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Di, 12:40 Uhr
17.04.2012

Neue Unternehmer gesucht

Wie viele Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, hängt noch immer ganz maßgeblich von der Beschäftigungssituation ab. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Gründerreport der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt und wir haben die Details für Sie...


„Die Gewerbeanmeldungen in Thüringen sind im vergangenen Jahr mit 15.695 auf den niedrigsten Stand der letzten 20 Jahre gesunken. Und auch 2012 erwarten wir keine Trendumkehr“, so IHK-Hauptgeschäfts-führer Gerald Grusser.

Aus seiner Sicht sei die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt die Hauptursache für diesen Negativtrend. „Finden die Leute einen Job, machen sie sich nicht selbstständig und gehen finanzielle Risiken ein“, stellt Grusser fest. Die Vergangenheit habe immer wieder gezeigt, dass das Gründungsinteresse bei guter Konjunktur und rückläufiger Arbeitslosigkeit deutlich nachlässt. „Die demografische Entwicklung verstärkt den Rückgang zusätzlich, da immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter zur Verfügung stehen“, fasst der IHK-Chef zusammen.

So wären in den vergangenen Jahren fast 60 Prozent der Gründer im Bereich der IHK Erfurt zwischen 30 und 49 Jahren alt gewesen. Nur lediglich 13 Prozent wagten nach dem fünfzigsten Lebensjahr den Sprung in die Selbstständigkeit.

Immerhin verhinderte im vergangenen Jahr eine Gesetzesänderung einen noch drastischeren Rückgang der Existenzgründungen. „Für Arbeitslose wurde ab November 2011 der Gründerzuschuss von neun auf sechs Monate gekürzt, sodass viele den Schritt in die Selbstständigkeit vorgezogen

haben, um sich so die besseren Förderbedingungen zu sichern“, blickt Grusser zurück. Dieser Effekt würde sich 2012 natürlich negativ in der Statistik niederschlagen.

Auf dem schwierigen Weg zur eigenen Existenz stünde vielen Start-Ups auch die deutsche Bürokratie im Weg: „Es wäre sicher sinnvoll, den Jungunternehmern die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung zu ersparen“, erhofft sich Grusser motivierende Impulse seitens der Bundesregierung.

Darüber hinaus müsse das Thema „Unternehmertum“ in Schulen und Hochschulen eine viel stärkere Rolle spielen. „Gründer aus Pioniergeist sind auch deshalb in der Minderheit. In den letzten Jahren zeigte sich, dass fast zwei Drittel mit dem Schritt in die Selbstständigkeit in erster Linie ihre Arbeitslosigkeit überwinden wollten“, fasst Grusser zusammen.
Autor: nnz

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