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Mi, 13:01 Uhr
21.09.2011

nnz-Forum: Deutschland ohne Sozialsystem?

Es geht um das reiche Deutschland und es geht in dem Beitrag eines nnz-Lesers um "arme" Politiker. UNd es geht um Geld und Gier...

Weise (Foto: H. Buntfuß) Weise (Foto: H. Buntfuß)

Mir ist der Artikel von Herrn Knoblauch in der nnz aufgefallen, dazu kann ich nur sagen: Ja so ist es nun mal, unser ach so gutes Sozialsystem. Es hat nur mittlerweile mit sozial nicht mehr viel zu tun. Durch die Gier einiger Großverdiener, die sich gern das Privileg „Leistungsträger“ der Nation geben und dabei nicht beachten, dass sie durch ihre grenzenlose Gier den Sozialstaat an die Wand fahren. Jetzt werden wieder einige kommen und wollen mich belehren.

Ich höre schon die Sprüche von irgendwelchen Politikern und ihren geldgierigen Handlangern. Eigentlich ist es ja umgekehrt die Politiker sind die Handlanger des Kapitals, oder liege ich da falsch? Es wird da wieder heißen ich soll doch mal nach Afrika, Chile usw. schauen. Dazu möchte ich gleich sagen, das wir nicht in Afrika leben, sondern in einen der reichsten Länder. Außerdem kann es nicht sein, dass wir unser Sozialsystem auf das Niveau der ärmsten Länder herunter fahren, nur weil so ein paar „so genannte Leistungsträger“ den Hals nicht voll genug kriegen, oder?

Das es in Deutschland nicht an Geld fehlt, beweisen doch die vielen Rettungsschirme, die unsere Politiker spannen, um den versagenden Politikern so wie Wirtschaftsbossen anderer Länder unter die Arme zu greifen. Auch deutsche Politiker, Banker und Wirtschaftsbosse profitieren von den Rettungsschirmen, die man nur spannen kann, indem man die sozialen Leistungen kürzt.

Oder haben sie schon einmal einen Politiker erlebt, der auf seine Diäten verzichtet, oder ein Banker auf seine Abfindung und das zum Wohle der Allgemeinheit? Doch bei den LINKEN soll es das geben, bei den GRÜNEN bin ich mir nicht sicher. Kennen sie einen Geschäftsführer aus der politischen Etage, der für sein Versagen bestraft wurde?

Nein bestraft wird in so einem Fall, die Allgemeinheit mit Steuererhöhungen oder Sozialkürzungen. Dabei besitzen viele Politiker auch noch die Courage von Demokratie zu reden. Und schon stellt sich die nächste Frage? Durch wen oder was sind denn die „Leistungsträger“ so REICH geworden?

Vielleicht durch die vielen unter bezahlten Arbeiter, oder durch die Massen von Minijobern? Es wäre doch sehr schön, wenn mir jemand erklären könnte, woher der Reichtum kommt. Ach ja ich habe vergessen, dass die „Leistungsträger 24 Stunden am Tag arbeiten, um ihr kärgliches Leben zu fristen, oder sollte ich irren? Ein anderes Problem sind die vielen freien Arbeitsplätze, die wir haben, wie so manche behaupten.

Ich frage mich warum man dann eine Zwangsrente mit 63 Jahren einführen muss? Warum hat man dann die so genannte 58ziger Regelung eingeführt? Durch dieses Instrument hat man Personen, die das 58. Lebensjahr erreicht hatten, einfach ausgesondert, ja, so kann man das schon sagen. Durch diese Regelung wurde dem Arbeitslosen mitgeteilt, dass er für die Gesellschaft nicht mehr relevant ist, ja genau so sehe ich das und viele andere ebenfalls. „Politiker“ und „Leistungsträger“sind ausgeschlossen.

Heute gibt es diese Maßnahme nicht mehr. Man hat sie durch die Zwangsrente ersetzt, dabei spart man mehr Geld ein. Einmal beim Arbeitsamt und zum zweiten bei der Rente, denn die gibt es nur mit Abzügen. Auch ein Mittel der Verschleierung sind und bleiben nun mal die vielen unter qualifizierten so genannten Bildungsmaßnahmen, bei denen es oft vorkommen soll, dass die Schüler mehr Wissen haben, als die so genannten Honorarkräfte, Artikel darüber gibt es genug.
Viele der schlauen Politiker und dessen Handlanger behaupten, „uns fehlen Facharbeiter.“

Ich sage: „uns fehlen die richtigen Politiker, vielleicht sollten wir uns nach solchen auch einmal im Ausland umschauen? Wie wäre es mit Finnland? Aber was machen wir dann mit unseren Politikern, die will doch garantiert keiner haben? Ich habe es, die setzen wir dann auf Hartz-IV, aber mit Sanktionen, oder?

Sanktionen: Die Zahl der Sanktionen ist in diesen Jahr wieder stark gestiegen, es wird ein Rekordjahr, woran das liegt, sagt uns der BA-Chef Weise. „Nach Ansicht des BA-Chefs liege es aber nicht daran, dass die genannten Personenkreise besonders oft die Vorgaben missachten, sondern daran, dass die Jobcenter immer mehr Routine beim Sanktionieren bekommen“ (Magazin Wirtschaftswoche). Dieser Satz sagt so einiges aus, allerdings nur jenen die, die Wahrheiten nicht verdrehen.

Zum Schluss noch ein paar Fakten, die unseren Politikern nicht gefallen werden.

(„Nach Angaben des ifo Instituts muss der Steuerzahler etwa 465 Milliarden Euro für den Rettungsschirm aufbringen. Deutsche Bank: Risiko doppelt so hoch wie angegeben. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte zuvor unter Berufung auf Berechnungen der Deutschen Bank berichtet, Deutschland hafte im Extremfall für den erweiterten EFSF mit 400 Milliarden Euro, was doppelt so viel sei wie offiziell verbreitet“.) Das Zitat darf nicht fehlen: „Es gibt viele Laternen, die außer ihren eigenen Pfahl nichts beleuchten (Andre´Francois Poncet)
Harald Buntfuß

Anmerkung: Der Autor wünscht Kommentare nur unter Nennung des Klarnamens

H. Buntfuß
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Retupmoc
21.09.2011, 15:54 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Klarnamen erwünscht
andreas66
21.09.2011, 17:04 Uhr
Dafür stehe ich mit meinem Namen
Hallo Herr Buntfuß,

Sie haben meinen Beitrag direkt angesprochen und ich möchte gern auf ihren Artikel antworten. Leider sind ja in dieser Zeit die Mechanismen der Aushebelung von Sozialleistungen gar nicht mehr überschaubar. Viele Leistungskürzungen und Streichungen von Sanktionen erfolgen ja ohne große Ankündigung und Wissen von breiten Teilen der Bevölkerung. Geschickt gemacht sag ich nur.

Dazu bedient man sich gern des Instruments der Ausspielung bestimmter Bevölkerungsgruppen gegeneinander. Kürzlich las ich, dass ein 440 Mio. Loch in der Rentenkasse für die Bezahlung der Ost-Rentner klafft. Was ist denn das für eine Aussage?

Ich lasse dies jetzt bewusst weiter unkommentiert – auch ich höre schon jetzt die entsprechenden gegenteiligen Kommentare, viele nutzen hierfür den Mantel der Anonymität im Forum.

Man könnte diese Liste fast endlos weiter führen… noch immer zieht Ost gegen West, oder Alt gegen Jung, Familien kontra kinderlose Paare etc. Es ist doch gut, wenn sich das Volk untereinander den „Sozialneid“ zuschiebt – so wird von großen, wirklich gravierenden Themen abgelenkt.

Es trifft auch zu, dass es fast unmöglich ist, sich umfassend informiert zu halten. Und es liegt wohl doch in der jetzigen Mentalität der Menschen, so lange es mir noch gut geht …. was stört mich da anderes Leid. Es ist sehr bedauerlich, finde ich, dass diese Werte immer mehr verloren gehen. Das Desinteresse am politischen Geschehen in unserem Land wächst – die Politiker reiben sich die Hände.

Wir sind zumindest in dieser Beziehung in der „Ellenbogen-Gesellschaft“ angekommen.

Ich wollte an meinem persönlichen Beispiel aufzeigen, wie schnell man ohne eigenes Verschulden die Wirklichkeit unseres sozialen Netzes zu spüren bekommt.

A. Knoblauch
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