Di, 06:50 Uhr
17.04.2012
Lieschen Müller's Kandidaten-Check (3)
Wenn sich Lieschen Müller so das Wahldilemma ansieht und dann nach dem Prinzip verfahren will, das kleinere Übel sollte ich wählen, habe ich fünf Probleme. Jede für sich ist immer mit einem für und einem wider behaftet. Und schon sind wir beim Problem Nummer 3 - Matthias Jendricke...
Er ist ein junger, dynamisch wirkender hochgewachsener Mann. Er ist als Kandidat immer im Anzug, also sehr korrekt bekleidet. Manchmal trägt er auch die Jacke über der Schulter aber er hat sie dabei. Er lächelt ausgesprochen freundlich vom Plakat auf seine Wähler runter.
Er hat studiert, er hat sehr gründlich studiert, er hat sich dafür viel Zeit genommen. Nach dem Studium war er lange im Landratsamt beschäftigt, als Stellvertreter vom Landrat. Seine Partei hatte ihn auf diesen Posten gelobt, nein falsch, wählen lassen. Die Mitarbeiter vom Landratsamt empfanden keine Trauer, als er in die Stadtverwaltung wechselte, um dort von seiner Partei und absprachegemäß noch anderen Stadträten als Bürgermeister gewählt wurde.
Einen gewissen Unmut betreffend seiner erneuten (wieder) Wahl als Bürgermeister konnte man vor nicht all zu langer Zeit bei einer großen Mehrheit der Stadträte schon bemerken. So richtig wollten sie, die Stadträte, ihn nicht. Erst mit geschickten Tricks konnte eine sau-knappe Mehrheit für das Gewinnen der Wiederwahl organisiert werden.
Ein Nachfragen, warum denn eigentlich nicht, hatten die Stadträte solche Antworten wie: unsoziales Auftreten, sturer Verwaltungsbeamter, zu arrogantes Benehmen. Wobei ich ihn da verteidigen sollte, er wirkt nur so arrogant, weil man immer zu ihm aufschauen muss, er ist so hoch gewachsen. Und das er ein guter Verwaltungsbeamter ist steht außer Frage, er geht eben genau nach den vorgeschriebenen Gesetzen. So wie es geschrieben steht, so wird es gemacht, zumindest wird das so über ihn erzählt.
Also ähnlich wie Herr Zwack, nur humaner. Er sei unsozial, das kann ich mir nicht vorstellen. Er hat einhundert neue Sitzparkbänke versprochen, pinkeln gehen kann man auch öfter, er hat den Bau von neuen Toiletten den Senioren zugesagt, das mit der Straßenbahn nach Wacker, weiß man nicht so genau, oder? Also wenn das nichts ist.
Ach und ein frohes Osterfest hat er den Wählern auch noch gewünscht.
Auf seinen vielen großen und kleinen Plakaten steht, er will auf Gutem aufbauen. Da ist nicht mehr der Text wie früher Das haben wir gemacht! Er ist zwar schon Bürgermeister und das würde er auch bleiben, egal ob er gewählt wird oder nicht, also wir nehmen ihn schon mal in die engere Wahl?
Lieschen Müller
Autor: nnzEr ist ein junger, dynamisch wirkender hochgewachsener Mann. Er ist als Kandidat immer im Anzug, also sehr korrekt bekleidet. Manchmal trägt er auch die Jacke über der Schulter aber er hat sie dabei. Er lächelt ausgesprochen freundlich vom Plakat auf seine Wähler runter.
Er hat studiert, er hat sehr gründlich studiert, er hat sich dafür viel Zeit genommen. Nach dem Studium war er lange im Landratsamt beschäftigt, als Stellvertreter vom Landrat. Seine Partei hatte ihn auf diesen Posten gelobt, nein falsch, wählen lassen. Die Mitarbeiter vom Landratsamt empfanden keine Trauer, als er in die Stadtverwaltung wechselte, um dort von seiner Partei und absprachegemäß noch anderen Stadträten als Bürgermeister gewählt wurde.
Einen gewissen Unmut betreffend seiner erneuten (wieder) Wahl als Bürgermeister konnte man vor nicht all zu langer Zeit bei einer großen Mehrheit der Stadträte schon bemerken. So richtig wollten sie, die Stadträte, ihn nicht. Erst mit geschickten Tricks konnte eine sau-knappe Mehrheit für das Gewinnen der Wiederwahl organisiert werden.
Ein Nachfragen, warum denn eigentlich nicht, hatten die Stadträte solche Antworten wie: unsoziales Auftreten, sturer Verwaltungsbeamter, zu arrogantes Benehmen. Wobei ich ihn da verteidigen sollte, er wirkt nur so arrogant, weil man immer zu ihm aufschauen muss, er ist so hoch gewachsen. Und das er ein guter Verwaltungsbeamter ist steht außer Frage, er geht eben genau nach den vorgeschriebenen Gesetzen. So wie es geschrieben steht, so wird es gemacht, zumindest wird das so über ihn erzählt.
Also ähnlich wie Herr Zwack, nur humaner. Er sei unsozial, das kann ich mir nicht vorstellen. Er hat einhundert neue Sitzparkbänke versprochen, pinkeln gehen kann man auch öfter, er hat den Bau von neuen Toiletten den Senioren zugesagt, das mit der Straßenbahn nach Wacker, weiß man nicht so genau, oder? Also wenn das nichts ist.
Ach und ein frohes Osterfest hat er den Wählern auch noch gewünscht.
Auf seinen vielen großen und kleinen Plakaten steht, er will auf Gutem aufbauen. Da ist nicht mehr der Text wie früher Das haben wir gemacht! Er ist zwar schon Bürgermeister und das würde er auch bleiben, egal ob er gewählt wird oder nicht, also wir nehmen ihn schon mal in die engere Wahl?
Lieschen Müller

