So, 13:13 Uhr
11.12.2011
nnz-Forum: Fatale Folgen
Der Autor des Beitrags "Abenteuer Forschung" spricht einige gravierende Missstände im Umweltbereich an und ich freue mich darüber, dass er, in der nnz sonst nur ganz selten zu finden, einen Sachverhalt in einen "höheren Zusammenhang" stellt...
Dieses Denken aber brauchen wir, da der Mensch global wirtschaftet und die Umwelt global zerstört, sich die Bezugsflächen seines Denkens aber seit der Steinzeit vielfach kaum geändert haben. Das ist, glaubt man den Psychologen, vor allem eine Folge der Komplexität vieler Zusammenhänge, die sich dem Normalbürger aber nicht mehr erschließen und die ihm in den bevorzugten Medien auch nicht nahegebracht werden. - Mit fatalen Folgen für die Lösung vieler von ihm zu verantwortende Probleme.
Nun, ich nehme an, dass die Bevorzugung von Energiepflanzen für deutsche Biogasanlagen etwas mit dem Energieeinspeisegesetz zu tun hat, was zu einer entsprechenden Lukrativität dieses Wirtschaftszweiges führt. Was subventioniert wird, bauen die Bauern natürlich auch an. Dabei ist doch für den Raps z.B. längst bekannt, dass es mit der CO2-Neutralität des aus ihm gewonnen Biodiesels nicht weit her ist, wenn man die gesamte Energiebilanz, also vom Samenkorn bis zur Verbrennung im Motor betrachtet. Diese Gesamtbilanz aber ist entscheidend! Alles andere ist Augenwischerei und popularitäterheischendes Politikergeschwätz.
Die Verwendung von Energiepflanzen ist die Folge des Sich in die Tasche lügens von Verantwortlichen, die nicht zugeben können und dürfen, dass mit Energiepflanzen ökologisch nun wirklich kein Blumentopf zu gewinnen ist.
Doch erst, nachdem die EU schmerzlich erkennen musste, wozu z.B. die amtlich verfügte Biospritbeimengung von 10 % in der Dritten Welt geführt hat, nahm man diese Regelung wieder zurück (hat man schon?). Die Abholzungsrate vor allem in Indonesien hat sich noch einmal drastisch erhöht, um insbesondere Ölpalmen Äcker zu schaffen. Auf der Seite www.regenwald.org ist von unbeschreiblichen menschlichen und ökologischen Dramen als Folge dieser Energiepolitik zu lesen: Bekannte Regenwaldschützer wurden und werden ermordet, auch jüngst wieder in Brasilien, das Volk der Penan, das in Südostasien verzweifelt um seinen Wald kämpft, wird eingeschüchtert und von Polizeihorden heimgesucht.
Das ist eine Politik, die wir in den reichen Ländern mit zu verantworten haben. Das hat mit Menschenrechten und globalem Blick nichts zu tun. Die Novellierung des brasilianischen Waldgesetzes, dessen Inkrafttreten jetzt nur noch die Präsidenten Rouseff mit ihrem Veto verhindern kann, geht indirekt ebenfalls auf unser Konto. Oder doch besser auf jenes der Agrarlobbyisten und anderer mafiöser aber meist nicht so bezeichneter Strukturen.
Dennoch: "Die Wahrheit hat ein langes Leben". - Sagte das nicht, ich glaube Schopenhauer? Die vom Menschen nicht korrumpierbare Wirkung der Naturgesetze wird ihm zwangsläufig die Grenzen seines Handelns aufzeigen. Diese zu beachten, ist letztlich existenziell für ihn. Die Frage ist nur, wann und wie er der Wirkung der Naturgesetze erliegen wird.
Vor den genannten Hintergründen sind die vom Autor des Biogasbeitrages angesprochenen Folgen heimischer Biogasanlagen und des ihnen zugrundeliegenden Pflanzenanbaus nur Kleinkram. Aber auf die Verteuerung der Lebensmittelpreise in den Dritte-Welt-Ländern, hat das, er spricht es an, möglicherweise ebenfalls Einfluss. Die Unfähigkeit, globale Beschlüsse, wie zur Eindämmung des Hungers in der Welt oder zum Stopp der menschgemachten Aussterbewelle laut Biodiversitätskonferenz von Nagoya umzusetzen, zeigt, wer eigentlich bei uns und in der Welt die Fäden zieht und sie ist zugleich Ausdruck für die Unfähigkeit des gesamten Systems, selbst verursachte Probleme zu lösen.
Abschließend noch zu den Wildschweinen, ebenfalls angesprochen vom obigen Autor: Diese profitieren auch von den in der Tendenz immer wärmeren Wintern, in denen schwache Tiere nicht mehr sterben. Sie profitieren auch von den mit der Klimaerwärmung verbundenen "Bucheckerjahren", die nicht mehr aller 7 Jahre, wie ökologisch in Ordnung, sondern als Stressreaktion der Bäume viel öfters auftreten, mit Folgen übrigens, die auch zur Förderung anderer, Krankheitserreger tragenden Tiere, wie Rötelmäuse beitragen. An anderer Stelle schrieb ich darüber.
Ich würde mich freuen, wenn sich mehr Menschen mit alledem beschäftigten. Niemand ist frei von Verantwortung. Jeder sollte sich dieser stellen, auch übrigens die Fachhochschule. Diese aber ist auch nur von der Wirtschaft und Politik abhängig und wird sich von daher im Zweifelsfalle konform verhalten.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnzDieses Denken aber brauchen wir, da der Mensch global wirtschaftet und die Umwelt global zerstört, sich die Bezugsflächen seines Denkens aber seit der Steinzeit vielfach kaum geändert haben. Das ist, glaubt man den Psychologen, vor allem eine Folge der Komplexität vieler Zusammenhänge, die sich dem Normalbürger aber nicht mehr erschließen und die ihm in den bevorzugten Medien auch nicht nahegebracht werden. - Mit fatalen Folgen für die Lösung vieler von ihm zu verantwortende Probleme.
Nun, ich nehme an, dass die Bevorzugung von Energiepflanzen für deutsche Biogasanlagen etwas mit dem Energieeinspeisegesetz zu tun hat, was zu einer entsprechenden Lukrativität dieses Wirtschaftszweiges führt. Was subventioniert wird, bauen die Bauern natürlich auch an. Dabei ist doch für den Raps z.B. längst bekannt, dass es mit der CO2-Neutralität des aus ihm gewonnen Biodiesels nicht weit her ist, wenn man die gesamte Energiebilanz, also vom Samenkorn bis zur Verbrennung im Motor betrachtet. Diese Gesamtbilanz aber ist entscheidend! Alles andere ist Augenwischerei und popularitäterheischendes Politikergeschwätz.
Die Verwendung von Energiepflanzen ist die Folge des Sich in die Tasche lügens von Verantwortlichen, die nicht zugeben können und dürfen, dass mit Energiepflanzen ökologisch nun wirklich kein Blumentopf zu gewinnen ist.
Doch erst, nachdem die EU schmerzlich erkennen musste, wozu z.B. die amtlich verfügte Biospritbeimengung von 10 % in der Dritten Welt geführt hat, nahm man diese Regelung wieder zurück (hat man schon?). Die Abholzungsrate vor allem in Indonesien hat sich noch einmal drastisch erhöht, um insbesondere Ölpalmen Äcker zu schaffen. Auf der Seite www.regenwald.org ist von unbeschreiblichen menschlichen und ökologischen Dramen als Folge dieser Energiepolitik zu lesen: Bekannte Regenwaldschützer wurden und werden ermordet, auch jüngst wieder in Brasilien, das Volk der Penan, das in Südostasien verzweifelt um seinen Wald kämpft, wird eingeschüchtert und von Polizeihorden heimgesucht.
Das ist eine Politik, die wir in den reichen Ländern mit zu verantworten haben. Das hat mit Menschenrechten und globalem Blick nichts zu tun. Die Novellierung des brasilianischen Waldgesetzes, dessen Inkrafttreten jetzt nur noch die Präsidenten Rouseff mit ihrem Veto verhindern kann, geht indirekt ebenfalls auf unser Konto. Oder doch besser auf jenes der Agrarlobbyisten und anderer mafiöser aber meist nicht so bezeichneter Strukturen.
Dennoch: "Die Wahrheit hat ein langes Leben". - Sagte das nicht, ich glaube Schopenhauer? Die vom Menschen nicht korrumpierbare Wirkung der Naturgesetze wird ihm zwangsläufig die Grenzen seines Handelns aufzeigen. Diese zu beachten, ist letztlich existenziell für ihn. Die Frage ist nur, wann und wie er der Wirkung der Naturgesetze erliegen wird.
Vor den genannten Hintergründen sind die vom Autor des Biogasbeitrages angesprochenen Folgen heimischer Biogasanlagen und des ihnen zugrundeliegenden Pflanzenanbaus nur Kleinkram. Aber auf die Verteuerung der Lebensmittelpreise in den Dritte-Welt-Ländern, hat das, er spricht es an, möglicherweise ebenfalls Einfluss. Die Unfähigkeit, globale Beschlüsse, wie zur Eindämmung des Hungers in der Welt oder zum Stopp der menschgemachten Aussterbewelle laut Biodiversitätskonferenz von Nagoya umzusetzen, zeigt, wer eigentlich bei uns und in der Welt die Fäden zieht und sie ist zugleich Ausdruck für die Unfähigkeit des gesamten Systems, selbst verursachte Probleme zu lösen.
Abschließend noch zu den Wildschweinen, ebenfalls angesprochen vom obigen Autor: Diese profitieren auch von den in der Tendenz immer wärmeren Wintern, in denen schwache Tiere nicht mehr sterben. Sie profitieren auch von den mit der Klimaerwärmung verbundenen "Bucheckerjahren", die nicht mehr aller 7 Jahre, wie ökologisch in Ordnung, sondern als Stressreaktion der Bäume viel öfters auftreten, mit Folgen übrigens, die auch zur Förderung anderer, Krankheitserreger tragenden Tiere, wie Rötelmäuse beitragen. An anderer Stelle schrieb ich darüber.
Ich würde mich freuen, wenn sich mehr Menschen mit alledem beschäftigten. Niemand ist frei von Verantwortung. Jeder sollte sich dieser stellen, auch übrigens die Fachhochschule. Diese aber ist auch nur von der Wirtschaft und Politik abhängig und wird sich von daher im Zweifelsfalle konform verhalten.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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