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Mi, 07:58 Uhr
03.12.2003

Kursbuch mit Fragezeichen

Nordhausen (nnz). „Solide, aber wenig begeisternd“. Auf diesen Nenner bringt Michael Reinboth, Sprecher der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“, den Schienenfahrplan für das Jahr 2004. Das Kursbuch ist gerade auf dem Markt und es hat für den Südharz einige Fragezeichen.


Das innere Fahrplangefüge auf der Südharzstrecke zwischen Göttingen, Northeim und Nordhausen und auf der Westharzstrecke zwischen Bad Lauterberg, Herzberg und Seesen bleibt stabil. An den Zeitlagen der im Stunden- bzw. Zweistundentakt verkehrenden Zügen ändert sich fast nichts, sieht man einmal davon ab, dass die Regionalexpresse nach Erfurt zwischen Northeim und Nordhausen einige Minuten länger unterwegs sein werden.

Damit bleiben auch die Anschlüsse in Göttingen, Northeim und Nordhausen sowie diejenigen im Knoten Herzberg die gleichen. „Es bleibt allerdings zu hoffen, dass die Zuverlässigkeit der InterCity in Northeim, die derzeit kaum einmal pünktlich sind, und die der Züge auf der Seesener Strecke deutlich verbessert wird, damit die guten Anschlüsse nicht nur auf dem bekanntlich sehr geduldigen Kursbuchpapier stehen“ resümiert Reinboth diese Situation.

In Nordhausen 24 Anschlüsse weniger
Als ausgesprochen negativ bewertet „Höchste Eisenbahn“ die Tatsache, dass in Nordhausen auf einen Schlag immerhin 24 Anschlüsse aufgegeben werden. Betroffen sind die Regionalbahnen von und nach Erfurt, deren Anschlüsse an die Göttinger Züge verloren gehen, und der Eckanschluss an den Regionalexpress nach Kassel. „Letzteres ist verschmerzbar, da der RE nach Kassel ab 14. Dezember dort sowieso anschlusslos ins Leere läuft – ersteres ist ein herber Verlust, weil damit der alternative Reiseweg Erfurt – Braunschweig über den Südharz zerstört wird“ kritisiert der Sprecher die nach Meinung der Initiative falsche Prioritätensetzung der Deutschen Bahn. Es sei besorgniserregend, in welchem Maß die Bahn den Knoten Nordhausen entwertet.

Rätselraten um den letzten Anschluss von Göttingen
Überhaupt nicht durchschaubar ist die Gestaltung des letzten Anschlusses vom InterCity aus Göttingen um 21 Uhr in Northeim nach Nordhausen. Laut Kursbuch – und auch laut Städteverbindungen Göttingen – gibt es diesen Anschluss nicht mehr, denn es wird auf einen Regionalexpress mit einem 40minütigen Aufenthalt in Northeim verwiesen. Laut elektronischem Kursbuch der Deutschen Bahn jedoch gibt es diesen Anschluss, denn danach verlässt die Regionalbahn den Bahnhof Northeim erst um 21:05 Uhr statt – wie im gedruckten Kursbuch – um 21:03 Uhr. „In diesem Fall hoffen wir, dass das elektronische Kursbuch Recht behält“ meint Reinboth zu dieser Unklarheit.

Hinweis auf Bauarbeiten fehlt
Sehr aufmerksam registriert man bei „Höchste Eisenbahn“ das Fehlen des Hinweises auf Fahrplanänderungen wegen geplanter Bauarbeiten. „Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die Deutsche Bahn ihre Zusagen zur Durchführung weiterer Sanierungsarbeiten zwischen Ellrich und Walkenried ein weiteres Mal nicht einhält. Dann allerdings steht es um diesen Abschnitt sehr schlecht“ ist Michael Reinboth sehr beunruhigt. Er hält es für dringend geboten, dass die Politiker aus dem Kreis Osterode am Harz mit dem Konzernbevollmächtigten Meyer in Hannover in Verbindung setzen. Nur die konsequente weitere Fortführung der Arbeiten wird nach Meinung der Initiative den Bestand der Südharzstrecke nachhaltig sichern.
Autor: nnz

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