Do, 06:44 Uhr
07.06.2012
nnz-Forum: Kinderfreundliche Arztpraxen?
Von einem Arztbesuch der besonderen Art berichtet im Forum eine Leserin der nnz und stellt die Frage: sind Kinder überhaupt noch willkommen in unserer Gesellschaft...
Am Dienstag dieser Woche begleitete ich meine Mutter zu ihrem Arzt. Mit dabei waren mein 11jähriger Sohn und meine 2jährige Tochter. Das Wartezimmer war zu diesem Zeitpunkt mit vier Personen gefüllt. Meine Tochter hatte sich ihr eigenes Spielzeug mitgebracht (die Praxis hat leider keine Spielecke für Kinder).
Meine Tochter spielte so, wie ein Kind in ihrem Alter spielt. Nach etwa 15 Minuten wurde meine Mutter in das Behandlungszimmer gerufen. Wir warteten weiter im Wartezimmer, als mich nach ca. 5 Minuten eine Schwester zu sich kommen ließ. Sie müsse mir etwas sagen. Was ich dann hörte, verschlug mir die Sprache.
Die Schwester bat mich, doch bitte mit meinen Kindern draußen zu warten, weil sich Patienten über den Spielbetrieb meiner Tochter beschwert hätten. Ich nahm dies mit einem Kopfschütteln und den Worten hin, dass das doch nicht ihr Ernst sei. Ich ging in den Wartebereich zurück und drehte mich noch einmal um, um sie zu fragen, was gewesen wäre, wenn meine Kinder hier Patient gewesen wären. Darauf konnte sie mir keine Antwort geben und ich verließ die Praxis.
Anmerken möchte ich, dass keiner der anwesenden Patienten die Schwestern aufsuchte, um sich zu beschweren. Meine Mutter die noch im Behandlungszimmer saß, wurde prompt behandelt und zwar mit einem Monolog des Arztes, dass Kinder den herzkranken Patienten den Blutdruck steigen lassen. Meine Mutter verließ die Praxis genau so entsetzt wie ich. Wir hoffen, dass wir so etwas nie wieder erleben müssen.
Ein positives Beispiel möchte ich auch noch erwähnen: Als ich mit meiner Tochter am 3. Juni in der Notaufnahme des Südharzkrankenhauses war, um sie dort behandeln zu lassen, wurde im dortigem Wartebereich sogar das Fernsehprogramm geändert, damit es den Kindern nicht langweilig wurde. Selbst dort ist eine kleine Spielecke für die Kinder vorhanden.
Karin Rabe, Nordhausen
Autor: nnzAm Dienstag dieser Woche begleitete ich meine Mutter zu ihrem Arzt. Mit dabei waren mein 11jähriger Sohn und meine 2jährige Tochter. Das Wartezimmer war zu diesem Zeitpunkt mit vier Personen gefüllt. Meine Tochter hatte sich ihr eigenes Spielzeug mitgebracht (die Praxis hat leider keine Spielecke für Kinder).
Meine Tochter spielte so, wie ein Kind in ihrem Alter spielt. Nach etwa 15 Minuten wurde meine Mutter in das Behandlungszimmer gerufen. Wir warteten weiter im Wartezimmer, als mich nach ca. 5 Minuten eine Schwester zu sich kommen ließ. Sie müsse mir etwas sagen. Was ich dann hörte, verschlug mir die Sprache.
Die Schwester bat mich, doch bitte mit meinen Kindern draußen zu warten, weil sich Patienten über den Spielbetrieb meiner Tochter beschwert hätten. Ich nahm dies mit einem Kopfschütteln und den Worten hin, dass das doch nicht ihr Ernst sei. Ich ging in den Wartebereich zurück und drehte mich noch einmal um, um sie zu fragen, was gewesen wäre, wenn meine Kinder hier Patient gewesen wären. Darauf konnte sie mir keine Antwort geben und ich verließ die Praxis.
Anmerken möchte ich, dass keiner der anwesenden Patienten die Schwestern aufsuchte, um sich zu beschweren. Meine Mutter die noch im Behandlungszimmer saß, wurde prompt behandelt und zwar mit einem Monolog des Arztes, dass Kinder den herzkranken Patienten den Blutdruck steigen lassen. Meine Mutter verließ die Praxis genau so entsetzt wie ich. Wir hoffen, dass wir so etwas nie wieder erleben müssen.
Ein positives Beispiel möchte ich auch noch erwähnen: Als ich mit meiner Tochter am 3. Juni in der Notaufnahme des Südharzkrankenhauses war, um sie dort behandeln zu lassen, wurde im dortigem Wartebereich sogar das Fernsehprogramm geändert, damit es den Kindern nicht langweilig wurde. Selbst dort ist eine kleine Spielecke für die Kinder vorhanden.
Karin Rabe, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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