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Do, 11:16 Uhr
29.01.2004

„Das war ein Skandal!“

Nordhausen (nnz). Am vergangenen Freitag hatte „My fair Lady“ am Nordhäuser Theater Premiere. Der vorausgegangen war Zoff mit dem Inhaber der Rechte, die Inszenierung wurde "in letzter Minute" verändert. Doch der Zoff ist noch nicht vorbei...


Die Nordhäuser Inszenierung des Erfolgsmusicals war schon vor der Premiere eine Sache der Juristen geworden. Wie nnz aus dem Verlag Felix Bloch Erben in Berlin erfuhr, habe man versucht, die Premiere mit einer einstweiligen Verfügung zu verbieten. Damit ist der Verlag jedoch vor Gericht gescheitert. Und so schickte er zwei Mitarbeiter nach Nordhausen, die sich die Nordhäuser Fassung ansehen sollten. Sie hatten zu kontrollieren, ob sich die Akteure an den Originalstoff hielten. Einer der „Kontrolleure“ war Stephan Kopf. Selbst die überarbeitete und dem Publikum angebotene Version habe nichts mit der Originalvorlage zutun gehabt, es „gab schwerwiegende Eingriffe und damit grobe Verstöße gegen das Urheberrecht“. Und überhaupt seien Kopf die Motive dieser „Stückmisshandlung“ überhaupt nicht verständlich. Da seien Begriffe wie Euro, Agenda oder Sozialamt in einen Topf mit König, Pfund oder Gasbeleuchtung geworfen worden.

Noch krasser sieht es Bettina Migge. Die Verlagsprokuristin spricht gar von einem Skandal, einer Inszenierung, die nicht mal witzig, „sondern einfach nur blöd war“. Dabei habe Intendantin Dr. Monika Pirklbauer vor der Premiere garantiert, alle Änderungen zurückzunehmen. Diese Zusage sei aus Sicht des Berliner Verlags nicht einhalten worden, es habe nur minimale Änderungen gegeben.

Verbieten wolle man die Nordhäuser Aufführung noch nicht, eine Chance werde dem Haus an der Promenade noch eingeräumt. Der Verlag werde überwachen, dass das Stück korrekt und peinlichst genau der Vorlage entsprechend über die Nordhäuser Bühne geht. Und so werden am 13. Februar wieder Mitarbeiter des Verlages Felix Bloch Erben mit dicken Textbüchern im Parkett sitzen.

Für Bettina Migge ist ein solches Verhalten der Chefetage des Nordhäuser Theaters einfach nicht verständlich, nicht nachzuvollziehen, es schade letztlich dem Theater und der Region. Und wer sich auf den Internetseiten des Verlags mal die Vielzahl der Autoren und Stücke ansieht, für die es Aufführungsrechte zu vergeben gibt, der kann daraus selbst Schlussfolgerungen ziehen. Ein solches Schauspiel wie mit der „Lady“ werden und wollen sich die Berliner nicht mehr allzu oft antun. Schon gar nicht mit dem Nordhäuser Theater.
Autor: nnz

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