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Mo, 13:32 Uhr
15.09.2003

Was ist los mit dem Abwasser?

Nordhausen (nnz). In den USA gibt der Präsident ab und zu mal einen Bericht zur Lage der Nation. In Thüringen gibt es einen Lagebericht zur Entsorgung des Abwassers. nnz hat sich den aktuellen Bericht angesehen.


Der Lagebericht zur kommunalen Abwasserentsorgung im Freistaat Thüringen liegt vor. Der Bericht informiert in zweijährigem Abstand über den Stand der Abwasserbehandlung und Klärschlammentsorgung und ist in Kürze auch auf der Homepage des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt abrufbar. Die seit 1990 beim Aufbau der kommunalen Abwasserentsorgung erzielten Fortschritte sind erheblich. So werden inzwischen 525 Kläranlagen mit einer Gesamtkapazität von ca. 2,9 Mio. Einwohnerwerten in Thüringen betrieben, wobei allein die 112 größeren Anlagen ca. 95 % der Kapazität ausmachen.

Auch die Reinigungsleistung der Anlagen wird immer besser. Im Berichtszeitraum wurden bereits mehr als 80 % der in die Anlagen eingeleiteten Stickstoff- und Phosphormengen, die als stark gewässerbelastend gelten, reduziert. Darüber hinaus wurden ganze Ortsnetze neu geschaffen sowie Verbindungssammler gebaut, wodurch sich die Gesamtlänge der öffentlichen Kanalisation auf ca. 12.400 Kilometer erhöht hat. Die Erfüllung der EG-Kommunalabwasserrichtlinie, die eine ordnungsgemäße Abwasserentsorgung in gemeindlichen Gebieten mit mehr als 2.000 Einwohnerwerten bis Ende 2005 fordert und derzeit die Schwerpunktaufgabe darstellt, wird fristgerecht erfolgen können.

„Die Errichtung der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur ist nicht nur zur Erfüllung von wasserrechtlichen Normen geboten. Jede neue Kläranlage ist auch ein wichtiger Standortfaktor für die Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus“, betonte Minister Volker Sklenar und führte weiter aus, dass in den vergangenen 13 Jahren vom Land insgesamt ca. 1,1 Mrd. Euro Fördermittel bereitgestellt wurden, um den Aufbau der abwassertechnischen Infrastruktur zu unterstützen und somit die Beitrags- und Gebührenbelastung für die Bürger in Grenzen zu halten. Neben der infrastrukturellen Bedeutung führt der Aufbau einer dem Stand der Technik entsprechenden Abwasserbehandlung auch zu einer nachhaltigen Verbesserung der Umwelt. Besonders deutlich wird dies an der Entwicklung der Gewässerqualität.

Gleichzeitig räumte der Minister ein, dass zwar schon sehr viel erreicht wurde, aber in den kommenden Jahren noch erhebliche Anstrengungen zu leisten sind. Dazu gehöre der Nachholbedarf im ländlichen Raum und der nach wie vor unzureichende Anschlussgrad an kommunale Kläranlagen. Dieser liegt mit 63 % zwar ca. 20 % höher als 1990, ist aufgrund der schlechten Ausgangslage aber im Bundesvergleich immer noch sehr gering. „Hier wird unter Berücksichtigung von kostengünstigen Lösungen die Hauptaufgabe für die nächsten Jahre liegen. Dabei werden wir den Aufgabenträgern bei der Umsetzung ihrer Aufgaben auch weiterhin nach Kräften zur Seite stehen“, so der Minister abschließend.
Autor: nnz

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