Sa, 14:41 Uhr
13.08.2011
Heimatgeschichte hautnah vermittelt
Einen runden Geburtstag feierten die Mitglieder des Nordhäuser Geschichtsvereins – vor 20 Jahren gelang die Reaktivierung und damit verbunden eine Erfolgsgeschichte.
Das 20-jährige Jubiläum der Reaktivierung des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins begingen dessen Mitglieder in den Rolandstuben. In einer Feierstunde erinnerte Vorsitzender Hans-Jürgen Grönke an die Anfänge nach dem Zweiten Weltkrieg, umriss die DDR-Zeit und ließ die Wiedergründung 1991 und die zahlreichen Aktivitäten der vergangenen zwei Jahrzehnte Revue passieren.
Nordhausen lag noch in Schutt und Asche, als sich ehemalige Mitglieder des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins im Ortsverband des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands organisierten. Ein Aufruf An jeden Deutschen, der Nicht-Mitglied der NSDAP gewesen ist und bei der Erweckung humanistischen Geistes und der Sicherung der Menschenrechte helfen und dem Kulturbund beitreten will unterzeichneten zahlreiche Nordhäuser Persönlichkeiten wie Oberbürgermeister Dr. Karl Schultes, Studienrat Dr. Hans Silberborth und Oberstudienrat Dr. Edgar Wahl sowie der Schriftsteller Rudolf Hagelstange und der Dechant Dr. Josef Maria Werner. Diesen und weiteren engagierten Personen gelang es im Laufe der Jahre Mitstreiter für die Erforschung der Nordhäuser Geschichte zu gewinnen.
Im April 1952 wurde innerhalb des Kulturbundes die Fachgruppe Heimatgeschichte gegründet, in der bis 1991 bedeutende Wissenschaftler und Heimatforscher zu den unterschiedlichsten Themen sprachen, mit ihren Vorträgen das Interesse vieler Südharzer an der Regionalgeschichte weckten und bei Führungen und Exkursionen Geschichte zum Anfassen boten.
Auch jenseits der Demarkationslinie fanden sich ehemalige Nordhäuser im Südharzer Heimatbund Nordhäuser Heimatfreunde zusammen, die das Geschichtsverständnis nachhaltig zu beleben suchten. Kurz bevor sich die Vereinigung 1991 auflöste, übergaben sie ihre vielen wertvollen Dokumente, Bücher und Akten dem Nordhäuser Stadtarchiv bzw. dem Meyenburg-Museum.
Nachdem Deutschlands Teilung endlich überwunden war, bestand auch die Möglichkeit, den Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein wieder zu reaktivieren. So kam es am 14. Mai 1991 zur Wiedergründung des Traditionsvereins, den 1870 engagierte Heimatforscher gegründet hatten. Erster Vorsitzender wurde Dr. Peter Kuhlbrodt, der 1995 die Leitung allerdings ohne Begründung 1995 abgab. Nach diesem unrühmlichen Abgang übernahm Hans-Jürgen Grönke den Vorsitz des Vereins, den er bis heute noch engagiert ausfüllt.
Regionale Historie zu erforschen und aufzuarbeiten und den Südharzern Heimatgeschichte näher zu bringen, ist das Hauptanliegen des Vereins. Seit Wiedergründung sind über 200 Vorträge, unzählige Führungen, Studienfahrten bzw. Bus- und Autoexkursionen durchgeführt worden. Mehrere Gedenktafeln u. a. für Prof. Dr. Ernst Günther. Förstemann, Dr. Hans Silberborth, Gustav Ricken und Dr. Kurt Wein wurden in Auftrag gegeben, finanziert und an deren Wohn- bzw. Wirkungsstätten angebracht. Erinnert sei an dieser Stelle an die vielen stets unentgeltlichen Führungen zu den Rolandsfesten und zur Landesgartenschau 2004, bei der die Vorstandsmitglieder vor allem vielen Touristen auf wöchentlichen Führungen die Sehenswürdigkeiten der Stadt näher brachten.
Neben den monatlichen Veranstaltungen, die für alle offen sind, veröffentlichen Mitglieder des Vereins ihre Forschungsergebnisse in Publikationen und machen sie so für die Allgemeinheit zugänglich. Die wichtigste Plattform dafür ist die seit 1977 vom Verein, vom Museum Tabakspeicher und dem Stadtarchiv Nordhausen ununterbrochen herausgegebenen Beiträge zur Geschichte in Stadt und Kreis Nordhausen.
Aber auch an vielen anderen Veröffentlichungen waren Mitglieder des Vereins beteiligt, u. a. an der Neubearbeitung der Chronik der Stadt Nordhausen, Band 2 (2003), dem Buch Nordhausen – Tor zum Harz (2004) und Nordhäuser Persönlichkeiten aus elf Jahrhunderten (2009). Außerdem sind zahlreiche eigene Publikationen von Mitgliedern erschienen, die sich mit speziellen Forschungsthemen zur Stadtgeschichte befassen.
Der Geschichtsverein engagiert sich auch in anderen Vereinen, so u. a. in den Fördervereinen Park Hohenrode und Flohburg sowie in mehreren überregionalen Vereinen. An der Einrichtung des neuen Stadtgeschichtlichen Museums Flohburg sind des Weiteren zwei Mitglieder involviert, die ihre Kenntnisse in den Bereichen Archäologie und Wirtschaft einbringen.
Der erfolgreich eingeschlagene Weg des Vereins kommt auch darin zum Ausdruck, dass der Harzverein 1995 seit über 60 Jahren erstmals wieder in Nordhausen mit einer Tagung präsent war. Als Höhepunkt gestaltete sich auch das Symposium zur 1075-Jahr-Feier von Nordhausen 2002 in Verbindung mit der Jahreshauptversammlung des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde, so Grönke, der sich bei allen Mitgliedern bedankte, die sich in den vergangenen 20 Jahren aktiv am Vereinsleben eingebracht haben.
Den würdigen Abschluss der sehr schönen Veranstaltung bildete ein DIA-Vortrag von Vereinmitglied Thomas Kopf, der den Anwesenden alte Nordhäuser Motive mit profunden Kenntnissen kurzweilig und interessant näher brachte.
Autor: rhDas 20-jährige Jubiläum der Reaktivierung des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins begingen dessen Mitglieder in den Rolandstuben. In einer Feierstunde erinnerte Vorsitzender Hans-Jürgen Grönke an die Anfänge nach dem Zweiten Weltkrieg, umriss die DDR-Zeit und ließ die Wiedergründung 1991 und die zahlreichen Aktivitäten der vergangenen zwei Jahrzehnte Revue passieren.
Nordhausen lag noch in Schutt und Asche, als sich ehemalige Mitglieder des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins im Ortsverband des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands organisierten. Ein Aufruf An jeden Deutschen, der Nicht-Mitglied der NSDAP gewesen ist und bei der Erweckung humanistischen Geistes und der Sicherung der Menschenrechte helfen und dem Kulturbund beitreten will unterzeichneten zahlreiche Nordhäuser Persönlichkeiten wie Oberbürgermeister Dr. Karl Schultes, Studienrat Dr. Hans Silberborth und Oberstudienrat Dr. Edgar Wahl sowie der Schriftsteller Rudolf Hagelstange und der Dechant Dr. Josef Maria Werner. Diesen und weiteren engagierten Personen gelang es im Laufe der Jahre Mitstreiter für die Erforschung der Nordhäuser Geschichte zu gewinnen.
Im April 1952 wurde innerhalb des Kulturbundes die Fachgruppe Heimatgeschichte gegründet, in der bis 1991 bedeutende Wissenschaftler und Heimatforscher zu den unterschiedlichsten Themen sprachen, mit ihren Vorträgen das Interesse vieler Südharzer an der Regionalgeschichte weckten und bei Führungen und Exkursionen Geschichte zum Anfassen boten.
Auch jenseits der Demarkationslinie fanden sich ehemalige Nordhäuser im Südharzer Heimatbund Nordhäuser Heimatfreunde zusammen, die das Geschichtsverständnis nachhaltig zu beleben suchten. Kurz bevor sich die Vereinigung 1991 auflöste, übergaben sie ihre vielen wertvollen Dokumente, Bücher und Akten dem Nordhäuser Stadtarchiv bzw. dem Meyenburg-Museum.
Nachdem Deutschlands Teilung endlich überwunden war, bestand auch die Möglichkeit, den Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein wieder zu reaktivieren. So kam es am 14. Mai 1991 zur Wiedergründung des Traditionsvereins, den 1870 engagierte Heimatforscher gegründet hatten. Erster Vorsitzender wurde Dr. Peter Kuhlbrodt, der 1995 die Leitung allerdings ohne Begründung 1995 abgab. Nach diesem unrühmlichen Abgang übernahm Hans-Jürgen Grönke den Vorsitz des Vereins, den er bis heute noch engagiert ausfüllt.
Regionale Historie zu erforschen und aufzuarbeiten und den Südharzern Heimatgeschichte näher zu bringen, ist das Hauptanliegen des Vereins. Seit Wiedergründung sind über 200 Vorträge, unzählige Führungen, Studienfahrten bzw. Bus- und Autoexkursionen durchgeführt worden. Mehrere Gedenktafeln u. a. für Prof. Dr. Ernst Günther. Förstemann, Dr. Hans Silberborth, Gustav Ricken und Dr. Kurt Wein wurden in Auftrag gegeben, finanziert und an deren Wohn- bzw. Wirkungsstätten angebracht. Erinnert sei an dieser Stelle an die vielen stets unentgeltlichen Führungen zu den Rolandsfesten und zur Landesgartenschau 2004, bei der die Vorstandsmitglieder vor allem vielen Touristen auf wöchentlichen Führungen die Sehenswürdigkeiten der Stadt näher brachten.
Neben den monatlichen Veranstaltungen, die für alle offen sind, veröffentlichen Mitglieder des Vereins ihre Forschungsergebnisse in Publikationen und machen sie so für die Allgemeinheit zugänglich. Die wichtigste Plattform dafür ist die seit 1977 vom Verein, vom Museum Tabakspeicher und dem Stadtarchiv Nordhausen ununterbrochen herausgegebenen Beiträge zur Geschichte in Stadt und Kreis Nordhausen.
Aber auch an vielen anderen Veröffentlichungen waren Mitglieder des Vereins beteiligt, u. a. an der Neubearbeitung der Chronik der Stadt Nordhausen, Band 2 (2003), dem Buch Nordhausen – Tor zum Harz (2004) und Nordhäuser Persönlichkeiten aus elf Jahrhunderten (2009). Außerdem sind zahlreiche eigene Publikationen von Mitgliedern erschienen, die sich mit speziellen Forschungsthemen zur Stadtgeschichte befassen.
Der Geschichtsverein engagiert sich auch in anderen Vereinen, so u. a. in den Fördervereinen Park Hohenrode und Flohburg sowie in mehreren überregionalen Vereinen. An der Einrichtung des neuen Stadtgeschichtlichen Museums Flohburg sind des Weiteren zwei Mitglieder involviert, die ihre Kenntnisse in den Bereichen Archäologie und Wirtschaft einbringen.
Der erfolgreich eingeschlagene Weg des Vereins kommt auch darin zum Ausdruck, dass der Harzverein 1995 seit über 60 Jahren erstmals wieder in Nordhausen mit einer Tagung präsent war. Als Höhepunkt gestaltete sich auch das Symposium zur 1075-Jahr-Feier von Nordhausen 2002 in Verbindung mit der Jahreshauptversammlung des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde, so Grönke, der sich bei allen Mitgliedern bedankte, die sich in den vergangenen 20 Jahren aktiv am Vereinsleben eingebracht haben.
Den würdigen Abschluss der sehr schönen Veranstaltung bildete ein DIA-Vortrag von Vereinmitglied Thomas Kopf, der den Anwesenden alte Nordhäuser Motive mit profunden Kenntnissen kurzweilig und interessant näher brachte.


