Kommentare
Bodo Schwarzberg
12.08.2011, 15:49 Uhr
Dr. Zeh: Einseitige Sicht wie SED
Nicht nur, dass meine Überschrift zufälligerweise auch noch einen Reim enthält. Die einseitigen Sichtweisen von SED und Dr. Zeh gleichen sich zumindest im Ton auch. Ich selbst wurde von zwei IMs beobachtet und war auch in der DDR als jugendlicher Umweltbewegter nur teilweise angepasst.
Dennoch wehre ich mich gegen eine pauschale Verurteilung von allem, was das Leben in der DDR ausmachte. Ohne Frage: Die Mauer war ein Verbrechen und die Toten an der Mauer waren politischer Mord, ebenso die Todesurteile gegen Regimegegner in den 50-ern. (Andererseits: An der mexikanisch/US-Grenze starben in wenigen Jahren x-mal mehr Menschen, als an der DDR-Grenze, und erstere liegt zwischen zwei "freien" Staaten, das wird nur gern verdrängt.)
Aber Dr. Zeh tut ja gerade so, als hätten wir jetzt das Paradies auf Erden ganz nach dem Motto: Jetzt endlich sind wir frei und allen geht es gut oder "Blühende Landschaften", mal anders formuliert.
Gerade sehen wir, wie sich die Armen in Großbritannien gegen das "freie" System zur Wehr setzen, weil ihnen die Freiheit nichts nützt, weil sie wegen ihrer Chancenlosigkeit schlichtweg zur Unfreiheit verdammt sind und vor Wut das plündern, was sie sich niemals werden leisten können. Und führende Polizisten in Deutschlaand halten derartige Entwicklungen auch bei uns für möglich.
Die Schere zwischen arm und reich, die immer weiter auseinandergeht, die Selbstbedieunungsmentalität und Bonigier von Finanzjongleuren und der Egoismus von Esser, Zumwinkel und Co. machen die so genannte freie Gesellschaft zum Pulverfass. Allzuviele menschliche Werte bleiben auf der Strecke: Was ist mit der 1 Mrd. Hungernden, für die die egomanische Wirtschaftspolitik der Industriestaaten mit die Verantwortung trägt, was mit dem trotz Abkommen unbegrenzt weiter gehenden, letzlich profitbedingten CO2-Ausstoß, dem Artensterben und der Regenwaldabholzung:
Das hat unser System zu verantworten.
Die Mauer war schlimm Herr Dr. Zeh: Aber das System, was wie jetzt haben ist kein bisschen menschlicher, als das von vor 1990 - nur ein wenig anders.
Und was ich besonders schlimm finde: Menschliche Werte, vor allem jene im Miteinander in den Ortschaften, in den Familien und in den Betrieben, dies war in der DDR nachweislich besser. Viele sagen es mir in meinen Interviews. Wir verfügen über ein zu feudalen Förderalstrukturen degradiertes Bildungssyszem in der der Lehrer in Bayern den Schülern einer Klassenstufe etwas ganz anderes lehrt, als der in Meck.Pomm, in der sich Schüler schlichtweg alles erlauben können und in dem Autorität bestraft wird, in dem solche Tugenden wie Ordnung, Disziplin, Respekt vor dem Nächsten und Hilfsbereitschaft auf der Strecke bleiben, ein weiterer Boden für Gewalt wird so bereitet. Finden Sie das wirklich alles so gut und zukunftsweisend, sehr geehrter Herr Dr. Zeh?
Sie verschließen die Augen vor der schlimmen Realität, ebenso wie die DDR-Genossen. Wie die SEDisten z.B. die Arbeitslosigkeit als Symbol hernahmen, um von eigenen Problemen abzulenken, nehmen Sie die Mauer als Symbol und lenken von den im schlimmsten Fall tödlichen Schwächen unserer ach so freien und schönen Gesellschaft ab.
Zu der es wohl keine Alternative gibt, weil sie der menschlichen Raffgier am ehesten entspricht, die aber als erste das Potential hat, den ganzen Planeten unbewohnbar zu machen. Habe ich nicht recht, sehr geehrter Herr Dr. Zeh.
nietzsche
12.08.2011, 18:15 Uhr
Kurz und bündig
Die Mauer war schlimm Herr Dr. Zeh: Aber das System, was wir jetzt haben ist kein bisschen menschlicher, als das von vor 1990 - nur ein wenig anders.
Und das von jemanden der zu jeden Thema aber wirklich zu jeden Thema in der nnz seinen Kommentar abgeben darf. Und das kann er weil die Mauer gefallen ist, mit dem dazu gehörigen Regime.
Es gäbe bestimmt noch wesentlichere Dinge aufzuzählen die dieses System menschlicher machen im Vergleich zur SED- Diktatur, aber das sollte eigentlich jeder selber wissen.
-Insider-
12.08.2011, 19:06 Uhr
qualität
statt quantität, wünsche ich mir bei manchen autoren. herr dr. zeh hat recht - wir leben in einem freien Land. Wer die Möglichkeiten hat, der kann das Leben in vollen Zügen und nahezu ohne Begrenzungen, verglichen mit der DDR, erleben. Darauf kann der deutsche Bürger stolz sein. Dies sei allerdings auf den Fakt der Freiheit begrenzt. Die ganzen "Nebenwirkungen" des neuen Systems, welches sich zu 100% nach Wachstum, Profitgier und Geld richtet, sollte man dabei aussen vor lassen.
richtigerweise hebt herr dr. zeh auch nochmal hervor, dass ein Namenswechsel noch lange nicht die Gedanken wechseln lässt. Wenn die Altmitglieder von damals auch noch heute das sagen haben, dann wird sich innerhalb dieser Partei auch nicht viel getan haben - nur, dass sei gesagt, leute wie hr. scharff die jung und "unbefleckt" sind, haben jetzt die chance, dieser partei ein neues gesicht zu geben - man darf gespannt sein.
Janko
12.08.2011, 20:47 Uhr
alles rundum in ordnung
ich möchte mich auf keine diskussion einlassen, welches system - DDR oder BRD - besser war bzw ist. dies würde die möglichkeiten eines kommentares hier auf der nnz bei weitem sprengen, zudem weiß man aus der vergangenheit, dass dies im rahmen einer neutralen diskussion hier unter nicknames nur ausartet und persönlich wird.
ich möchte allerdings zwei formulierungen aus insiders posting herausnehmen.
"WER DIE MÖGLICHKEITEN HAT kann das leben in vollen zügen und nahezu ohne begrenzungen genießen": und was ist mit all denen, welchen durch den (un?)sozialstaat diese möglichkeiten genommen werden? ach ja: das bezieht sich direkt auf die zweite formulierung, die ich zitieren wollte: "die NEBENWIRKUNGEN des systems von wachstum, profitgier und geld AUSSEN VORGELASSEN".
schön.
darf ich das so interpretieren: "unser staat ist toll: allerdings nur, wenn man weder rentengeld-, arbeitslosengeld- oder sozialhilfeempfänger und keiner der hunderttausenden ist, die weit unter tariflichen mindestlöhnen bezahlt werden, und auch nicht im osten lebt, wo der lohn noch immer weit hinter dem westniveau hinterherhinkt, außerdem nicht unbedingt kassenpatient ist, genug geld für kindertagesbetreuung und schulspeisung besitzt und einem ansonsten noch die sonne aus dem hintern scheint. aber sonst ist mit unserem staat alles rundum in ordnung und wir alle sind vollauf zufrieden: wir besitzen nämlich meinungs- und reisefreiheit. also, außer man kann sich keine reise leisten, das ist blöd, dann bleibt nur noch die meinungsfreiheit. aber DIE hat man, man darf nämlich kommentare auf der nnz posten!"
dann ist ja wirklich alles gut, und proteste wie in england werden uns auch zukünftig erspart bleiben. wir sind nämlich alle rundum glücklich.
also, außer die obig genannten. aber sonst...
Akademiker
12.08.2011, 22:05 Uhr
Zeh und die Linken
Also das was Hr. Zeh geschrieben hat ist doch uneingeschränkt richtig! Traurig, dass so viele Menschen an der Mauer sterben mussten!
Allerdings sind seine Thesen zu den Linken irgendwie nicht mehr glaubhaft, seitdem er mit seiner CDU im Stadtrat mit den Linken paktiert und sich selber mit den Stimmen der Linken zum Stadtratspräsidenten hat wählen lassen.
Man sollte seine Glaubwürdigkeit halt nicht der Sucht nach einem Posten opfern.
Schönes Wochenende
Gudrun1974
13.08.2011, 08:49 Uhr
Köstlich, Herr Dr. Zeh!!
Einfach köstlich, Herr Dr. Zeh, das ist für mich der bisher beste beste und unterhaltsamste Beitrag zum Mauer-Jahrestag. Die SED war das natürlich ganz allein. Und die aufrechten Humanisten der Block-CDU sind am nächsten Tag mit Hammer und Spaten los, um die Mauer wieder abzureißen.
Und ganz vorne dabei: Ihr Landtagskollege, Parteifreund und Büronachbar EGON PRIMAS, schon immer die Speerspitze des christlich-demokratischen Widerstands gegen die SED-Diktaktur. Der sicher auch als schon als Blockflöten - Kreisvorsitzender zu DDR-Zeiten an jedem 13. August seinen Widerstand und seine Wut gegen die Mauer offen gezeigt und mutig demonstriert hat.
Hand in Hand natürlich mit Ihrem weiteren Intimus - jenem stellvertretenden POS-Direktor aus dem Eichsfeld, der kürzlich mal versucht hat, diesen Freistaat ordentlich zu regieren.
P.S. Herr Dr. Zeh, Sie enttäuschen immer mehr. Merken Sie nicht, dass Sie mit solchen Beiträgen die Opfer der DDR noch einmal ordentlich in den Hintern treten? Aber vielleicht kommt es gut bei Ihren neuen Freunden von den Nordhäuser Linken an, die Sie ja zu Stadtratssitzungen und gemeinsamen CDU-Linken Fraktionsabsprachen zunehmend hofieren, aber mit solchen heuchlerischen Beiträgen ebenfalls vorführen. Zeigen Sie mal wieder Charakter...
Wolfi65
13.08.2011, 10:25 Uhr
Alliertes Denkmal
Also der kleine Ullbricht und seine SED Genossen hatten auf den Mauerbau in Berlin, so gut wie überhaupt keinen Einfluss. Das Ganze ist in Moskau entstanden, um endlich im Ostsektor alleine schalten und walten zu können, ohne dass ständig die Westallierten dazwischen Funken konnten.
Die DDR wäre doch ohne den "Schutzwall" gar nicht überlebensfähig gewesen. Jeden Tag verließen viele Menschen die junge Republik der Arbeiter und Bauern und wollten ihr Glück in Freiheit und Demokratie versuchen.
Desweiteren standen sich zwei feindliche Atommächte gegenüber und es hätte nur noch ein kleiner Anlaß gefehlt und in Mitteleuropa hätte der 3. Weltkrieg angefangen und wäre nach kurzer Zeit auch beendet gewesen.
Eigentlich sollten wir Deutschen dem Schicksal danken, dass es so gekommen ist, wie es ist, auch wenn wir alle, Jahrzehnte durch das Tal der Tränen gegangen sind. Aber am Ende zählt nur ein wiedervereintes Deutschland.
Real Human
13.08.2011, 10:38 Uhr
Sehr geehrter Dr. Zeh,
Sie scheinen Ihre Doktorarbeit wahrlich nicht zu einem geschichtlichen Thema geschrieben zu haben.
Wie denn? Wäre Ihrer Meinung nach die Teilung Deutschlands NICHT ganz wesentlich die Folge der Machterschleichung durch die NSDAP im Jahr 1933 und der zwischenzeitlich großen Zustimmung des Deutschen Volkes zum Welt-Eroberungs-Krieg?
Immerhin, der für Deutschland fast zwangsläufig verlorengegangene Angriffskrieg war zwar eine NOTWENDIGE Voraussetzung für die Teilung aber eben noch keine HINREICHENDE. Das untermauert die Geschichtsklitterung durch die CDU/CSU und die FDP aber keineswegs!
Man kann nämlich für die Spaltung keineswegs einseitig die Negativauslese des Moskauer Hotels Lux verantwortlich machen (ausgenommen z.B. Wolfgang Leonhard und Herbert Wehner). Nein, auch in Ihrer Partei gab es sehr prominente Persönlichkeiten, die sich mit der Teilung – natürlich klammheimlich – sehr gut arrangieren konnten.
Ihre Gründer- und Galionsfigur Konrad Adenauer hat schon 1919 zeitweilig die Abspaltung einer Rheinischen Republik betrieben und nach 1945 eine einseitige Westbindung forciert. Das sind allerdings Tatsachen über die in den Medien nur sehr selten berichtet wird und von denen die meisten CDU-Wähler keine Ahnung haben oder haben wollen.
In den frühen 1950-er Jahren gab es unter den Kremlherrschern durchaus maßgebliche Lakaien Stalins, die gegen ein wiedervereinigtes Deutschland nichts einzuwenden hatten, sofern nur garantiert würde, dass es ein friedliebendes Deutschland wäre. Dass die Sowjetunion Wort halten konnte, zeigt sich am Beispiel Österreichs, das am 27. Juli 1955 seine Souveränität wiedererlangte, freilich unter Bedingungen (Staatsvertrag), unter denen aber kaum ein Österreicher zu leiden hatte.
Wäre Frau Dr. Lötzsch doch näher darauf eingegangen!
Polemik gegen Polemik:
Und noch etwas: Herr Dr. Zeh. Sie haben mit Frau Dr. Lötzsch durchaus etwas gemeinsam. Ich könnte wetten, dass – Sie beide – in den Präambeln ihrer Diplomarbeit wohl kaum die Partei- und Staatsführung der DDR offen kritisiert haben!
P.S.: Wenn ich die Kommentare auf Ihr Statement lese, so ist Ihre Erklärung wohl sogar bei Anti-Kommunist kräftig nach hinten losgegangen. Lassen Sie es künftig besser mit Ihrem Geschichtsbild von Deutschland – zumindest in der Öffentlichkeit!
Peppone
13.08.2011, 12:44 Uhr
Warum so kompliziert?
Der DDR sind damals die Einwohner weggelaufen. Nur deshalb wurde diese Mauer gebaut! Sie wurde nicht gebaut weil Adenauer 1919 angeblich eine Rheinische Republik gründen wollte. Sie wurde auch nicht gebaut, weil Dr. Zeh heute als gewählter Stadtratsvorsitzender agiert und in diesem Amt auch Stadträte der Linke anständig behandelt. Sie wurde gebaut um die eigenen Leute einzusperren!
Bleibt doch mal beim Thema liebe Mitkommentatoren. Wenn ihr gerne über die nicht vorhandene Politikfähigkeit der Führungskräfte einer Nordhäuser SPD schreiben wollt, wäre doch ein eigenes Thema dazu ideal. Die Mauer eignet sich m. E. dazu nicht. Die Mauer war einfach nur widernatürlich und selbst die meisten Mitglieder der Linken sehen das so.
PS: Lieber Posthumanist, nicht jeder Antikommunist muss gedanklich Klaus Zeh nahe stehen. Dazu haben sich die Kommunisten zu viele Feinde gemacht. Und Ihr Geschichtsbild würde ich persönlich auch nicht in der Öffentlichkeit verbreiten. Ich find es aber schön, das Sie das tun dürfen.
Interessanter Strang, gefällt mir. ;-)
TeeEff
13.08.2011, 13:33 Uhr
Fakten Fakten Fakten!
"Lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze Deutschland halb!", war Adenauers Antwort auf Churchills, mit der SU und USA abgestimmter Vorschlag, Deutschland Anfang 1949 wiederzuvereinigen, um den Preis das es Neutral sein müsse, und so hielt die Teilung des Landes weitere vierzig Jahre an.
Mit der Gründung der BRD (Monate vor der Grundung der DDR!) wurde die Teilung dann manifestiert, die durch eine einseitige Währungsunion bereits 1947 eingeleitet wurde. Kein zurück mehr gab es als die BRD sich Wiederbewaffnete und die Bundeswehr aufstellte.Das man die DDR regelmäßig als "Zone" bezeichnete, kam auch nicht von irgendwo her.
Ja, die Teilung Deutschlands ist eine DIREKTE Folge des 2. Weltkrieges und der Entscheidungen der Alliierten - wobei auch General Patton, der am liebsten mit den Resten der Wehrmacht und Waffen-SS, die er öfter offen genug bewunderte, gleich nach Kriegsende gegen die Sowjetunion in den Krieg ziehen wollte.
Zitat Patton:
"In ten days I'll have a war on with those Communist bastards, and I'll make it look like THEIR fault."
Der Populismus, das erst der Mauerbau am 13. August 1961 die Trennung Deutschands verfestigte und nur die SED/der Osten dran Schuld wäre, ist einfach historisch unhaltbar!
H.Buntfuß
13.08.2011, 19:30 Uhr
Herr Zeh, .......
gibt es von Ihnen, Ihrer Partei oder den anderen Blockflöten irgend ein Protestschreiben oder ähnliches gegen den Mauerbau? Was hat ihre Partei gegen die Erschießung der vielen Flüchtlinge unternommen?
Wenn Sie so etwas vorweisen können, haben Sie natürlich ein Recht so zu schreiben. Auf eine Aufklärung möchte ich verzichten, dass haben andere schon sehr gut gemacht.
Retupmoc
15.08.2011, 08:06 Uhr
Warum sind alle gegen Dr. Zeh ?
Warum lassen wir dem Herrn Dr. Zeh nicht seine Meinung? Warum sollte er nicht Recht haben. Der Schießbefehl an der Grenze war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und es ist richtig dies anzuprangern. Da bin ich einer Meinung mit Dr. Zeh. Allerdings hätte ich ein paar Fragen zu dem Artikel an den Herrn Dr. Zeh. Vielleicht kann er Sie mir beantworten?
1. Herr Dr. Zeh, was haben Sie persönlich konkret vor 1989 gegen den Bau der Mauer bzw. gegen das SED - Regime unternommen?
2. Wie erklären Sie sich, das unsere derzeitige Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel als Vorreiterin gegen die SED nicht drangsaliert, eingesperrt bzw. dergleichen wurde, sondern im Gegenteil in der UdSSR studieren durfte und ins westliche Ausland reisen durfte? Gab es die Mauer nur für bestimmte Bürgerinnen und Bürger?
3. Wieso wurden in Nordhausen nach der politischen Wende unter Führung Ihrer Partei (CDU) SED - Kader in hohe Ämter eingesetzt? Beispiel? Da gab es einen Parteisekretär eines Großbetriebes, der meine Entlassung 1986 erzwang, weil ich nicht in die SED eintreten wollte. Dieser SED - Kader wurde 1991 Schuldirektor.
Wieso hat die CDU diese Leute nicht aussortiert? Und bitte nicht...wir haben es nicht gewusst...jeder wusste das dieser Mann Parteisekretär war.
Nur drei klitzkleine Fragen zu Ihrem Artikel. Bekomme ich eine Antwort?
Mit freundlichen Grüßen
Harzer_Wolf
16.08.2011, 09:39 Uhr
Geschichtliche Nachhilfe
Sehr geehrter Herr Dr. Zeh ! Leider komme ich erst heute dazu zum Thema etwas zu schreiben. Diese ganzen Halbwahrheiten der letzten Tage waren wieder einmal unerträglich. Deshalb für Sie und alle interessierten Bürger kurz die geschichtlichen Fakten.
Die DDR musste nach dem Krieg ein Vielfaches an Reparationen an die UdSSR zahlen als der Westen. Dort wurde die Wirtschaft gefödert, im Osten blutete Sie aus. Die SED war doch nur eine Marionette der Russen. Weil dieser Zustand so war, flüchteten tausende Menschen in das gelobte Land und der Ostsektor stand kurz vor dem Ausbluten.
Dann kam es im Juni 1961 zu einer Staatskonferenz in Wien, bei der Kennedy zu Chrustschow sinngemäß sagte, das er im Ostteil machen kann was er will, Hauptsache man lässt den Westen in Ruhe. Für die Russen der Freibrief für die Mauer. Der Befehl kam nicht von Ulbricht, der Befehl kam von Chrustschow. Nicht die SED ist für die Mauer allein verantwortlich, sondern vorrangig die Russen und die Allierten die das abgesegnet hatten. Das Kennedy zwei Jahre später heuchlerisch " Berliner " wurde, setzt der Schmierenkomödie noch eine Krone auf.
Sehr geehrter Herr Dr. Zeh, ich möchte weder die DDR wieder haben, noch die Mauer und ganz sicher ist jeder getötete Mensch an dieser Grenze einer zuviel. Da gibt es keine zwei Meinungen. NUR DAS DIE SIEGER GERN HALBWAHRHEITEN VERBREITEN IST AUCH FAKT.
Nehmen wir mal die Mauertoten, die es auch auf der anderen Seite gab. Einzelne? Mitnichten:
Vor dem Bau der Berliner Mauer (1946–1961)
1.Paul Sager († 10. November 1948)
2.Gerhard Hofert († 3. August 1949 Schlagbrügge)
3.Fritz Otto († 1. September 1949 bei Sonneberg (Neusalza-Spremberg))
4.Siegfried Apportin († 2. Juli 1950 Palingen)
5.Herbert Liebs († 21. Februar 1951 Pferdsdorf)
6.Werner Schmidt und Heinz Janello († 2. März 1951 Obersuhl)
8.Rudolf Spranger († 7. August 1951)
9.Manfred Portwich († 27. Oktober 1951 Wendehausen)
10.Ulrich Krohn († 16. Mai 1952 bei Thurow), als Postenführer von seinem fahnenflüchtigen Posten erst niedergeschlagen und dann erschossen.[1] Der Täter wurde 1952 in Lüneburg zu zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt
11.Helmut Just († 30. Dezember 1952 Berlin)
12.Waldemar Estel († 3. September 1956 Buttlar)
Während des Bestehens der Berliner Mauer (1961–1989)
13.Jörgen Schmidtchen († 18. April 1962 Griebnitzsee), erschossen von zwei fahnenflüchtigen NVA-Offiziersschülern aus der Flakartillerie-Schule Stahnsdorf[3]
14.Manfred Weiss († 19. Mai 1962 Henneberg)
15.Peter Göring († 23. Mai 1962 Berlin)
16.Reinhold Huhn († 18. Juni 1962 Berlin)
17.Rudi Arnstadt († 14. August 1962 Wiesenfeld)
18.Günter Seling († 30. September 1962 Teltow)
19.Siegfried Widera († 8. September 1963 Berlin), von Flüchtenden am 23. August 1963 niedergeschlagen.
20.unbekannter Volkspolizist († 15. September 1964)
21.Egon Schultz († 5. Oktober 1964 Berlin), irrtümlich erschossen von einem Kameraden bei Entdeckung des Tunnels 57.
22.Hans-Adolf Scharf († 10. Juni 1966)
23.Rolf Henniger († 15. November 1968 Klein Glienicke), erschossen von einem flüchtenden Volkspolizisten.
24.Lutz Meier († 18. Januar 1972 Schierke)
25.Klaus Peter Seidel und Jürgen Lange († 19. Dezember 1975 Harras), beide erschossen durch den fahnenflüchtigen NVA-Soldaten Werner Weinhold
27.Ulrich Steinhauer († 4. November 1980 Schönwalde), als Postenführer von seinem fahnenflüchtigen Posten mit einem Schuss in den Rücken getötet. Die Flucht des Täters gelang, er wurde in West-Berlin 1981 wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren verurteilt.[5]
28.Klaus-Peter Braun († 1. August 1981 Rustenfelde), von seinem fahnenflüchtigen Posten erschossen
29.Eberhard Knospe († 5. Mai 1982 Sommersdorf), als Postenführer von seinem fahnenflüchtigen Posten erschossen
30.Uwe Dittmann († 22. März 1985 in Spichra), erschossen von einem fahnenflüchtigen GSSD-Soldaten, der danach auf der Werra-Brücke nach Pferdsdorf-Spichra selbst erschossen wurde.[2]
31.Horst Hnidyk († 3. August 1989), von einem fahnenflüchtigen GSSD-Angehörigen getötet.[ Hnidyk wurde in den DDR-offiziellen Listen der getöteten Grenzsoldaten nicht (mehr) genannt.
Fällt dem geneigten Leser etwas auf? Die wenigsten Mörder wurden durch den bundesdeutschen Staat zur Rechenschaft gezogen, und wenn doch gab es z. B. für gezielte Tötung in den Rücken nur 6 Jahre. Ich bin der Meinung, das man nun endlich mal die Wahrheit sagen sollte und Sie nicht so zurechtbiegt wie man möchte. Übrigens als langjähriger Nordhäuser ist mir auch nichts über Ihren persönlichen Kampf gegen das DDR-Unrechtsregime bekannt. Es kann natürlich auch sein, das ich etwas verpasst habe.
Retupmoc
17.08.2011, 15:20 Uhr
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