Mo, 11:41 Uhr
04.02.2013
Handelshemmnisse abbauen
Das internationale Engagement der deutschen Wirtschaft steigt. Auch die Thüringer Firmen haben ihr Auslandsgeschäft im vergangenen Jahr trotz bestehender Handelshemmnisse weiter ausgebaut. Das ergab die deutschlandweite IHK-Umfrage Going International 2013 an der sich 2.500 Unternehmen beteiligten, darunter auch 112 aus Thüringen.
Durch das Engagement auf internationalem Parkett konnten sie nicht nur ihre weltweite Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch den heimischen Arbeitsmarkt stärken. Die Zufriedenheit der einheimischen Wirtschaft zeigt sich insbesondere bei Geschäftsbeziehungen mit Österreich, gefolgt von der Schweiz, Polen, den Niederlanden und Tschechien, stellt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt, fest.
Eine positive Entwicklung im Jahr 2013 erwarteten die Unternehmen insbesondere mit Blick auf die europäischen Nachbarländer, aber auch China, Russland und die USA sowie Indien und Südkorea. Hier spielt vor allem das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea eine wichtige Rolle, durch das in den kommenden vier Jahren rund 99 Prozent aller Zölle wegfallen, ist Grusser optimistisch. Getrübt wären hingegen die Erwartungen an Handelsbeziehungen in südeuropäische Länder. Viele Thüringer Betriebe schätzten die künftigen Aussichten in Griechenland, Spanien und Portugal negativ ein.
Knapp 65 Prozent der im Rahmen der Untersuchung Going International 2013 befragten Unternehmen nennen als optimale Rahmenbedingung für betrieblichen Erfolg im Ausland einen einfachen Marktzugang, Freihandelsabkommen, niedrige Zölle und einen Investitionsschutz. Wichtig sind außerdem stabile politische Verhältnisse (von 58 Prozent genannt) und stabile Wechselkurse (30 Prozent).
So müssen Unternehmen, die Güter nach Argentinien einführen, Ware im gleichen Wert aus dem Land ausführen. Brasilien hat inzwischen einen Mehrwertsteuersatz für Fahrzeuge in Höhe von 30 Prozent. Wer zollfreie Ware in Russland einführen will, muss 60 Prozent, beispielsweise durch Zulieferteile oder Arbeitsleistung am Montagestandort vor Ort, herstellen und dies aufwendig nachweisen. Nach aktuellen Berechnungen der EU-Kommission hat sich die Anzahl der nichttarifären Handelshemmnisse in den vergangenen vier Jahren mehr als versechsfacht, von 80 im Jahr 2008 auf 534 im Jahr 2012.
Nichttarifäre Handelshemmnisse sind immer ein Problem, besonders jedoch in Zeiten einer schwächelnden Weltwirtschaft, warnt Höhne. Die Thüringer IHKs sehen es als Aufgabe des Bundes und der EU an, gegen Protektionismus vorzugehen, damit der Export nicht gebremst werde.
Hintergrund: Die bundesweite Umfrage Going International 2013 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ist mit Unterstützung von 80 Industrie- und Handelskammern (IHKs) erstellt worden. An der Online-Umfrage im Winter 2012/2013 haben sich insgesamt 2.500 auslandsaktive Unternehmen mit Sitz in Deutschland beteiligt. Die aktuelle Umfrage führt die gleichnamigen bundesweiten Analysen aus den Jahren 2005 bis 2012 fort.
Autor: redDurch das Engagement auf internationalem Parkett konnten sie nicht nur ihre weltweite Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch den heimischen Arbeitsmarkt stärken. Die Zufriedenheit der einheimischen Wirtschaft zeigt sich insbesondere bei Geschäftsbeziehungen mit Österreich, gefolgt von der Schweiz, Polen, den Niederlanden und Tschechien, stellt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt, fest.
Eine positive Entwicklung im Jahr 2013 erwarteten die Unternehmen insbesondere mit Blick auf die europäischen Nachbarländer, aber auch China, Russland und die USA sowie Indien und Südkorea. Hier spielt vor allem das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea eine wichtige Rolle, durch das in den kommenden vier Jahren rund 99 Prozent aller Zölle wegfallen, ist Grusser optimistisch. Getrübt wären hingegen die Erwartungen an Handelsbeziehungen in südeuropäische Länder. Viele Thüringer Betriebe schätzten die künftigen Aussichten in Griechenland, Spanien und Portugal negativ ein.
Positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt
Das Thüringer Exportwachstum, das sich im letzten Jahr auf rund 2,5 Prozent belief, beflügelte insbesondere den Arbeitsmarkt. Rund 90 Prozent der befragten auslandsaktiven Unternehmen aus dem Freistaat haben ihren Personalbestand gehalten oder sogar zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Fast ein Viertel hat Personal im Inlandsgeschäft aufgestockt, jeder fünfte Betrieb neue Mitarbeiter für das Exportgeschäft eingestellt, berichtet Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen. Allerdings dürften diese positiven Entwicklungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Thüringer Betriebe zunehmend mit länderspezifischen Schwierigkeiten beim Export zu kämpfen haben.Knapp 65 Prozent der im Rahmen der Untersuchung Going International 2013 befragten Unternehmen nennen als optimale Rahmenbedingung für betrieblichen Erfolg im Ausland einen einfachen Marktzugang, Freihandelsabkommen, niedrige Zölle und einen Investitionsschutz. Wichtig sind außerdem stabile politische Verhältnisse (von 58 Prozent genannt) und stabile Wechselkurse (30 Prozent).
Kritik an Handelshemmnissen
Fast 22 Prozent der im Ausland aktiven Unternehmen spürten im vergangenen Jahr Handelshemmnisse. Für viele Firmenchefs sind die lokalen Zertifizierungsanforderungen die größte Barriere. Aber auch verstärkte Sicherheitsmaßnahmen kosten zusätzlich Zeit und Geld, sagt Peter Höhne, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostthüringen zu Gera. Zwar gibt es immer mehr bilaterale Freihandelsabkommen, allerdings führen verschiedene Staaten nichttarifäre Handelsbeschränkungen ein, die von der Welthandelsorganisation (WTO) nicht sanktioniert werden.So müssen Unternehmen, die Güter nach Argentinien einführen, Ware im gleichen Wert aus dem Land ausführen. Brasilien hat inzwischen einen Mehrwertsteuersatz für Fahrzeuge in Höhe von 30 Prozent. Wer zollfreie Ware in Russland einführen will, muss 60 Prozent, beispielsweise durch Zulieferteile oder Arbeitsleistung am Montagestandort vor Ort, herstellen und dies aufwendig nachweisen. Nach aktuellen Berechnungen der EU-Kommission hat sich die Anzahl der nichttarifären Handelshemmnisse in den vergangenen vier Jahren mehr als versechsfacht, von 80 im Jahr 2008 auf 534 im Jahr 2012.
Nichttarifäre Handelshemmnisse sind immer ein Problem, besonders jedoch in Zeiten einer schwächelnden Weltwirtschaft, warnt Höhne. Die Thüringer IHKs sehen es als Aufgabe des Bundes und der EU an, gegen Protektionismus vorzugehen, damit der Export nicht gebremst werde.
Hintergrund: Die bundesweite Umfrage Going International 2013 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ist mit Unterstützung von 80 Industrie- und Handelskammern (IHKs) erstellt worden. An der Online-Umfrage im Winter 2012/2013 haben sich insgesamt 2.500 auslandsaktive Unternehmen mit Sitz in Deutschland beteiligt. Die aktuelle Umfrage führt die gleichnamigen bundesweiten Analysen aus den Jahren 2005 bis 2012 fort.

