eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mi, 14:54 Uhr
06.07.2011

Jobcenter fördert Gesundheit

Frischer Salat, Kohlrabi- und Gurkenstücke, dazu ein selbst gemachter Dip und Vollkornbrot: Dieses gesunde Buffet gehört zum heutigen Tag der Gesundheit bei Impuls 50plus. Dieses Projekt setzt das Jobcenter des Landkreises Nordhausen gemeinsam mit Trägern um, um ältere Arbeitssuchende über 50 Jahre wieder zu aktivieren.

Gesundheit fördern (Foto: J. Piper) Gesundheit fördern (Foto: J. Piper)
Carmen Thomas, Bereichsleiterin Berufliche Weiterbildung beim Bildungszentrum, Mario Hoche-Arbeiter, Teamleiter Integration beim Jobcenter und Susanne Segert von CSC vorm gesunden Buffet

„Bei Impuls 50plus wollen wir 100 Teilnehmer durch eine individuelle, intensive Betreuung wieder fit für den Arbeitsmarkt machen“, sagt Mario Hoche-Arbeiter, Teamleiter Integration beim Jobcenter. Seit einigen Jahren widmet sich das hiesige Jobcenter intensiv Älteren, die mitunter schon lange auf Jobsuche sind. So beraten nicht nur im Jobcenter selbst Mitarbeiter in einem eigenen 50plus-Team Arbeitssuchende.

Seit 2007 beteiligt sich der Landkreis zusätzlich am Bundesprogramm Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte in den Regionen, das sich gezielt für ältere Arbeitssuchende einsetzt. „Hier geht es um andere Erwerbsbiografien, die eine eigens ausgerichtete Beratung sinnvoll machen“, so Mario Hoche-Arbeiter. Lange habe die Wirtschaft eher auf junge Mitarbeiter gesetzt. Mit dem einsetzenden Fachkräftemangel ändere sich dies nun.

Das Bundesarbeits- und -sozialministerium hat nun im Programm Perspektive 50plus das eigene Projekt Impuls 50plus gestartet, in dem durch einen hohen Betreuungsschlüssel eine fundierte Einzel- und Gruppenbetreuung ermöglicht wird. Seit gut einem Jahr läuft Impuls 50plus auch im Landkreis Nordhausen, wird komplett vom Bund finanziert und ist auf drei Jahre angelegt. Danach soll eine bundesweite Evaluierung des Programms zeigen, wie erfolgreich die Maßnahmen vor Ort gelaufen sind. Ein wesentlicher Teil von Impuls 50plus ist die Gesundheitserhaltung und -vorsorge.

Beim Gesundheitstag konnten die Projektteilnehmer nicht nur gesund essen, sondern auch einen Seh- und Hörtest machen, sich über die Wirkung verschiedener Kräuter oder die Vorsorgeleistungen von Krankenkassen informieren. Auch das Gesundheitsamt des Landkreises und die Suchtberatung der Diakonie haben ihre Beratungsangebote vorgestellt. „Beim Bundesprogramm Impuls 50plus gehen wir bei der Gesundheitsprävention bewusst neue Wege und besuchen nicht nur das klassische Fitnessstudio“, sagt Susanne Segert von CSC.

Der Gesundheitstag ist der Auftakt für verschiedene Angebote wie Rückenschule, Aquasport, Wanderungen oder Methoden zur Stressbewältigung. „Die Wünsche der Projektteilnehmer sind in das Gesundheitsprogramm eingeflossen“, erläutert Susanne Segert von CSC. Alle Angebote sind freiwillig, so soll euch die Eigenverantwortung, Motivation und Initiative der Teilnehmer gestärkt werden. „Wer eines der Angebote nutzt, bekommt jedes Mal einen Stempel in den Aktions-Pass, den wir heute verteilen. Wer am Ende des Jahres mindestens bei 20 Aktionen mitgemacht hat, auf den wartet eine Überraschung.“

Doch nicht nur Gesundheitsprävention steht im Fokus der Projektverantwortlichen von Impuls 50plus. Auf dem Programm stehen auch Bewerbungscoaching und Beruferprobung, Kontakte mit potentiellen Arbeitsgebern werden geknüpft – einige Projektteilnehmer arbeiten beispielsweise derzeit zur Probe in verschiedenen Firmen, beschreiben Carmen Thomas, Bereichsleiterin Berufliche Weiterbildung beim Bildungszentrum und Susanne Segert von CSC. Hier kommen auch die spezifischen Leistungsprofile der beiden Träger, die sich gemeinsam für das Projekt beworben haben, ins Spiel.

Das Bildungszentrum bietet die Berufsfelder Hauswirtschaft, Hotel- und Gaststättengewerbe und Textilarbeit an, CSC EDV und Medien sowie den Metallbereich, in denen sich die Projektteilnehmer täglich beweisen können. „Diese Arbeit weckt schlummernde Potentiale bei den Teilnehmern“, sagt Mario Hoche-Arbeiter vom Jobcenter und freut sich, wenn er die bisherigen Arbeitsergebnisse der Projektteilnehmer sieht. Noch bis Ende kommenden Jahres können die Projektteilnehmer die Zeit bei Impuls 50plus nutzen, um dadurch wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Sonntagsradler 2
06.07.2011, 16:36 Uhr
50 Plus
Haben die Leute wirklich nicht wichtigeres zu tun als den Leuten vorzuschreiben was Sie zu Essen haben. Man tut ja so als ob die 50 Jährigen Arbeitslosen zu dumm wären sich gesund zu ernähren. Der Staat sollte mal die Hersteller von Nahrungsmittel genauer unter die Lupe nehmen.

Was da für Dickmacher und andere Nahrung und Geschmacksverstärker in manch einem Produkt befindet ist ja das reinste Chemielabor. Aber das ist normal, lieber ein leichteren Weg gehen, die Arbeitslosen für dumm verkaufen, wieder in irgendwelchen Maßnahmen pressen und gleichzeitig den Eigenen Job mit solch einen Blödsinn zu retten.
Neotion
06.07.2011, 18:18 Uhr
Wie Gegenstände
Einfach dreist diese Äußerung (um ältere Arbeitssuchende über 50 Jahre wieder zu aktivieren ) das klingt ja als hätte man den ältere Arbeitssuchenden den Hauptschalter auf „Abschalten“ gestellt und sie wie ein Gegenstand in die Vorratskammer gestellt.
Wolfi65
06.07.2011, 20:02 Uhr
Lachhaft
"Und wer mindestens 20 Aktionen mitgemacht hat, auf den wartet eine Überraschung".
Ja was denn für Eine? Doch nicht etwa ein Arbeitsplatz? Das wäre ja ein Wunder. Die ganze Sache macht mir Angst, denn ich bin auch bald reif für 50 plus. Nicht das ich auf die letzten Jahre noch Arbeit bekomme.
Grauenvoll, diese Vorstellung...
Peppone
06.07.2011, 23:06 Uhr
Veggietag im Jobcenter?
Und ihr meint wirklich, dass ihr über 50 Jährige mit Aquatraining, Gurkensticks, Kohlrabischeiben und selbstgemachten Dips wieder in Arbeit bringen könnt? Das Ganze erinnert mich irgendwie an schlecht informierte Krankenkasse. Das Landrat Claus mit dem Jobcenter nichts mehr zu tun haben will, kann ich mittlerweile gut nachvollziehen. Gute Besserung und lasst Euch die Möhrchen schmecken.
Retupmoc
07.07.2011, 07:47 Uhr
Und dafür werden noch Leute fürstlich entlohnt
Arge in die Produktion!
TeeEff
07.07.2011, 13:08 Uhr
Kosten-Nutzenrechnung?
Überhaupt: Ist das deren Aufgabenbereich? Wieso werden da Gelder für aufgabenfremde Projekte missbraucht? Wer genehmigt den bitte so etwas?
Retupmoc
07.07.2011, 14:14 Uhr
Nochmal darauf zurückkommen...
habe ich das jetzt richtig verstanden? Arbeitslose Menschen nehmen an einem Programm teil, an dem Sie freiwillig Wanderungen, Aquafitness und Co. betreiben? Und wer 20 x das gemacht hat, bekommt eine Überraschung? Könnte es dann sein, das die Überraschung eine Kürzung der AL- Bezüge ist, weil man in der Wanderzeit nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stand? Oder wandern die Teilnehmer von einem Betrieb zum anderen und geben dort ihre Bewerbungsmappen ab?

Ich wette einmal, das in keinem anderen Land dieser Welt so ein Schwachsinn veranstaltet wird.
Neotion
07.07.2011, 14:33 Uhr
Gelder besser nutzen
Die Gelder werden in so manchen unsinnigen Maßnahmen gesteckt wie Z.B. in Lehrgängen wie es einer Bekannten von mir gegangen ist. Sie ist gelernte Bürofachkraft und arbeitete seit Jahren in einem Büro und kennt sich mit einem Computer und dessen Benutzung der Programme aus.

Das Witzige ist dabei, dass sie einen „Office Lehrgang für Fortgeschrittene“ bekommen hatte indem sie lernten wie ein Computer ein und ausgeschaltet wird und die Teilnehmer sich langweilten.

Ich finde auch dass die Gelder für besseres verwendet werden sollten. Und bitte nicht vergessen es sind bald wieder Wahlen in NDH und da ist es kein Wunder das sich viele brüsten wollen was sie alles für die Arbeitslosen getan haben schließlich hängt ihre Existenz von den Geldern der ARGE und Arbeitsamtes ab.
WR-NDH
08.07.2011, 08:18 Uhr
Zum Nutzen des Volkes
tätig sein. So oder ähnlich heißt es in der Eidesformel, den Politikerinnen/Politiker leisten müssen, wenn sie ein Ministeramt antreten.
Ich bin der Ansicht, dass die zuständige Bundesministerin für solche Steuergeldverschwendung zur Verantwortung gezogen werden muss. Das im obigen Artikel Dargestellte kann ja nur zwei Ziele haben:
1. „Bildungsträgern“ wird Geld zugeschanzt
2. die Personen, die an der Maßnahme teilnehmen werden in der offiziellen Arbeitslosenstatistik nicht mehr mitgezählt und die Regierung kann geschönte Zahlen veröffentlichen.
Die Unsinnigkeit der Maßnahme haben Kommentatoren vor mir schon erklärt.
Natürlich kann und muss Umschulung oder Fortbildung dazu führen, dass Menschen wieder ins normale Arbeitsleben integriert werden, aber nur dann, wenn man die Arbeitssuchenden zielgerichtet für vorhandene Bedarfe qualifiziert. Die Landesregierung hat im vergangenen Jahr beschlossen, dass das Angebot für die Kinderbetreuung verbessert werden soll.

Dafür fehlen aber noch immer Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen. Warum bietet denn die ArbeitsAgentur nicht solche Umschulungsmaßnahmen an?
Es fehlen nach Aussage der AA auch Fachkräfte im produzierenden Gewerbe. Gab und gibt es Angebote für Umschulungen/Qualifizierungen hierfür? Zumindest kann es solche in den vergangenen Jahren nicht gegeben haben, sonst herrschte bei ca. 4 bis 5 Mio. Arbeitslosen kein Fachkräftemangel.
Diese ganze Geschichte mir 50+ sollte sofort beendet werden. Mir haben Bekannte berichtet, dass diese Aktion gar nicht von der AA selbst, sondern durch externe Dienstleister, die damit natürlich auch wieder Geld verdienen, betrieben wird.

Eine Arbeitslose berichtete mir unlängst, dass ihr bei einer 50+ Veranstaltung beigebracht wurde, dass in Bewerbungen nicht mehr arbeitsuchend, sondern „die restliche Zeit diente dem beruflichen Wiedereinstieg bzw. der Orientierung am Arbeitsmarkt“ geschrieben werden solle.

Bei der nächsten Maßnahme erklärte die Lehrerin das sei falsch es müsse doch arbeitsuchend heißen. Das ist nur ein Beleg dafür, dass die AA Geld verschwendet. Im Übrigen bin ich selbst Arbeitgeber und für mich sind die seit Jahren durchgeführten und von der AA finanzierten Bewerbungstrainings völlig unnötig. Wenn ich einen Klempner einstellen will, ist für mich wichtig, dass er gut klempnern kann. Die Form seiner Bewerbung ist völlig nebensächlich. Suche ich eine Sachbearbeiterin ist für deren Einstellung ebenfalls fachliches Können und nicht ihre Präsentation in den Bewerbungsunterlagen entscheidend.
Harzer_Wolf
08.07.2011, 09:54 Uhr
Fachlich
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bei Herrn Reinhardt arbeiten sind zu beglückwünschen. Ein Mann mit Weitsicht und Verstand und einem Beitrag, dem nichts mehr hinzuzufügen wäre...

ausser meiner Forderung, die Arbeitsämter sofort abzuschaffen und ein Bürgergeld einzuführen. Sie werden sehen, wie schnell sich der Markt reguliert. Allerings gibt es dann eine Menge arbeitsloser Arge - Mitarbeiter und Dienstleister von solchen unsinnigen Weiterbildungen.
Werniman0606
08.07.2011, 10:32 Uhr
Immer der selbe Mist
Fit für den Arbeitsmarkt machen? Klar,wenn man über 50 ist,wird der Hauptgrund der andauernden Arbeitslosigkeit bestimmt die falsche Ernährung sein oder daß in der Bewerbung 2 Leerzeilen zuwenig drinstehen *kopfschüttel*

Gerade beim Thema Bewerbungstraining wird viel Schindlunder getrieben. Ausgerechnet in Deutschland,wo fast alles genormt ist,gibt es keine Norm,wie denn eine ordentliche Bewerbung auszusehen hat. Daher kocht da jeder Dozent sein eigenes Süppchen. Man mache 10x ein Bewerbungstraining bei 10 verschiedenen Dozenten und bekommt auch 10 verschiedene Meinungen über die optimale Bewerbung.

Und der Rest ? Beruferprobung und Probe in verschiedenen Firmen heißt nix anderes als weitere Sinnlos-Praktika,wie sie fast jeder Arbeitslose schonmal machen "durfte". Einstellungschance: Null. Viele Firmen sehen gar nicht die Notwendigkeit, Leute einzustellen,werden sie doch jederzeit mit kostenlosem Nachschub vom Jobcenter versorgt.
Kontakte mit potentiellen Arbeitgebern sieht in der Regel so aus,daß sich ein paar Aasgeier der gängigen Zeitarbeitsfirmen vorstellen und um "Frischfleisch" buhlen.

Und ohne dem Bildungszentrum zu nahe treten zu wollen, aber: Hauswirtschaft, Hotel/Gaststätten und Metall sind Bereiche, in denen es entweder schon vielzuviele Arbeitslose gibt, die Personalfluktuation enorm hoch ist oder das Einkommen nie ausreichen wird,um gänzlich vom Jobcenter wegzukommen. Ob das so erstrebenswert ist ?
H.Buntfuß
08.07.2011, 19:56 Uhr
Ich weiß ja.......
nicht, ob diese IDEE noch von Herrn Müller stammt, oder ob die ganze Sache ausgeheckt wurde, um den neuen Geschäftsführer des Job-Center Nordhausen zu begrüßen.

Auf jeden Fall ist das eine Schnapsidee, wie der Volksmund so schön sagt. Das ganze müssen sich die Mitarbeiter des neuen Chefs aus dem Kindergarten ab geschaut haben.

Arbeitsplätze schafft das nicht, wie es aussieht könnte das zu einem neuen Druckmittel werden, um die Kunden zu verärgern und Kürzungen durchzudrücken.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)