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Sa, 12:49 Uhr
10.02.2001

Ritter, Mönche, Bankiers oder ganz normale Menschen?

Wolfgang Nieft (l.) und Volker Vogt Nordhausen (nnz). Was verbirgt sich hinter der Geschichte des Tempelordens? Welche Zusammenhänge gibt es zur Logenbewegung? Wo liegen die verborgenen Schätze der Templer? Wie ist der Tempelorden überhaupt in den geschichtlichen Konsens zu bringen? Vor allem die Beantwortung der letzten Frage hatte sich Wolfgang Nieft (im nnz-Foto links mit Volker Vogt) zum Inhalt seines Vortrages gemacht. Anschaulich schilderte Nieft den Beginn des Ordens im Jahr 1120. Gegründet von neun Rittern, acht Jahre später durch den Papst anerkannt, entwickelte sich der Orden neben dem Johanniterorden und dem Deutschen Ritterorden zur mächtigsten und einflussreichsten Ordensbewegung des frühen Mittelalters. Obwohl seine Geschichte von rund 200 Jahren - historisch betrachtet - ein "Wimpernschlag" ist, hat er unverwischbare Spuren hinterlassen.
Die Templer waren eigentlich und realistisch betrachtet "ungehobelte abenteuerliche Ritter", aber in ihren Reihen entwickelte sich eine Elite, die sowohl in der Baukunst, vor allem aber im wirtschaftlichen und finanziellen Gebaren ihrer Zeit weit voraus war. Der Aufbau eines Bankensystems, die "Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs" die Führung von Kassenbüchern und Depots - all das sind wissenschaftlich fundierte Belege für das Wirken des Ordens. Doch wie so oft in der Geschichte: Wer mächtig wird und ist, der hat auch Feinde, einer davon war der französische König "Phillip der Schöne". In einem unglaublichen Intrigenspiel zerschlug er den Tempelorden, ließ die Mitglieder inquisitorisch foltern und den letzte Großmeister des Ordens, Jaques de Molay, sowie viele seiner Gefolgsleute am 11. März 1314 in Paris verbrennen.
Die Zusammenfassung, die Wolfgang Nieft den über 50 Zuhörern nach 90 Minuten lieferte, war eher nüchtern. Nieft entmystifizierte die Templer, zeigte auf, dass sie Soldaten, Fachleute, Gläubige, aber auch Menschen mit Schwächen waren. Sie haben eine Zeit geprägt, sie haben Spuren hinterlassen, die durch die Geschichte bis in das 14. und 15. Jahrhundert nach Schottland reichen. Ob sie jedoch in direkter Beziehung zu den ersten Logen in dieser Zeit stehen, lässt sich fundiert nicht belegen. Alles in allem kamen die Zuhörer und Zuschauer im Nordhäuser Logenhaus auf ihre Kosten, der lang anhaltende Beifall für den Vortrag war ein Dankeschön, vielleicht sogar eine Forderung nach mehr solcher Angebote. Die Nordhäuser Loge will dem gern nachkommen. Bereits jetzt sollten sich historisch Interessierte den 9. März 2001 vormerken. Da wird die Entstehung und die Entwicklung der Freimaurerei im Mittelpunkt eines weiteren Vortrages stehen.
Autor: psg

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