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Do, 12:00 Uhr
23.06.2011

In naher Zukunft?

Görsbach ist ein Dorf in der Goldenen Aue. Es hat einen agilen Bürgermeister, es hat eine schöne Umgebung und es hat ein Problem: Hier gibt es keinen Hausarzt mehr. Wie soll das geändert werden, kann da die Politik helfen?

Keine Lösung (Foto: nnz) Von links: Rommel, Lemme, Feldmann

Steffen Lemme, der Nordthüringer Polit-Leuchtturm der Sozialdemokratie im Bundestag, hat die Hilferufe aus der Provinz gehört und hat für heute einen Vor-Ort-Termin organisiert. Daran nahmen Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der Landesärztekammer teil. Und Bürgermeister Siegfried Junker (SPD). Die alle zusammen hatten sich am Vormittag Räumlichkeiten angesehen, in denen eine Praxis für einen Landarzt eingerichtet werden könnte. Danach, so war es angekündigt, sollte eine gemeinsame Strategie für den „Fall Görsbach“ entwickelt werden.

Und weil diese Bemühungen auch schön transparent gemacht werden sollen, teilten die „Ärztebeschaffer“ die Ergebnisse ihrer heutigen Arbeit der nnz mit. Eigentlich war es nur ein Ergebnis, das bei deftigen Wursthäppchen und Görsbacher Kartoffelscheiben präsentiert wurde. Man sei recht guter Hoffnung, dass das Ziel der Etablierung eines Hausarztes erreicht werden könnte, verkündete Steffen Lemme, der im Bundestag im Sozial- und Gesundheitsausschuss tätig ist.

Dr. Regina Feldmann von der Kassenärztlichen Vereinigung in Thüringen (KV) resümierte einen bestehenden Ärztemangel im Freistaat (wan ganz Neues). Es könne aber besser werden, wenn Weiterbildung und Anreize, zum Beispiel 35 ausgegebene Stipendien, miteinander einher gehen würden. Momentan löse diese Entwicklung jedoch nicht den Mangel an Hausärzten, der zudem durch den Rückgang an Bevölkerung forciert wird.

In Görsbach sei eine Lösung gefunden. Es könne eine Zweitpraxis gegründet werden, die an zwei Tagen für die Patienten geöffnet hat. Für die „Erstpraxis“ bedeutet das allerdings Zeiten der Schließung. Personelle Lösungen sind angedacht, erste Gespräche gebe es bereits. Görsbachs Bürgermeister Junker dankte für die bisherigen Bemühungen der beteiligten Seiten und hofft nun, dass die Personalgespräche bald zu einem Ergebnis führen. Wann aber wird die Praxis eröffnet? In naher Zukunft, so Bürgermeister Junker. Auf Nachfrage brachte die KV-Frau das Ziel zum Besten: Frühestens 2013. Da halfen such die Kartoffelscheiben und das Storchenpaar auf dem Dach nicht.

Frau Dr. Annette Rommel von der Landesärztekammer hofft, dass sich immer mehr junge Kollegen für die Ausbildung zum Hausarzt entscheiden. Ob dieses Hoffen denn auch in Realität umschlägt, hängt in entscheidendem Maße von der individuellen Betreuung junger Ärzte seitens der zuständigen Gremien ab.
Peter-Stefan Greiner
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