Di, 13:48 Uhr
03.04.2012
nnz-Forum: Deutliche Zeichen
Die nnz hatte sowohl über eine Veranstaltung im Audimax der Nordhäuser Fachhochschule als auch über die heute Gedenkveranstaltung an der Stele vor dem Rathaus berichtet. Dazu ein Statement des Bündnis gegen Rechts (BgR)...
Mit gut 180 Gästen fand am Vorabend des Gedenktages der Bombardierung Nordhausens im Audimax der Fachhochschule eine Podiumsdiskussion zum Umgang mit dem Gedenken statt. Der für uns überraschend große Andrang zu der Veranstaltung zeigt, dass das Thema, insbesondere vor dem Hintergrund der Teilnahme der extremen Rechten an den Gedenkveranstaltungen, bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt auf großes Interesse stößt.
Für uns war, ist und bleibt eindeutig, dass Geschichtsverfälschung und NaziPropaganda innerhalb des Gedenkens keinen Platz hat. Wir danken allen
Podiumsteilnehmenden und insbesondere Oberbürgermeisterin Barbara Rinke für ihre Teilnahme und ihre Unterstützung in dem Versuch, einen öffentlichen Diskurs über das Gedenken und ungewollte Anknüpfungspunkte für alte und neue Nazis zu initiieren.
Dass diese Diskussion mehr als nötig ist, zeigte die heutige Gedenkveranstaltung. Neben über 200 Nordhäuserinnen und Nordhäusern die den Toten der Bombardierung gedenken wollten, ohne dabei die Verantwortlichkeiten für die Zerstörungen des 2. Weltkrieges aus den Augen zu verlieren, fanden sich rund 30 Personen ein, die der extremen Rechten zuzuordnen sind.
Um diesen und ihrer verfälschenden Geschichtssicht kein Podium zu bieten, hatte das BgR Nordhausen im Vorfeld verabredet, die Nazis abzuschirmen. Dies war durchaus wörtlich zu verstehen und die Niederlegung eines Gebindes samt demagogischer Schleifeninschrift der NPD und ihres Umfeldes, die dem Aufruf der Oberbürgermeisterin, weiße Rosen niederzulegen, widersprach, wurde durch zahlreiche Aktive mit Regenschirmen verdeckt.
Wir danken Frau Rinke für die deutlichen Worte ihrer Ansprache, in der sie an diejenigen erinnerte, die sich dem nationalsozialistischen Regime entgegen stellten und dafür ihr Leben ließen. Ferner zollen wir Frau Rinke, für ihre mutige Entscheidung, das Gedenkgebinde der NPD eigenhändig zurückzugeben, höchsten Respekt.
Entsetzt sind wir über die Tätlichkeiten, die sich daraus entwickelten. Dass der NPD-Kreisvorsitzende, Mitglied des Stadtrates und Kreistages, Roy Elbert, die Oberbürgermeisterin tätlich angriff und ihr gegenüber Drohungen geäußert wurden, zeigt die hohe Gewaltbereitschaft die von dieser Partei und ihrem Umfeld ausgeht. Der heutige Tag ist ein deutliches Zeichen, dass Nordhausen ein Nazi-Problem hat, das nicht verharmlost und verschwiegen werden darf! Bei allem Entsetzen bestärken diese Vorkommnisse uns in unserer Arbeit.
Wir setzen uns dafür ein, dass die die Opfer entwürdigende Gegenwart der alten und neuen Nazis keine Zukunft haben wird und hoffen, dass die Courage der Zivilgesellschaft sich so weit entwickelt, dass solche Beschmutzungen der Demokratie keine mehrheitsfähigen Tendenzen hervorbringt.
SprecherInnenrat des BgR Nordhausen
Autor: nnzMit gut 180 Gästen fand am Vorabend des Gedenktages der Bombardierung Nordhausens im Audimax der Fachhochschule eine Podiumsdiskussion zum Umgang mit dem Gedenken statt. Der für uns überraschend große Andrang zu der Veranstaltung zeigt, dass das Thema, insbesondere vor dem Hintergrund der Teilnahme der extremen Rechten an den Gedenkveranstaltungen, bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt auf großes Interesse stößt.
Für uns war, ist und bleibt eindeutig, dass Geschichtsverfälschung und NaziPropaganda innerhalb des Gedenkens keinen Platz hat. Wir danken allen
Podiumsteilnehmenden und insbesondere Oberbürgermeisterin Barbara Rinke für ihre Teilnahme und ihre Unterstützung in dem Versuch, einen öffentlichen Diskurs über das Gedenken und ungewollte Anknüpfungspunkte für alte und neue Nazis zu initiieren.
Dass diese Diskussion mehr als nötig ist, zeigte die heutige Gedenkveranstaltung. Neben über 200 Nordhäuserinnen und Nordhäusern die den Toten der Bombardierung gedenken wollten, ohne dabei die Verantwortlichkeiten für die Zerstörungen des 2. Weltkrieges aus den Augen zu verlieren, fanden sich rund 30 Personen ein, die der extremen Rechten zuzuordnen sind.
Um diesen und ihrer verfälschenden Geschichtssicht kein Podium zu bieten, hatte das BgR Nordhausen im Vorfeld verabredet, die Nazis abzuschirmen. Dies war durchaus wörtlich zu verstehen und die Niederlegung eines Gebindes samt demagogischer Schleifeninschrift der NPD und ihres Umfeldes, die dem Aufruf der Oberbürgermeisterin, weiße Rosen niederzulegen, widersprach, wurde durch zahlreiche Aktive mit Regenschirmen verdeckt.
Wir danken Frau Rinke für die deutlichen Worte ihrer Ansprache, in der sie an diejenigen erinnerte, die sich dem nationalsozialistischen Regime entgegen stellten und dafür ihr Leben ließen. Ferner zollen wir Frau Rinke, für ihre mutige Entscheidung, das Gedenkgebinde der NPD eigenhändig zurückzugeben, höchsten Respekt.
Entsetzt sind wir über die Tätlichkeiten, die sich daraus entwickelten. Dass der NPD-Kreisvorsitzende, Mitglied des Stadtrates und Kreistages, Roy Elbert, die Oberbürgermeisterin tätlich angriff und ihr gegenüber Drohungen geäußert wurden, zeigt die hohe Gewaltbereitschaft die von dieser Partei und ihrem Umfeld ausgeht. Der heutige Tag ist ein deutliches Zeichen, dass Nordhausen ein Nazi-Problem hat, das nicht verharmlost und verschwiegen werden darf! Bei allem Entsetzen bestärken diese Vorkommnisse uns in unserer Arbeit.
Wir setzen uns dafür ein, dass die die Opfer entwürdigende Gegenwart der alten und neuen Nazis keine Zukunft haben wird und hoffen, dass die Courage der Zivilgesellschaft sich so weit entwickelt, dass solche Beschmutzungen der Demokratie keine mehrheitsfähigen Tendenzen hervorbringt.
SprecherInnenrat des BgR Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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