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Mo, 13:55 Uhr
16.01.2012

"Gemein(e)" Werkstatt

Es gibt Autowerkstätten, Literatur- oder Lyrikwerkstätten. In Mühlhausen gibt es sogar eine Theaterwerkstatt. Jetzt soll in Nordhausen eine Gemeinwesen-Werkstatt hinzukommen...


Es gibt Herausforderungen, die können vom Einzelnen nicht geschultert werden. Im Allgemeinen kann man sich auf Freunde, die Familie, Kollegen, Gleichgesinnte stützen, die einem helfen sie dennoch zu meistern. Was in unserem privaten Alltag zumeist selbstverständlich ist, lässt sich jedoch nicht ohne weiteres auch auf den Arbeitsalltag übertragen. Zwar organisieren sich Vereine, Verbände, Schulen, Kultureinrichtungen, Ämter, zivilgesellschaftliche Institutionen und Verwaltungen untereinander um gemeinsam Aufgaben zu bewältigen, die Zusammenarbeit fällt jedoch nicht immer leicht.

„Netzwerken“ wird das heute genannt. Gerade im sozialen Bereich und in der Bildung sind Netzwerke ein häufig bemühtes Instrument. Koordinieren will man sich, Austauschen, Synergien nutzen, Doppelstrukturen vermeiden und Kompetenzen bündeln. Gut und Ehrenvoll ist das Anliegen, die Durchführung erweist sich aber oft als schwierig. Sich neben der eigentlichen Arbeit, bei Papierkrieg, Termindruck und Personalnotstand auch in einem oder mehreren Netzwerken zu engagieren, erfordert und kostet viel Kraft. Bleiben die sichtbaren Erfolge aus oder erschließt sich der Mehrwert für die eigene Arbeit auch nach der zigsten Sitzung bei Kaffee und Kuchen immer noch nicht, ist die Moderation schlecht oder sind die Aufgaben im Netzwerk ungleich verteilt, dann stellt sich früher oder später Resignation ein.

Der Ruf nach mehr Vernetzung, nach Kooperation auf möglichst vielen Ebenen verhallt nicht, im Gegenteil: „Netzwerken“ ist in einigen Bereichen zu einer grundlegenden Voraussetzung für Förderung geworden. Und warum auch nicht? Gemeinsames planen und arbeiten kann erfolgreich sein, auch in Nordhausen. Die Erfolge der in Ost ansässigen Schulen, Vereine, Einrichtungen und Unternehmer um ihren Stadtteil, zeigen das exemplarisch. Und auch anderswo wurde und wird in der Stadt erfolgreich „genetzwerkt“.

Skepsis, vornehme Zurückhaltung und auch klare Ablehnung angesichts neu entstehender Netzwerke sind in der Rolandsstadt dennoch weit verbreitet. Das ramponierte Image der Netzwerkarbeit aufzupolieren und Wege aufzuzeigen, wie zum Wohle der Gemeinschaft erfolgreich „genetzwerkt“ werden kann, das hat sich die „Gemeinwesenwerkstatt“ zur Aufgabe gemacht.

Die „Gemeinwesenwerkstatt“ ist ein Projekt des Horizont e.V. und wird durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ im Rahmen des Lokalen Aktionsplans (LAP) der Stadt Nordhausen gefördert. Gedacht als Synthese aus dem Bundesprogramm und dem Thüringer Bildungskonzept „Neue Lernkultur in Kommunen“ (nelecom) soll die „Gemeinwesenwerkstatt“ als Diskussionsforum und Marktplatz für Ideen rund um die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fungieren. Akteure aus Politik, Bildung und dem sozialen Bereich sollen dazu animiert werden sich mit Themen zu beschäftigen, die für die Gemeinschaft, die Region und auch den einzelnen Akteur vor Ort von besonderem Interesse, im Alleingang aber oft nicht wie gewollt zu bewältigen sind.

Ein erstes Thema soll die Etablierung der Schulsozialarbeit in Nordhausen sein. „Wir wollen ein möglichst breites Spektrum an lokalen Akteuren einladen Ergebnisorientiert über Aufgaben und Grenzen von Schulsozialarbeit zu reden und gemeinsam nach realistischen und gangbaren Wegen hin zur Schulsozialarbeit zu suchen.“ sagte Angelo Glashagel, zuständiger Mitarbeiter für die LAP-Projekte im Horizont.

Die „Gemeinwesenwerkstatt“ selbst ist nicht als Netzwerk gedacht. „Wir haben versucht Themen von gemeinsamem Interesse zu identifizieren, die nur im Schulterschluss der Gemeinschaft erfolgreich und nachhaltig angegangen werden können“ so Herr Glashagel „Wir hoffen das unsere Veranstaltung dazu beiträgt, dass einzelne Akteure ein gemeinsames Interesse und Mehrwert für sich selbst erkennen und sich dementsprechend auf freiwilliger Basis vernetzen und konkrete Ziele verfolgen. Wir wollen vor allem den nötigen ersten Schritt erleichtern.“

Die 2. Nordhäuser Gemeinwesenwerkstatt mit dem Thema „Wege in die Schulsoziarbeit“ findet am 24.1. um 15 Uhr im Atrium der Petersbergschule statt. Der Horizont e.V. und das Amt für Kultur und Tourismus der Stadt Nordhausen laden alle Interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich ein an den Diskussionen teilzunehmen.
Autor: nnz

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Kommentare
H.Buntfuß
16.01.2012, 16:19 Uhr
Netzwerke über Netzwerke
Wo die Politik versagt, da wird nach Netzwerken gerufen. Anstatt immer mehr Neue Netzwerke zu gründen, sollte Herr Kübler seine Stellung als Politiker nutzen, um Druck auf seine Politkollegen zu machen. Nur so lassen sich die Probleme ernsthaft lösen, wenn man das überhaupt möchte?

Hier beschleicht mich wieder einmal das Gefühl, dass nur Fördermittel abgeschöpft werden. Wie sieht es aus mit dem Netzwerk, wenn die Mittel verbraucht sind, dann ist Ruhe mit dem Netzwerk?

Wenn sich etwas ändern soll, kann man das nicht auf EHRENAMTLICHER Arbeit machen. Es kommt noch so weit das unsere Kinder dann nur noch von Lehrer und Professoren unterrichtet werden, die EHRENAMTLICH arbeiten. Sind das die Vorstellungen unserer Politiker?
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