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Do, 19:09 Uhr
26.01.2012

Staatsleistungen nicht in Frage stellen

Die CDU-Fraktion ist Bestrebungen entgegengetreten, Staatsleistungen an die Kirchen in Frage zu stellen. In einer Aktuellen Stunde im Thüringer Landtag sagte deren kirchenpolitischer Sprecher Dr. Klaus Zeh, dass die Kirchen einen schlechthin unersetzlichen, historisch tief wurzelnden Beitrag für die ethische Orientierung und zum Gemeinwohl in unserem Land leisten würden...


Laut Zeh ist eine der Lehren aus den Weltanschauungsdiktaturen des 20. Jahrhunderts, dass der Staat Fragen nach der Wahrheit, dem Sein und dem Lebenssinn um seiner Neutralität und der Demokratie willen nicht beantworten darf. „Die Kirchen haben kein Antwort-Monopol und beanspruchen es im pluralistischen Staat auch nicht. Aber sie haben Antworten, die jedenfalls Menschenwürde, Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit fördern“, so der kirchenpolitische Sprecher. Dies sei im wohlverstandenen Interesse der Gesellschaft und des Staates.

Dass sich die Kirchen in vielen sozialen Bereichen der Gesellschaft, u.a. in der Kinderbetreuung, der Krankenversorgung, der Altenpflege und der Bildung engagieren, sei ein unbezahlbarer Beitrag für unser Gemeinwesen. Ohne diesen Dienst wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer!

„Kirchen bestimmen nach wie vor das Bild unserer Städte und Gemeinden. Sie sind touristische Kleinode und befördern den Fremdenverkehr in hohem Maße. Diese Gebäude kosten große Summen. Dass dieses Geld auch vielfältig von den Gemeinden aufgebracht wird, ist ein großer Gewinn für die Gesellschaft.“ Es gibt keinen Grund, die Staat-Kirche-Verträge zu ändern.
Kirchen im Landkreis Nordhausen (Foto: privat)
Kirchen im Landkreis Nordhausen (Foto: privat)
Kirchen im Landkreis Nordhausen (Foto: privat)
Kirchen im Landkreis Nordhausen (Foto: privat)
Kirchen im Landkreis Nordhausen (Foto: privat)
Kirchen im Landkreis Nordhausen (Foto: privat)
Kirchen im Landkreis Nordhausen (Foto: privat)
Kirchen im Landkreis Nordhausen (Foto: privat)
Kirchen im Landkreis Nordhausen (Foto: privat)
Autor: nnz

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Kommentare
handwerker61
26.01.2012, 21:16 Uhr
Dr. Zeh hat Recht
Als noch Mitglied der Evangelichen Kirche
muss ich dem Katholiken Dr. Zeh rechtgeben.
Bevor die geballte Linke wieder Hähme über die doch so rückständige Kirche absondert,
sollte doch beachtet werden wer seit sehr vielen Jahren sehr sehr gute Arbeit im Artikel benannten Themen leistet?
Retupmoc
27.01.2012, 08:09 Uhr
Ich stelle sie trotzdem in Frage
und zwar im Sinne der Gleichbehandlung! Ich zitiere deshalb mal kurz aus dem Artikel: Die Kirchen haben kein Antwort-Monopol und beanspruchen es im pluralistischen Staat auch nicht.

So? Wieso darf man dann nicht mehr an kirchlichen Zeremonien teilnehmen, wenn man zum Beispiel wie Herr Wulff geschieden ist? Das ist doch ein klares Monopol der Kirche? "Dass sich die Kirchen in vielen sozialen Bereichen der Gesellschaft, u.a. in der Kinderbetreuung, der Krankenversorgung, der Altenpflege und der Bildung engagieren, sei ein unbezahlbarer Beitrag für unser Gemeinwesen."

Akzeptiert! Ober wo bleibt dann die staatliche Förderung für verschiedene andere Einrichtungen? Zum Beispiel die Tafel? Zum Beispiel der Sportverein? Der Kinderzirkus? Für Menschen, die sich persönlich liebevoll um ihre alten Eltern kümmern? Und wie sieht es mit der speziellen Kinderbetreuung durch manche verirrten (keine Einzelfälle) Kirchenvertreter aus?

„Kirchen bestimmen nach wie vor das Bild unserer Städte und Gemeinden. Diese Gebäude kosten große Summen."

Richtig! Und Sie kosten auch dem Steuerzahler große Summen um die Prunkbauten zu unterhalten. Bekommt eine andere Kirche z. B: Jehovas Zeugen auch Geld vom Staat? Wieso bekommt man als Hartz4 - Empfänger Kirchensteuer abgezogen, obwohl man nicht Mitglied ist?


Vielleicht hat Herr Dr. Zeh schon vergessen, das monatlich tausende Menschen aus den deutschen Kirchen austreten. Warum wohl? Anscheinend ist der Beitrag dieser Einrichtungen nicht so unersetzlich? Ein vernünftiges Zusammenleben unter Menschen kann es auch ohne den Deckmantel von Himmel und Hölle geben.
WR-NDH
27.01.2012, 10:18 Uhr
Kirchen
so sagt Dr. Zeh, fördern Menschenwürde, Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit. Schön wär´s.
• Menschenwürde: haben wir nicht durch Medienberichte zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Kirche ihre Mitarbeiter sehr schlecht entlohnt, dass sie jahrzehntelang Kindesmissbrauch durch ihre Mitarbeiter vertuschte? Wer den „Stellvertreter“ von Hochhut gelesen hat weiß auch, dass die Kirche die faschistischen Gräueltaten der Nazis tolerierte.
• Frieden: die Kirchen haben doch stets auf beiden Seiten die in Kriegen eingesetzten Waffen gesegnet, sowohl im Mittelalter, in den beiden Weltkriegen, im Vietnamkrieg, im Irak, in Afghanistan …. Unter dem Deckmantel der Missionierung wurden Kriege in Afrika, Asien und Amerika geführt, die amerikanischen Ureinwohner nahezu ausgerottet.
• Solidarität: die einfachen Christen üben untereinander schon Solidarität (das tun andere Menschen auch). Was tun denn die Kirchen gegen die großen sozialen Unterschiede innerhalb Deutschlands und zwischen den Industrieländern und der sog. 3. Welt? Weshalb lässt die Kirche keine Betriebsräte in ihren Unternehmen zu?
• Gerechtigkeit: Verstand die Kirche unter Gerechtigkeit die Ableistung von Frondiensten, die Leibeigenschaft und Sklaverei? Was tut sie heute gegen die Hartz 4-Gesetze, Lohndumping, befristete Arbeitsverträge, das unsägliche Auseinanderreißen von Familien weil ein Partner die Woche über weit weg von der Familie arbeiten muss usw.? Wie kann man der Kirche abnehmen, dass sie sich für Gerechtigkeit einsetzt, wenn man weiß, dass sie bis Mitte des 20. Jahrhunderts den Frauen nicht die gleichen Rechte zuerkannte wie den Männern und nur das zunehmende Selbstbewusstsein der Frauen die Kirche zum Einlenken zwang?

Natürlich weiß ich, dass die Kirche nicht nur Schlechtes sondern auch Gutes getan hat. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass die Kirche mit Steuergeldern unterstützt werden muss. Auch andere Organisationen tun Gutes, z.B. Gewerkschaften, Vereine, Selbsthilfegruppen etc. Ich glaube nicht, dass diese ebenso gefördert werden wie die Kirchen.
Dem rwe62 stimme ich im Großen und Ganzen zu und ergänze seinen Hinweis auf das Kassieren von Kirchensteuern von Nichtkirchenmitgliedern durch die ARGE, dass dann auch z.B. generell Gewerkschaftsbeiträge einbehalten werden müssten.

Auch wenn ich Atheist bin achte ich die Gläubigen, egal welcher Religion sie angehören. Aber die religiösen Organisationen sollten sich alle selbst finanzieren. Ich finde den Griff des Staates in meine Steuerkasse zu Gunsten der Kirchen nicht in i.O.
98maschr
28.01.2012, 19:37 Uhr
Reichsdeputationshauptbeschluss
Vlt. sollten sich die obligatorischen Nörgler erst mal etwas kundig machen
und unter dem Stichwort "Reichsdeputationshauptschluss" nachsehen. Hierauf basieren diese Staatsleistungen.

Mir ist nicht bekannt, dass auch Gewerkschaften, Sportvereine,
Kinderbetreuungseinrichtungen enteignet wurden...
Bodo Schwarzberg
29.01.2012, 14:02 Uhr
Kirchen kritisch sehen
Dass die Kirche vielfach gesellschaftliche Probleme zumindest mindern hilft, steht nicht in Frage. Zur Lösung der großen Welt-Probleme trägt sie kaum bei und schweigt vielfach. Von den Kanzeln Besserung zu predigen, ist aber nicht mehr zeitgemäß. Die Menschen wurden schon genug eingelullt. Das tut sie seit Jahrhunderten und hinkt der realen Entwicklung, gerade der Anerkenntnis naturwissenschaftlicher Realitäten oft hinterher. Unvergessen bleibt auch ihre unseelige Rolle bei der Ausrottung von Millionen Indianern in Amerika unter dem Deckmantel der Missionierung, ihre zweifelhafte Rolle im Dritten Reich, beim Aufhalten des Erkenntnisfortschritts im Mittelalter bis hin zur Hexenverbrennung und nicht zu vergessen die Folgen die das Sexverbot für katholische Würdenträger zu Lastem der körperlichen Unversehrtheit von Kindern.
Da halte ich es schon mit Heinrich Heine und seinem berühmten Spruch, dass wier bereits hier auf Erden das Himmelreich errichten sollten. Was nützt uns denn das Paradies im Jenseits, wenn wir hier auf der Erde alle drauf gehen? Schöne Zukunftsaussichten nenne ich das jedenfalls nicht.
Im großen Denken und Problemlösen hat die Kirche versagt. Viel Blut klebt an ihren Händen. Und der Pabst hat sich für vieles noch immer nicht entschuldigt. Ihre Rolle in der Gesellschaft ist überwiegend zu begrüßen, gerade bei der Wertfindung junger Menschen. Vielfach volziehen sich die wirklich positiven Einflüssen auf der Ebene der einfachen Kirchgemeinden. Und das ist unbedingt zu begrüßen und zu fördern. Auch einzelne weltbekannte Gläubige, wie der Theologe und Urwaldarzt Prof. Dr. Albert Schweitzer sind Ikonen der Nächstenliebe. Ob die Kirchen allerdings mit Steuergeldern zu fördern sind, möchte ich hinterfragen. Die Kirche sollte da gegenüber Vereinen keine Sonderrolle bekommen, nur weil sie "Staatsreligion" ist. Wenn unsere Politiker ihre Religion wenigstens ernst nehmen würden! "So wahr mir Gott helfe", hat schon so mancher vor dem Reichtagsmikrofon oder in jenes vom Bonner Wasserwerk gesagt: Und darunter suppt es bei vielen nur so, dass sich die Balken biegen: Amigos, Korruption, Parteispendenaffäre u.s.w.
Mich überzeugt Dr. Zehs Beitrag nur in Teilen.
WR-NDH
30.01.2012, 16:36 Uhr
Reichsdeputationshauptschluss…Nr. 2
Herr oder Frau 98maschr sagt in seinem oder ihrem Kommentar,
1. man solle sich unter o.g. Stichwort erst kundig machen und sich dann äußern und
2. ihm sei nicht bekannt, dass Gewerkschaften usw. enteignet worden seien

zum Punkt 1.: die Staatsleistungen an die Kirche Thüringen (bzw. jetzt wohl Mitteldeutschlands) werden aufgrund des Staatsvertrages Thüringen - evangelische Kirche vom 17.05.1994 gewährt. In diesem Staatsvertrag wurden langfristige ideologische und finanzielle Belastungen für die Bürger festgeschrieben und das angesichts der Tatsache, dass nur ca. 20% der Bürger Mitglieder der Kirche und davon nur ca. 33% Kirchgänger sind. Da darf man doch wohl in Frage stellen, ob dieser Staatsvertrag Bestand haben kann. In dem Staatsvertrag wird darauf hingewiesen, dass historisch gewachsene Rechte und Pflichten berücksichtigt wurden. Mag sein, dass darin auch der Reichsdeputationshauptschluss eingeschlossen ist. Das zu prüfen kann ich mir leider nicht die Zeit nehmen, Sie wissen ja wie umfangreich und kompliziert geschrieben das Dokument ist. Sie werden doch einräumen, dass ein 1803 gefasster Beschluss nicht bis in alle Ewigkeit Bestand haben muss. Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich doch seither gravierend verändert.

Zum Punkt 2.: an keiner Stelle habe ich in meinem Kommentar Anlass zur Vermutung gegeben, ich wäre der Ansicht Gewerkschaften und Vereine seien enteignet worden. Ich habe nicht einmal die im Staatsvertrag festgeschriebene Verfahrensweise des Einzuges der Kirchensteuer in Verbindung mit der Einkommensteuer kritisiert, sondern dass bei Empfängern von Arbeitslosengeld 1 und „Hartz 4“-Beziehern Kirchensteuer von allen Empfängern, also auch von Nichtkirchenmitgliedern eingezogen wird. Und diesbezüglich habe ich ausgeführt, dass dann auch von Nichtgewerkschaftlern Gewerkschaftsbeiträge kassiert werden könnten, weil die Gewerkschaften auch einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.
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