
BI soll gegründet werden
In der kommenden Woche soll in Nordhausen eine Bürgerinitiative gegen den Bau eine Biometananlage gegründet werden. Wir haben die Einzelheiten für Sie...
Am 18. September, um 19 Uhr soll im BIC Nordthüringen in Nordhausen (Segelflugplatz) die Bürgerinitiative "Stoppt Biogas Nordhausen" gegründet werden. Die Stadt plant in der Nähe von Wohnbebauung eine Biomethananlage zu bauen. Bisher bekannte mögliche Standorte sollen in Nordhausen/Ost-Himmelgarten (neben dem bekannten Erdbeerfeld) und in Nordhausen/Bielen, neben dem BIC Thüringen (beim Segelflugplatz) sein. Dort befinden sich Wohnhäuser in einer Entfernung von nur 90 oder 60 Metern, so Wilfried Roßmell.
"Das wollen und müssen wir betroffenen Bürger verhindern! Neben der Lebensqualität, neben der riesigen Verkehrsbelastung durch über 10.000 LKW´s (40-ig Tonner), neben der Gefährdung der Sicherheit für unsere Kinder und der nicht vorhandenen Infrastruktur, wird Ackerland zum Anbau von Lebensmitteln und deren anschließenden Vernichtung genutzt. Hier soll vorwiegend Mais angebaut werden, der dann zu Biomethangas verwandelt wird!
Die Landwirtschaft verkommt zur Monokultur, die Preise für tierische und landwirtschaftliche Produkte, Benzin und Strom werden teurer und Zahlen tun das alles wir Bürger", heißt es in einem jetzt verbreiteten Aufruf.
Deshalb laden die Gründer alle interessierten und betroffenen Bürger am 18.09.2012, um 19 Uhr zum BIC ein, um an der Gründungsversammlung teilzunehmen.
Autor: nnz
Kommentare
Bodo Schwarzberg
14.09.2012, 22:42 Uhr
Biomethan: Vielen schwant langsam die Dimension
Ich bin sehr erfreut darüber, dass eine ganze Reihe von Kommentaren eine eindeutige Ablehnung der Biomethananlage zeigt und auch die ökologische Gesamtrechnung einbeziehen. Gerade erst hat die EU einen weiteren Rückzieher vom Biosprit gemacht: aus ähnlichen Gründen übrigens wie die Nationalakedemie Leopoldina Biogasanlagen ablehnt. Das sollte die neue BI mit in ihre Argumentation einbeziehen.
Nicht zuletzt: Eine solche Anlage muss Tag und Nacht Nachsschub an verwertbarem Material erhalten. Tausende zusätzliche LKW-Fahrten pro Jahr werden für noch mehr Verkehr als ohnehin schon vorhanden, sorgen. Und was kommt dann? Z.B. die Forderung nach einer Umgehungsstraße, vielleicht für Himmelgarten? So also funktioniert eine ach so ökologische Biomethananlage.
Macht man eine Gesantrechnung auf, dann sind Biogasanlagen so, wie geplant, gewiss negativ zu bewerten. Studien darüber gibt es genug.
Leider aber auch genug Kurzsichtigkeit und Täuschungsversuche seitens der Politik.
W.Roßmell
16.09.2012, 19:31 Uhr
Ja leider so sehen das inzwischen viele Bürger so wie Sie
Herr Schwarzberg! Wir von der Bürgerinitiative hoffen auf eine rege Beteiligung und einen klaren Ausdruck zur Gründungsversammlung und wollen erreichen, dass eine solche Anlage nicht in die Nähe von Wohngebieten gebaut wird. Auch die von Ihnen anderen angesprochenen Themen kann ich Ihnen nur Recht geben, aber Politiker denken leider nur an eins, an sich selbst und nicht an die von ihnen gewählten Bürger! Wie anders kann man es sonst verstehen, dass ein Aufsichtsratsmitglied der EVN als Mitglied der Linken und als Stadträtin sich mit voller Brust zum Bau dieser Biomethananlage äußert, obwohl auch Ihre Parteigenossen in Berlin inzwischen sich gegen solche Anlagen positioniert haben...? Unsere Stadträte und der Oberbürgermeister haben eigentlich genügend Informationen von uns erhalten, mal nachdenklicher und sachlicher an diese Entscheidung heranzugehen und sollten das versprochene Gespräch mit ihren Bürgern suchen, aber das wird mit allen Mitteln bisher abgelehnt! Mal sehen wie lange nocht, denn kommt die Anlage in Bielen, dann gibt es auch noch Anwälte...!
dirfido
17.09.2012, 09:33 Uhr
Bürger kommt am 18.09.2012 um 19:00 Uhr ins BIC-Bielen
Es ist traurig, dass eine Bürgerinitiative notwendig wird. Aber Petition mit 2200 Unterschriften schreiben, Fragen stellen und um Gespräch bitten ist zu wenig - wenn keine adäquate Reaktion erfolgt. Das eine wird ignoriert und das andere verhöhnt. So müssen die Bürger zwangsläufig selbst tätig werden. Vermutlich ist es den Verantwortlichen nicht einmal peinlich, sie sehen sich im Recht und vermuten hinter dem Aufbegehren der Bürger eine Meuterei von Unruhestiftern. Selbst gute und richtige Entscheidungen werden, durch das gezeigte Verhalten der Verantwortlichen, auch für die Zukunft diskreditiert. Auf diesem Nährboden wächst die Politikverdrossenheit prächtig weiter und schafft Raum für extreme Kräfte. Deshalb wäre die Bürgerinitiative eine gute und geeignete Plattform für unsere Lokalpolitiker die Bürger durch Verständnis und Sachverstand wieder mit ins Boot zu nehmen!
Ich kann nur alle Mitbürger aufrufen:
Bürger kommt am 18.09.2012 um 19:00 Uhr ins BIC-Bielen zur Versammlung der Bürgerinitiative und besucht am 26.09.2012 um 16:00Uhr die 24. Sitzung des Stadtrates der Stadt Nordhausen im Bürgersaal.
Bürger zeigt Gesicht!
Es scheint wichtiger denn je!!!!!
W. Roßmell
17.09.2012, 10:46 Uhr
@dirfido...
Lieber Herr oder Frau dirfido! Die Stadtratsitzung am 26.09.2012 findet bereits um 15,00Uhr statt! Bitte beachten und weitergeben!!!In der Hauptausschusssitzung letzten Mittwoch wurde das so beschlossen, auch wenn damit die Teilnahme der arbeitenden Bevölkerung sehr schlecht geworden ist. Vielleicht können aber die Bürger Ihre Arbeitszeit in ihrem und im Interesse aller Bürger, die Antworten zum Standort der Biomethananlage wissen möchten, entsprechend verschieben... Nur so sehen auch die Stadträte, dass eine Verschiebung auch in den frühen Morgenstunden möglich wäre...
Retupmoc
17.09.2012, 12:44 Uhr
Clever
Eine Stadtratsitzung dürfte nicht vor 18 Uhr stattfinden. Nicht nur wegen den Bürgern, sondern weil die Räte eigentlich selbst Arbeitszeit hätten. Aber clever gemacht vom Dr. - trotzdem : Bis Morgen!
Thomas Fichtner
17.09.2012, 13:09 Uhr
15:00 Uhr? Werktags?
Ja geht's noch oder was?
Allein DAS spricht Bände darüber wie sehr jedwede Bürgerbeteiligung in der Lokalpolitik überhaupt gewollt ist.
Alles vor 17Uhr ist absolute Frechheit und ein Ausschließen der arbeitenden Bevölkerung aus jedem Demokratischen Prozess. Aber Steuern und Abgaben zahlen - dafür ist man gut genug!
Man sollte eigentlich wegen dieser deutlichen Benachteiligung klagen...
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