So, 15:55 Uhr
28.08.2011
Energie zum Anfassen
Der Rotorblatthersteller SINOI aus Niedersachswerfen bot den Besuchern zum Tag der Offenen Tür die Möglichkeit, hautnah die Faszination Windkraft zu erleben. In einer Führung durch die Werkshallen wurden die einzelnen Stationen der Produktion präsentiert.
Die SINOI GmbH produziert Rotorblätter mit einer maximalen Länge von 50 Metern pro Blatt. Dabei ist bei einem Gesamtdurchmesser von 103 Metern noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Um die aktuelle Größe der Bauteile einmal fassen zu können, gab das Unternehmen detailreiche Einblicke in die einzelnen Schritte des Produktionsprozesses. Umrahmt wurde der Tag von einem Kinderprogramm und der obligatorischen Bratwurst. Die Einnahmen aus den Verkäufen werden an das Kinderheim Kinderland gespendet.
Mann, sind die groß, drückte es Carsten Zaremba, Kaufmännischer Leiter bei SINOI, treffend in seiner Begrüßung aus. Als wir 1999 mit der Produktion begannen, ahnten wir noch nicht, wohin das führen wird. Zunächst führte es 2004, noch unter dem Namen NOI, zu finanziellen Problemen, die 2006 mit dem Einstieg der China National Building Material Group (CNBM) und einem Investitionsvolumen von 6,7 Millionen Euro behoben werden konnten. Seitdem ist SINOI ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der CNBM, agiert am Standort Niedersachswerfen aber völlig unabhängig und ist mit dieser Strategie erfolgreich.
Begrüßen die Gäste: Carsten Zaremba, Inge Klaan und Jörg Wagner (von links)
Bau- und Wirtschaftsderzernentin Inge Klaan schloss sich in ihrer Begrüßung den Worten von Carsten Zaremba lobend an. Es bedarf schon eines großen handwerklichen Geschicks sowie logistischen Fähigkeiten, um Rotorblätter von diesen Ausmaßen erfolgreich zu produzieren und durch Nordhausen zu transportieren. Daneben hob Prof. Dr. Jörg Wagner, Präsident der Fachhochschule, die enge Kooperation zwischen dem Unternehmen und seiner Lehranstalt hervor. SINOI konnte in Zusammenarbeit mit uns die Leistungsfähigkeit seiner Rotorblätter in den letzten Jahren erheblich steigern und trägt damit zur kostengünstigen Stromproduktion durch erneuerbare Energieträger bei.
Im Anschluss an die offizielle Begrüßung führte Jürgen Simon, Produktionsleiter des Werks, die Besucher in vier Stationen durch die einzelnen Arbeitsschritte des Produktionsprozesses. Bevor ein Rotorblatt gebaut werden kann, muss ein Modell des Blattes entworfen werden, das als Vorlagenform dient. Anhand dieser Vorlage werden Glasfaserbündel verwoben, die als Grundgerüst des Blattes dienen. Dieses Grundgerüst besteht aus zwei sogenannten Booten und zwei Stegen. Die beiden Boote werden als Unter- und Oberschale zusammengeklebt. Die Stege dienen zur inneren Stabilisierung des Blattes.
Das Design des Blattes lehnt sich an klassische Rotoren an und besteht wiederum aus einem Zylinder, der im Innern mit Balserholz verstärkt ist. Am aerodynamischen vorderen Teil wird vorwiegend Epoxidharz als Werkstoff genutzt. Damit das Blatt für einen Blitzeinschlag gewappnet ist, wird am Ende zusätzlich eine Blitzschutzspitze aus Aluminium montiert. Schließlich wird der Rotor in einem letzten Arbeitsschritt grundiert und mit einem Schutzlack versehen.
Präsentation der einzelnen Arbeitsschritte
Insgesamt dauert dieser Prozess von der Grundform bis zur fertigen Lackierung zwei Tage. Heraus kommt ein 12 t schwerer Rotor mit einer Gesamtfläche von 250 qm. Mit Hilfe der Ikea-Verschraubung werden die Rotorblätter bei der Endkonstruktion an der Nabe befestigt.
Die Produktion in Niedersachswerfen bedient in erster Linie den deutschen Markt, da sich der Überseeexport aus Kostengründen nicht lohnt. Dennoch sieht sich die Firma wirtschaftlich gut aufgestellt. Allein für das laufende Jahr rechnet SONOI mit der Produktion von 7500 Rotorblättern mit einer durchschnittlichen Leistung von 2,5 MW.
Tobias Wendehost
Autor: twDie SINOI GmbH produziert Rotorblätter mit einer maximalen Länge von 50 Metern pro Blatt. Dabei ist bei einem Gesamtdurchmesser von 103 Metern noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Um die aktuelle Größe der Bauteile einmal fassen zu können, gab das Unternehmen detailreiche Einblicke in die einzelnen Schritte des Produktionsprozesses. Umrahmt wurde der Tag von einem Kinderprogramm und der obligatorischen Bratwurst. Die Einnahmen aus den Verkäufen werden an das Kinderheim Kinderland gespendet.
Mann, sind die groß, drückte es Carsten Zaremba, Kaufmännischer Leiter bei SINOI, treffend in seiner Begrüßung aus. Als wir 1999 mit der Produktion begannen, ahnten wir noch nicht, wohin das führen wird. Zunächst führte es 2004, noch unter dem Namen NOI, zu finanziellen Problemen, die 2006 mit dem Einstieg der China National Building Material Group (CNBM) und einem Investitionsvolumen von 6,7 Millionen Euro behoben werden konnten. Seitdem ist SINOI ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der CNBM, agiert am Standort Niedersachswerfen aber völlig unabhängig und ist mit dieser Strategie erfolgreich.
Begrüßen die Gäste: Carsten Zaremba, Inge Klaan und Jörg Wagner (von links)
Bau- und Wirtschaftsderzernentin Inge Klaan schloss sich in ihrer Begrüßung den Worten von Carsten Zaremba lobend an. Es bedarf schon eines großen handwerklichen Geschicks sowie logistischen Fähigkeiten, um Rotorblätter von diesen Ausmaßen erfolgreich zu produzieren und durch Nordhausen zu transportieren. Daneben hob Prof. Dr. Jörg Wagner, Präsident der Fachhochschule, die enge Kooperation zwischen dem Unternehmen und seiner Lehranstalt hervor. SINOI konnte in Zusammenarbeit mit uns die Leistungsfähigkeit seiner Rotorblätter in den letzten Jahren erheblich steigern und trägt damit zur kostengünstigen Stromproduktion durch erneuerbare Energieträger bei.
Im Anschluss an die offizielle Begrüßung führte Jürgen Simon, Produktionsleiter des Werks, die Besucher in vier Stationen durch die einzelnen Arbeitsschritte des Produktionsprozesses. Bevor ein Rotorblatt gebaut werden kann, muss ein Modell des Blattes entworfen werden, das als Vorlagenform dient. Anhand dieser Vorlage werden Glasfaserbündel verwoben, die als Grundgerüst des Blattes dienen. Dieses Grundgerüst besteht aus zwei sogenannten Booten und zwei Stegen. Die beiden Boote werden als Unter- und Oberschale zusammengeklebt. Die Stege dienen zur inneren Stabilisierung des Blattes.
Das Design des Blattes lehnt sich an klassische Rotoren an und besteht wiederum aus einem Zylinder, der im Innern mit Balserholz verstärkt ist. Am aerodynamischen vorderen Teil wird vorwiegend Epoxidharz als Werkstoff genutzt. Damit das Blatt für einen Blitzeinschlag gewappnet ist, wird am Ende zusätzlich eine Blitzschutzspitze aus Aluminium montiert. Schließlich wird der Rotor in einem letzten Arbeitsschritt grundiert und mit einem Schutzlack versehen.
Präsentation der einzelnen Arbeitsschritte
Insgesamt dauert dieser Prozess von der Grundform bis zur fertigen Lackierung zwei Tage. Heraus kommt ein 12 t schwerer Rotor mit einer Gesamtfläche von 250 qm. Mit Hilfe der Ikea-Verschraubung werden die Rotorblätter bei der Endkonstruktion an der Nabe befestigt.
Die Produktion in Niedersachswerfen bedient in erster Linie den deutschen Markt, da sich der Überseeexport aus Kostengründen nicht lohnt. Dennoch sieht sich die Firma wirtschaftlich gut aufgestellt. Allein für das laufende Jahr rechnet SONOI mit der Produktion von 7500 Rotorblättern mit einer durchschnittlichen Leistung von 2,5 MW.
Tobias Wendehost



