Di, 07:49 Uhr
16.10.2012
Zu spät informiert?
Seit den Machtwechseln im Rathaus zu Nordhausen und dem Landratsamt vergeht kaum eine Gelegenheit, da aus den Pressestellen die nun wunderbare Zusammenarbeit betont wird. Schaut man jedoch hinter die politischen Floskeln, dann wird weiter gegeneinander gearbeitet...
Ein Beispiel lieferte gestern wieder der Verlauf der Kreisausschusssitzung. Es war fast zu befürchten, dass sich angesichts der Tagesordnung und der Anwesenheit von Matthias Jendricke (SPD) als stellvertretendes Mitglied des Kreisausschusses ein Spannungspotential aufbauen musste. Man mag zu dem Nordhäuser (Ordnungs)bürgermeister stehen wie man will, in punkto Brand- und Katastrophenschutz vertritt er eine Meinung, die Gewicht hat, auch weil der Mann sich in den Gesetzes- und Verordnungslagen auskennt. Und selbst als Außenstehender kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass gewisse Kräfte im Landratsamt nur eine Arbeitsrichtung kennen: Gegen die Stadt Nordhausen.
Das hat in dem Fachbereich des Landratsamtes eine langjährige Tradition und wurde des öfteren an dieser Stelle thematisiert. Das es eigentlich Beschlüsse des Kreistages gibt, ist eigentlich egal. Einer davon besagt klipp und klar, dass bei Investitionen in erster Linie die Stützpunktfeuerwehren zu stärken sind. Heringen zum Beispiel ist keine Stützpunktfeuerwehr, hat sich als Kommune jedoch in die Stufe 3 eingestuft. Wer die hat, der müsste ein großes Hilfeleistungsfahrzeug oder gar eine Drehleiter vorhalten. Hat Heringen aber nicht und bekommt nun einen Rettungssatz vom Landkreis, den die Kommune eigentlich selbst hätte finanzieren müssen - für den örtlichen Brandschutz.
Auch die anderen Landgemeinde namens Harztor müsste eine Drehleiter in der "Garage" in Niedersachswerfen stehen haben, denn dieser Ortsteil hat sich ebenfalls in die "3" eingestuft. Doch bei dem schweren Brand eines Mehrfamilienhauses musste die Drehleiter aus Nordhausen angefordert werden. Und damit kommen wir zum nächsten Akt des Spiels "Landkreis gegen Stadt". Die Reihenfolge der Alarmierung. Bei dem Brand in der Goethestraße wurden in der ersten Welle (4.03 Uhr) alle notwendigen Fahrzeuge alarmiert. Nur nicht die Drehleiter der Nordhäuser, obwohl die in dem Alarmierungsvorschlag bei entsprechender Schadenslage hätte mit rausrücken sollen. Eine Drehleiter macht sich bei einem Brand, der die vierte Etage eines Wohnhauses erfasst hat einfach gut, was selbst einem Laien einleuchten müsste.
Nein, die Nordhäuser Drehleiter wurde erst um 4.10 Uhr in einer zweiten Welle "rausgeholt", wertvolle Zeit war verstrichen.
Dieser Vorfall ist einer von vielen, die sich in den zurückliegenden Monaten zugetragen hätten, warf gestern Matthias Jendricke in den ring des Kreisausschusses. Von der Kreisverwaltung konnte gestern niemand dazu Stellung beziehen, der zuständige Fachgebietsleiter hatte die Sitzung bereits verlassen. Die angekündigte Stellungnahme des Landratsamtes sollte vor allem die betroffenen Bewohner in der Goethestraße interessieren.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEin Beispiel lieferte gestern wieder der Verlauf der Kreisausschusssitzung. Es war fast zu befürchten, dass sich angesichts der Tagesordnung und der Anwesenheit von Matthias Jendricke (SPD) als stellvertretendes Mitglied des Kreisausschusses ein Spannungspotential aufbauen musste. Man mag zu dem Nordhäuser (Ordnungs)bürgermeister stehen wie man will, in punkto Brand- und Katastrophenschutz vertritt er eine Meinung, die Gewicht hat, auch weil der Mann sich in den Gesetzes- und Verordnungslagen auskennt. Und selbst als Außenstehender kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass gewisse Kräfte im Landratsamt nur eine Arbeitsrichtung kennen: Gegen die Stadt Nordhausen.
Das hat in dem Fachbereich des Landratsamtes eine langjährige Tradition und wurde des öfteren an dieser Stelle thematisiert. Das es eigentlich Beschlüsse des Kreistages gibt, ist eigentlich egal. Einer davon besagt klipp und klar, dass bei Investitionen in erster Linie die Stützpunktfeuerwehren zu stärken sind. Heringen zum Beispiel ist keine Stützpunktfeuerwehr, hat sich als Kommune jedoch in die Stufe 3 eingestuft. Wer die hat, der müsste ein großes Hilfeleistungsfahrzeug oder gar eine Drehleiter vorhalten. Hat Heringen aber nicht und bekommt nun einen Rettungssatz vom Landkreis, den die Kommune eigentlich selbst hätte finanzieren müssen - für den örtlichen Brandschutz.
Auch die anderen Landgemeinde namens Harztor müsste eine Drehleiter in der "Garage" in Niedersachswerfen stehen haben, denn dieser Ortsteil hat sich ebenfalls in die "3" eingestuft. Doch bei dem schweren Brand eines Mehrfamilienhauses musste die Drehleiter aus Nordhausen angefordert werden. Und damit kommen wir zum nächsten Akt des Spiels "Landkreis gegen Stadt". Die Reihenfolge der Alarmierung. Bei dem Brand in der Goethestraße wurden in der ersten Welle (4.03 Uhr) alle notwendigen Fahrzeuge alarmiert. Nur nicht die Drehleiter der Nordhäuser, obwohl die in dem Alarmierungsvorschlag bei entsprechender Schadenslage hätte mit rausrücken sollen. Eine Drehleiter macht sich bei einem Brand, der die vierte Etage eines Wohnhauses erfasst hat einfach gut, was selbst einem Laien einleuchten müsste.
Nein, die Nordhäuser Drehleiter wurde erst um 4.10 Uhr in einer zweiten Welle "rausgeholt", wertvolle Zeit war verstrichen.
Dieser Vorfall ist einer von vielen, die sich in den zurückliegenden Monaten zugetragen hätten, warf gestern Matthias Jendricke in den ring des Kreisausschusses. Von der Kreisverwaltung konnte gestern niemand dazu Stellung beziehen, der zuständige Fachgebietsleiter hatte die Sitzung bereits verlassen. Die angekündigte Stellungnahme des Landratsamtes sollte vor allem die betroffenen Bewohner in der Goethestraße interessieren.
Peter-Stefan Greiner

