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Mi, 09:09 Uhr
31.10.2012

Hubertus und die Jagdleidenschaft

Im Südharz ist es Tradition der Kreisjägerschaft, ihren Dank dem Weidwerk gegenüber mit einer festlichen Veranstaltung zum Hubertustag zum Ausdruck zu bringen. Sie lädt alle Interessierten für den 4. November zur mittlerweile 5. Ökumenischen Hubertusmesse in den Dom zum Heiligen Kreuz ein, wo sie um 18 Uhr beginnt. Dazu ein Beitrag von Kurt Frank...

Hubertusjagd (Foto: privat) Hubertusjagd (Foto: privat)

Dom-Pfarrer Richard Hentrich wird gemeinsam mit dem evangelischen Superintendenten Pfarrer Michael Bornschein den Gottesdienst gestalten.

Jagdfalken begleiten den Einzug in den Dom

Jagdhornbläser stimmen auf das festliche Ereignis ein. Es wird von der Chorgemeinschaft Großlohra / Trebra und dem Vokalensemble „Legende“ aus Königsberg kulturell umrahmt. Egon Primas, CDU-Landtagsabgeordneter und forstpolitischer Sprecher, äußert Gedanken zur Jagd. Nach dem Gottesdienst sind die Jagdhornbläser noch im Domhof am Lagerfeuer zu hören. Christian Büchting, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, hofft, mit dieser Veranstaltung Vorbehalte sowohl gegenüber der Jagd als auch der Kirche abbauen zu können.

Seit dem Mittelalter wird die Hubertus-Legende erzählt, nach der dieser auf der Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt wurde. Hubertus schoss alles, was ihm vor den Bogen kam. Ein Schießer, kein Heger. Als er eines Tages nach langer Hatz einen Hirsch vor sich hatte, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz. Und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: „Hubertus, warum verfolgst du mich?“ Was bedeuten soll: Warum willst du mich töten? Von diesem Moment an beendete Hubertus das Jagen, wurde ein ernster Christ und führte fortan ein einfaches Leben. Später wurde er sogar Bischof von Maastricht und Lüttich, besagt die Legende.

Alle Jäger sollten sich den heiligen Hubertus zum Vorbild nehmen und aufhören zu jagen, sagen die zahlreichen Jagdgegner. Trotzdem würden alljährlich am 3. November, dem Hubertustag, die sogenannten und von der Kirche gesegneten Hubertusjagden stattfinden. Anstatt den heiligen Hubertus zum Schutzpatron der Tiere zu machen, habe ihn die Kirche zum Patron der Jäger erklärt, argumentieren sie. Ein Widerspruch?

Nein, sagen die Jäger, die sich gleichzeitig aktiv für den Naturschutz und die Erhaltung der Arten einsetzen. Auch für den Luchs. Ihr Argument: Uns Menschen gebe es heute nicht, wenn sie nicht schon in der Urgesellschaft zur Jagd gegangen und sich vom Fleisch der Tiere ernährt hätten. Man müsse heute regulierend eingreifen. Man stelle sich nur vor, wenn Schwarzwild oder Waschbären sich uferlos vermehrten. Verwüstete Felder und ausgeraubte Vogelnester wären die Folgen. Was würde dann wohl die Gegenseite sagen, fragen sie.

Christian Büchting, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, ist überzeugt: Jeder gute Jäger sei auch ein guter Heger. Der füttert das Wild in schneereichen und harten Wintern, damit es nicht elend verhungert. Der Weidmann erlege nur das, was der Hegeabschuss hergebe. Schießer sind ihm zuwider. Auch seien die Zeiten, wo alles schädlich war und abgeschossen werden musste, was beispielsweise einen krummen Schnabel hatte, Gott sei Dank endgültig vorbei. Den Sinn der Hubertuslegende sieht Büchting darin, dass der Mensch in Einklang und Frieden mit der Natur und den Tieren leben soll. Da gebe es noch einiges zu tun, räumt er ein.

Das Lied „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“, das aus der Feder von Gottfried Benjamin Hancke, Dichter der Barockzeit, stammt, wird am Sonntag nicht zu hören sein. Vielleicht aus gutem Grund. Darin heißt es: „Das edle Jägerleben vergnüget meine Brust, dem Wilde nachzustreben, ist meine höchste Lust. Wir laden unsere Büchsen mit Pulver und mit Blei. Wir führen das beste Leben, im Walde sind wir frei.“

Völlig anders verlaufen die Hubertusjagden, die Gestüte und Pferdesportvereine in Thüringen veranstalten. Sie haben mit der eigentlichen Jagd nichts zu tun. Reiter und Hunde folgen einer vorher gelegten Duftspur, der sogenannten Schleppe. Bei dieser Jagdform geht es unblutig zu. Kein Tier wird getötet. Der Zucht-, Reit- und Fahrverein Herrmannsacker veranstaltete bereits eine derartige „Jagd“, allerdings ohne Hunde, informierte Vorsitzender Uwe Dörmann. 15 Reiter waren daran beteiligt.
Autor: nnz

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