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Mo, 14:10 Uhr
21.07.2003

Lust auf deutsche Sprache?


Nordhausen (nnz). Wer die deutsche Sprache einmal anders erleben möchte und erfahren will, was sie so alles vermag der ist in einer Thüringer Dichterstätte genau richtig. Was sich dahinter verbirgt und wo diese ist, erfahren Sie bei Ihrer nnz.


Wer erleben möchte, was die deutsche Sprache vermag, der wird am 26. Juli um 14.30 Uhr in der Dichterstätte in Limlingerode aus dem Staunen nicht herauskommen. Clemens Brentano (1778 – 1842), aus einer berühmten Frankfurter Familie stammend, gehört zu den typischen Persönlichkeiten der Romantik.

Er hat diese Epoche in der Literatur entscheidend mitgeprägt. Generationen von Dichtern schulen sich bis heute an ihm. Gemeinsam mit seinem Freund Achim von Arnim, der Clemens’ Schwester Bettine von Brentano heiratete, die sich dem Dichten und Malen und Komponieren verschrieb, gab er 1808 die für folgende Dichtergenerationen wegweisende Volkslied- und Balladensammlung „Des Knaben Wunderhorn“ heraus.

Clemens Brentano übte Zeit seines Lebens keinen bürgerlichen Beruf aus, er war der erste unter den damals in Deutschland Dichtenden, der nur Dichter war. Er brach das Studium der Bergwissenschaft ab, hielt ein paar Semester Medizin durch, schnupperte in der Philosophie – aber nichts befriedigte seinen sprunghaften Geist. Dank seines äußerst wohlhabenden Vaters konnte er sich die Freiheit nehmen, mit Dichten durch das Leben, das er sich selbst oft erschwerte, zu gehen. Von seinen Mitmenschen haben ihn nur einige gekannt, nach seinem Tode trauerten nur wenige um ihm. Aber, man entdeckt ihn zur Zeit ganz neu, auch dank einer großen Werkausgabe, die im Deutschen Hochstift in Frankfurt am Main (Goethehaus) herausgegeben wird.

Für die Mitglieder des Fördervereins ist es gar keine Frage, diesen Poeten anlässlich seines 225. Geburtstages im Jahr 2003 in der Dichterstätte zu Wort kommen zu lassen. Zu Brentanos Lyrik gehört eine in Wellen schwingende Sprachrhythmik – „Daß an blauer Himmelsdecke/ Sterne er wie Blumen pflückt“ -, die sich aus dem harmonischen Ineinander von Vers- und Satzrhythmus ergibt.

Man ist begeistert davon, welche Wortkombinationen Brentano ersonnen hat und bekommt Lust, mit der deutschen Sprache zu experimentieren. Bekannte deutsche Dichter wie Heinrich Heine, Joseph von Eichendorff, Ludwig Uhland, Friedrich Rückert haben sich an diesem „Brentano Ton“ gebildet.

Wer kennenlernen will, was es mit diesem Ton auf sich hat, der fährt am 26. Juli 2003 nach Limlingerode in die Dichterstätte. In einer kleinen Buchausstellung werden dort auch einige seiner Veröffentlichungen vorgestellt und 50 seiner schönsten Gedichte in einer feinen Buchausgabe zu erwerben sein.
Autor: cg

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