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Mi, 08:18 Uhr
24.08.2011

Gemeinschaft erleben

Der Thüringer Gehörlosen-Gemeinde-Tag unter dem Motto der Jahreslosung „Böses mit Gutem überwinden“ wird am kommenden Samstag in Nordhausen gefeiert. Einzelheiten wie immer mit dem bekannten Klick...


Beginn ist um 10 Uhr in der Frauenberg-Kirche mit einem Gottesdienst mit Abendmahl. Nach dem Mittagessen im St.Jakob-Haus werden im und um das Frauenberg-Gemeindehaus verschiedene Aktionen angeboten. Themen sind „Atempausen der Seele - Beten im Alltag“, „Gebärdenlieder - Herz und Hand im Einklang“ sowie „Heil-Kunde zum Anfassen - Klostergärten“. Ein Kirchenkaffee bietet Gelegenheit zu Gesprächen. Das Treffen endet mit einem Programm des Erfurter Gebärdenchores und dem Reisesegen gegen 16 Uhr.

Dazu Andreas Konrath, Landespfarrer für Gehörlosenseelsorge im Südbereich der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM): „Glauben sucht Gemeinschaft. Das ist bei Gebärdensprachnutzenden nicht anders - nur weit schwerer. Kaum eine Ortsgemeinde ist auf sie eingestellt. Um so nötiger sind gezielte Angebote der Verkündigung und Seelsorge, damit sie sich zumindest innerhalb der Kirchenkreise ihre Hoffnungen und Befürchtungen, Freud und Leid teilen können.

Doch meist erleben sie sich hierzulande als doppelte Minderheit: sowohl christlich als auch gehörlos! Bei unserem Gehörlosen-Gemeinde-Tag ist das anders - die Vielfalt gebärdensprachlichen Gemeindelebens lädt Betroffene ebenso wie Neugierige ein, die kommunikative Isolation zu durchbrechen und Gemeinschaft im Glauben zu suchen, die verbindet und trägt.

Die Gemeindetage finden jährlich an verschiedenen Orten statt und bieten mehrere Chancen. So können sich die gehörlosen Gemeindeglieder, die sich gewöhnlich als kleine Minderheit wahrnehmen, in einer größeren Gemeinschaft erleben. Außerdem lernen die Gehörlosen-Gemeinden sich gegenseitig besser kennen und auch die kirchliche Öffentlichkeit nimmt mehr Notiz von ihren stillen Teilhabern.

Hintergrund:
Gehörlose Gemeindeglieder werden in Thüringen zahlenmäßig nicht eigens aufgelistet. Statistisch wird davon ausgegangen, dass eine Person unter tausend rein gehörlos ist. Die Zahl der Gebärdensprachnutzer ist weit größer, da auch Hör- und Sprachgeschädigte sowie Angehörige und Freunde diese visuelle Kommunikationsform nutzen.
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