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Di, 11:45 Uhr
26.06.2012

„Zwei Honigtage mit dem Nektar der Poesie“

Den Mitgliedern des Fördervereins war es auch im Jubiläumsjahr der „Limlingeröder Diskurse“ gelungen, mit Richard Pietraß, Petra Albrecht und Jürgen Engler anerkannte Persönlichkeiten der Poesie, der Bildenden Kunst und der Literaturkritik nach Limlingerode zu holen. Ein Rückblick von nnz-Autorin Heidelore Kneffel...

Jürgen Engler inmitten der Teilnehmer (Foto: H. Kneffel) Jürgen Engler inmitten der Teilnehmer (Foto: H. Kneffel)
Jürgen Engler inmitten der Teilnehmer

Am Freitagabend wurde angereist und der Tisch auf den im Abendlicht schimmernden Hof hinterm Haus gedeckt. Am Samstagvormittag nahm Richard Pietraß die Hörer sofort mit seiner auf die Menschen zugehende Art ein und offenbarte sich mit seiner Dichtkunst und seinem Erzähltalent als ein Meister. Zwischen dem Vortrag seiner Lyrik erfuhren die Teilnehmer einiges über die Besonderheiten beim Entstehen der Verse. Auch der Humor kam dabei nicht zu kurz.

Der mit ihm befreundete Literaturwissenschaftler Jürgen Engler verstand es dann anschließend mit seinem Vortrag, die Besonderheiten des Autors im Hinblick auf sein Dichten in anschaulicher Weise zu erweitern, so dass man Lust auf weiteres Lesen der Werke von Richard Pietraß erhielt. Das bewies der Verkauf seiner Bücher und der Wunsch, das Gedruckte mit einem individuellen Eintrag einmalig zu machen.

Der nachmittägliche Weg auf dem „Grünen Junipfad“ beeindruckte durch die abwechslungsreiche Landschaft, durch die Gespräche und durch das Vortragen von Gedichten unter einer alten mächtigen Fichte am zweiten Teich, woran auch die Frösche ihren Anteil hatten. Ein Gang in die schmucke Kirche zum barocken Taufengel rundete den Tag.

Pietraß beim Lesen (Foto: H. Kneffel) Pietraß beim Lesen (Foto: H. Kneffel) Der Sonntag brachte eine eindringliche Begegnung mit dem schwedischen Dichter Tomas Tranströmer, der 2011 den Literaturnobelpreis erhalten hat. Richard Piertraß (Foto) besuchte ihn kurz davor in Stockholm, denn er wollte als Herausgeber der Lyrikreihe „Poesiealbum“ ein Tranströmerheft zusammenstellen. Man kannte sich schon aus den Jahren davor. In der Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik „die horen“, 4. Quartal 2011, sind die Eindrücke von Pietraß anschaulich dargestellt. Für mehrere Teilnehmer war es die erste Begegnung mit diesem Lyriker, dessen Verse sofort gefangen nahmen.

Richard Pietraß, Jürgen Engler, Karin Kisker, Karen Aurin, Heidelore Kneffel und Heinke Richter trugen Tranströmers Gedichte vor, wobei die Letztgenannte den Part übernahm, die Verse auf Schwedisch darzubieten.

Petra Albrecht beim Gedichtvortrag am See (Foto: H. Kneffel) Petra Albrecht beim Gedichtvortrag am See (Foto: H. Kneffel) Während dieser zwei Tage hatten die Räume der unteren Etage von Lange Reihe 11 dank der Künstlerin Petra Albrecht (Foto) ein neues Gesicht angenommen. Mit ihren unterschiedlich großen Aquarellen über die Mythologie Griechenlands und über einige Verse der antiken Dichterin Sappho war eine Atmosphäre eingezogen, die poetischer nicht sein konnte. Es gibt viel zu entdecken in den zahlreichen Kompositionen, die Bilder laden zum Erkunden ein. Deshalb verbleibt die Ausstellung bis einschließlich September in der „Dichterstätte“.

Folgendes hinterließen die Vorgestellten im Gästebuch. „'Linde ich find mich in deinem Duft Linde / Süßer als Luft.' Zum Ende zweier Honigtage mit dem Nektar der Poesie scheiden wir glücklich und mit dem Schielauge auf ein Wiederkommen. Herzlich und mit Dank Richard Pietraß.“ „Wenn Dichter Vögel sind, dann ist diese Dichterstätte ein wundersames Nest für Dichter und Gedichte, und sogar Kritiker / Wissenschaftler finden einen Unterschlupf. Mit dank für zwei schöne, grüne Junitage Jürgen Engler.“ „Meine Neigung zur Literatur läßt es mich auch dieses Mal als einen besonderen Glücksumstand empfinden, daß in der Dichterstätte Sarah Kirsch Lyrik und Bildkunst beispielgebend zueinander gebracht werden. Horia pro domo! Petra Albrecht.“ Nicht unerwähnt bleiben darf die an beiden Tagen mit selbstgebackenen lukullischen Torten üppig gestaltete Diskursetafel.

Eine Schenkung eines bibliophilen kleinen rot leuchtenden Werkes von Sarah Kirsch von einem Vereinsmitglied aus der Ferne schließt den Reigen: „Der Winter“. Erschienen in einer limitierten Auflage von 500 Exemplaren, trägt es die Nr. 396 und den Namenszug der Dichterin. Und der Geburtsort wird in dem 1983 erschienenen Druck als Limbingerode benannt. In der Zwischenzeit weiß man es im vereinten Deutschland und der Welt genauer.

Auf Wunsch der Mitglieder des Fördervereins und aller Gäste verfasst von
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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