Erklärungs-Versuche
Rund 100 Nordhäuserinnen und Nordhäuser waren heute zu einem Stadtgespräch in die Turnhalle der Petersbergschule gekommen. Es ging um nicht mehr, aber auch nicht weniger als um die Regelung der Gebühren für die Kindertagesstätten...
Diskussion um Gebühren (Foto: nnz)
Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) begrüßte die interessierten Eltern und erläuterte die Rechtslage. Im weiteren Verlauf sprach Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) und erläuterte zu xten Mal die Historie der Neugestaltung der Gebühren. Nachzulesen ist das alles im Archiv der nnz. Neu war zum Beispiel, dass zur Argumentation auch die Umlandkommunen herangezogen wurden. Die verzichten laut Jendricke auf das Vorhalten von beitragsintensiven Krippenplätzen und spekulieren auf die Kreisstadt. So können diese Gemeinden natürlich wesentlich geringere Kosten für die Betreuung ihres kommunalen Nachwuchses ansetzen. Wie bereits in der nnz berichtet, hatte vor dem Stadtgespräch der Kultur- und Sozialausschuss getagt und sich natürlich mit der aktuellen Situation und Diskussion beschäftigt.
Diskussion um Gebühren (Foto: nnz)
Und da waren sie – die Gestaltungsmöglichkeiten, trotz vieler gesetzlicher Vorgaben wie Mustersatzungen, wie immer betont wurde. Erster Versuch: Die einkommensunabhängige Variante mit einer Staffelung nur nach der Zahl der Kinder, die aber politisch im Ausschuss nicht gewollt scheint. Dann gibt es eine einkommenabhängige Variante mit einem bereinigten Bruttoeinkommen. Von dem Bruttoeinkommen werden 25 Prozent plus die Werbungskosten pauschal abgezogen. Die Stufung der bereinigten Einkommen wird in 250-Euro-Schritten vorgenommen, beginnend bei 1.000 Euro. Rabattiert werden dabei die Kinder, die sich in der Betreuung in einer Kindertagesstätte befinden, nicht die Kinder, die bereits in der Schule sind. Pro Kita-Kind werden 1.000 Euro vom Bruttoeinkommen abgezogen. Übrigens: das Ende der Brutto-Fahnenstange liegt jetzt bei jenseits der 4.000 Euro.
Diskussion um Gebühren (Foto: nnz)
Beispiele: Bei Alleinerziehenden mit einem Bruttoeinkommen von 1.500 Euro müssen künftig für das erste Kind 100 Euro gezahlt werden, weitere Kinder sind kostenfrei zu betreuen. Bei einem Familienbruttoeinkommen von 4.000 Euro sind es 170 Euro für das erste Kind und 130 Euro müssen für das zweite Kind berappt werden. Dem zuständigen Ausschuss des Nordhäuser Stadtrates war das heute vorgestellt worden.
Dann die Diskussion: Eine Elternsprecherin bemängelte die ungenügende Information von der Verwaltung über die Träger an die Eltern. Elke Falley, die LINKE-Vorsitzende des Ausschusses antwortete, dass der Ausschuss abgeschottet – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – berät und man deshalb nichts über die Diskussion innerhalb des Ausschusses den Bürgern verraten dürfe. Weitere Wortmeldungen brachten zum Beispiel eine völlige Gebührenfreiheit in die Diskussion ein, wie sie angeblich in anderen Bundesländern praktiziert werde.
Gesamtelternsprecher Kaufmann kritisierte seinerseits, dass im Sozialausschuss eine Variante favorisiert werde, und zwar die, die von der Verwaltung vorgegeben werde, denn eigentlich sollten ja drei Varianten diskutiert werden auch die vom Einkommen unanhängige. Das sei für ihn und für viele Eltern nicht nachvollziehbar. Fazit: Es müsse noch viel diskutiert werden. Am Ende aller Diskussionen steht irgendwann ein Ergebnis – vermutlich im Juni - , was wiederum nicht von allen Eltern begrüßt werden wird. Schlimm wurde es in der Turnhalle dann, als sich mehrere Eltern verbal attackierten, und sich sogar rassistische Ansichten vorwarfen, denen zufolge Kinder aus arbeitslosen Elternhäusern scheinbar nicht so wertvoll seien, wie Kinder aus arbeitenden Familien.
Das war dann für den Berichterstatter doch zuviel. Jetzt soll erst mal wieder diskutiert werden. Im Sozialausschuss, vielleicht auch drei Varianten (die bestehende, die vom Einkommen abhängige und die unabhängige) - auf jeden Fall hinter verschlossenen Türen, so, wie sich das gehört.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz
Kommentare
von hier
13.03.2012, 22:13 Uhr
Eine vertrauensbildende Maßnahme
war diese Veranstaltung offensichtlich nicht. Zumindest hat man den Eindruck, wenn man diesen Bericht liest.Es wäre vielleicht pfiffiger gewesen wenn man mit drei oder vier Varianten in das Bürgergespräch gegangen wäre und dann die Möglichkeit mit der Suche nach der annähernd Besten Variante einen Kompromiss angestrebt hätte. Aber nun wieder alles zurück auf Anfang und hinter verschlossenen Türen ein neues Debakel zu organisieren ist wenig zielführend.
Aber man kann sagen was man will, es ist unterhaltsam und Herr Greiner bekommt Stoff für neue Artikel. Ich glaube die Journalisten müssen jeden Tag ein Stossgebet machen, damit ihnen der Herr Kandidat "J." erhalten bleibt.
Suse
14.03.2012, 10:51 Uhr
Wer soll denn nun die Satzung beschließen?@ denk mal
Es ist doch wohl in Ordnung,dass die Stadtverwaltung hier den Bürgern Gelegenheit gibt,ihre Meinung zu äußern und Bedenken anzumelden!Das müssen die Stadtväter eigentlich nicht. Wäre zu wünschen,dass Angela diesem Beispiel nacheifert und vor so viel wichtigeren Bundestagsbeschlüssen auch mal nachfragt,was der Bürger will.Aber da denken die nicht dran,da kann der Bürger wettern wie er will,Angela und ihr Team entscheiden einfach! So leicht macht es sich Gott sei Dank Jendricke nicht!
schmitzkatze
14.03.2012, 13:30 Uhr
Wäre toll gewesen
...wenn die Verantstaltung zu einer Uhrzeit gemacht worden wäre, wenn nicht gerade Abendbrot und zu Bett bringen stattfinden!
Retupmoc
14.03.2012, 13:40 Uhr
Uhrzeit
Wann passt es denn dann?
Vormittags, wenn normale Leute arbeiten? oder nach 21 Uhr, wenn man die Kinder nicht allein zu Hause lassen kann. Der Sonntag wäre noch gegangen, aber da hatte man bestimmt etwas anderes vor? Das ist sehr billig Schmitzkatze.
Immerhin gibt es Leute, die den Dialog mit den Bürgern suchen. Auch wenn nicht allen die Zeit passt.
Dick
14.03.2012, 15:35 Uhr
Fazit
Ich war beim gestrigen Stadtgespräch anwesend. Zuerst einmal plagte mich wieder die Enttäuschung darüber, wie wenig Eltern der Einladung folgten. Viele schimpfen, wenig zeigen Gesicht. Da ich bereits bei der Elternsprecherversammlung im Bürgersaal anwesend war, waren die Erläuterungen zur Satzung kein Neuland für mich. Sie bestärkten mich jedoch darin, dass ich die bereits für Petersdorf beschlossene Satzung ablehne. Die darin enthaltenen Umschichtungen treffen die Familien der Mittelschicht besonders hart.
Und das in einer Größenordnung die in meinen Augen nicht vertretbar ist. Die von Herrn Jendricke vorgestellte Alternative stimmt mich milder. Mit Geschwisterrabatt - aber nur für Kinder in einer Einrichtung - ist diese annehmbar. Wird dieser auf die Kinder auch über das Kindergartenalter hinaus gewährt explodieren die Beiträge erneut.
Auch ein Fazit: Die Problematik der Halbtagsbetreuung haben die Stadtväter nicht verstanden. Auch enttäuscht war ich darüber, dass keine einkommensunabhängige Variante vorgestellt wurde. Nicht das ich eine solche unbedingt befürworte, aber ich denke, dass viele Eltern daran interessiert sind zu sehen, wie sich eine solche gestalten würde. Ich denke jedoch, dass dieses nun erbetene Muster derartig unattraktiv gestaltet wird, dass es erst gar keinen Anklang findet. Einfach weil unsere Oberen eine einkommensunabhängige Satzung nicht wünschen. Den Vergleich mit anderen Städten scheuen unsere Stadtväter.
Ich jedoch finde sie wichtig. Wichtig deshalb, weil man hierbei sieht, warum sich die Eltern ungerecht behandelt fühlen. Und weil sie erkennen lassen, dass Nordhausen in der Spitzengruppe agiert. Die Gründe hierfür kann ich trotz großer Anstrengung nicht ausmachen. Die hohen Kosten haben die anderen Kommunen auch.
Dort hat vermutlich die Familienfreundlichkeit mehr Gewicht. Alles in Allem bin ich froh, dass der Dialog mit den Eltern gesucht wurde. Herr Jendricke war bemüht, Frau Falley gefiel mir schon bei der Versammlung der Elternsprecher sehr gut. Sie erscheint mir kompetent und sachlich. Die von Herrn Greiner geschilderten verbalen Attacken kamen eigentlich nur von zwei Personen. Diese argumentierten beide nicht angemessen, waren aber Ausnahmen.
altmeister
14.03.2012, 15:52 Uhr
Wie immer...
kommt für die kommunalen Probleme gleich wieder der Vergleich mit der Bundespolitik.
Natürlich wär es schön, wenn Jeder seinen Senf zu allen Sachen dazu geben dürfte. Entscheidungen werden dann aber mit Sicherheit nicht mehr zu treffen sein.
Die demokratischen Spielregeln haben wir alle mal gelernt, wann und wo ist egal. Dann muß auch das Ergebnis einer Wahl geachtet werden und dass diese gewählten Vertreter auch entscheiden dürfen und müssen, sowie auch die Verantwortung für ihr Tun tragen! Auch wenn mir ein politisches Spektrum einer Legislaturperiode nicht gefällt.
Vielleicht ist in der folgenden die für mich passende Zusammensetzung! So wie jetzt auch in Nordhausen, vielleicht kann eine neue Spitze an der Verwaltung doch einiges besser machen?
Was dann aber Suse oder Retupmoc wieder nicht unbedingt besser finden müßten.
Im Moment sind aber Rinke und Jendricke in der Pflicht und haben nicht gerade zum Wohle des Wählers diesem eine Kita-Gebührensatzung überstülpen wollen. Da kommt der Unterschied zur Bundespolitik! In Nordhausen wird Kommunalpolitik ganz nah am Bürger gemacht und daher gibt es bei solchen Undingen auch die direkte Kontaktaufnahme und Einwirkung durch den Bürger!
Falls jedoch Interesse an Änderungen in der Bundespolitik besteht, gibt es die Möglichkeit eine Petition einzubringen, welche bei ausreichenden Unterstützern auch behandelt wird. Das ist dann wiederum Demokratie!
Suse
14.03.2012, 18:44 Uhr
Wie immer@altmeister
sehen Sie keinen Zusammenhang zwischen Bundespolitik und Kommunalpolitik.Dann könnte doch auch durchaus so eine Gebühr wie zu DDR-Zeiten beschlossen werden, dann könnte es doch wieder einen kostenlosen Kindergartenplatz und ein Mittagessen für 55 Pfennig geben. Machen wir doch eine Petition,dass Nordhausen von der Bundespolitik verschont bleibt.Nur habe ich die Befürchtung,dass diese Petition in Angelas Papierkorb landet.
Motte83
14.03.2012, 19:14 Uhr
Partizipation
Ja ja, so ist das mit der Demokratie. Interessant finde ich die Kommentare, die bezeugen, dass einige Kommentatoren ohne das notwendige Hintergrundwissen schreiben. So möchte ich der lieben Suse kurz Antworten: Die Veranstaltung gestern war sinnlos! Am 23.02. wurde allen Elternvertretern genau das selbe bereits im Bürgersaal vorgestellt. Da wurde durch Frau Falley und Herrn Jendricke zugesichert, dass den Elternvertretern drei Modelle zugeschickt werden. Auf Grundlage dieser Modelle sollten die Eltern das Meinungsbild in der Kita abfragen und an die Stadt melden. Es wurde in Aussicht gestellt, dass dieses Meinungsbild den Stadträten zumindest als Hilfestellung für eine Beschlussfassung vorgelegt werden soll.
Bis heute wurde den Eltern nichts zugeschickt. Gestern wurde dann seitens Frau Rinke und Frau Falley klargestellt, dass eines der Modelle politisch nicht gewollt werde. Das hat zu Verärgerung geführt. Den Eltern wurde im Februar Partizipation versprochen und am Ende wird ihre Wahlmöglichkeit durch die "hinter verschlossenen Türen Politik" eingeschränkt.
Und ja, Suse, die Räte können ohne öffentliche Diskussion auch einfach entscheiden. Aber die Bürger können gemäß Thüringer Kommunalordnung fast jeden Stadtratsbeschluss auch rückgängig machen. Daher ist Transparent nicht wirklich einfach ein Entgegenkommen.
MFG, R. Schneider
-Insider-
14.03.2012, 20:06 Uhr
so
langsam bekomme ich eine neue lieblingskommentatorin. hr. j. stellt sich also der diskussion. anmerkung von mir: dieser stellt er sich, nachdem er+stadtrat eine unsoziale satzung beschlossen haben und die eltern auf die barrikade gegangen sind. davor wurde scheinbar nur unzureichend und fehlerhaft berichtet (wenn ich mich recht erinnere wussten weder fdp, cdu noch die linke etwas von brutto...(laut einem artikel hier in der nnz von vor einigen wochen)).
Suse
15.03.2012, 09:39 Uhr
Netto oder Brutto@Insider
Ja stand denn nun in der Beschlussvorlage Netto oder Brutto? Somit gibt es nur zwei Möglichkeiten. Wenn Brutto drin stand,konnten etwa alle,die sich getäuscht fühlten, nicht lesen oder haben nie verstanden,was Brutto ist.Wenn Netto drin stand und dann Brutto beschlossen wurde,wäre auch etwas unlogisch.Für mich sieht es so aus: Keiner hat sich wirklich mit dem Beschluss befasst,was jeden Wähler nachdenklich stimmen sollte. Nun will es keiner gewesen sein,deshalb muss es jetzt "einer gemacht haben"!Noch nachdenklicher stimmt,dass keiner aus den Fehlern lernt. Kritik sollte doch eigentlich Hilfe sein!
PS:
Ich hätte zu gern gewusst,wer ihre Lieblingskommentatorin geworden ist?
I.H.
15.03.2012, 10:42 Uhr
Alles in Allem
kann ich im Ergebnis dieses Gespräches kein zielgerichtetes Vorgehen der Verwaltung erkennen. Es sei denn die Ergebnislosigkeit war das Ziel, was so abwegig nun auch wieder nicht ist. Eine "Mitsprache" der Eltern wird offensichtlich von einigen Beteiligten gar nicht gewünscht. Logix hat das auch sehr gut und sachlich in ihrem/seinen Kommentar begründet. Man muß halt weiterhin aufpassen, was dort im Hinterzimmer so läuft, schaden kann es jedenfalls nicht!
Warum nun ausgerechnet Nordhausen weit und breit die Stadt mit den höchsten Gebühren sein soll, wurde auch nicht beantwortet. Andere Kommunen setzen im Kitabereich offensichtlich andere, bessere Schwerpunkte.
@suse, warum gehen sie nicht woanders spielen? Gibt doch so viele schöne Themen hier, zu denen sie was ganz anderes kommentieren können. Dieses Thema ist viel zu ernst, als dass es von Ganztageskommentatoren verwässert wird. Ich glaube nicht, dass das hier allseits bekannte nostalgische DDR-Nachgeflenne den Eltern hilft, auch wenn gelangweilte Zeitdiebe das ganz toll finden.
Dieter
Beteiligung und Engagement
Warum war die Beteiligung bei dem Stadtgespräch so schlecht? Ich bin selbst Elternsprecher und habe durch eigene Veröffentlichungen diese Diskussion mit angestoßen. Seitdem bin ich bei sehr vielen Gesprächen mit Eltern, Terminen von ElternsprecherInnen und Vertretern der Verwaltung gewesen. Die Powerpointpräsentationen kann ich nicht mehr sehen und die vermeintlichen offenen Diskussionsangebote kann ich nicht mehr hören. Auch ich warte immer noch auf die Unterlagen mit denen alle Eltern befragt werden sollten, welche Variante sie wollen. Mir ist klar warum diese nicht kommen. Trotz beschlossenem Vorgehen, ist das nicht gewollt, denn schon am 23.02. deutet sich eine Tendenz an und die hieß: EINKOMMENSUNABHÄNGIG. Für mich zeigt sich wieder einmal, dass der Bürgerwille nicht erwünscht ist und das bekommen auch Andere mit. Vielleicht sind das Gründe für das Wegbleiben beim Stadtgespräch. Wer will sich zum 'zigsten mal die vorgefertigten Meinungen anhören? Gut finde ich das nicht, aber verstehen kann ich es!
Suse
15.03.2012, 11:20 Uhr
Da bist Du ja auch wieder Ganztagskommentator @Dieter
Leider hab ich jetzt nicht viel Zeit,da ich nebenbei ein bisschen arbeite. Tut mir leid,auf Ihren so sinnlichen Kommentar jetzt nicht ausgiebig antworten zu können, vielleicht kommen wir heute Abend noch mal ins Gespräch. Nicht traurig sein!
Retupmoc
15.03.2012, 14:06 Uhr
Ja lieber Dieter,
hätten wir noch diesen, bösen und achso kinderfeindlichen Unrechtsstaat - also diesen, in dem man nicht Drogen kaufen konnte, in dem man nicht unter der Brücke schlafen musste, in dem man nicht jahrelang von den Eltern drangsaliert wurde (ohne das das Jugendamt einschritt), in dem man nicht zu Naziaufmärschen gehen konnte usw - ja hätten wir diesen bösen, bösen Unrechtsstaat noch - dann brauchten wir nicht über Kitagebühren in dreistelliger Höhe zu diskutieren.
PS: Bei bestimmten Discountern gibt es Papiertaschentücher lieber Dieter. Nur aufpassen, bevor es sich ausgeschleckert hat.
auguste
19.03.2012, 22:26 Uhr
Die Veranstaltung war ein BürgerGESPRÄCH!
Das Bürgergespräch war meines Erachtens als Informationsveranstaltung (zum Thema Gebührensatzung) für alle interessierten Bürger und Stadtvertreter Nordhausens gedacht. Das schließlich der Stadtrat als gewählter Vertreter über die Satzung entscheidet ist doch klar. Das ist in der Demokratie nun mal so!
Ich hatte nur bei beiden Veranstaltungen (der Stadtelternbeiratsitzung und dem Bürgergespräch) leider den Eindruck, dass einige Anwesende eher die persönlich günstigste und nicht die sozial verträglichste Variante suchen. Außerdem verkam das Bürgergespräch am Ende zu einer politischen Veranstaltung, in der Herr Jendricke dem Stadtrat allein die Schuld für die ganzen Missverständnisse in die Schuhe schob.
Dabei hätte es die ganze Diskussion gar nicht gegeben, wenn die Stadt nicht unbedingt einen Kindergarten hätte haben wollen. Wäre der Kindergarten an einen der freien Träger gegangen, hätten diese bei Ihrer Beitragsordnung mit Netto-Einkommens-Berechnung bleiben können.
Hans Dittmar
08.05.2015, 18:52 Uhr
Jendricke? Bürger vergesst nicht! Kitagebühren
Hier im Archiv. Wer hat die Kitagebühren angehoben? Schlechte Verdiener zahlen genau das selbe wie Reiche. SOZIALGERECHT? Jendricke wars.
Eckenblitz
08.05.2015, 20:23 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
Motte83
09.05.2015, 10:53 Uhr
Fair bleiben...
... Hans Dittmar! Beschlossen hat diese Satzungsvariante nicht Herr Jendricke. Herr Jendricke hat in diesem Stadtgespräch die einkommensunabhängige Variante gar nicht vorgestellt, da sie durch die Stadträte zuvor als nicht sozial eigentlich schon abgewählt war.
Dass es zu einer einkommensunabhängigen Satzung kommt, war seinerzeit Ergebnis einer ELTERNBEFRAGUNG! Über sozial oder nicht lässt sich freilich streiten, aber die Verantwortung dafür trägt nicht Herr Jendricke. Der Stadtrat hat (teilweise gegen die eigene Überzeugung) eine Satzung erlassen, welche die Elternvertreter mehrheitlich gewünscht hatten.
Also bitte einfach fair bleiben.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.