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So, 15:48 Uhr
05.08.2012

Wenn es rauscht und pfeift

Wenn es im Ohr rauscht oder pfeift, dann kann es sich um einen Tinnitus handeln. Darunter versteht man eine Art "Fehlschaltung" der Nervenzellen im Hörzentrum. Ist die Weiterleitung der akustischen Reize gestört, was zum Beispiel bei einer Höreinschränkung passieren kann, täuschen die Nervenzellen im Gehirn einen Ton vor...


Dieser falsche Ton wird erlernt und wie in einer Endlosschleife permanent abgespielt. Das ist nicht nur lästig, sondern kann den Alltag und die Gesundheit ganz entscheidend negativ beeinflussen. Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten sind keine Seltenheit, sogar Depressionen können auftreten. Die Betroffenen brauchen ihr Leiden nicht einfach zu erdulden, sondern können aktiv dagegen vorgehen. Neue Behandlungsansätze kommen dazu aus der Neurowissenschaft: Besonders interessant dürfte die Akustische CR-Neuromodulation sein, die als Behandlungsmethode schon erste gute Ergebnisse erzielen konnte.

Fortschritte mit Akustischer CR-Neuromodulation

Wenn Nervenzellen falsche Höreindrücke lernen können, lässt sich dies nach neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen auch wieder umkehren. Die Behandlungsmethode nutzt dies: Sie setzt in den krankhaft überaktiven Tinnitus-Regionen des Gehirns an. Der Patient erhält dabei ein Therapiegerät, den T30 CR-Neurostimulator, und hört über medizinische Kopfhörer ein speziell getaktetes und individuell auf den Tinnitus des Patienten abgestimmtes Therapiesignal. Damit wird die krankhaft synchrone Überaktivität der Nervenzellverbände gestört, und der falsche Höreindruck kann im Laufe der Zeit wieder verlernt werden.

Positive Erfahrungen aus der Forschung

Klinische Forschung und Erkenntnisse aus der Praxis haben gezeigt, dass die Akustische CR-Neuromodulation effektiv und gut verträglich zugleich ist. Eine Studie zeigt, dass die Therapie die Symptome bei Tinnitus verringern kann. Bereits nach zwölf Wochen Therapie waren in der Untersuchung Effekte auf Tinnitus-Lautheit und -Symptome nachweisbar, die auch nach einer Behandlungspause bestehen blieben. Über eine längere Behandlungsdauer stabilisierten oder verbesserten sich die Effekte sogar.

Der Neurostimulator ist klein wie eine Streichholzschachtel, und das Therapiesignal liegt gerade über der Hörschwelle. Die Behandlung kann deshalb problemlos im Alltag angewendet werden - täglich vier bis sechs Stunden. Sie behindert nicht alltägliche Abläufe und ist auch gut im Beruf zu integrieren.

Erklärt wird das neue Verfahren auf dem Onlineportal Tinnitus Aktuell ( http://www.tinnitus-aktuell.de/ ). Es will Betroffene informieren, wie sie den Tinnitus in den Griff bekommen können. Das Portal bietet außerdem Patientenflyer, Veranstaltungshinweise, anschauliche Videos und eine Liste von spezialisierten HNO-Fachärzten. Ein wissenschaftlich geprüfter Selbsttest kann zeigen, wie weit ein Tinnitus schon ausgeprägt ist.

Mehr Informationen sind unter http://www.tinnitus-aktuell.de nachzulesen.
Autor: red

Kommentare
Unichsachnoch
05.08.2012, 16.17 Uhr
Mit Vorsicht zu genießen!
Als Tinnitus-Betroffener habe ich mich mit diesem Thema schon länger auseinander gesetzt. Im ersten Moment liest sich dieser Artikel, als gäbe es nun das Heilmittel gegen Tinnitus. Da aber die Ursachen für die Entstehung des Tinnitus sehr vielschichtig und von Patient zu Patient stark varieren, ist dieser Neurostimmulator nur bei wenigen Tinnitus-Patienten sinnvoll. Wenn man im Internet Erfahrungsberichte von Patienten liest, geht die Meinung von "Jawoll das ist es!" bis "Pure Abzocke!". Die Karankenkassen übernehmen die Kosten für diese Geräte nicht. Teilweise bleiben die Patienten nach missglückter Therapie auf ca.3000€ sitzen.
Deshalb ist es erstmal sehr wichtig die Ursache des Tinnitus genau zu erforschen. In vielen Fällen sind Tinnitus-Kuren oder Therapien bei spezialisierten Psychologen hilfreicher. Die Deutsche Tinnitus-Liga hilft dort auch mit wertvollen Informationen weiter.
Zu aller erst sollte man in jedem Fall den HNO-Arzt konsultieren.
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