Fr, 12:19 Uhr
08.07.2011
Probesitzen am Petriturm
Stolz präsentieren André Bönisch, Annekathrin Schmied und Roberto Kauffmann ihren Treppenkäfer – den Lehi von der Lebenshilfe. Den Schöpfern des Holzmodells gefällt auch der Bronze-Lehi. Weiterhin Einzelheiten zu Lehi mit nur einem Klick...
Er ist ein bisschen kühler, aber die unterschiedliche Schattierung der Oberfläche macht ihn noch interessanter, erzeugt schöne Kontraste. Roberto Kauffmann ist überzeugt, dass viele Menschen den Lehi besuchen kommen und streicheln werden: Es würde mir gefallen, wenn die Sonnenblume vorm Bauch des Käfers mit der Zeit anfangen würde zu strahlen wie die Sonne selbst.
Den Standort am Fuße des Peterbergs hat sich die NOLE, wie sich die Nordthüringer Lebenshilfe gern liebevoll nennt, bewusst ausgesucht. Zum einen trägt sie den Petriturm im Logo - Zeichen der Verbundenheit zu dieser Stadt Nordhausen. Zum anderen sollen natürlich auch Menschen mit Beeinträchtigungen problemlos den Lehi erreichen können.
Die Nordthüringer Lebenshilfe gGmbH hat sich mit dem Lehi ein Geschenk zum zwanzigsten Geburtstag gemacht. Aber, und damit folgt die NOLE dem Ansinnen des JugendSozialwerks Nordhausen als Initiator der Treppenkäferkampagne, eben nicht nur sich selbst. Viele Nordhäuser und auch Besucher werden sich über dieses neue Mitglied der Käferfamilie freuen. Das haben schon beim Probesitzen die Reaktionen der Schüler und Lehrer der Bertold-Brecht-Schule gezeigt.
Auf dem Gelände des Petersbergs sind noch mehr Käfer zu finden: der Gärtner Max, die Doppelkörner Henry und Henriette, der Rosenkavalier, Selina Marie, der Käferzug. Sie alle bezeugen, dass sich Bürger der Stadt für die Verschönerung ihres Lebensumfelds einsetzen, dass sie kreativ werden – ob beim darstellenden Gestalten oder dem Schreiben von Geschichten und Gedichten. Und sie alle zaubern vorübergehenden Passanten und umso mehr denjenigen, die verharren, ein Lächeln auf die Lippen. Das ist schön.
Treppenkäferfreunde sind auch die Kinder der Klasse M2 des Staatlichen Förderzentrums Skt. Martin. Diese haben mit ihren Lehrerinnen alle Treppenkäfer besucht, fotografiert und ihre Standorte in einem Stadtplan eingezeichnet. Dort ist auch schon der Lehi zu finden. Sie durften – sozusagen in einer Preview - den Lehi schon in der letzten Juniwoche bestaunen, als der lebendige Treppenkäfer zu zwei bunten Unterrichtstunden rund um den Treppenkäfer bei ihnen war.
Manchem mag die Verbindung von Treppen(käfern) und Behinderungen nicht einleuchten. Und natürlich wollen wir die Behinderungen, die Treppen darstellen können, gar nicht leugnen. Aber unsere Treppen sind eben auch schön. Und daran darf man sich freuen. Und das tun offenbar auch beeinträchtigte Menschen. Der Treppenkäfer hilft dabei.
Und mit dem Treppenkäfer kann uns offenbar gelingen, was die große Politik so gern umsetzen möchte. Inklusion ist das Zauberwort. Um Gleichwertigkeit geht es, ohne Normalität vorauszusetzen. Denn normal ist die Vielfalt, das Vorhandensein von Unterschieden. Die dürfen und sollen bewusst wahrgenommen werden – ohne zu werten. Unsere Aufgabe ist es, Strukturen zu schaffen, in denen sich jeder Mensch mit seinen Besonderheiten einbringen und auf seine Art wertvolle Leistungen schaffen kann. Der Lehi ist ein Ansatz dafür. Wir wollen weiter gehen, weiter zusammen arbeiten. Wir werden über sinnvolle Aktionen an Treppen für ganz unterschiedlich besondere Menschen nachdenken.
Wir werden die Erfordernisse dieser Menschen bei der anstehenden Umgestaltung im Jugendgästehaus Rothleimmühle erfragen und berücksichtigen, denn ein behindertengerechtes Bettenhaus macht nur Sinn mit einer behindertengerechten Infrastruktur. Vom Reisen für Alle sprechen wir. Und das schließt den Treppenkäfer mit ein – genauso wie andere touristische Angebote in der Stadt, die auch für behinderte Menschen erreichbar und attraktiv sein sollten. Wir freuen uns auf Jeden, der uns in diesem Prozess unterstützen möchte.
Am 11. September ist Treppenfest Nummer drei. Auch mit Aktionen rund um den Lehi – für jeden besonderen Menschen.
Ines Gast
Autor: nnzEr ist ein bisschen kühler, aber die unterschiedliche Schattierung der Oberfläche macht ihn noch interessanter, erzeugt schöne Kontraste. Roberto Kauffmann ist überzeugt, dass viele Menschen den Lehi besuchen kommen und streicheln werden: Es würde mir gefallen, wenn die Sonnenblume vorm Bauch des Käfers mit der Zeit anfangen würde zu strahlen wie die Sonne selbst.
Den Standort am Fuße des Peterbergs hat sich die NOLE, wie sich die Nordthüringer Lebenshilfe gern liebevoll nennt, bewusst ausgesucht. Zum einen trägt sie den Petriturm im Logo - Zeichen der Verbundenheit zu dieser Stadt Nordhausen. Zum anderen sollen natürlich auch Menschen mit Beeinträchtigungen problemlos den Lehi erreichen können.
Die Nordthüringer Lebenshilfe gGmbH hat sich mit dem Lehi ein Geschenk zum zwanzigsten Geburtstag gemacht. Aber, und damit folgt die NOLE dem Ansinnen des JugendSozialwerks Nordhausen als Initiator der Treppenkäferkampagne, eben nicht nur sich selbst. Viele Nordhäuser und auch Besucher werden sich über dieses neue Mitglied der Käferfamilie freuen. Das haben schon beim Probesitzen die Reaktionen der Schüler und Lehrer der Bertold-Brecht-Schule gezeigt.
Auf dem Gelände des Petersbergs sind noch mehr Käfer zu finden: der Gärtner Max, die Doppelkörner Henry und Henriette, der Rosenkavalier, Selina Marie, der Käferzug. Sie alle bezeugen, dass sich Bürger der Stadt für die Verschönerung ihres Lebensumfelds einsetzen, dass sie kreativ werden – ob beim darstellenden Gestalten oder dem Schreiben von Geschichten und Gedichten. Und sie alle zaubern vorübergehenden Passanten und umso mehr denjenigen, die verharren, ein Lächeln auf die Lippen. Das ist schön.
Treppenkäferfreunde sind auch die Kinder der Klasse M2 des Staatlichen Förderzentrums Skt. Martin. Diese haben mit ihren Lehrerinnen alle Treppenkäfer besucht, fotografiert und ihre Standorte in einem Stadtplan eingezeichnet. Dort ist auch schon der Lehi zu finden. Sie durften – sozusagen in einer Preview - den Lehi schon in der letzten Juniwoche bestaunen, als der lebendige Treppenkäfer zu zwei bunten Unterrichtstunden rund um den Treppenkäfer bei ihnen war.
Manchem mag die Verbindung von Treppen(käfern) und Behinderungen nicht einleuchten. Und natürlich wollen wir die Behinderungen, die Treppen darstellen können, gar nicht leugnen. Aber unsere Treppen sind eben auch schön. Und daran darf man sich freuen. Und das tun offenbar auch beeinträchtigte Menschen. Der Treppenkäfer hilft dabei.
Und mit dem Treppenkäfer kann uns offenbar gelingen, was die große Politik so gern umsetzen möchte. Inklusion ist das Zauberwort. Um Gleichwertigkeit geht es, ohne Normalität vorauszusetzen. Denn normal ist die Vielfalt, das Vorhandensein von Unterschieden. Die dürfen und sollen bewusst wahrgenommen werden – ohne zu werten. Unsere Aufgabe ist es, Strukturen zu schaffen, in denen sich jeder Mensch mit seinen Besonderheiten einbringen und auf seine Art wertvolle Leistungen schaffen kann. Der Lehi ist ein Ansatz dafür. Wir wollen weiter gehen, weiter zusammen arbeiten. Wir werden über sinnvolle Aktionen an Treppen für ganz unterschiedlich besondere Menschen nachdenken.
Wir werden die Erfordernisse dieser Menschen bei der anstehenden Umgestaltung im Jugendgästehaus Rothleimmühle erfragen und berücksichtigen, denn ein behindertengerechtes Bettenhaus macht nur Sinn mit einer behindertengerechten Infrastruktur. Vom Reisen für Alle sprechen wir. Und das schließt den Treppenkäfer mit ein – genauso wie andere touristische Angebote in der Stadt, die auch für behinderte Menschen erreichbar und attraktiv sein sollten. Wir freuen uns auf Jeden, der uns in diesem Prozess unterstützen möchte.
Am 11. September ist Treppenfest Nummer drei. Auch mit Aktionen rund um den Lehi – für jeden besonderen Menschen.
Ines Gast



