeigt einmal mehr, dass in dieser Branche die „schwarzen Schafe“ die halbe Herde ausmachen. Wir werden jedem einzelnen Mitglied Rechtsschutz gewähren, für den Fall, dass die TUJA ihre Drohung Realität werden lässt. Darüber hinaus vertrauen wir auf die Thüringer Landesregierung und die Bundesagentur für Arbeit, dass den von uns angezeigten Verstößen nachgegangen wird und die Verantwortlichen auch zur Verantwortung gezogen werden,“ sagte Spitzbarth abschließend.
Autor: red

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Kommentare
Retupmoc
22.02.2013, 11:18 Uhr
Und nun?
Sollten die Angaben stimmen, kann ich den Arbeitern nur empfehlen... geht alle zum Doc und lasst Euch krankschreiben. Denn diese Ausbeutung durch Firmen wie Tuja wird ja vom Staat gefördert. Da habt Ihr nichts zu erwarten. Oder geht in den Streik. Denn wie hieß es schon früher: Wennn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still.

Leiharbeit ist Sklavenarbeit
der Andere
22.02.2013, 11:54 Uhr
sofort einstampfen , diesen Tuja - Verein
Das spricht wieder ganz klar dafür , daß die Zeitarbeitsunternehmen ihre Mitarbeiter bis aufs letzte ausbeuten. Ich habe vor langer Zeit auch mal bei diesem Anbieter gearbeitet, für Almosen.

Schuld ist jedoch die Politik , die das alles zuläßt und steuert, genauso wie den ganzen Harz 4 Kram. Wichtig ist , daß der Staat die Millarden in die Banken pumpt oder nach Griechenland und wo auch immer hinschickt.Es gab mal Zeiten , da bekamen Lehrlinge keine Ausbildungsstellen , jetzt ist es umgekehrt.

Wer setzt denn heute noch Kinder in die Welt mit einem Einkommen von z.B. einer Leihfirma - vielleicht 1200 € ? Doch wohl die Wenigsten. Was macht der Staat dagegen ? Er importiert billige Arbeitskräfte aus Osteuropa ( EU Erweiterung usw. ). Das ist das ganze Dilemma und das die Politik stark abhängig ist vom Kapital , der Wirtschaft.

Ich kann jedem nur raten sich bestens zu qualifizieren und sich im Westen Deutschlands zu bewerben, am besten direkt bei der Firma und nicht bei diesen Zeitarbeitsfirmen. Der Osten Deutschlands ist das Paradies für solche wie Tuja usw. Da kann ausgequetscht werden bis zum Umfallen.

Es wäre natürlich noch die Frage zu stellen , wie die Haftungslage ist , wenn ein Arbeitnehmer trotz Krankheit unter Repressalien doch arbeitet und dann etwas passiert.......
Wolfi65
22.02.2013, 12:46 Uhr
Ja nicht krank werden
Auch bei einer Firma ARWA, Niederlassung Leinefelde, ist das Realität. Die Kündigung war fast schneller bei mir Zuhause, als der Krankenschein in Leinefelde. Wenn das kein Service ist, dann weiss ich es auch nicht mehr.
Die PARTEI
22.02.2013, 12:53 Uhr
Vorschlag an Tuja
Warum nicht alle Mitarbeiter als Prävention in der Kalten Jahreszeit entlassen und in den Winterschlaf schicken? So gibts auch keine Krankmeldungen und im Frühjahr sind alle topfit für viel Arbeit zum kleinen Preis.
Alex Gösel
22.02.2013, 13:07 Uhr
Nicht nur bei TUJA an der Tagesordnung...
auch bei den ortsansässigen "gemeinnützigen" Vereinen und GmbH's ist ein derartiges Vorgehen an der Tagesordnung. Leider spielen hier aber "Machenschaften" von den "oberen Zehntausend" mehr, als der kleine, dumme Arbeitslose...
Georg
22.02.2013, 14:12 Uhr
Und was sagt...
die Geschäftsleitung vom Wago- Werk in Sondershausen zu diesem Skandal? Seit vielen Jahren werden dort ständig Leiharbeiter für wenig Lohn beschäftigt. Da ist nix mit Auftragsspitzen abdecken. Es geht nur um Gewinnmaximierung auf Kosten der Leiharbeiter.

Und das ist nicht nur bei Wago so. Auch im Betonwerk Heringen, bei Knauf in Rottleberode u.a. werden ständig Leiharbeiter eingesetzt. Leider haben das Schröder & Genossen den Unternehmern das erst ermöglicht und den Niedriglohnsektor ausgeweitet. Am Ende muss der Steuerzahler den Minderverdienst durch Hartz IV wieder ausgleichen und damit indirekt die Unternehmen subventionieren. Und die gleichen Unternehmer beklagen dann durch ihre Lobbyisten das der Sozialstaat zu teuer ist und mal wieder "reguliert" werden muss.
andreas66
22.02.2013, 16:21 Uhr
Wie...
krank und unsozial ist unser System bloß geworden.
lumpi22
22.02.2013, 18:11 Uhr
Genau Andreas66,
das frage ich mich schon seit Wochen, nein Monaten, ach nein seit Jahren! In diesem Staat darf man keine andere Gedanken haben, als immer nur für "die da Oben" da zu sein, zu arbeiten und sich auspressen zu lassen! Das ist bei den Firmen-Chefs so, wie auch in der Politik, immer die die das SAGEN haben entscheiden und da spielt immer nur der Gewinn und das eigene Geld im Portmone`eine Rolle! Die Kleinen sind nur die, die das machen müssen, was sie wollen! Das ist wirklich krank und unsozial!
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