Do, 16:02 Uhr
27.09.2012
nnz-Betrachtung: Proteste unerwünscht
Am Montag wird es mitten auf einem Acker in der Goldenen Aue einen Großauflauf von Menschen geben, die immer wieder gern im Rampenlicht stehen. Gemeint sind Politiker aller "Klassen". Doch: Zum Spatenstich für die Erschließung des Industriegebietes sind Störer nicht erwünscht...
Die Bündnisgrünen im Norden dieses Freistaates hegen keine große Sympathie für die ihrer Meinung nach sinnlose Versieglung wertvollen Ackerbodens. Und diese Haltung wollen sie auch zum Ausdruck bringen. Ich teile diese Meinung nicht, aber das muss in einer Demokratie auch erlaubt sein. Nicht erlaubt ist das bei der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft. Die ist der Platzhirsch der 100 Hektar künftiger industrieller Prosperität in der Nordhäuser Region.
"Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für die geplante Aktion wurde den Anmeldern der Protestaktion gestern durch das Nordhäuser Landratsamt mitgeteilt, dass die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) vom Hausrecht Gebrauch machen möchte und die Veranstaltung nicht auf 'Ihrem' Grundstück haben möchte - Kritik scheint also unerwünscht", so die Umweltschützer auf Nachfrage der nnz.
Eine Reaktion seitens der LEG gab es bislang nicht auf die entsprechende Anfrage unserer Zeitung. Vermutlich will man an diesem so geschichtsträchtigen Tag nur schöne Bilder, protestierende Mitglieder einer im Thüringer Landtag vertretenen Partei stören da nur. Schließlich geht es hier um den krönenden Abschluss einer fast 15jährigen Entwicklungsgeschichte dieser 100 Hektar. Und es besteht aus Sicht der nnz eigentlich kein Grund zum Feiern. Vielmehr hat die verantwortliche Politik in der Region und im Land den Menschen der Nordhäuser Region diese Jahre, diese vielleicht schon existierenden Arbeitsplätze wegverplant. Durch objektive Ursachen und subjektive Fehler.
Die werden vermutlich in all den Lobesreden auf sich selbst keine Erwähnung finden, dafür wird nach vorn geblickt - in eine leuchtende wirtschaftliche Zukunft.
Ob die "Feierbrigade" auch einen Blick auf die Protestierer wirft scheint fraglich. Die wollen sich von dem Standortwechsel nicht abhalten lassen. "Die Veranstaltung wird dennoch stattfinden, wir haben als Alternativstandort die ehemalige Nahverkehrshaltestelle am sogenannten Chausseehaus, direkt am Autobahnzubringer der L3080 zur A 38, genehmigt bekommen. Damit werden wir zudem auch an der
Zufahrt für die Fahrzeuge der 'SpatenstecherInnen' stehen", so die Botschaft.
Ich habe mich seit zwölf Jahren - seit dieses Projekt nnz besteht - immer für das Industriegebiet ausgesprochen. Ich stehe auch jetzt dazu. Allerdings bin ich enttäuscht von der landeseigenen Gesellschaft, die nun kleinbürgerlich agiert. Ich bin aber auch enttäuscht von einer Politik, die immer und immer wieder gern in der Sonne steht und keinerlei Schatten duldet. Ich hätte noch mehr Wünsche, doch die gehören im Rahmen einer sich selbst gern inszenierenden Gruppe von Frauen und Männern eher ins Reich der Phantasie.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDie Bündnisgrünen im Norden dieses Freistaates hegen keine große Sympathie für die ihrer Meinung nach sinnlose Versieglung wertvollen Ackerbodens. Und diese Haltung wollen sie auch zum Ausdruck bringen. Ich teile diese Meinung nicht, aber das muss in einer Demokratie auch erlaubt sein. Nicht erlaubt ist das bei der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft. Die ist der Platzhirsch der 100 Hektar künftiger industrieller Prosperität in der Nordhäuser Region.
"Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für die geplante Aktion wurde den Anmeldern der Protestaktion gestern durch das Nordhäuser Landratsamt mitgeteilt, dass die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) vom Hausrecht Gebrauch machen möchte und die Veranstaltung nicht auf 'Ihrem' Grundstück haben möchte - Kritik scheint also unerwünscht", so die Umweltschützer auf Nachfrage der nnz.
Eine Reaktion seitens der LEG gab es bislang nicht auf die entsprechende Anfrage unserer Zeitung. Vermutlich will man an diesem so geschichtsträchtigen Tag nur schöne Bilder, protestierende Mitglieder einer im Thüringer Landtag vertretenen Partei stören da nur. Schließlich geht es hier um den krönenden Abschluss einer fast 15jährigen Entwicklungsgeschichte dieser 100 Hektar. Und es besteht aus Sicht der nnz eigentlich kein Grund zum Feiern. Vielmehr hat die verantwortliche Politik in der Region und im Land den Menschen der Nordhäuser Region diese Jahre, diese vielleicht schon existierenden Arbeitsplätze wegverplant. Durch objektive Ursachen und subjektive Fehler.
Die werden vermutlich in all den Lobesreden auf sich selbst keine Erwähnung finden, dafür wird nach vorn geblickt - in eine leuchtende wirtschaftliche Zukunft.
Ob die "Feierbrigade" auch einen Blick auf die Protestierer wirft scheint fraglich. Die wollen sich von dem Standortwechsel nicht abhalten lassen. "Die Veranstaltung wird dennoch stattfinden, wir haben als Alternativstandort die ehemalige Nahverkehrshaltestelle am sogenannten Chausseehaus, direkt am Autobahnzubringer der L3080 zur A 38, genehmigt bekommen. Damit werden wir zudem auch an der
Zufahrt für die Fahrzeuge der 'SpatenstecherInnen' stehen", so die Botschaft.
Ich habe mich seit zwölf Jahren - seit dieses Projekt nnz besteht - immer für das Industriegebiet ausgesprochen. Ich stehe auch jetzt dazu. Allerdings bin ich enttäuscht von der landeseigenen Gesellschaft, die nun kleinbürgerlich agiert. Ich bin aber auch enttäuscht von einer Politik, die immer und immer wieder gern in der Sonne steht und keinerlei Schatten duldet. Ich hätte noch mehr Wünsche, doch die gehören im Rahmen einer sich selbst gern inszenierenden Gruppe von Frauen und Männern eher ins Reich der Phantasie.
Peter-Stefan Greiner

