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Fr, 08:23 Uhr
12.12.2003

Abriß ermöglicht Freilegung

Nordhausen (nnz). Vor einigen Wochen wurde in der Gedenkstätte Mittelbau-Dora der Rohbau des Lern- und Dokumentationszentrums übergeben. Nun nimmt mit dem Abriss des Hundesport-Vereinsheimes auch die Umgestaltung des ehemaligen Lagergeländes Formen an. Hier die Einzelheiten.


Abriß
Leitgedanke der landschaftsplanerischen Neukonzeption der Gedenkstätte ist es, bauliche Relikte sichtbar und die Struktur des ehemaligen Lagers für die Besucher lesbar zu machen. Ein wichtiger Bestandteil des Gedenkstättengeländes ist der ehemalige Industriebereich vor den Eingängen zur Stollenanlage, denn dort mussten die Häftlinge Zwangsarbeit leisten. Außerdem befand sich in diesem Bereich der Lagerbahnhof, auf dem Hunderte von Häftlingstransporten aus Buchenwald, Auschwitz und vielen anderen Lagern eintrafen. Hier wurden die Neuankömmlinge von der SS und ihren Wachhunden in Empfang genommen.

Im Frühjahr 1945 trafen mehrere Transporte mit Tausenden von Häftlingen aus den geräumten Lagern Auschwitz und Groß-Rosen auf dem Bahnhof ein. Viele Häftlinge konnten nach den wochenlangen Transporten nur noch tot aus den Waggons geborgen werden. Ihre Leichen wurden nach Berichten Überlebender im Umfeld des Bahnhofes auf Scheiterhaufen verbrannt.

Bislang konnten den Besuchern der Gedenkstätte große Teile des Bahnhofes nicht gezeigt werden. Seit 1982 befand sich dort das umzäunte Gelände eines Hundesportvereins, der nach langwierigen Verhandlungen im Oktober diesen Jahres ein neues Areal in Salza bezogen hat. Damit wurde der Abriss des Vereinsheimes möglich, das auf den unterkellerten Fundamenten eines Teils der Bahnhofsrampe errichtet wurde. Das Abtragen des Vereinsheimes wird sehr behutsam vorgenommen, um die baulichen Relikte der Rampe nicht zu beschädigen. Ab Anfang kommenden Jahres wird es möglich sein, den ehemaligen Lagerbahnhof, der für die Erinnerungsarbeit eine zentrale Rolle spielt, den Besuchern der Gedenkstätte zugänglich zu machen. Damit kommt die Gedenkstätte auf ihrem Weg der Umgestaltung des ehemaligen Lagergeländes einen großen Schritt voran.
Autor: nnz

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