Fr, 08:22 Uhr
12.12.2003
Keine Heimatstube, sondern Zugriff
Nordhausen (nnz). Die Flohburg im Herzen der Nordhäuser Altstadt hat schon eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie war Theater, Bibliothek, zuletzt war sie Gemälde-Galerie. Auch das sollte nicht das Letzte sein, hat die nnz jetzt erfahren.
Voraussichtlich im Frühjahr 2005 wird in der – zur Zeit geschlossenen - Flohburg in der Nordhäuser Altstadt ein stadthistorisches Museum öffnen. Dies ist eines der wichtigen Projekte in der kommenden Zeit, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke. Mit diesem Museum werden bedeutende Aspekte unserer Stadtgeschichte deutlicher ins Bewusstsein gerückt – auch mit Blick auf Thüringen, wo unsere reiche Historie leider noch zu wenig bekannt ist. Zugleich werde damit der Altstadt ein Impuls gegeben, denn die Flohburg werde zu einem Anziehungspunkt für die Nordhäuser und die Gäste der Stadt.
Der Kulturausschuss des Nordhäuser Stadtrates habe beschlossen, dass im kommenden Jahr eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen wird, die Anregungen für das inhaltliche Konzept des neuen Museums erarbeiten soll. Das Konzept insgesamt werde von einem Experten erstellt. In der Arbeitsgruppe sollen Stadträte, Mitarbeiter des Stadtarchivs, Mitglieder des Geschichts- und Altertumsvereins, der Interessengemeinschaft Familiengeschichte, Historiker und Vertreter von Religionsgemeinschaften mitarbeiten, sagte Cornelia Klose, Chefin des städtischen Kulturamtes.
Das Museum wird keine Heimatstube, sondern bietet einen modernen Zugriff auf die reiche Nordhäuser Stadtgeschichte. Einen Zugriff, der das Mitmachen und das aktive Erleben und Lernen – vor allem für junge Leute – in den Mittelpunkt stellt. Denn gerade auch für junge Leute gibt es bisher noch unbekannte, aber sehr spannende, Aspekte der heimischen Historie. Dabei wird die Museumspädagogik eine große Rolle spielen. Um all dies umzusetzen, sei in der Kulturkonzeption der Stadt u.a. vorgesehen, Stadtarchiv und Museum unter eine gemeinsame wissenschaftliche Leitung zu stellen, wie das in anderen Städten vergleichbarer Größe bereits üblich sei, sagte die Kulturamtsleiterin. Das wird eine sehr fruchtbare Verbindung.
Die Exponate, die im neuen Museum gezeigt werden sollen, setzten zeitlich schon in der fränkischen Zeit ein, dokumentierten bis in die Nachwende-Periode hinein und thematisierten auch die Geologie von Stadt und Region. Mögliche Themen-Schwerpunkte seien die Stadtgründer Heinrich und Mathilde, die Dom- und Reformationsgeschichte, die Reichsfreiheit der Stadt und darüber hinaus die wichtigen und interessanten Persönlichkeiten, die Nordhausen hervor gebracht hat.
Für die Ausstattung der Flohburg gebe es herrliche Fundstücke, die gezeigt werden könnten, und die den Besuch in der Flohburg zu einem echten Erlebnis machen könnten, da die Stadtgeschichte durch sie fassbar werde, sagte die Kulturamtsleiterin. Wir haben Hühnereier aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die bei Grabungen gefunden wurden und Getreidekörner aus dieser Zeit, die bei Keimversuchen sogar aufgegangen sind; wird haben uralte Ofenkacheln und Keramik, wird sind im Besitz von wertvollem Porzellan aus dem Hochmittelalter, haben Perlenketten und Glasbecher aus der fränkischen Zeit. Weitere interessante Stücke bewahren wir zur Zeit im Museums-Depot in der Waisenstraße auf. Wir können wahre Schätze präsentieren. Nordhausen war und ist eine stolze Stadt – das werden wir im Museum zeigen!
Bevor das möglich sei, müsse das mehr als 500 Jahre alte Gebäude allerdings saniert und erweitert werden. Frau Dr. Klose: Die `Flohburg´ neigt sich Richtung Barfüßerstraße. Der geplante Anbau zur Museumserweiterung in die Gegenrichtung – parallel zur Blasiistraße – könnte laut Gutachten diesen Prozess aufhalten. Schäden gebe es auch im Dachstuhl durch fehlende Balken, große Spalten in den Balken-Anschlüssen, sowie Fäulnis. Zur Zeit lägen mehrere Entwürfe für die Sanierung des Altstadt-Hauses vor.
Die Flohburg wurde im 15. Jahrhundert als Wohnhaus des Rittergeschlechtes von Barthe gebaut, 1789 hatte dort das 1. Nordhäuser Theater sein Domizil, später diente es wieder als Wohnhaus – nach dem 1. Weltkrieg lebten mehr als 70 Personen gleichzeitig im Gebäude, daher stammt vermutlich der Name Flohburg. Vor der Umgestaltung zur Galerie war im Gebäude die Kinderbibliothek.
Autor: nnzVoraussichtlich im Frühjahr 2005 wird in der – zur Zeit geschlossenen - Flohburg in der Nordhäuser Altstadt ein stadthistorisches Museum öffnen. Dies ist eines der wichtigen Projekte in der kommenden Zeit, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke. Mit diesem Museum werden bedeutende Aspekte unserer Stadtgeschichte deutlicher ins Bewusstsein gerückt – auch mit Blick auf Thüringen, wo unsere reiche Historie leider noch zu wenig bekannt ist. Zugleich werde damit der Altstadt ein Impuls gegeben, denn die Flohburg werde zu einem Anziehungspunkt für die Nordhäuser und die Gäste der Stadt.
Der Kulturausschuss des Nordhäuser Stadtrates habe beschlossen, dass im kommenden Jahr eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen wird, die Anregungen für das inhaltliche Konzept des neuen Museums erarbeiten soll. Das Konzept insgesamt werde von einem Experten erstellt. In der Arbeitsgruppe sollen Stadträte, Mitarbeiter des Stadtarchivs, Mitglieder des Geschichts- und Altertumsvereins, der Interessengemeinschaft Familiengeschichte, Historiker und Vertreter von Religionsgemeinschaften mitarbeiten, sagte Cornelia Klose, Chefin des städtischen Kulturamtes.
Das Museum wird keine Heimatstube, sondern bietet einen modernen Zugriff auf die reiche Nordhäuser Stadtgeschichte. Einen Zugriff, der das Mitmachen und das aktive Erleben und Lernen – vor allem für junge Leute – in den Mittelpunkt stellt. Denn gerade auch für junge Leute gibt es bisher noch unbekannte, aber sehr spannende, Aspekte der heimischen Historie. Dabei wird die Museumspädagogik eine große Rolle spielen. Um all dies umzusetzen, sei in der Kulturkonzeption der Stadt u.a. vorgesehen, Stadtarchiv und Museum unter eine gemeinsame wissenschaftliche Leitung zu stellen, wie das in anderen Städten vergleichbarer Größe bereits üblich sei, sagte die Kulturamtsleiterin. Das wird eine sehr fruchtbare Verbindung.
Die Exponate, die im neuen Museum gezeigt werden sollen, setzten zeitlich schon in der fränkischen Zeit ein, dokumentierten bis in die Nachwende-Periode hinein und thematisierten auch die Geologie von Stadt und Region. Mögliche Themen-Schwerpunkte seien die Stadtgründer Heinrich und Mathilde, die Dom- und Reformationsgeschichte, die Reichsfreiheit der Stadt und darüber hinaus die wichtigen und interessanten Persönlichkeiten, die Nordhausen hervor gebracht hat.
Für die Ausstattung der Flohburg gebe es herrliche Fundstücke, die gezeigt werden könnten, und die den Besuch in der Flohburg zu einem echten Erlebnis machen könnten, da die Stadtgeschichte durch sie fassbar werde, sagte die Kulturamtsleiterin. Wir haben Hühnereier aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die bei Grabungen gefunden wurden und Getreidekörner aus dieser Zeit, die bei Keimversuchen sogar aufgegangen sind; wird haben uralte Ofenkacheln und Keramik, wird sind im Besitz von wertvollem Porzellan aus dem Hochmittelalter, haben Perlenketten und Glasbecher aus der fränkischen Zeit. Weitere interessante Stücke bewahren wir zur Zeit im Museums-Depot in der Waisenstraße auf. Wir können wahre Schätze präsentieren. Nordhausen war und ist eine stolze Stadt – das werden wir im Museum zeigen!
Bevor das möglich sei, müsse das mehr als 500 Jahre alte Gebäude allerdings saniert und erweitert werden. Frau Dr. Klose: Die `Flohburg´ neigt sich Richtung Barfüßerstraße. Der geplante Anbau zur Museumserweiterung in die Gegenrichtung – parallel zur Blasiistraße – könnte laut Gutachten diesen Prozess aufhalten. Schäden gebe es auch im Dachstuhl durch fehlende Balken, große Spalten in den Balken-Anschlüssen, sowie Fäulnis. Zur Zeit lägen mehrere Entwürfe für die Sanierung des Altstadt-Hauses vor.
Die Flohburg wurde im 15. Jahrhundert als Wohnhaus des Rittergeschlechtes von Barthe gebaut, 1789 hatte dort das 1. Nordhäuser Theater sein Domizil, später diente es wieder als Wohnhaus – nach dem 1. Weltkrieg lebten mehr als 70 Personen gleichzeitig im Gebäude, daher stammt vermutlich der Name Flohburg. Vor der Umgestaltung zur Galerie war im Gebäude die Kinderbibliothek.

