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Fr, 15:35 Uhr
09.02.2001

Beginnt im Landkreis das große Pappelsterben?

Nordhausen (nnz). Manch aufmerksamem Bürger wird aufgefallen sein, daß momentan im Landkreis viele Pappeln der Säge zum Opfer fallen. Das Fällen der sogenannten Hybridpappel aus DDR-Zeiten ist meist durch die Naturschutzbehörde genehmigt. Und hier gibt es immer die Auflage, einen neuen Baum zu pflanzen, versichert Ralf Harms. Das neue Bäumchen sollte in das Ortsbild passen, die Esche beispielsweise eignet sich gut. Zu DDR-Zeiten seien bevorzugt Hybrid-Pappeln gepflanzt worden, weil sie sehr schnell wachsen. Nun will man die ohnehin altersschwachen Pappeln durch ortstypische Gehölze ersetzen. Wie Ralf Harms betont, haben die Pappeln ohnehin nicht das ewige Leben. Nach 40 bis 50 Jahren werden sie altersschwach und müssen aus Sicherheitsgründen weg. Trotz allem kann nicht jeder nach Gutdünken Pappeln absägen. Eine Genehmigung ist immer nötig. Die braucht man für alle Hölzer mit Ausnahme der Obstbäume, auch auf dem eigenen Grundstück. Bedenklich stimmt Harms die Tatsache, daß von den 68 einzelnen Orten im Landkreis noch immer 45 Kommunen keine Baumschutzsatzung haben, darunter auch die Stadt Heringen. Zum Beschluß einer solchen Satzung kann freilich keine Gemeinde gezwungen werden, aber wünschenswert wäre sie schon, so Harms. Hat ein Ort keine solche Satzung, dann greift automatisch die Naturschutzsatzung. Sie stellt quasi das Mindestmaß an Schutz für die Bäume dar. Die Baumschutzsatzungen müssen mindestens so streng wie die Naturschutzsatzung sein.
Aber nicht nur Defizite hat das Umweltamt zu vermelden, sondern auch die erfreuliche Tatsache, daß es im Landkreis noch in diesem Quartal das zwölfte Naturschutzgebiet geben soll. Das Brandesbachtal zwischen Hufhaus und Netzkater wird wegen seiner Orchideen und der Trollblume als solches anerkannt. Außerdem hofft man, im Brandesbachtal den Schwarzen Apollo wieder ansiedeln zu können, einen Schmetterling, der bis Ende der 80er Jahre hier heimisch war. Bisher sind in der Region die Naturschutzgebiete Gräfenthal, Vogelherd, Wöbelsburg, Feuerkopf, Rüdigsdorfer Schweiz, Sattelköpfe, Himmelsberg bei Woffleben, Mühlberg, Schloßberg-Solwiesen, Alter Stollberg und Sülzensee-Mackenröder Wald ausgewiesen.
Simone Scheiding
Autor: nnz

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