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Di, 08:21 Uhr
11.10.2011

Handwerk im Ausbildungsplus

Trotz stark sinkender Bewerberzahlen hat das Handwerk im Kammerbezirk Erfurt (Nord- und Mittelthüringen) bisher mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahr abgeschlossen. Mit 1477 Ausbildungsverträgen liegt das Plus bei knapp 10 Prozent zum Vorjahreszeitraum (1344).


In diesen Zahlen enthalten sind 84 Ausbildungsplätze in neuen Ausbildungsbetrieben, die von den Ausbildungsbegleitern der Handwerkskammer in den Betrieben eingeworben wurden. Ähnlich positiv zeigt sich auch das Bild bei den Löschungen von Ausbildungsverträgen. In den ersten beiden Ausbildungsmonaten wurden lediglich 36 Verträge während der Probezeit wieder gelöst; 58 waren es im gleichen Zeitraum im Vorjahr.

Für die Handwerkskammer Erfurt sind diese Zahlen auf der einen Seite Bestätigung kontinuierlicher Ausbildungsarbeit. Die Kammer schätzt jedoch ein, dass bis Jahresende voraussichtlich die Ausbildungszahlen des Vorjahres nicht übertroffen werden. Erfreut zeigt sich Hauptgeschäftsführer Thomas Malcherek aber über die sinkenden Abbrecherzahlen. "Die Vertragslösungen im Handwerk waren immer schon deutlich geringer als in anderen Wirtschaftsbereichen, weil sich die meisten Handwerksbetriebe und künftigen Lehrlinge über Praktika und Ferienarbeit schon vor dem Ausbildungsbeginn kennengelernt haben", erläutert der Hauptgeschäftsführer.

Trotz der positiven Ausbildungszahlen sind weiterhin über 100 offene Ausbildungsplätze für dieses Jahr in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer registriert. Den größten Bedarf haben Anlagenmechaniker SHK und Elektroniker. In diesen beiden Berufen wurden auch die meisten Angebote für das kommende Jahr bereits jetzt angezeigt.

Und das Handwerk stellt sich immer besser auf die geringer werdenden Schülerzahlen ein. Dies unterstreicht nicht zuletzt die Tatsache, dass bereits im Oktober erste Ausbildungsverträge für das kommende Ausbildungsjahr abgeschlossen wurden. "Um auf Dauer hohe Qualität anbieten zu können, brauchen unsere Handwerksbetriebe gute, engagierte Lehrlinge. Es ist daher ein gutes Zeichen, wenn schon zu einem Zeitpunkt Verträge geschlossen werden, zu dem auch andere Branchen ihre Lehrlinge binden", so Malcherek.

Mehr als 200 offene Ausbildungsplätze wurden bereits für 2012 von den Betrieben der Börse gemeldet. Die Handwerkskammer rät den Betrieben seit langem, möglichst frühzeitig Ausbildungsverträge abzuschließen und den Kontakt zu den Schülern aufrecht zu erhalten. "Betrieb und künftiger Lehrling sollten sich nicht aus den Augen verlieren. Deshalb sind Praktikum und Ferienarbeit wichtige Angebote, bis zum tatsächlichen Ausbildungsbeginn in Kontakt zu bleiben."

Dass Lehrlinge trotz gültigem Vertrag ohne Absage ihre Ausbildung nicht antreten, kommt auch im Handwerk vor. Dabei ist dieses unfaire Verhalten gerade für die kleinen und mittleren Betriebe nur schwer zu kompensieren. Malcherek sagt warum: "Wir haben viele Betriebe, die zu ihren vier bis sechs Mitarbeitern als Stammbelegschaft immer einen Lehrling haben. Wenn dieser ausgelernt hat, wird ein neuer Lehrling eingestellt. Tritt dieser Bewerber seine Ausbildung nicht an, fehlen dem Betrieb plötzlich 100 Prozent seiner kalkulierten Lehrlingsanzahl. Daher liegen unsere besonderen Bemühungen als Handwerkskammer auch darin, dass Betrieb und künftiger Lehrling engen Kontakt halten."

In den zurückliegenden Jahren war es den Ausbildungsbegleitern meist gelungen, wieder frei werdende Ausbildungsplätze kurzfristig nachzubesetzen. Aufgrund der sinkenden Bewerberzahlen ist dies kaum mehr möglich.
Autor: nnz/kn

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