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Mi, 13:31 Uhr
06.07.2011

nnz-Betrachtung: So einfach wie nie

Im kommenden Jahr werden in Nordhausen ein neuer Oberbürgermeister und ein neuer Landrat gewählt (auch weibliche Besetzungen sind möglich). Die Betonung liegt dabei auf "neu" und ist deshalb eine Betrachtung wert...


Barbara Rinke (SPD) kann nicht, Joachim Claus (CDU) will nicht mehr. Bei der Oberbürgermeisterin scheitert eine Wiederwahl am Zeitschalter, den einst der Landtag gesetzt hat und der (vermutlich) auch nicht verändert werden soll, obwohl es bereits erste Anläufe gegeben hat. Beim Landrat ist das anders: Er will nicht mehr in den Ring, ist dann 50, die Ansprüche sind geregelt.

So einfach jedoch ist das nicht in der Beurteilung auch wenn das Finanzielle die ganze Sache angenehmer gestaltet. 21 Jahre steht der Mann nun an vorderster Front, kann immer in der ersten Reihe sitzen, wurde 21 Jahre lang aber auch kritisiert angegiftet, selten gelobt. Zum Teil berechtigt, mitunter unberechtigt. Er sei ein miserabler Verwaltungschef, sagen seine politischen Kontrahenten. In der Kreisverwaltung sieht man das anders, nicht nur die unmittelbaren Mitarbeiter. Es ist eben immer eine Frage des Standpunktes.

Sei es wie es sei - ab heute werden die Karten neu gemischt und die "Möchtegern-Strategen" in den diversen Parteien, die müssen wieder in die gläserne Kugel schauen. Es gibt keinen Amtsbonus mehr und nie mehr wird es so leicht werden, sich zum Landrat oder zur Landrätin wählen zu lassen. Gleiches gilt übrigens auch für den Nachfolger von Frau Rinke.

Hier stehen die aussichtsreichsten Kandidaten schon fast fest. Hannelore Hase (LINKE) wird von ihrer eigenen Partei gedrängt, Matthias Jendricke (SPD) gilt als gesetzt. Bündnis90/Grüne und FDP (man mag mir das nachsehen) werden nur gebraucht, um eine Stichwahl zu ermöglichen. Bleibt die CDU. Die selbst ernannte Volkspartei ist noch auf der Suche nach einem Kandidaten. Mehrere Namen sind im Spiel: Inge Klaan, Dr. Klaus Zeh, Jürgen Reinholz, Stefan Nüßle, selbst der zweite Rektor der Fachhochschule Nordhausen, Prof. Christian Juckenack, ist im Gespräch. Letztlich wird sich wohl alles auf Klaus Zeh fokussieren. Entschieden ist noch nichts.

Und dann noch einen Kandidaten für den Landratsposten finden? Leicht hat es da die LINKE mit Dauerkandidatin Birgit Keller. Bei der SPD? Vielleicht Hans-Georg Müller, der einstige Arge-Chef, der nie und nimmer gegen seinen Chef Joachim Claus antreten wollte? Dagmar Becker? Man wird gespannt sein.

Kommen wir auch hier zur CDU: Die wird wählen müssen, zwischen denen, die in der Stadt "übrig bleiben" und zwei Namen, die immer wieder auftauchen. Da wäre Egon Primas, der immer noch nach einem Job innerhalb einer Landesverwaltung schielen soll und einem einstigen Shootingstar der lokalen Szenerie, der jetzt grundsolide einfach seinen Job macht: Frank Rostek, der Bleicheröder Bürgermeister. Bei aller Entscheidungszähigkeit gibt es für alle Parteien eines zu bedenken: Ob der Landkreis Nordhausen die kommenden sechs Jahre in diesen Grenzen überstehen wird, ist unklar und wird von künftigen Konstellationen in der Landespolitik abhängen.

Fazit: Wer die Wahl hat, der hat auch die Qual. Das ist nunmal so. Und wie eingangs geschrieben: Nie war es so leicht die Direktwahl zu gewinnen und so leicht wird es auch in sechs Jahren nicht mehr sein.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

06.07.2011, 15.07 Uhr
darkmoon | Endlich
Endlich ein Wechsel in der Stadt und im Land.
Es wird Zeit für frischen Wind in den verstaubten Büros, damit endlich mal diese Vetternwirtschaft und anderes, über das ich mir hier nicht weiter äußern möchte, aufhört.
Aber bitte nicht Herr Müller, da hätten wir das gleiche wieder.

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06.07.2011, 15.36 Uhr
Retupmoc | Da schliesse ich mich an,
auf keinen Fall Herr Müller, der uns jahrelang mit frisierten Arbeitslosenstatistiken versorgt hat. Da hätte ich null Prozent Vertrauen!

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06.07.2011, 17.21 Uhr
-Insider- | und
sie meinen wirklich, dass die vetternwirtschaft durch neue stadt- und kreisoberhäupter aufhört? hören sie auf zu träumen. menschen in höheren positionen werden immer "vertraute" leute in ihrem umfeld installieren, dass wiederum finde ich auch nicht weiter tragisch, weil es jeder so machen würde...

in diesem sinne...auf ein spannendes wahljahr 2012.

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