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Mo, 15:07 Uhr
05.09.2011

Gauck liest in Nordhausen

Der politische und sehr persönliche Rückblick eines friedlichen Revolutionärs. Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Noch in diesem Monat wird der Mann in Nordhausen lesen...


Cover (Foto: privat) Cover (Foto: privat) Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied.

Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt. Beginn am 26. September in der Kreissparkasse am Nordhäuser Kornmarkt ist 19 Uhr.

Eintritt: 5 Euro im Vorverkauf
Eintritt: 8 Euro Abendkasse

Kartenvorverkauf in der Kreissparkasse Nordhausen und im Buchhaus Rose Nordhausen. Der Erlös geht an gemeinnützige Vereine im Landkreis Nordhausen.
Autor: nnz

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Kommentare
suedharzer
05.09.2011, 16:02 Uhr
Wooooo?
Toller Mann. Wird bestimmt ein interessanter Vortrag.Es würden aber bestimmt mehr Besucher kommen, wenn in dem Artikel auch der Veranstaltungsort angegeben wäre...
___________________________________________
Red.: Danke für den Hinweis ist ergänzt worden.
Wolfi65
05.09.2011, 16:55 Uhr
Wieso?
Ich finde das schön, dass Herr Gauck mal in die Provinz kommt und den Bürgern von 1989 die Wende und die großartigen Leistungen erklärt, welche die Gauckbehörde vollbracht hat. Das Offenlegen der Stasiakten hat doch im Nachhinein nichts gebracht außer Hass und wieder Hass.

Macht endlich die Bücher zu und versucht wenigstens jetzt in Ruhe und Frieden zusammen zu Leben, denn Ihr habt nur dieses Eine.

Verbrecher, Spione und Denunzianten hat es zu allen Zeiten gegeben und es wird sie leider immer geben.
Bodo Schwarzberg
05.09.2011, 19:17 Uhr
Gauck - Bürgerrechtler und einseitiger Betrachter
Gewiss gehört der gescheiterte Bundespräsidentkandidat Gauck zu den herausragenden Persönlichkeiten des Wendeherbstes 1989. Spätestens auf Grund meiner rund 1.500 Interviews mit Zeitzeugen bin ich aber zu der Erkenntnis gekommen, bzw. sie hat sich verfestigt, dass einseitige Sichtweisen auf die DDR, wie sie Herr Gauck vertritt, dem einstigen 17-Mio-Volk und seinem Empfinden nicht gerecht werden.

Dass Herr Gauck selbst und seine Familie unter der SED-Diktatur gelitten haben, muss doch nicht zwangsläufig zu der Annahme führen, alle DDR-Bürger hätten sich zwischen 1949 und 1989 verfolgt, bedroht und unwohl gefühlt und erst am 9.11.89 wäre ihnen erstmals ein Lächeln über die Lippen gekommen.

Ebenso wie Herr Sellering, der alte und neue MP von Meck.-Pomm wehre ich mich gegen das Pauschalurteil "Unrechtsstaat DDR", weil dieses Urteil, das auch Herr Gauck vertritt, die Lebensleistungen von Millionen Menschen ignoriert. Z.B. jene von den vielen erfindungsreichen staatlichen Leitern, die ihre Betriebe oftmals gegen die Willkür der Partei am Laufen zu halten verstanden, die Hunderttausenden "Werktätigen", die Studenten, die überwiegend wunderbare Zeiten Jahre an den Unis verbrachten, u.s.w.

Es scheint Herrn Gauck schwer zu fallen, das geschehene Unrecht und das oft deutlich entspanntere Leben vieler Menschen damals auseinander zu halten und die vielen Widersprüche beim Namen zu nennen, die unsere heutige Gesellschaft genauso fragwürdig erscheinen lassen, wie die verblichene. Die "Freiheit, Freiheit über alles" zu loben, ohne die Verlierer auf der ganzen Linie zu erwähnen, halte ich nicht für moralisch.

Die Einseitigkeit der Beurteilung des eigenen Systems, wie sie die SED propagierte, sollte nicht durch die neue einseitige Sichtweise eines Herrn Gauck bezüglich des neuen Systems ersetzt werden.

Ich habe an meiner damaligen Hochschule in Halle erlebt, mit welchen fragwürdigen Mitteln und Beurteilungen frühere Mitarbeiter für den öffentlichen Dienst aus Gründen ihrer DDR-Vergangenheit "negativ evaluiert" wurden und wieder andere, die wirklich Dreck am Stecken, aber bessere Beziehungen hatten, weitermachen durften. Infolge der Revolution wurden wissenschaftliche Kapazitäten zu Tausenden zu Versicherungsvertretern und Arbeitslosen degradiert - die meisten von ihnen waren keine Schwerverbrecher.

Darüber hat Herr Gauck meines Wissens nach noch nie ein kritisches Wort verloren.
Mich wundern die einseitigen Lobeshymnen von Herrn Gauck auch deswegen, weil er Theologe ist, der doch wissen müsste, welche katastrophalen Folgen das "Essen vom Baum der Erkenntnis" auch heute noch hat, für die 2 Mrd. Hungernden in der Welt, für die zerstörten Regenwälder, das gebeutelte Klima u.s.w..

Die Moral, die doch für die Theologen so wichtig ist, wird heute nicht minder mit Füßen getreten, als von der SED-Machtelite. Damals mussten Marx und Engels als Deckmäntelchen für so manches Verbrechen herhalten, heute sind es der christliche Glaube oder andere Glaubensrichtungen.

Ich finde es schade, dass solche hochgebildeten Persönlichkeiten wie Herr Gauck so wenig den Blick über den Tellerrand der eigenen Biografie wagen, womit ich aber seine Rolle in der damaligen Bürgerrechtsbewegung keinesfalls schmälern möchte. Konsequent wäre es, wenn er sich heute wieder mit an die Spitze einer Bürgerrechtsbewegung stellen würde.

Denn nur ein kleiner Teil von dem, was im Herbst 1989 gefordert wurde, ist Wirklichkeit geworden.
Retupmoc
06.09.2011, 07:58 Uhr
Vorverkauf
Ich habe für 5 Euronen eine Karte geleistet um Herrn Gauck bei der Veranstaltung fragen zu können, warum zum Beispiel unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht vom Regime verfolgt wurde...
caesarndh
06.09.2011, 10:13 Uhr
Moral???!!!
Auch wenn ich mit den Ausführungen von Herrn Schwarzberg an anderen Stellen nicht immer konform gehe, so stimme ich seinem Beitrag an dieser Stelle absolut zu. Insbesondere mit den moralischen Aspekten einer Gesellschaft sollte man vorsichtig umgehen. Wer im Glashaus sitzt sollte sich, bovor er den ersten Stein in die Hand nimmt, an die eigene Nase fassen.

Dazu, auch wenn es den diskutierten Sachverhalt nicht unmittelbar betrifft, dieser Link: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/23351/die_blechlawine.html
H.Buntfuß
08.09.2011, 13:47 Uhr
Gauck und Vergangenheit?
Ich habe lange überlegt, ob ich eine Karte kaufen soll. Ich bin aber zu der Überzeugung gekommen, das ich besser darauf verzichte. Ich vertrete die Meinung, dass Herr Gauck nicht ganz EHRLICH ist, was sein Verhalten in der so genannten Gauckbehörde betrifft.

Auf die Frage: Was er allein und über eine längere Zeit, allein in den Aktenräumen gemacht hat? Hierauf gibt es bis HEUTE noch keine KLARE Antwort, oder sollte ich diese verpasst haben?

Vielleicht kann ja rwe 62 die Frage einmal mit aufnehmen.
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