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Fr, 07:24 Uhr
30.11.2012

Probleme in der Berufsschule angehen

Auch im kommenden Jahr wird das Lückenschlussprojekt Integrationscoach im Rahmen des Modellprogramms JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region fortgesetzt. Das hat in dieser Woche der Kreisausschuss bestätigt. Zwei Integrationscoachs beim Horizont-Verein betreuen in diesem Projekt Jugendliche, die die Schule verweigern...

Maik Ahne und Franziska Köhler sind Integrationscoachs bei Horizont (Foto: privat) Maik Ahne und Franziska Köhler sind Integrationscoachs bei Horizont (Foto: privat) „Neu ist, dass wir uns jetzt auch um Schüler in der Schulabgängerklasse, der 10. Klasse in Regelschulen kümmern“, so Projektmitarbeiter Maik Ahne. „Außerdem sind wir Ansprechpartner für das Berufsvorbereitende Jahr sowie duale und schulische Berufsausbildungen.“ Anliegen der Integrationscoachs ist es, mit den Jugendlichen ganz individuell an ihren Problemen zu arbeiten, um so zu erreichen, dass sie wieder regelmäßig zur Schule gehen und sich auf den Unterricht konzentrieren können.

Zielgruppen der Integrationscoachs sind schuldistanzierte Schüler in den Abgangsklassen von allgemeinbildenden Schulen ohne Schulabschluss, die nicht durch ein anderes Förderprojekt betreut werden können, Schulabgänger mit Abschluss, denen es jedoch an Ausbildungsreife fehlt und die keine Lehrstelle haben, und Azubis, die die Berufsschule verweigern oder bei denen die Gefahr besteht, dass sie die Ausbildung aufgrund der Probleme in der Berufsschule abbrechen.

Ziele des Projekts sind dabei zu unterstützen, einen Schulabschluss zu erreichen, auf eine Ausbildung vorzubereiten bzw. eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen. „In den Wochen nach den Herbstferien beginnt für uns die eigentliche Arbeit in den Schulen, weil sich dann zeigt, wo die Probleme liegen und welche Schüler sie betreffen“, sagt Projektmitarbeiter Maik Ahne.

Eltern, Lehrer, Ausbilder und die Schüler selbst können sich bei den Integrationscoachs melden. Gemeinsam wird dann die jeweilige Situation besprochen, beispielsweise der Tagesablauf neu strukturiert und sinnvolle Aufgaben gesucht, die das Interesse der Jugendlichen wecken. Dies geschieht u.a. in der praktischen Arbeit im Horizont-Bauernhof in Heringen oder in einer der Werkstätten des Vereins. So soll es gelingen, den Jugendlichen auch eine berufliche Perspektive aufzuzeigen und sie für eine Ausbildung zu motivieren.

„Unser Ziel ist es außerdem, Firmen zu erreichen, damit diese sich bei uns melden, wenn ihre Auszubildenden Probleme in der Berufsschule haben. So soll es gelingen, Schwierigkeiten möglichst frühzeitig zu begegnen und so ein Scheitern der Ausbildung zu verhindern“, so Maik Ahne.

Das Projekt Integrationscoach ist Teil des Programms JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region, bei dem der Landkreis Nordhausen als einer von deutschlandweit 36 Landkreisen bzw. Städten gefördert wird. Die Initiative fördern das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Europäische Sozialfonds und die Europäische Union. Damit will das Familien­ministerium ein deutliches Zeichen für eine starke Jugendpolitik in den Kommunen setzen und Jugendliche unterstützen, die benachteiligt sind, aber bislang durch bestehende Angebote noch unzureichend erreicht worden sind.

Hierzu zählen neben den gut 6 Prozent der Jugendlichen, die laut Bildungsbericht keinen Schulabschluss haben, auch diejenigen, die ihrer Berufsschulpflicht nicht nachkommen. Mehr als jeder fünfte Jugendliche bricht die Ausbildung ab. Bundesweit haben 15 Prozent der 20 bis 29-Jährigen keinen Berufs­abschluss. Sechs Prozent der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren in Deutschland sind langzeitarbeitslos oder finden keinen Zugang zum Arbeitsmarkt. Auch im Landkreis Nordhausen hatten laut Statistischem Landesamt im Schuljahr 2010/11 rund 12 Prozent der Schulab­gänger keinen Abschluss und 15 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nach dem SGB II sind unter 25 Jahre alt, das entspricht einer Quote von 12 Prozent dieser Altersgruppe.

Für das Projekt Integrationscoach sind die Ansprechpartner Maik Ahne sowie Franziska Köhler, erreichbar in der Elisabethstraße 13 in Nordhausen, Telefon 03631 47 339 046 bzw. per E-Mail unter info@dw.horizont-verein.de.
Autor: nnz

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Kommentare
black
30.11.2012, 16:28 Uhr
Wahl zum Unwort des Jahres
"Schuldistanziert" - Eine unglaubliche Wortschöpfung. Früher sagte man Schulschwänzer, Schulbummler oder einfach man hat keinen Bock auf Schule, auf Leistung oder sich unter- bzw. einzuordnen. Aber das zeigt ein generelles Problem unserer Gesellschaft, ja keinem groß "weh tun" und für klare Fakten, weiche Wortschöpfungen finden. Das Wort steht für mich ganz vorn bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2012.
Loki
05.12.2012, 20:17 Uhr
nette beschreibung
es gibt Worte auf denen manche nicht klar kommen ;-)


aber es gibt viel schlimmere Worte die verschönt werden....
ich bin auf die oben genannte Liste gespannt.
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