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Mo, 15:13 Uhr
05.09.2011

Alle Optionen für die Option

Man gibt nicht auf: Der Landkreis Nordhausen möchte die Option ziehen bei der Organisation des Jobcenters für die Grundsicherung. Dies bekräftigte Landrat Joachim Claus (CDU) heute gegenüber Ralf Brauksiepe, dem Parlamentarischen Staatssekretär bei Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Einzelheiten wie immer mit dem bekannten Klick...


Der Landkreis Nordhausen und die Bundesagentur für Arbeit aus Nürnberg betreiben gemeinsam das Jobcenter für den Landkreis Nordhausen (bislang ARGE SGB II). Gemeinsam erfolgt die Betreuung von Langzeitarbeitslosen, die Auszahlung der „Hartz IV“-Sätze, von Wohngeld, der Heizkosten und des Bildungspakets sowie alle Maßnahmen zur Integration von Betroffenen in neue Arbeitsgelegenheiten. Der Kreistag hatte fast einstimmig dafür votiert, das Jobcenter künftig in Eigenregie führen zu wollen (sogenannte Option).

Aufgrund der Hartz-Arbeitsmarktgesetze der rot-grünen Bundesregierung von 2003 führten 69 Kommunen die Jobcenter allein (davon zwei in Thüringen), erklärt der Bundestagsabgeordnete Manfred Grund. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts forderte den Gesetzgeber 2007 auf, die Organisationsstruktur von ARGEn bzw. Jobcentern neu zu fassen, weil gemeinsame Einrichtungen des Bundes und der Kommunen im Grundgesetz nicht vorgesehen waren.

Bei der Änderung des Grundgesetzes 2010 wurde auf Druck der CDU/CSU-Fraktion die Anzahl der Optionskommunen erhöht, berichtet Manfred Grund. 110 können es zum 1. Januar 2012 sein, 41 mehr als bisher. Doch mit dem Festhalten an der gemeinsamen Trägerschaft von Kommune und Bundesagentur als Regelfall hatte sich die SPD, deren Zustimmung zur Grundgesetzänderung in Bundestag und Bundesrat erforderlich war, durchgesetzt. Thüringen konnte deshalb nur zwei neue Optionskommunen zulassen.

Die Bundesländer hatten sich im Bundesrat das Recht erwirkt, selbständig die Auswahl zu treffen. Mehrere Bewerbungen gab es in Thüringen. Der Landkreis Nordhausen war nicht unter den ausgewählten zwei, die die Zulassung erhielten (siehe auch nnz-Archiv). Gegen das Verfahren hat der Landkreis Nordhausen mit rund 20 anderen Landkreisen deutschlandweit Klage eingereicht.

CDU-Bundestagsabgeordneter Manfred Grund hatte deshalb das Gespräch am Montag vermittelt. In seinem Berliner Büro erörterten der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe, Landrat Joachim Claus und Führungskräfte der Kreisverwaltung die Möglichkeit zur Option. Staatssekretär Brauksiepe würdigte das Engagement des Landkreises. Das Arbeitsministerium verfolge mit Interesse die Entwicklung der Jobcenter, sagte Brauksiepe.

Aufschluss zur Frage, ob die Zulassung der Optionskommunen auf die Zahl 110 beschränkt werden könne, erhoffe sich das Ministerium von der gerichtlichen Entscheidung zur Klage der Landkreise.

Abgeordneter Manfred Grund sagte, er würde es begrüßen, wenn die kommunale Option allen offen stünde, die diesen Weg gehen wollen. Einig waren sich die Teilnehmer, dass eine Gesetzesnovelle von den Ländern im Bundesrat angeschoben werden müsste.
Autor: nnz

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Kommentare
Georg
05.09.2011, 20:12 Uhr
och nee...
immer noch das Festhalten an der Forderung "Optionskommune". Was soll das für die betroffenen ALG II- Bezieher denn positives bringen? Die einzigen die davon profitieren, sind doch einige Postenjäger im Landratsamt. Die freuen sich schon auf die Verteilung der Geldmittel vom Bund.

Und was ist mit der Vermittlung der Leistungsempfänger in reguläre Arbeit von der man ohne zusätzliche Unterstützung leben kann? Die bliebt ganz sicher auf der Strecke wie es die Bilanzen zur Eingliederung in den Optionskommunen zeigen.

Lieber Herr Claus und Co.,lasst die Finger von dieser Absicht und nehmt die Klage zurück. Es gibt viel wichtigeres zu tun als diesen Blödsinn!
Retupmoc
06.09.2011, 07:56 Uhr
Kämpfen
Sehr geehrter Herr Landrat,

bitte schaffen Sie dieses unsägliche Hartz4 in unserem Landkreis ab. Und schließen Sie die Arge. Machen Sie aus den Räumen ein Hotel oder eine Kindereinrichtung. Aber bitte befassen Sie sich nicht mit diesem Mist.

Danke
H.Buntfuß
06.09.2011, 13:00 Uhr
Landkreis Pleite?
Wenn der Landrat und die Kreistagesmitglieder in der Vergangenheit nicht so schlampig gearbeitet hätten, müsste man nicht vor Gericht ziehen und um das Recht, eine Optionskommune zu werden, streiten.

Ich glaube: Der Landkreis möchte sich durch dieses Instrument nur seine Geschäftliche Schieflage etwas SANIEREN. Es zeigt sich ja an anderen Beispielen, dass man auf Kosten der Bedürftigen GUTE Geschäfte machen kann. Schauen sie sich nur die Vereine Lift ,Horizont und die vielen Bildungsträger an.

Anstatt man sich von Mitarbeitern, die für die Schieflage VERANTWORTLICH sind trennt, habe ich eher das Gefühl, diese Personen werden auch noch mit einen besseren Posten belohnt. Oder ist jemand für die Katastrophe von NENTZELSRODE zur Verantwortung gezogen worden?

Hier zeigt sich wieder einmal sehr deutlich, dass Politiker Steuergelder förmlich verzocken und der normale Bürger muss dafür gerade stehen. Die REICHEN und SUPERREICHEN, kommen dafür nicht in Betracht. Im Gegenteil diese Strategie füllt auch noch ihre Konten, oder?

Ich kann nur hoffen, dass der Landkreis nie eine Optionskommune wird, sollte das der Fall werden, können sich die Hartz-IV-Empfänger WARM anziehen. Falls sie sich dann überhaupt noch warme Kleidung kaufen können, dann heißt es bald Essen oder Kleidung.
Harzer_Wolf
06.09.2011, 13:24 Uhr
Lieber Herr Grund
Wir brauchen weder eine Optionskommune, noch Hartz 4 oder weitere solche Errungenschaften. Wir brauchen Kommunen, die Geld haben, damit Sie das tun können, wofür Sie da sind.

Fragen Sie mal den Papst in zwei Wochen ob er etwas aus dem Topf gibt, mit dem seine Reise finanziert wird. Nur bitte verschonen Sie uns alle mit Optionskommunen.
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