Fr, 08:24 Uhr
12.12.2003
Wasser bedeutet Leben
Nordhausen (nnz). Der Nordhäuser Mühlgraben gehörte über 1000 Jahre zum Erscheinungsbild der Rolandstadt, war aus ihr nicht wegzudenken. Der Geschichte des künstlich geschaffenen Grabens haben nnz-Autor Rainer Hellberg und Fritz Schmalz tiefgründig recherchiert. Das Ergebnis erscheint in Kürze in Buchform.
Wasser ist Leben, diese Erfahrung beherzigend, leiteten geschickte Baumeister in der Karolinger Zeit einen künstlichen Graben von dem unberechenbaren Flüsschen Zorge ab, um mit dem Wasser Mühlen anzutreiben und der Ansiedlung ständig und unabhängig von den Launen der Natur das zur Existenz notwendige Brauchwasser zuzuführen. Angelegt wurde er vermutlich im Jahr 786. Der Mühlgraben schuf die notwendigen Voraussetzungen für eine dauerhafte Besiedlung und die spätere Entwicklung der Stadt Nordhausen. Von einigen verflucht, aber doch von den meisten geliebt, war er über 1000 Jahre am Wachsen und Werden der Stadt beteiligt, schrieb er mit an ihrer Geschichte. Seine wirtschaftliche Bedeutung ging mit den Jahrhunderten und der fortschreitenden Industrialisierung zurück.
Mit seiner Wasserkraft wurden die Mühlen der Stadt angetrieben, an seinen Ufern entstand ein blühendes Handwerk. Den Gewerbetreibenden lieferte er Brauchwasser, den Bürgern im Sommer über eine willkommene Abkühlung im Bad an der Rotleimmühle und im Winter auf der Eiswiese die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung. Für die Hausfrauen war der Mühlgraben der Ausguss. Alles was entzwei war, flog hinein - Geschirr, totes Kleinvieh, Gemüsereste, Knochen, Asche, Laub, Kehricht. Alle möglichen Brühen jeder Farbe, jeden Geruchs, dunkler Herkunft aus Fabriken, Brauereien, Brennereien und Küchen flossen in den Mühlgraben.
Seine Ufer waren für die Kinder und die heranwachsende Jugend ein beliebter Tummelplatz. Unvergesslich sind die ungezählten Stunden voller Erlebnisse und Abenteuer, die lustigen Bootsfahrten auf seinem ruhig dahin fließenden Wasser, die beliebte Suche nach Brauchbarem auf dem Grund während der Trockenlegung und nicht zuletzt das Fangen von Fischen beim Abschlag. Beim Bombenterror am 3. und 4. April 1945 verschwand der Mühlgraben für immer aus dem Stadtbild, das er über Tausend Jahre geprägt hatte.
Der Mühlgraben von Nordhausen Legende und Wirklichkeit nannten die Autoren ihre Arbeit, die bereits 1999 mit dem Umweltpreis des Landkreises Nordhausen ausgezeichnet wurde. Im September 2003 gelang es endlich, einen Verlag zu finden, der die Kosten übernahm und dieses Stück Stadtgeschichte in Buchform brachte. Dazu wurde in den vergangenen Monaten die Urfassung umgearbeitet und mit Firmenchroniken erweitert. Auch die meisten Abbildungen sind neu.
Wir möchten mit der vorliegenden Arbeit dazu beitragen, dass dieses Stück Stadtgeschichte nicht in Vergessenheit gerät. Nordhäuser, die großes Interesse am Entstehen dieser Publikation entwickelten, haben uns durch die Überlassung von Bildmaterial und Zeitzeugenaussagen unterstützt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank, sagte Hellberg der nnz.
Das Buch Der Mühlgraben von Nordhausen Legende und Wirklichkeit von Rainer Hellberg und Fritz Schmalz ist mehr als nur eine flüssig geschriebene Geschichte mit vielen schönen Bildern, es ist eine Liebeserklärung ohne Wenn und Aber an das Nordhausen wie es einmal war. Das 102-seitige Buch, ISBN Nr.: 3-00-012886-7, kann ab kommenden Montag zum Preis von 15,90 Euro in allen Buchhandlungen der Stadt erworben werden.
Autor: nnzWasser ist Leben, diese Erfahrung beherzigend, leiteten geschickte Baumeister in der Karolinger Zeit einen künstlichen Graben von dem unberechenbaren Flüsschen Zorge ab, um mit dem Wasser Mühlen anzutreiben und der Ansiedlung ständig und unabhängig von den Launen der Natur das zur Existenz notwendige Brauchwasser zuzuführen. Angelegt wurde er vermutlich im Jahr 786. Der Mühlgraben schuf die notwendigen Voraussetzungen für eine dauerhafte Besiedlung und die spätere Entwicklung der Stadt Nordhausen. Von einigen verflucht, aber doch von den meisten geliebt, war er über 1000 Jahre am Wachsen und Werden der Stadt beteiligt, schrieb er mit an ihrer Geschichte. Seine wirtschaftliche Bedeutung ging mit den Jahrhunderten und der fortschreitenden Industrialisierung zurück.
Mit seiner Wasserkraft wurden die Mühlen der Stadt angetrieben, an seinen Ufern entstand ein blühendes Handwerk. Den Gewerbetreibenden lieferte er Brauchwasser, den Bürgern im Sommer über eine willkommene Abkühlung im Bad an der Rotleimmühle und im Winter auf der Eiswiese die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung. Für die Hausfrauen war der Mühlgraben der Ausguss. Alles was entzwei war, flog hinein - Geschirr, totes Kleinvieh, Gemüsereste, Knochen, Asche, Laub, Kehricht. Alle möglichen Brühen jeder Farbe, jeden Geruchs, dunkler Herkunft aus Fabriken, Brauereien, Brennereien und Küchen flossen in den Mühlgraben.
Seine Ufer waren für die Kinder und die heranwachsende Jugend ein beliebter Tummelplatz. Unvergesslich sind die ungezählten Stunden voller Erlebnisse und Abenteuer, die lustigen Bootsfahrten auf seinem ruhig dahin fließenden Wasser, die beliebte Suche nach Brauchbarem auf dem Grund während der Trockenlegung und nicht zuletzt das Fangen von Fischen beim Abschlag. Beim Bombenterror am 3. und 4. April 1945 verschwand der Mühlgraben für immer aus dem Stadtbild, das er über Tausend Jahre geprägt hatte.
Der Mühlgraben von Nordhausen Legende und Wirklichkeit nannten die Autoren ihre Arbeit, die bereits 1999 mit dem Umweltpreis des Landkreises Nordhausen ausgezeichnet wurde. Im September 2003 gelang es endlich, einen Verlag zu finden, der die Kosten übernahm und dieses Stück Stadtgeschichte in Buchform brachte. Dazu wurde in den vergangenen Monaten die Urfassung umgearbeitet und mit Firmenchroniken erweitert. Auch die meisten Abbildungen sind neu.
Wir möchten mit der vorliegenden Arbeit dazu beitragen, dass dieses Stück Stadtgeschichte nicht in Vergessenheit gerät. Nordhäuser, die großes Interesse am Entstehen dieser Publikation entwickelten, haben uns durch die Überlassung von Bildmaterial und Zeitzeugenaussagen unterstützt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank, sagte Hellberg der nnz.
Das Buch Der Mühlgraben von Nordhausen Legende und Wirklichkeit von Rainer Hellberg und Fritz Schmalz ist mehr als nur eine flüssig geschriebene Geschichte mit vielen schönen Bildern, es ist eine Liebeserklärung ohne Wenn und Aber an das Nordhausen wie es einmal war. Das 102-seitige Buch, ISBN Nr.: 3-00-012886-7, kann ab kommenden Montag zum Preis von 15,90 Euro in allen Buchhandlungen der Stadt erworben werden.

